Alle Beiträge von Bernd Wegener

“Naturvölker” Nr. 98, September 2021

Themen

Protokoll der Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Naturvölker“ e.V., 2021…………………………………………………………………………….    2

Tätigkeitsbericht „Unsere Arbeit 2020“……………………………………    7

Finanzbericht 2020………………………………………………………….  24

Was man tun kann…………………………………………………………..  25

Zur Unterstützung und Weiterempfehlung.………………………………  26

Guarani Kaiowa beleben Zeremonie nach 28 Jahren…………………….  27

Kumaruara: Demarkierung ihres Gebietes……………………………….  29

Tatort Brasiliens Amazonien: Neue Angriffe auf die Munduruku……….  30

West Papua -Massenumsiedlungen sind Teil der Unterdrückungsstrategie

Benny Wenda, der Interimspräsident West Papuas erklärt, dass die jüngsten Massenumsiedlungen Teil der Unterdrückungsstrategie der indonesischen Regierung sind

Von indonesischen Sicherheitskräften gefangene Papuas
Maybrat: vom indonesischen Militär verhaftete Papuas

7. September 2021: Ich bin sehr traurig, dass ich von der Basis in West Papua höre, dass 2.400 Zivilisten aus 19 Dörfern infolge der erneuten indonesischen Militäroperationen in der Maybrat Regentschaft vertrieben wurden. Die Situation in Maybrat ähnelt der in Nduga und Intan Jaya, wo in den letzten Jahren über 50.000 West Papuas vertrieben wurden. Maybrat ist ein friedlicher Ort. Die Gewalt, die wir jetzt erleben, ist das Ergebnis der Versuche des indonesischen Staates, die lokale Bevölkerung zu vertreiben und sich das Gold und die Mineralien unter der Erde anzueignen.

Staatlich geförderter Terrorismus

Ich behaupte seit langem, dass es bei den Militäroperationen Indonesiens nicht um “Souveränität” geht, sondern um Geschäfte. Jetzt haben Indonesiens eigene NROs dies bestätigt. Neue Berichte von WALHI Papua, LBH Papua, KontraS, Greenpeace Indonesien und mehreren anderen Gruppen haben die tiefen Verbindungen von Indonesiens Generälen im Ruhestand, Kopassus-Offizieren und Geheimdienstchefs zu den Rohstoffabbauprojekten in West Papua aufgezeigt. Mächtige indonesische Führer wie Luhut Binsar Pandjaitan, Minister für maritime Angelegenheiten, haben direkte Interessen an der Goldkonzession Wabu Block in Intan Jaya, wo Tausende von Menschen durch massive Militäroperationen aus ihren Häusern vertrieben wurden. Mit den Militäroperationen wird versucht, ganze Dörfer auszulöschen und den Weg für illegale Minen freizumachen. Man tötet uns, weil wir schwarz sind, weil wir anders sind. Das ist staatlich geförderter Terrorismus.

Angesichts dieser wirtschaftlichen Interessen können wir den Berichten der indonesischen Polizei und des Militärs nicht trauen, wenn einer der ihren getötet wird. Wir wissen bereits, dass Indonesien seit langem seine eigenen Offiziere und Soldaten tötet, um seine militärische Präsenz zu rechtfertigen und die West-Papuaner vom Land zu vertreiben. Es ist wahrscheinlich, dass die jüngsten Morde an Offizieren in Maybrat das Werk von Elementen des indonesischen Staates selbst sind.

Illegale Anwesenheit des Militärs

Die Anwesenheit der Militärs in der Region ist illegal. Ihre Anwesenheit ist Teil der Geschäftsinteressen Indonesiens, Teil der illegalen kolonialen Besetzung meines Landes. Der “Act of No Choice” von 1969 war illegal, er wurde nicht nach dem Prinzip “ein Mann – eine Stimme” durchgeführt, wie es das New Yorker Abkommen von 1962 vorsieht. Die UNO hat das Geschehen nicht gebilligt, sondern nur “zur Kenntnis genommen”, nachdem Ghana in der UNO-Vollversammlung heftigen Widerstand geleistet hatte. Indonesien kann nicht behaupten, dass seine Invasion in West Papua eine beschlossene Sache ist – das ist sie nicht. Sie ist die Ursache für alle Probleme, die wir heute sehen. Indonesien hat kein Recht, noch mehr Militär nach West-Papua zu schicken, den Trans-Papua Highway zu bauen oder weitere Militärposten zu errichten.

Dieses Problem wird niemals enden, solange sich der indonesische Präsident nicht mit mir an einen Tisch setzt, um eine Lösung zum Wohle West-Papuas und Indonesiens zu finden und ein Referendum über die Unabhängigkeit abzuhalten. Um dies zu erreichen, muss Indonesien auf den Willen von 84 Ländern hören und dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte sofort die Einreise nach West Papua gestatten. Wenn die internationale Gemeinschaft dazu beitragen will, das Blutvergießen in meiner Heimat zu beenden, muss sie handeln, um sicherzustellen, dass dieser Besuch stattfindet.

Systematische Tötungen von Regimegegnern

5. Oktober 2021: Wir haben neue Informationen darüber erhalten, dass in den letzten drei Jahren mindestens 26 lokale politische Persönlichkeiten aus West Papua und 20 intellektuelle und religiöse Führer unter verdächtigen Umständen ums Leben gekommen sind, nachdem sie sich über Menschenrechte und Ungerechtigkeit geäußert hatten. Einige von ihnen waren offizielle Leiter ihrer lokalen Bezirke, andere waren prominente Kirchenleute. Viele von ihnen wurden nach unerklärlichen Herzinfarkten tot in Hotelzimmern aufgefunden, wobei in der Regel keine gerichtsmedizinischen Beweise vorliegen.

Es handelt sich um systematische Tötungen, die Teil von Jakartas Plan sind, jeglichen Widerstand gegen seine Herrschaft in West-Papua auszulöschen. Diese Todesfälle ereigneten sich zur gleichen Zeit, als Indonesien über 20.000 neue Truppen nach West Papua entsandte. Sie bringen uns um, weil wir anders sind, weil wir schwarz sind.

Vertreibung der Papuas
Vertreibung der Papuas

Während Präsident Joko Widodo mein Land wie ein Tourist besucht, sind seit Dezember 2018 über 50.000 Menschen durch indonesische Militäroperationen in Nduga, Intan Jaya, Puncak und Sorong vertrieben worden. Kürzlich wurden in Maybrat Schulkinder und Ältere verhaftet und mit verbundenen Augen wie Tiere behandelt (siehe Foto oben). Die PON XX ist eine PR-Übung der indonesischen Regierung, um die Beweise für die Massentötungen zu vertuschen.

Indonesien hält an diesem PR-Gag fest, während Vanuatu und PNG einen UN-Besuch in West Papua fordern, wie es auch das Pacific Islands Forum und die Organisation der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten tun. Es gibt keinen Grund, warum Indonesien den Besuch des UN-Hochkommissars für Menschenrechte nicht zulassen sollte. Wenn Indonesien die Covid-19-Krise als Vorwand benutzen will, um den Besuch zu verhindern, warum schickt es dann Zehntausende von Truppen nach West Papua? Warum werden die Nationalen Spiele inmitten von Militäroperationen und einer Pandemie abgehalten?

Präsident Widodo, ignorieren Sie nicht meinen Aufruf, eine friedliche Lösung zu finden, die gut für Ihr Volk und mein Volk ist. Die Provisorische Regierung der ULMWP fordert, dass wir uns zusammensetzen, um ein friedliches Referendum zu organisieren und das von der internationalen Gemeinschaft verankerte Prinzip der Selbstbestimmung zu wahren. Sie können nicht so tun, als ob in West-Papua nichts geschehen würde. Die Welt beginnt zuzuschauen.

Benny Wenda

Interimspräsident Provisorische ULMWP-Regierung

“Naturvölker” Nr. 97, Juli 2021

Themen

UCRT: Akie – Jäger und Sammler Tansanias………………………….     2

Die Katastrophe der Kalinago…………………………………………….     5

Tierra Libre: Unterstützung der Manjui im Rahmen der Hilfe von RdN   11

Kurzbericht Ayoreo Territorium……………………………………………   21

Das Gebiet des Ayoreo-Volkes ist von der größten Abholzung der

Welt betroffen……………………………………………………………….   25

RdN wurde „30“ – dreißig Jahre Engagement für Naturvölker!…………   30

Hinweis Jahresversammlung RdN……………………………………….   52

Tansania: UCRT klärt Landnutzungsrechte

Nachstehend Auszüge aus dem Jahresbericht unserer Partnerorganisation Ujamaa Community Ressource Team (UCRT).

U C R T  Jahresbericht Ergebnisse 2 0 2 0

26 Certificate of Customary Right of Occupancy (CCRO`s) erstellt für 41.538 Menschen.

Diese CCROs sicherten wichtige Weideflächen, reduzierten Landkonflikte, ermöglichten strittige Wege durch die Landschaft für Menschen und Wildtiere und verbesserten die Ernährungssicherheit der Gemeinden.

203.119 HEKTAR GESICHERT (Insgesamt nun über 1.100.000 ha)

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West Papua, Interimspräsident: Indonesien verhängt mit “Special Autonomy”-Gesetzesvorlage zweites “No Choice”-Gesetz

  1. Juli 2021

Wir haben dringende Informationen aus dem Inneren West Papuas erhalten: Studenten, die friedlich gegen Indonesiens Auferlegung eines zweiten ‘Besonderen Autonomie’-Gesetzes demonstrierten, wurden heute an der Universität Cendrawasih in Jayapura von der Polizei schikaniert, geschlagen und verhaftet.

Cenderawasih Niederschlagung 14.7.21
Polizeiaufgebot Cenderawasih Niederschlagung 14.7.21
Gewaltopfer der Cenderawasih Niederschlagung 14.7.21

Diese brutale Gewalt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Jakarta versucht, den Menschen in West Papua gegen ihren Willen eine weitere Periode der “Speziellen Autonomie” aufzuerlegen. Die Majelis Rakyat Papua (MRP), die gegründet wurde, um Teil des langen Arms von Jakarta in West Papua zu sein, hat sogar die Bemühungen der indonesischen Regierung, die neue Ära mit Gewalt durchzusetzen, zurückgewiesen.

Die Menschen in West Papua haben sich in der Ablehnung der sogenannten Sonderautonomie geeinigt. Der MRP, der Papua Customary Council (DAP), der ULMWP, der militärische Flügel West Papuas, Petisi Rakyat Papua (bestehend aus über 100 zivilgesellschaftlichen Organisationen) und die 1,8 Millionen, die 2017 die Petition des Volkes von West Papua unterschrieben haben, haben alle eine direkte Ablehnung der illegalen indonesischen Besatzung und des Versuchs, die ‘Spezielle Autonomie’ zu erneuern, ausgedrückt. Die “Besondere Autonomie” ist tot.

Wir sind Zeugen eines zweiten “Act of No Choice”. In den 1960er Jahren marschierte Indonesien mit Tausenden von Truppen in unser Land ein und schikanierte, schüchterte ein und tötete jeden West Papuaner, der sich für die Unabhängigkeit aussprach. Was heute mit der Stationierung von über 21.000 neuen Truppen, massiven Militäroperationen in Intan Jaya, Nduga und Puncak und der Unterdrückung jeglichen Widerstands durch die Polizei geschieht, ist dasselbe, was uns 1969 widerfuhr. Die “Sonderautonomie” 2.0 ist eine koloniale Zumutung.

Indonesien muss sofort seinen zweiten ‘Special Autonomy’ Entwurf stoppen. Die Menschen in West Papua haben der provisorischen Regierung der ULMWP bereits ihr volles Mandat gegeben. Wir haben unsere Verfassung, unser Kabinett und unsere Ministerien eingerichtet. Wir haben keinen Bedarf an den Täuschungen und Lügen von Jakartas Plänen. Wir sind bereits dabei, unsere Souveränität zurückzufordern und lehnen alle indonesischen Gesetze ab, die uns auferlegt werden.

Ich fordere die Europäische Union, die britische Regierung, die Vereinigten Staaten, Australien, OACPS, MSG, PIF, die Weltbank und alle internationalen Organisationen auf, diese mit Waffengewalt durchgesetzte Regierung abzulehnen. Es darf keine internationale Finanzierung, Unterstützung oder Ausbildung für Indonesiens “Special Autonomy”-Paket geben. Der Präsident Indonesiens muss sich mit mir als Interimspräsident der provisorischen Regierung der ULMWP zusammensetzen, um eine Lösung für mein Volk zu finden, die auf Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und Frieden basiert.

An alle Menschen in West Papua, wo auch immer auf der Welt Sie sich befinden – ob im Exil, in der indonesischen Regierung oder in den Städten und Dörfern – an unsere solidarischen Unterstützer: Dies ist der Zeitpunkt, sich zu vereinen und unsere provisorische Regierung und Verfassung anzuerkennen. Wir sind bereit, unsere eigenen Angelegenheiten zu regeln.

Benny Wenda
Interimspräsident
ULMWP Provisorische Regierung

“Naturvölker” Nr. 96, April 2021.

Themen:

Kolumbien: Anschläge rechter Paramilitärs auf indigene Aktivisten –
284 Morde bis Anfang Dezember 2020! …………………………………. …2
UCRT Jahresende Update ………………………………………………… ..5
Verbindung des Yaeda-Tals mit dem Naturschutzgebiet Ngorongoro .. …8
MIKEA – die letzten Jäger und Sammler von Madagaskar ……………. ..10
Demarkierung indigener Gebiete in Brasilien …………………………… 18
Guarani Kaiowa Projekt: “Wer Hunger leidet, braucht schnell Hilfe” …. 20
Kalinago (St. Vincent): Erneutes Desaster durch Vulkanausbruch! ….. …21
Einladung Jahresversammlung 2021 …………………………………….. 24

Kalinago erleiden neues Desaster

Die Kalinago sind St. Vincents ärmste Bevölkerungsschicht. Nach dem verlorenen II. Kariben Krieg gegen die englische Kolonialmacht (1795-97), dem Genozid von Baliceaux und dem Raub ihres Stammeslandes, blieb ihnen nur das im Norden der Insel gelegene unwirtliche Vulkangebiet des La Soufrière zum Überleben. In der Ödnis nördlich von Morne Ronde (Karibikseite) und (Old) Sandy Bay am Atlantik wagten sie den Neuanfang.

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“Naturvölker” Nr. 95, Dez. 2020.

Themen:

Naturvölker brauchen Hilfe…………………………………………………. 2
Rassismus in Kanada: Indigene stirbt in Klinik nach Erniedrigungen……. 3
Tierra Libre: Unterstützung der Manjui und Nivacle durch RdN………….. 4
Neu im Focus von Tierra Libre: Maká…………………………………….. ..12
FAOR-Projekt: Demarkierung Territorium der Kumaruara……………… 14
Territorialisierung und indigene Identität am unteren Rio Tapajós……..20
Neues Landrechte-Gebiet für die Kipamba Hadzabe…………………… .29
Guarani Nhandéva – eine weitere Ethnie erhält RdN-Unterstützung…. . 29
Malaysia: Ein Nachruf … ………………………………………………….. .32
Der Regenwald ist unser Atem! – ein neues Buch über Urvölker……….. 34
Unsere Buchtips…………………………………………………………….. 42

Regenwaldvölker Malaysia: Ein Nachruf …

Von Arne Salisch

Tok Janggut, einer der letzten großen großen Puyang (Schamanen) des Volkes der Jah Hut, verstarb am 6. November 2020 in seinem Heimatort Kampung Pian im Bundesstaat Pahang (Malaysia). Er soll ein Alter von 96 Jahren erreicht haben. Mit ihm ging eine Schatzkammer des Wissens um Magie, Mythologie, Medizin und Zusammenhänge in der Natur ins Jenseits. Er bewahrte die alten Rituale der Jah Hut und reiste in die Dörfer seines Volkes, um Heilungen, Segnungen und Schutz zu geben. Einen Teil seines Wissens gab er an seine Schüler weiter, so dass dieses erhalten werden konnte. Jedoch gefährdet die Abholzung des Regenwaldes die Kultur der Jahut und damit den Erhalt des gesammelten Wissens.

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Tok Janggut
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“Naturvölker” Nr. 94, Sept. 2020.

Themen: Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Natur-
völker“ e.V., 2020 (Protokoll, Tätigkeitsbericht und Finanzbericht
2019); Huni Kuin – Amazonasindianer im Grenzland Brasilien–Peru; Malaysia: Gerichtsprozess für Landrechte der Jakun in Kuanta; Dorobo-Fonds Rundbrief Juli 2020;
Guarani Kaiowa: Heiliges Haus in Jaguapiru eingeweiht; Informationen zu Paraguays Gran Chaco Heft-94.pdf (7,6 MB)

Infoheft 93, Juni 2020

Themen: Es ist nur noch eine Frage der Zeit; Appell an die Bundesregierung zum Schutz des Gran Chaco –Ein Beitrag zum Klimaschutz!; Gran Chaco: Naturlandschaft abgefackelt!; Fragmentierte Kulturen –verstädterte indigene Bevölkerungen im zentralen Chaco; Brasilien: Kein Ende des Terrors an den Guarani Kaiowa; Buch „Alptraum Zivilisation“; Information zur Jahresversammlung 2020 Heft 93 PDF (2,8 MB)

28 indigene Führer in Lateinamerika ermordet!

Nachfolgend drei der Indigenen, die den Machtinteressen von Wirtschaft und Politik zum Opfer fielen:

Paulo Paulino Guajajara (Guajajara) – BRASILIEN

Der indigene Amazonas-Waldwächter Paulo Paulino Guajajara hatte seinen bevorstehenden Tod, der schicksalhaft am 1. November 2019 eintrat, als einen von fast 130 „Wächtern des Waldes“ oder bewaffneten indigenen Wächtern vorausgesagt. Während Paulino Guajajara mit einem Kollegen, Laércio Souza Silva, Wasser holte, wurde er von bewaffneten Holzfällern in den Nacken geschossen und starb im Wald, während sein Begleiter es schaffte, zu entkommen.

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“Naturvölker” Nr. 92, März 2020

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Themen: Kulturvernichtung der Tet; Grenadas indigene Abstammung – Das wahre Schicksal der letzten Kalinago; Denkmal auf Leapers Hill ist eine Beleidigung des Kalinago Erbes; Herzen aus Stein kann man nicht erweichen; Was man tun kann; Guarani Kaiowa – Ureinwohner im Kampf um ihre Identität; Bolsonaros Vernichtungspolitik gegen Brasiliens Indigene; Einladung Jahresversammlung 2020; Buchempfehlung: „Das Lächeln der Senoi – Was es bedeutet ein Mensch zu sein“     PDF (4,8 MB)

Terror ohne Ende

Brasiliens Guarani Kaiowa werden gefoltert und ermordet

Bundesstaat Mato Grosso do Sul:

Direkt nach Jahresbeginn nahmen am 2. Januar etwa 180 Guarani und Kaiowa-Familien ihre Arbeit an der Grenze zum indigenen Schutzgebiet der Dourados in Mato Grosso do Sul wieder auf. Daraufhin wurden sieben Indianer durch Gummigeschosse und Schusswaffengeschosse privater Sicherheitskräfte der Immobilienbesitzer verletzt. Ein Wachmann wurde ebenfalls verwundet. Terror ohne Ende weiterlesen

“Naturvölker” Nr. 91, Dezember 2019.

Naturvölker Heft 91

Themen: Palawan: Batek und Tagbanua erhalten Landrechte!; St. Vincent: Kalinago-Besuch 2019; Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Natur-
völker“e.V., 2019; Hadzabe: Landrechtesicherung geht in die Endphase; Malaysia-Reise zu den Orang Asli; Jaguapiro: Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá; Ayoréo-Totobiegosode – Der „Preis der Zivilisation“ Download Heft  91 PDF

Appell an die Bundesregierung zum Schutz des Gran Chaco – Ein Beitrag zum Klimaschutz!

Download des Appells (PDF) an die Bundesregierung

Zunehmend hat die Weltöffentlichkeit begriffen (auch aufgrund der Proteste unserer Jugend/Fridays for future), dass endlich aktiv gehandelt werden muss, damit das Klima nicht „kollabiert“ (Verhinderung der Erderwärmung). Die Waldbrände in diesem Sommer im Amazonasgebiet Brasiliens haben die Weltöffentlichkeit darüber hinaus alarmiert. Sieht man doch dieses Inferno als deutliche Gefahr für eine weitere Weltklimaverschlechterung. Appell an die Bundesregierung zum Schutz des Gran Chaco – Ein Beitrag zum Klimaschutz! weiterlesen

Neues Video über Paraguays letzte Aislados

“Nicht kontaktieren! Lebensraum schützen! Paraguays letzte Indigene in freiwilliger Isolation” heißt das neue RdN-Video ( 2:23 Min.), dass auch auf YouTube zu sehen ist.

Südlich des Amazonasgebietes liegt die Ebene des Gran Chaco – Südamerikas zweitgrößte Waldlandschaft. Diese hält heute den Weltrekord in der Waldvernichtung mit > 2.200 ha/Tag in der Trockenzeit. Davon entfällt das meiste auf Paraguay. Seit grauer Vorzeit nomadisieren dort die Ayoreode als Wildbeuter mit einfachem Gartenbau. Heute führen dort nur noch sechs Gruppen mit max. 150 Personen ihr traditionelles Leben, das akut durch die rapide zunehmende Lebensraumzerstörung bedroht ist. Sie sind die am südlichsten auf unserem Planeten lebenden Menschen in freiwilliger Isolation und brauchen dringend jeglichen Beistand fürs kulturelle und physische Überleben.

Hadzabe: Sicherung der Landrechte erfolgreich

Von unseren Partnerorganisationen in Tansania erhielten wir am 10. Juli 2019 folgende Info:

Lieber Bernd, Arne und Mitglieder des SPCN,

Nochmals vielen Dank für Ihre großzügige Unterstützung dieses Projekts. Wie wir bereits früher mitgeteilt haben, hat der Legend-Fonds (über Dfid – British Aid) in den letzten 22 Monaten die Hauptfinanzierung des Projekts übernommen, wobei die Mittel aus dem Dorobo-Fonds und dem SPCN diese ergänzt und Lücken geschlossen haben. Die Finanzierung der Legende endete im Juni, und es gibt noch ein paar wichtige Arbeiten in der Hadza/Datoga-Landschaft zu erledigen.  Hadzabe: Sicherung der Landrechte erfolgreich weiterlesen

Infoheft “Naturvölker” Nr. 89, Juni 2019, 28. Jahrgang

Naturvölker Heft 89

Themen: Schwere Vorwürfe gegen den WWF; Kayapó-Häuptling Raoni auf Europareise; Natur- und Kulturerbegebiet Nivacle und Manju vom Pilcomayo akut bedroht durch Entwaldung; Engagement für Naturvölker – doch, welche Ethnien fallen unter die Vereinssatzung?; Zwischen Genozid und Hoffnung: Die letzten der Botocudo do Leste; Erneute Kontaktierung von Indianern in Brasilien: Wenn man erstmal Kontakt aufnimmt, zerstört man ihr Universum!; Regenwaldabholzung Brasilien, Indianer drohen Regierung mit Krieg PDF (3,3 MB)

Die indigenen Wayana in Suriname und die Naturschutz-NGO`s: eine „wahre Liebe“ Geschichte?

Die indigenen Völker der Wayana leben hauptsächlich im Süden Surinams (sie leben auch hinter der Grenze zu Französisch-Guayana und in einem kleinen Gebiet im Norden Brasiliens) auf rund 30.000 km² (3 Millionen acres; Hinweis d. Übersetzers: 3 Mill. acre = 12.138 km² – eine der beiden Zahlenangaben im Originaltext ist falsch!) im tropischen Regenwald. Die gesamte indigene Gruppe der Wayana besteht aus ca. 2.500 Menschen. In Suriname leben sie in drei kleinen Siedlungen am Fluss, nämlich in Kawemhakan, Apetina und Palumeu. In Französisch-Guayana leben sie in acht kleinen Dörfern und im Norden Brasiliens leben sie verstreut mit anderen indigenen Völkern. Die indigenen Wayana in Suriname und die Naturschutz-NGO`s: eine „wahre Liebe“ Geschichte? weiterlesen

Malaysias Regierungswechsel ohne Ergebnis für die Urvölker!

Bericht aus Malaysia: Arne Salisch, 19. Mai 2919

Ich bin jetzt vor Ort und war gestern bei Shafie. Ich warte jetzt auf ihn , das wir zu den Batek nach Kuala Tahan fahren. Das sind Negritos, die am Taman Negara leben.

 Foto: Jef

Ich will auch noch nach Gua Musang zu den Temiar. Allerdings ist nur noch eine Blockade dort aktiv. Malaysias Regierungswechsel ohne Ergebnis für die Urvölker! weiterlesen

Erneute Kontaktierung von Indianern in Brasilien: Wenn man erstmal Kontakt aufnimmt, zerstört man ihr Universum!

Der Tod eines evangelikalen, fundamentalen US-Missionars auf der Insel North Sentinel hatte im November 2018 die dort in freiwilliger Isolation lebenden Indigenen in die internationale Medienwelt katapultiert. Nun kamen wieder `unkontaktierte` Ureinwohner in den Focus der Weltpresse.

Die FUNAI (Fundação Nacional do Índio) – Brasiliens Behörde für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen mit Bezug zu indigenen Völkern – hat wiedermal den Erfolg einer `Friedensmission` der gelungenen Kontaktierung von `Isolados` den Medien übergeben. Erneute Kontaktierung von Indianern in Brasilien: Wenn man erstmal Kontakt aufnimmt, zerstört man ihr Universum! weiterlesen

Infoheft “Naturvölker” Nr. 88, März 2019, 28. Jahrgang

Themen: North Sentinel Island, Die Mbyá der Sierra San Rafael; Mbyá im südlichen Caazapá; Die Aché in der Sierra de Mbaracajú; Die Manjui im Nordwesten des Chaco; Ayoreo-Totobiégosode; Paraguays indigene Gruppen in “Erst-Kontakt” und “Rückkehrer in die freiwillige Isolation; Malaysia: Hoffnung der Indigenen im Kampf gegen Palmölplantagen; Etappensieg in Malaysia!; Einladung zur Jahresversammlung 2019 Buchtipps  PDF (2,8 MB)

Natur- und Kulturerbegebiet Nivacle und Manju vom Pilcomayo akut bedroht durch Entwaldung

Südamerikas zweitgrößtes Waldgebiet ist der Gran Chaco – ein heißes, halbtrockenes Ökosystem, das sich vom östlichen Bolivien durch den Westen Paraguays bis nach Argentinien erstreckt. Es ist durch Trockenwälder, Palmsavannen und eingestreuten Bittergrascamps gekennzeichnet und weist eine hohe Artenvielfalt auf. Hier leben ca. 3.000 Pflanzen, 500 Vögel, 220 Reptilien und Amphibien sowie 150 Säugetierarten und ist Heimat etlicher Indianervölker, darunter der Nivacle und Manjui. Deren traditioneller Lebensraum in Paraguay liegt nördlich des Rio Pilcomayo in den Verwaltungsbezirken Boqueron und Presidente Hayes.

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Paraguay: Manjui erhalten erstmals Landrechte!

Anfang Februar 2019 erhielten wir folgende Mitteilung von unserem Kooperationspartner Tierra Libre: „Es hat mit den drei Landtiteln geklappt. Die Gemeinde Santa Rosa – Wonta – ist jetzt nicht mehr landlos, sondern ihnen wurden nun mehr als 12.000 ha rückübereignet. Vor diesem Erfolg hatten die Manjui kein Land in ihrem traditionellen Territorium. Damit ist der erste Schritt zur territorialen Restitution erfolgt.“ Bei dem Land handelt es sich um ehemalige Flächen der fundamental-evangelikalen Us-amerikanischen Mission “To the New Tribes“.

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Paraguay: “Dekret, das Völkermord bedeutet” aufgehoben

2017 verkündete stolz Paraguays Vize-Landwirtschaftsminister Marcos Medina die endgültige Umwandlung des Landes in einen Agrarstaat und wies darauf  hin, als er erklärte, dass die Abholzung der Wälder keinerlei Problem für das Land darstellte und dass die Abholzung in Zukunft sogar noch zunehmen würde, mit einer Rate von 400.000 Hektar jährlich bis zum Jahr 2030. Dies bedeutete die komplette Abholzung des Landes bis zu jenem Jahr. Paraguay: “Dekret, das Völkermord bedeutet” aufgehoben weiterlesen

Hadzabe Landrechte – IV. Quartal 2018

Der größte Teil der Landrechtearbeiten im 4. Quartal 2018 konzentrierte sich lt. Daudi auf die Sicherung und Abgrenzung der Weidegebiete der Hirtennomaden der Datoga. Diese grenzen an die Hadza-Gebiete und werden als Puffer dienen. Dadurch soll erreicht werden, dass die Datoga beginnen, ihr Land besser zu bewirtschaften, und so die Hadza-Gebiete weniger belasten. Darüber hinaus wurden Gebiete der Hadza und Weideflächen in den Mangola-Dörfern physisch abgegrenzt (mehr Grenzrohre eingefügt). Dismas hat dieses maßgeblich vor Ort betreut.

UCRT Mitarbeiter am Demarkierungspfahl

Infoheft “Naturvölker” Nr. 87, Dezember 2018, 27. Jahrgang

Naturvölker Heft 87

Themen: AUS für Internationale Allianz zum Schutz bedrohter isolierter Völker;  Cuguedodie: Der Reichtum an Bohnen; Totobiẽgosode: Sozialräumlich-umweltpolitische Beziehungen; Tatort Ecuador: Runaguna – Opfer im schmutzigen Erdölgeschäft; Survival International: wir haben gute Neuigkeiten für dich!; Weingarten 2018: auch ein Wiedersehen mit der Iniciativa Amotocodie; Neuer indonesischer Militärangriff im Hochland West-Neuguineas; Unsere Buchtipps   Download Heft 87 PDF (2,6 MB)

Kolonie Westpapua: Massenverhaftungen – Freiheitskämpferangriff – Video “Kinderermordung”

Information des Westpapua Netzwerkes:

In der indonesischen Kolonie Westpapua ist die Gewalt eskaliert, nachdem bei Nduga im Hochland Westpapuas am 2. Dezember 2018 bis zu 31 Menschen erschossen worden sind.

Die Nationale Befreiungsarmee Westpapuas (TPNPB), eine bewaffnete Gruppe der Unabhängigkeitsbewegung, hat die Verantwortung für den Angriff übernommen, aber es gibt unterschiedliche und teils widersprüchliche Versionen der Ereignisse seitens der indonesischen Behörden. Zuvor hatte es Massenverhaftungen hunderter Demonstranten gegeben, die an den Feierlichkeiten zum 1. Dezember teilnahmen.  Kolonie Westpapua: Massenverhaftungen – Freiheitskämpferangriff – Video “Kinderermordung” weiterlesen

Tod eines US-Amerikaners bringt Indiens „Isolados“ erneut in internationale Schlagzeilen

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Es war nicht das erste Mal, dass North Sentinel internationale Aufmerksamkeit fand. Am 15. Februar 1991 gelang es einer indischen Expedition, dass 15 Ureinwohner – die man mangels konkreterer Kenntnisse als „Sentinelesen“ bezeichnete – kurzzeitig an Bord des Schiffes kamen. Endlich konnte Indien stolz verkünden: „Das letzte feindselige Volk ist befriedet! Nach über 10.000 Jahren öffnet sich das mysteriöse Sammler- und Jägervolk mit ihrem prähistorischen Lebensstil der Welt.“ Tod eines US-Amerikaners bringt Indiens „Isolados“ erneut in internationale Schlagzeilen weiterlesen

Malaysia: indigene Senoi im Kampf gegen Palmölplantagen

 Es gibt hoffnungsvolle Neuigkeiten von den indigenen Jah Hut (Ethnie der Senoi) aus Kampung Sungai Mai. Das ist das Heimatdorf von Jef, dass von Palmölplantagen umzingelt ist. Wir hatten da mit kleinem Geld gefördert. Dadurch wurden die juristischen Aktivitäten im Kampf gegen die Palmölplantagen wieder aufgenommen.  Malaysia: indigene Senoi im Kampf gegen Palmölplantagen weiterlesen

VORTRAG: Abenteuer Ostafrika: In der Wildnis der letzten `Buschmänner`

Naturforschende Gesellschaft Mecklenburg e.V.:

24. November 2018, 14 Uhr , 19288 Ludwigslust, Schlossfreiheit 4 (NATUREUM)

VORTRAG:  Abenteuer Ostafrika: In der Wildnis der letzten `Buschmänner`

Der Referent Bernd Wegener von Rettet die Naturvölker e.V. zeigt zu Beginn seines Vortrages den Film „Hadzabe, die letzten Wildbeuter in Ostafrika – Kein Bedarf nach Entwicklung“ und berichtet anschließend über die Reise in das überaus trockene Buschland dieses Volkes. Der Sinneswandel der Regierung gegenüber seinen Minderheiten zum Erhalt traditioneller Kulturen hat dort inzwischen viel bewegt und ist weltweit wohl einmalig. Im Hadzabe-Land entsteht ein überregionaler Biotopverbund aus reinen Natur- und extensiv beweideten Flächen, die wieder der Wildtierausbreitung dienen. Wie Perlen einer Kette liegen in diesem Band Flächen, die nun im juristischen Eigentum der Hadzabe sind. Es schafft die Voraussetzung, dass die Hadzabe ihren eigenen Lebensstil, d.h. Jagen und Sammeln beibehalten können. Ein Novum: schloss der Naturschutz die Nutzung durch den Menschen bislang stets aus!

Erneuter indonesischer Militärangriff im Hochland von West-Neuguinea

Der an das weitaus bekanntere Papua-Neuguinea grenzende Westteil der zweitgrößten Insel Neuguinea provoziert alle paar Jahre internationalen Schlagzeilen, wenn mal wieder eine unbekannte Ethnie “entdeckt” wird oder amerikanische Professoren von Papua-Rebellen der OPM (Organisasi Papua Merdeka (OPM; deutsch Organisation für ein freies Papua) getötet werden, wie 2002 geschehen. Dabei ist Westneuguinea seit vielen Jahren der Schauplatz eines blutigen Krieges mit dem Indonesien seine Macht behauptet. In diesem Krieg sind über 100.000 Todesopfer zu beklagen, zumeist Angehörige der Urbevölkerung. Erneuter indonesischer Militärangriff im Hochland von West-Neuguinea weiterlesen

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 86, August 2018, 27. Jahrgang

Themen: Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Naturvölker” e.V., 2018; Information zur Datenschutz-Grundverordnung; Regierungswechsel in Malaysia – Hoffnung für die indigene Bevölkerung, den Orang Asli?; Gua Musang: Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen!; Info aus dem Hadza-Land; Mord und Kriminalisierung indigener Aktivisten weltweit!; Vereinsarbeit und Fundraising – wie soll es mit RdN weitergehen?

Download Heft 86 PDF (3,5 MB)

Malaysia: Gua Musang – Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen!

Blockade Cawas, Gua Musang

Awis a/l Asu: „Seit 2016 haben wir die Blockade viermal errichtet. Als wir sie aufgebaut hatten, kam die Forstbehörde und zerstörte sie wieder. Wir wurden inhaftiert, trotzdem haben wir danach unsere 2. Blockade gebaut. Auch die wurde zerstört. Also bauten wir die 3. Blockade, welche auch wieder zerstört wurde. Aber wir hielten durch mit unserer 4. Blockade bis jetzt. Malaysia: Gua Musang – Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen! weiterlesen

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 85, Mai 2018, 27. Jahrgang

Themen: In eigener Sache; Ayoréo-Aislados, Bericht Teil II: Die Anwesenheit der in Isolation lebenden Ayoreo an der Grenze zwischen Paraguay und Bolivien; Malaysia: Der Kampf der Jah Hut um Landrechte geht weiter!; Angriff auf den Amazonas: Mine Belo Sun in Volte Grande im Herzen des brasilianischen Amazonasgebiets; Der schwere Weg der Batak von Palawan ins neue Jahrtausend; Aus unserer Post; Zur Erinnerung: RdN-Jahresversammlung 2018

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Chile: Indigene beklagen Vertreibung durch Lithium-Abbau

von Blickpunkt Lateinamerika, 08. Juni 2018

In Chile, dem nach Australien zweitgrößten Lithiumproduzenten der Erde, beklagen indigene Anwohner der Lithiumförderregion Atacama den drohenden Verlust ihrer Heimat durch eine beschlossene Verdreifachung der Fördermengen bis 2030. „Wir erleben die Umweltzerstörung durch die Ansiedlung verschiedener Unternehmen auf unseren Territorien“, zitiert das Onlineportal „EL Desconcierto“ Manuel Salvatierra vom „Rat der Atacama-Völker“ (CPA) Mitte dieser Woche. Treibende Kraft hinter der Nachfragesteigerung ist der weltweite Boom bei Elektroautos.

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Infoheft „Naturvölker“ Nr. 84, März 2018, 27. Jahrgang

Themen: Kalinago: Ohne Stammesland keine Zukunft!; Community Mapping; Landrechte für Hadzabe und Nomaden; Unsere Dörfer auf unserem Land; Die Situation der Ayoreo-Aisolados in Bolivien – Bericht 2016; Nivacle – Wenn Welten auf einander treffen; Buchvorstellung: Hinter dem Horizont; Einladung Mitgliederversammlung des Vereins “Rettet die Naturvölker e.V., 2018

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Infoheft „Naturvölker“ Nr. 83, Dezember 2017, 26. Jahrgang

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Themen: Der letzte Tanz der Akuntzu: Synonym für Brasiliens Isolados!; Wenn der Urwald auf dem Grill landet: Abholzung in Paraguay; Information über die isoliert klebenden Indianer Paraguays für 2105; Iniciativa Amotocodie: ein Dekret, das den Völkermord garantiert; Witwe von Douglas Tompkins übergab riesigen Landbesitz an Chile; Petition vom West Papua Campaign Team: Hilfe, um Völkermord in West Papua zu beenden!; Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins “Rettet die Naturvölker e.V., 2017

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Paraguay: Regierung bremst Landforderung der Ayoreo-Totobiegosode

von RdN, 01.01.2018

In der Weiterführung der Landforderung der Totobiegosode kamen in 2017 keine neuen Flächen hinzu. Die Situation bleibt kritisch, wie auch aus dem Rundbrief, Oktober 2017 unserer Partner vom Verein zur Unterstützung Indianischer Landforderungen im Chaco von Paraguay ersichtlich ist. Zusammenfassend besteht folgender Stand:

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Paraguay: Ein Dekret, das den Völkermord garantiert!

Liebe Unterstützer und Freunde,

von unserer Partnerorganisation Iniciativa Amotocodie erreichte uns im November 2017 folgendes Kommunique:

Ein Dekret, das den Völkermord garantiert – Kommuniqué an die öffentliche Meinung

Am 14. September diesen Jahres hat Präsident Horacio Cartes das Dekret 7702 in Kraft gesetzt, das den Artikel 42 des Nationalen Forstgesetzes modifiziert. Es befreit von der Verpflichtung, mindestens 25% der Wälder in allen ländlichen Anwesen über 20 Hektar zu erhalten und macht den Weg frei für die Abholzung aller verbleibenden Wälder in Privatbesitz. Das Dekret ist ein großer Irrtum, durch den nicht nur das Forstgesetz verändert, sondern auch das Gesetz zum Stopp der Abholzung im Osten Paraguays umgangen wird. Paraguay: Ein Dekret, das den Völkermord garantiert! weiterlesen

“Naturvölker” Nr. 82 (HADZABE), 08/17

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Themen: Geboren in grauer Vorzeit: das Volk der Hadzabe; Die Felszeichnungen von Kolo: Ein Relikt der Hadzabe-Kultur?; Die Hadzabe – Jäger und Sammler in Ostafrika; Die ersten Hadza – Ts`ikayo und das Monster Duduk`we; Von der Vergangenheit ins Heute: Die Invasion der Fremden; RdN besucht Partner in Tansania; Daudi, UCRT und das Engagement für die Hadzabe; Im Land der Hadzabe; Bei den Hadzabe von Domanga;

Der Partner von „ Rettet die Naturvölker e.V. in Tansania:UCRT- Ujamaa Community Resource Team; Die ersten Menschen; Unser Buchstipp: Hadzabe – by the Light of a Million Fires

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Infoheft “Naturvölker” Nr. 81, Juni 2017, 26. Jahrgang


Themen: Iniciativa Amotocodie: Monitoringfahrten ins Gebiet der Vorfahren; Überleben der Kalinago Menschen: Kanuprojekt in Saint Vincent; Reise nach St. Vincent im März 2017; Malaysia: Aktion Unterschriften für indigenen Widerstand; Malaysia: Erntedank bei den Jah Hut in Kampung Sungai Mai; Die Ausbeutung der Wälder Westpapuas – Kahlschlag am anderen Ende der Welt; Landrechte für die Hadzabe (Tansania); Konflikt in Brasilien: Farmer hacken Ureinwohnern die Hände ab; Hinweis Terminänderung: Einladung Jahresversammlung 2017

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Infoheft „Naturvölker“ Nr. 80, Februar 2017, 26. Jahrgang

Themen: Unser neuer Vereinsname. Rettet die Naturvölker e.V.; Die Cofan – Indigene Regenwaldbewohner des Amazonasgebietes; Widerstand in Malaysia: neue Blockaden der Temiar in Kelantan; Kontrollposten zum Schutz des Stammeslandes der Totobiegosode; Mit Richard Baalow verlieren die Hadzabe ihren großen Kämpfer; St. Vincent: Traditionelles Kalinago Dorf entsteht; Einladung Jahresversammlung 2017

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Infoheft “Naturvölker” Nr. 79, Dezember 2016, 25. Jahrgang

Themen: Ich sprang für den Stolz dieser Rasse in Sauteurs (Die Ausrottung der Ureinwohner auf der Antillen-Insel Grenada); Hairuna – Land of the Blessed (Land der Seligen …); Bericht über die Aktivitäten der Lokalen Gruppen zur Dokumentierung der kulturellen Erinnerung der Nivacle, Teil II; Kurznachrichten aus Malaysia; Impressionen: Indigenious Day Celebreation, Kg Berdut; 25 Jahre Freunde der Naturvölker – 25 Jahre Bewahrungshilfe; Was man tun kann Download Heft 79 PDF (9,8 MB)

Kanubau der Kalinago

Unterstützung “Kalinago Tribe”, St. Vincent und Grenadinen Augustine Sardo Sutherland (www.sardoscs.com) ist Angehöriger der indigenen Minderheit und Chief vom “Kalinago Tribe”, die versucht einiges aus dem Lebensstil der Vorfahren wieder zu beleben.

Dazu Augustine im März 2013: „Ziel ist der Aufbau eines Caiou. Dieses wird benötigt, um traditionelles Handwerk und Nahrungsmittel erlebbar zu machen. Wir möchten zudem ein traditionelles Kanu bauen, brauchen dafür aber Mittel, um einen großen Baum in den Bergen zu erwerben.

Caicou2

Bau des Caiou, Dez. 2013 (PDF  0,86 MB) Fotos: Caiou  Projekt Kanubau, Jan. 2014 (PDF 1,6 MB) Fotos Kanu Projekt
 

Grobfertigung im Regenwald

17.03.2015: Greetings from the Kalinago Tribe. The Canoe is finished. Best regards and many thanks. Sardo

Kanu fertig

Der Kalinago Tribe konnte 2016 die letzte Etappe des Kanu-Projektes erfolgreich meistern. Am 21. März 2016 wurde das Boot getestet und erfolgreich die “Jungfernfahrt” von Lawman`s Bay nach Kingstown absolviert. Der örtliche Fernsehsender hat darüber berichtet: SVGTV NEWS MARCH 21 2016 – YouTube

Augustine Sardo Sutherland, Chief vom Kalinago Tribe, hat nachstehend aufgeführten LINK gesendet. Er zeigt den Beginn des Kanu-Projektes mit der Auswahl des Baumes tief in den Gebirgsregenwäldern seiner Heimat. Rettet die Naturvölker hat das Projekt gefördert, stellt es doch die Wiedergewinnung traditionellen Handwerks dar und leistet einen Bildungsbeitrag, nicht nur für Kinder- und Jugendliche. Mit derartigen Kanus haben einst seine Vorfahren den Archipel der Kleinen Antillen besiedelt. Sardo schrieb: in this link you will find the first part of the documentary that i did Karibbean Kollective – Posts

Die Kalingo kämpfen für ihr Dorf

Chief Sardo, März 2017: „Im vergangenen Jahr wurden wir  gebeten, bei der Errichtung des Kariben-Dorfes am Flughafen Argyle lnternational den niederländischen Archäologen der UNI Leiden zu helfen. Seitens der Kalinago besteht der Wille, unbedingt dieses Dorf zu managen. Doch der Minister für Kultur und Tourismus sperrt sich.” Protestbrief

Philippinen: Wer möchte bei Regenwaldschutzprojekt helfen?

REGENWALD DER AGTA BEWAHREN

Vom 8. März – 5. Mai 2015 war unser Mitstreiter Hannes auf den Philippinen. Hannes ist seit Jahren aktiv im FdN-Schutzprojekt DIPUNTIAN auf der Halbinsel Ildefonso (Luzon). Dort fanden vertriebene Ureinwohner der Negritos vom Volk der Agta eine neue, sichere Bleibe.

Hannes teilte jüngst zur Situation der philippinischen Negritos mit: „Die letzten Jahre habe ich dort die Eingliederung der mir bekannten Negritos in die Zivilisation beobachtet. Es ist mir bisher nicht gelungen, die Globalisierung aufzuhalten. Das einzige mich noch ansprechende Projekt erschien mir der Schutz des Waldes der Agtas im Nationalpark an der Pazifikküste (Hauptinsel Luzon). Mir wurde, wie von mir zuletzt berichtet, letztes Jahr das Nutzungsrecht für einen Küstenabschnitt (ähnlich Dipuntian) für ca. 1.000 € angeboten. Falls es ein Interesse an der Angelegenheit gibt, kann ich nähere Erkundigungen einholen. Sinn macht das nur, wenn sich tropenfeste Aktivisten mit viel Zeit und Engagement finden. Diese Gegend ist noch paradiesisch.”

F1Wir haben Hannes gebeten, nähere Erkundigungen einzuholen, unter welchen Bedingungen ein Schutzprojekt für den angebotenen Regenwaldabschnitt zugunsten dort lebender Agtas realisiert werden könnte. Die Erfahrung zum Regenwaldschutz auf den Philippinen lehrt aber auch, dass die Tropenwälder dort nur eine Chance haben, wenn engagierte Personen unmittelbar vor Ort leben, um illegale Abholzungen zu unterbinden. Auf die Aufsicht staatlicher Behörden zu hoffen, ist leider nicht immer effektiv. – Falls es Interessenten gibt, die künftig auf den Philippinen leben wollen, und auch für den Schutz von Regenwäldern und Menschenrechten wirken möchten, bitte meldet euch.

Bernd Wegener

Tansania: Illegale Besetzung von Hadzabe-Land

Von FdN / ECOTERRA Intl.

Ende 2011 konnte stolz verkündet werden, dass die tansanische Regierung zum ersten Mal in der Geschichte des Landes einer ethnischen Minderheit Landrechte für einen Teil ihres Stammeslandes übereignet hatte. An der Weiterführung der Landrechte – die von FdN unterstützt werden – wird gearbeitet. Doch es gibt keinen Frieden, wie FdN durch unsere Partnerorganisation ECOTERRA Intl. am 25.012.2013 erfuhr!

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Australien: Aborigines gewinnen Rechtsstreit um Landkonflikt

von FdN/ETAN, 16. Dezember 2011

Aborigines haben einen großen Sieg errungen nach einem langen Kleinkrieg gegen das geplante Woodside Gas-Hub-Projekt bei James Price Point an der westaustralischen Kimberley Küste. Ein Richter am Obersten Gerichtshof von Wayne Martin bestätigte ein Urteil zugunsten der Goolarabooloo Aborigines mit der Feststellung, dass die Regierung von Westaustralien illegal gehandelt hat, als sie Grundstücke der Goolarabooloo Aborigines für das geplante Gas-Hub-Projekt enteignen wollte. Das betreffende Land beherbergt Grabstätten der Aborigines und es ist Teil eines Liederzyklus, die entscheidend für das Leben und die Kultur der Goolarabooloo sind. Ein Liederzyklus ist eine oral vererbte Karte, mit zeremoniellen Stätten, saisonalen Gerichten, Orten für Bäume, Sträucher, Ocker, Land und Wasser, die alle notwendig sind für die „Erhaltung von Leben sowohl für Mensch und Tier“ sagen die Goolarabooloo. Australien: Aborigines gewinnen Rechtsstreit um Landkonflikt weiterlesen

Artikel über Naturvölker in Australien/Ozeanien 2005 – 2011

AUSTRALIEN: MIRRAR ABORIGINES, KAKADU NP UND URANLAGER JABILUKA

von FdN / IC, 19. April 2011

Die Angehörigen des Stammes der Mirarr haben ihren Widerstand gegen das milliardenschwere Uranlager Jabiluka erneuert und sich  dafür ausgesprochen, die Lagerstätte aus Solidarität mit der Bevölkerung von Japan zu einem Teil des als UNESCO-Weltkulturerbe geführten Kakadu-Nationalparks zu erheben. In einem aktuellen Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (PDF) bedauert Yvonne Margarula, die „Elder“ der Mirrar, dass Uran aus der bereits in Betrieb befindlichen Uranmine „Ranger“ in Kakadu höchstwahrscheinlich auch im schwer angeschlagenen Atomkraftwerk Fukushima gefunden würde. Artikel über Naturvölker in Australien/Ozeanien 2005 – 2011 weiterlesen