Australien

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Obwohl sie mit als erste den Kontinent besiedelten, wurden Australiens pygmoide Barrineans verdrängt, gelöscht und vergessen. Es ist eine Ignoranz gegenüber der ethnischer Vielfalt Australiens. RdN macht seit 1992 darauf aufmerksam, denn ethnische Vielfalt ist ein Wert, der nicht zu ersetzen ist. Ein Wert, der uns alle reicher macht!

1938 wurden im Bereich zweier Missionsstationen die letzten sechshundert Überlebenden pygmoider Ethnien von Anthropologen “entdeckt” und ihre Lebensräume in den Regenwäldern nahe Cairns (Nord-Queensland) zum Beginn der Kolonisation identifiziert, die nach einem der Orte, wo sie lebten, von ihrem “Entdecker” Dr. J. B. Birdsell den Namen Barrinean erhielten (nach dem Lake Barrine auf dem Atherton Tableland). Es waren die “Stämme” der Ngatjan, Mamu, Wanjuru, Tjapukai, Barbaram, Idindji, Kongkandji, Buluwai, Djiru, Djirubal, Gulngai und Keramai. Mit dem Aboriginals Protection and Restriction of the Sale of Opium Act (Queensland, 1897) wurden die Aboriginals  gesetzlich eingeschränkt und in Stationen der Regierung bzw. Missionen gezwungen. In den 1960er Jahren wurden diese pygmoiden Ethnien aus dem öffentlichen Gedächtnis gestrichen. Ihre Orte, die von Anthropologen, um die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts besucht wurden, wurden von Wissenschaftlern der Institutionen aus dem historischen Datensatz gelöscht – einfach weil ihre Existenz in der Geschichte unbequem in der Perspektive der europäischen Eroberer und Verdränger ist. Diese Löschung steht für den nationalpolitischen Angriff der Weißen und ihrer Wissenschaft. Die Negierung, dass es diese besondere Menschengruppe gab und immer noch gibt, stellt eine Missachtung der Tatsache dar, die einer Leugnung nahekommt. In Bezug auf diese Ethniengruppe wäre das quasi gleichzusetzen, als würde man den Holocaust an den Juden leugnen.

Tschakupai Jhonny (Foto) von den Djabugay (Tjapukai) im Jahr 1992.

Ab 1913 wurden die Djabugay in die Missionsstation Mona Mona gepfercht. Nur wenigen gelang es bis Ende der 1930er weiter im Wald zu leben. 1962 wurde die Mona Mona Mission aufgelöst. Der Staat deportierte die Bewohner u. a. in die Sträflingskolonie Palm Island. 1967 durften sie zurückkehren. Jhonny zeigte unserer Organisation 1992 die Orte, wo sie einst lebten, als der Wald ihnen noch offen stand. … Heute gibt es 14.700 Aboriginal in der Region Cairns. Man kann davon ausgehen, dass ein nicht unwesentlicher Teil davon Nachkommen der ursprünglichen pygmoiden Djabuganjdji (Djabugay), Indindji, Kongkandji und Barbaram Stämme sein müssen.[:]

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