Malaysia: Orang Asli

Artikel zur Untergruppe Senoi

Als Orang Asli (malaiisch: „Ursprüngliche Menschen“) werden drei sehr unterschiedliche Gruppen von Völkern bezeichnet, die negroiden SEMANG (Negritos), die australoiden SENOI und die PROTOMALAIEN (Altmalaien). Sie sind die Urbevölkerung Malaysias und sie sind vom Untergang bedroht, einem lautlosen Untergang, der außerhalb ihrer Lebensräume kaum zur Kenntnis genommen wird. RdN unterstützt deshalb seit 2014 Umweltaktivisten der zu den SENOI gehörenden Jah Hut für folgende Projekte:

Hilfe im Kampf gegen Lebensraumzerstörung: Workshop „moderne Medien“

Im Workshop werden Vertreter der Temiar und anderer indigener Ethnien in der Nutzung von Videokameras und die Informationsverbreitung mit modernen Medien (Internet) geschult, um Umweltschäden, illegalen Holzschlag, Landraub etc. sofort zu dokumentieren. Weiterhin wird den Indigenen vermittelt, an welche Behörden sie sich in welcher Form zu wenden haben, um die Vorkommnisse anzuzeigen. Die Workshops dienen auch der Kommunikation und Vernetzung der Menschen untereinander.

Die Kosten eines Workshops mit zehn bis zwölf Teilnehmern und fünf Trainern liegen bei ca. 1.100 EUR. Durch RdN-Unterstützung konnten Outdoorkameras zur Verfügung gestellt werden sowie mehrere Workshops bisher stattfinden. Weitere sind geplant. Durchgeführt werden die Workshops vom Umweltschützer und Filmemacher Shafie Dris.

Workshop 29.11. – 01.12.2014

Mapping Projekt: Jef von den Jah Hut hat bisher über 40 Dörfer vermessen, damit die Indigenen bei Gerichtsprozessen ihre Landansprüche beweisen können. Einige Prozesse wurden durch seine Karten bereits gewonnen. In offiziellen Karten werden heilige Orte, alte Friedhöfe etc. als landmarks aufgenommen. Ziel ist es, 100 Karten zu erstellen (Kosten: 55.000 EUR).

Es kann nicht deutlich genug gesagt werden, dass RdN bis Ende 2016 die einzige ausländische NGO war, die in Malaysia auf diese Weise aktiv ist und durch vergleichsweise geringe finanzielle Zuwendungen diese Basisaktivitäten erst ermöglicht. Wir haben Hilfe geleistet, die direkt bei den Menschen ankommt. Jeder Cent, den RdN zur Verfügung stellt, wird direkt umgesetzt. Die bescheidene Unterstützung von RdN gab dem Widerstand der Orang Asli in 2015 wichtige neue Impulse und hat viele Aktivitäten ermöglicht, die ohne unsere Zuwendungen nicht stattgefunden hätten. Dadurch fanden folgende Aktivitäten statt:
– Kartenerstellung Kampung Jemeri
– Multimediaworkshop in Ipoh, unter Einbeziehung der lokalen Presse
– Kartenerstellung des gesamten Siedlungsgebietes der Jah Hut
– Kartenerstellung Kampung Sebok
– Erstellung eines Videos „Tek Bok“, in dem Landrechtsproblematik der Orang Asli dargestellt wird, Jef und Shar-Is.
– Untersuchung des Falls von Kampung Batu. Das Dorf wurde im Juni 2015 vom Militärzerstört und die Bewohner vertrieben. Shafie Dris hat vor Ort die Menschen befragt, Ersthilfe geleistet und die malaysische Anwaltskammer informiert.
– Kartenerstellung Kampung Parik
– Kartenerstellung Pos Lanai
– Blockadefinanzierung Pos Lanai
– Blockadefinanzierung Kampung Sungai Kiol
– Treffen von Vertretern der Orang Asli mit dem Ministerpräsidenten von Pahang
– Soforthilfe bei der Suche von siebn vermissten Temiarkindern (August 2015)
– Kauf eines Computers für Jef zur Erstellung von Landkarten
– Weitere Aktivitäten, wie Treffen mit anderen Aktivisten, Teilnahme an einer Konferenz in Kota Kinabalu (Jef) etc.
Im Rahmen von Aktivitäten vor Ort wurden von RdN 519 € für GPS Geräte zur Landvermessung gekauft und 500 € wurden im Januar 2015 als Soforthilfe für Flutopfer ausgegeben. In Zentralmalaysia gab es 2014/15 die schlimmsten Überschwemmungen seit 30 Jahren.

Gerichtsprozesseröffnung, 21.12.2017: Jah Hut aus Kg. Sungai Mai kämpfen für ihr Land, dass von agrarindustriellen Palmölplantagen umzingelt ist

Seit Ende 2016 unterstützt uns Rettet den Regenwald e.V. für die Urvölker der Halbinsel Malakka.

Kostensumme Unterstützung  (2014 – 2020): 67.177 €

Wir bitten um Spenden (Kennwort: Senoi bzw. Malaysia)