Alle Beiträge von Hannes

Kumaruara demarkieren ihr Land

“Land heißt Leben” – Getreu diesem Motto unterstützt RdN verschiedene Projekte, die die nachhaltige Landsicherung indigener Völker zum ZIel haben und weiterem Landraub entgegenwirken. Derzeit befinden sich die Kumaruara im Prozess der Demarkation.

“Geistige Karte” der Kumaruara am Rio Tapajós

Luana Kumaruara ist hierzu durch 4 Dörfer gereist und hat zusammen mit ihren Verwandten eine “Geistige Karte” erstellt. Diese Karte, sowie die Homogenisierung der GPS-Koordinaten, welche im Oktober stattfinden soll, wird die Grundlage für den Demarkationsprozess der FUNAI bilden. Wie man auf Googlemaps gut sehen kann ist der Regenwald im indigenen Gebiet noch sehr intakt im Gegensatz zu den weiten Soja- und Weidefeldern auf der rechten Seite des Tapajós. Stärkung der indigenen Gemeinschaften ist aktiver Regenwaldschutz. Unterstützen sie RdN und helfen sie somit auch Regenwald am Amazonas zu schützen! Spendenstichwort: “Kumaruara”

Guarani-Ritual gegen Covid19

Es freut uns sehr, dass wir mit unserer Unterstützung die kulturelle Identität der Kaiowá in Dourados (Mato Grosso do Sul, Brasilien) stärken können. Die letzte Spende in Höhe von 300€ nutzte Getulio Juca der spirituelle Anführer der kleinen Gemeinde in Jaguapiru, um ein wichtiges Heilungsritual im von uns mitfinanzierten Gebetshaus (Ongusu) praktizieren zu können.

Marcos Morandi von “midiamax” war vor Ort und hat dem Ritual beigewohnt. Lesen sie hier die Deutsche Übersetzung:

Mit einem Ritual im traditionellen Gebetshaus bitten Indigene aus Mato Grosso do Sul um Schutz vor Pandemien und Gewalt

Mit einer Feier, die zuletzt vor mehr als 28 Jahren stattgefunden hat, fanden sich an diesem Sonntag (15.08.2021) Männer und Frauen aus den indigenen Dörfern Jaguapiru, Bororó und Panambizinho im Bundesreservat von Dourados, 225 Kilometer von Campo Grande entfernt, im Gebetshaus zusammen .

Das Ritual namens ‘Xiru Jejohéi’, das “Baden des Xiru (heiliges Objekt)” bedeutet, wird durchgeführt, um Schutz vor allem Übel zu bitten, welches die Gemeinschaften umgibt, einschließlich der Coronavirus-Pandemie sowie der Welle von Gewalt. Es wurde vom spirituellen Führer Getúlio de Oliveira, der Jaguapiru-Gemeinde durchgeführt.

Bad der Xirus im Ongusu
“Bad der Xirus im Ongusu” Quelle Facebook: Kunhangue Jeroky Guasu Marangatu

„Dieses Bad mit vier Xirús, das wir seit fast 30 Jahren nicht mehr gemacht haben, soll Krankheiten wie die Pandemie verscheuchen, die in unseren Dörfern und auch in unseren Städten viele Menschen getötet hat. Dieses Ritualwasser, von dem kein Tropfen auf den Boden tropfen darf, wird als Heilmittel gegen die Krankheiten verwendet, die unser Volk heimsuchen“, sagte Getúlio gegenüber Midiamax.

Laut dem Schamanen ist das Ritual ein Erbe der Vorfahren und wird verwendet, um der Gemeinschaft, die unter dem Coronavirus und der Gewalt durch missbräuchlichem Konsum von Alkohol gelitten hat, gute Energien zuzuspielen. Zuletzt hatte dies zu einer weiteren Tragödie im Reservat geführt, nämlich der Vergewaltigung und dem Tod eines 11-jährigen Mädchens “Raíssa da Silva Cabreira”.

Laut dem Wissenschaftler der UFGD (Federal University of Grande Dourados), Neimar Machado de Sousa (Anm.: Kontaktperson für RdN in Dourados), weist die Umsetzung dieses Rituals der ‘Xiru Jejohéi’ 28 Jahre später im Reservat auf eine Gemeinschaft hin, die “bestärkt und stolz auf ihre Besonderheiten ist”. Ebenso stolz sind sie auf ihre eigene nationale Identität. Zusätzlich zur Stärkung ihrer Sprache, ihres Gesangs und ihrer Kultur fühlen sie sich auch spirituell geborgen“.

Ein weiterer Aspekt ist nach dem Verständnis der Forscher die Notwendigkeit, dass die spirituellen Führer der Dörfer traditionelles Wissen und Erfahrung nutzen, um die Gesundheit der Gemeinschaft in Zeiten einer Pandemie zu gewährleisten.

„Das Ritual, das an diesem frühen Sonntagmorgen in der Casa de Reza Gwyra Nhe’engatu Amba durchgeführt wird, ist ein Akt des Widerstands und des Überlebenswillens einer Gemeinschaft, die aufsteht und sich auf die Post-Pandemie vorbereitet“, erklärt der Wissenschaftler. Bestärkung der kulturellen Zugehörigkeit als eine Möglichkeit, um Schutz vor göttlichen Kräften zu bitten, gemäß den kulturellen Traditionen der Guarani.(Marcos Morandi)” Übersetzung: Hannes

Weitere Erklärung Neimar Machado:

Es wurden die 4 Xirus, (heilige Gegenstände aus Balsamholz) gewaschen. Dieses Wasser wurde auf die Leute, die dort waren, gesprengt (Segen) und von den Leuten getrunken. Sie haben es auch zu Verwandten gebracht. Es gilt als Medizin.

Getulio Juca (Deutsche Übersetzung folgt)

Transkription Portugiesisch:

“Nós encontramos… Nós decidimos colocar o cor marrom que até a terra, vermelho,
nós… nosso povo, vermelho, e o verde a mata, e o meio tem estrela e tem cor azul
que vai significar céu no meio, vai ser três cor.
Compramos bandeira bem preparado… bem preparado, um bandeira de mei metro,
um metro mais ou menos, né? É isso que nós estamos comparando agora. Então,
com isso nós podemos cantar, o nosso hino é Nheengatu, vai ser no Nheengatu.
Então, isso vai ser cantado, chão, nós e a mata e o céu, esse vai ser o hino da
mata, que a gente vamo entrar, a gente não vai cantar em Português, talvez a gente
canta só em Guarani, né? Só no Nheengatu…
Então isso a gente tamo fazendo, preparando, então, a gente já viu como vai
preparar agora, né.” (Transkription: Vitória Gonçalves)

Übersetzung Deutsch:

“Wir haben uns zusammengefunden. Wir haben uns entschieden braun als Farbe der Erde zu nehmen. Rot, wir das rote Volk, und Grün für den Wald und die Mitte hat einen Stern und die Farbe Blau. Dies bedeutet der Himmel in der Mitte, es wird dreifarbig sein.
Wir haben eine gut präparierte Fahne gekauft… gut präpariert, eine halben Meter lange Fahne,
ein Meter mehr oder weniger? Das vergleichen wir jetzt. Dann,
können wir damit unsere Hymne Nheengatu singen, sie wird in Nheengatu (Anmerkung: indigene Tupisprache) sein.
Also, das wird gesungen, der Boden, wir und der Wald und der Himmel, das wird die Hymne des Waldes sein. Damit werden wir eintreten, wir werden nicht auf Portugiesisch singen, vielleicht werden wir nur in Guarani singen, oder? Nur in Nheengatu…
Also machen wir das, bereiten uns vor, wir haben schon gesehen, wie es läuft. Jetzt bereiten wir uns vor, richtig?”(Übersetzung: Hannes)

Munduruku, Arte: Amazonien Undercover

“Die Indios gehören der Vergangenheit an. Die Aborigines gehören der Vergangenheit an. Aber am Ende sind sie vielleicht diejenigen die überleben. Oder besser gesagt: Ihre bescheidene und respektvolle Lebensweise, die den Menschen nur als kleinen Teil eines großen Ganzen definiert. Vielleicht wird diese Lebensart die einzig Fortbestehende sein. Es ist denkbar, dass die Überlebenden des Untergangs der großen westlichen Zivilisation die allgemein gültig geworden ist, dass diese Menschen, diese Völker, diese Kulturen unsere Zukunft sind und nicht unsere Vergangenheit. Wir können so viel von ihnen lernen und nicht umgekehrt, wie wir uns oft einbilden. Wir zivilisieren die Indios, dabei müssten sie uns zivilisieren. In meinen Augen sind die brasilianischen Indios von grundlegender Bedeutung für unsere Identität. Denn was uns zu Brasilianern macht, was uns abhebt von dieser Lebensform, die den Planeten zerstört, das uns in die Lage versetzt, uns eine andere Zukunft für Brasilien vorzustellen, ist die Tatsache, dass es in unserem Land noch Menschen gibt, die intelligent leben(Eduardo Viveiros de Castro).

Das weiß ich schon mein Leben lang, doch leider bin ich kein Anthropologe sondern nur ein einfacher Mensch ohne Titel, der versucht ein paar Leute von Instagram, Facebook, Amazon oder Netflix auf diese Seite zu locken, um wenigstens den (nicht? äh jetzt bin ich verwirrt) intelligenten Menschen Gehör zu schenken 😉 .

“Man hasst die Indios nicht nur weil sie Raum einnehmen.

Man hasst sie wegen des unbändigen Tieres, das ihnen innewohnt.

Es ist ihre Farbe wie modellierte Bronze. Die Präzision mit der ihr Pfeil die Beute tötet. Ihre weitreichende Geste, die den Fluss umarmt. Ihr Gefallen daran Federn zu streichen und ihren Kopfschmuck zu fertigen.

Man hasst die Indios wegen ihres lautlosen Gangs, der Flinkheit ihrer Bewegungen, wegen der edlen Abstammung ihrer dem Sonnenlicht entgegen strebenden Körper.

Was man an den Indios hasst, ist die Sonne.

Man hasst den Baum an ihnen.

Man hasst den Fluss an ihnen.

Man hasst ihre Nähe zum Leben.

Was man an den Indios hasst ist das Fortbestehen der Kindheit.

Was man an den Indios hasst ist die wahre Freiheit.”(Reynaldo Jardim)

Wir unterstützen eine Mundurukugemeinde (Ascom Wakoborun) beim Wiederaufbau ihres durch Holzfäller/Minenarbeiter verwüsteten Gemeindezentrums!

Neue Kooperation mit Amazonasvolk

Die Entwaldung des Amazonas schreitet in erschreckendem Maße voran. Indigene Völker sind laut verschiedenen Studien die wichtigsten Verbündeten um diesen Kahlschlag zu stoppen. Schon seit jeher setzt sich RdN für die Landrechte indigener Gemeinschaften ein. Egal ob in Malaysia oder Brasilien, ein indigenes Volk wird alles tun, um seine eigene Existenzgrundlage zu bewahren. Wir helfen dem Amazonasvolk der Kumaruara dabei ihr Territorium zu demarkieren. Um den Prozess zu beschleunigen haben wir nun direkt einen Kooperationsvertrag mit der bekanntesten indigenen Vertreterin der Kumaruara im unteren Tapaiósgebiet geschlossen.

Kumaruara Dorf

Luana Kumaruara ist eine indigene Anführerin und Frauenrechtlerin, die ihren Verwandten aus 4 verschiedenen Dörfern am Tapajos Fluss hilft eine Perspektive für deren Zukunft zu sichern. Die studierte Anthropologin setzt sich für die Rechte der Kumaruara ein und nutzt geschickt die sozialen Medien, um auf Missstände wie PL 191/20 hinzuweisen. Bodenschätze sollen nach diesem Gesetzesentwurf nun auch von Nichtindigenen in deren Gebiet gefördert werden können. Dieses zerstörerische Gesetz wird derzeit im brasilianischen Kongress diskutiert.

Luana Kumaruara

Wie mir Luana im Whatsappchat mitteilte sind die Waffen der Kumaruara nun nicht mehr Pfeil und Bogen, sondern Kameras und Schulungen über den Umgang mit sozialen Medien.

Die Demarkation des Gebietes der Kumaruara ist derzeit aufgrund der Covid19 Pandemie zum Erliegen gekommen, wird aber sobald es möglich ist wieder aufgenommen. Wie im Kooperationsvertrag angegeben, möchten wir die Kumaruara in folgenden Belangen unterstützen:

  • Kampf um die Rechte am eigenen Land
  • Unterstützung zum Erhalt der Kultur der Kumaruara
  • Unterstützung zum Erhalt der eigenen Sprache (Nheengatu)
  • Vorbeugung der Covid19 Pandemie

Abholzung in Amazonien am Tapajosfluss:

Wie in der Grafik zu erkennen ist wurde im Zeitraum 1984 – 2020 schon sehr viel tropischer Regenwald auf der rechten Seite des Rio Tapajós für die Sojagewinnung abgeholzt. Auf der linken Seite befinden sich die 4 Kumaruara Dörfer, welche noch von intaktem Regenwald umgeben sind.

Helfen Sie uns jetzt indem Sie Mitglied bei RdN werden oder eine Spende unter dem Stichwort: “Kumaruara” tätigen. Sie unterstützen nicht nur eine vom aussterben bedrohte nachhaltige Kultur, sondern auch eines der wichtigsten Ökosysteme dieser Erde.

Kumaruara bauen kollektives Haus für die Maniokmehlernte, Video:Lua Kumaruara
Das ganze Dorf hilft mit. Bild:Lua Kumaruara

Kaiowá: Zeremonie gegen Covid 19.

Am 19.12 hielten die Kaiowá eine Zeremonie gegen Covid 19 ab. Der erste Teil in kleinerem Kreise begann zum Sonnenaufgang am frühen Morgen. RdN unterstützte die Gemeinde um Dona Alda und Getulio Juca bei der Finanzierung von Hygiene Artikeln, Verpflegung und Transportkosten angereister Schamanen. Es war den Guarani sehr wichtig, dass weitere Schamanen an diesem Ritual teilnehmen, damit die Energie gegen die Pandemie größer ist.

Quelle: https://www.midiamax.com.br/cotidiano/2020/rezadores-indigenas-fazem-ritual-para-afastar-coronavirus-das-aldeias-de-ms Einzug ins Gebetshaus am frühen morgen

Christliche (Segnung mit Wasser) und uralte Traditionen werden vermischt.

Zeremonie im Ongusu (Gebetshaus)
Kaiowá: Zeremonie gegen Covid 19. weiterlesen

Jahresrückblick 2020 in Bildern

Dieser Jahresrückblick der Arbeit von “Rettet die Naturvölker e.V.” soll einen kleinen Einblick in unsere Tätigkeiten 2020 bieten. Unterstützte indigene Völker in 2020:

-Brasilien: Guarani Kaiowa, Guarani Nhandeva, Huni Kuin, Kumaruara, Munduruku

-Ecuador: Kichwa

-Malaysia: Jah Hut, Temiar, Batek, Jakun

Paraguay: Nivacle, Ayoreo, Manjui

Tansania: Hadzabe

Unterstützung für Guarani Nhandéva

Neben den Guarani Kaiowá in Jaguapiru unterstützen wir nun eine weitere indigene Gemeinde im brasilianischen Staat Mato Grosso do Sul. Im Mato Grosso do Sul gibt es keinen Regenwald mehr. Das Land ist öde und die Erde wird immer unfruchtbarer, die Abholzung des Regenwaldes hat ein autarkes Leben unmöglich gemacht. Pirajuí ist ein kleines Dorf und liegt direkt an der Grenze zu Paraguay. Máximo Valesque, der selbst vom Volk der Guarani Nhandéva ist und nun der kleinen Gemeinde vorsteht, ist in sein Dorf zurückgekehrt. Er schilderte uns per Whatsapp, dass ein evangelikaler Missionar großen Schaden in Pirajuí angerichtet habe und die Kultur der Guarani deshalb vom Aussterben bedroht sei.

Máximo Valesque mit seiner Familie

Maximó möchte mit unserer Hilfe dafür sorgen, dass die Kultur/Sprache der Guarani erhalten werden kann. Wichtiger Bestandteil ist wie bei den Kaiowá das Gebetshaus. Dort treffen sich die Guarani und feiern viele heilige Feste, von denen wir im weiteren Verlauf berichten werden.

Eduardo Santos ist vom Volk der Guarani Nhandéva im indigenen Dorf Pirajuí (Brasilien).

Während des Videos deutet er auf ein Loch im Gebetshaus, welches dringend ausgebessert werden muss.

Unterstützung für Guarani Nhandéva weiterlesen

Einweihung des Gebetshauses

Mit einem alten Ritual findet die Einweihung des Gebetshauses bei den Guarani Kaiowa statt

RdN unterstützte die Kaiowá beim Wiederaufbau ihres abgebrannten Gebetshauses. Jede Tekoha der Guarani hat zwei Gebetshäuser, eines für die männliche spirituelle Autorität der Gemeinschaft, eines für die weibliche. In den Häusern finden Versammlungen und Heilungen statt. In dem weiblichen Ongusu auch Geburten.

Für die rituelle Einweihung des Gebetshauses haben wir die Kaiowa mit 200€ unterstützt. Davon wurden Lebensmittel für die anreisenden Verwandten gekauft und Kosten für Smartphones beglichen. Vielen Dank für ihre Spende!

In kleinem Kreise wurden nun die heiligen Gegenstände “Xiru Rerovái” in die “Casa de Reza” (Ongusu, in der Sprache der Kaiowá) gebracht. Diese rituellen Gegenstände wurden aus der Asche des vorigen, durch Holzfäller mutwillig abgebrannten Gebetshauses gerettet.

Bei Midiamax erschien hierzu ein Beitrag, hier die deutsche Übersetzung:

Einweihung des Gebetshauses weiterlesen

Einweihung des Gebetshauses verschoben

Aufgrund der aktuellen schwierigen Situation wurde die Einweihung des Gebetshauses verschoben. Aufgrund der durch die Covid19 Pandemie verursachten Probleme hat der spirituelle Führer und Getúlio Juca entschieden, die Einweihung des Gebetshauses der Kaiowá Gemeinde in Jaguapiro (Brasilien, Mato Grosso do Sul) auf den 24.6.2020 zu verschieben.

Bisher sind keine Fälle innerhalb der Kaiowá Gemeinde bekannt. Aus Vorsicht vor dem Virus hat sich das Dorf aber komplett abgeriegelt. Sr. Getúlio freut sich sehr über die bisherige Unterstützung aus Deutschland! Die Bedeckung der “Casa de Reza” mit Sapé-Gras ist mittlerweile komplett abgeschlossen. Vielen Danke für ihre Spende!

Bau des Gebetshauses der Kaiowá

Die erste Phase der Bedeckung des Ongusu (Gebetshauses) in Jaguapiru wurde nun fertiggestellt. Neimar Machado schreibt zu der gegenwärtigen Situation bzgl. Corona:

[18:38, 04/09/2020] Neimar Machado: “Angesichts der gegenwärtigen sozialen Isolation finden viele Unterstützungsarbeiten für die Familien der Kaiowá und Guarani nicht statt. Es gibt viele Berichte über Mangel an Nahrungsmitteln und Mangel an Materialien, die für die eigene Bewirtschaftung benötigt werden. Indigene Gesundheitsteams werden nicht entsprechend ausgestattet, um ihre Arbeit, so wie von der Gesundheitsorganisation vorgegeben, auszuführen zu können.

Wenn sich Leute finden, um Hilfe zu schicken, ist es dies der richtige Zeitpunkt. Die Situation ist sehr kritisch.

Andererseits haben wir von der Universität Unterstützung in Form von Alkohol, Handschuhen und Masken für die indigenen Gesundheitshelfer erhalten, die der Gemeinde dienen. Die SESAI (indigenes Gesundheitsamt) benötigt weiterhin Masken, Handschuhe und die Familie von Sr. Getúlio Juca benötigt Reinigungsmittel (Seife, Bleichmittel).”

Wir haben weitere 200€ an die Dorfgemeinschaft gesendet, um Lebensmittel kaufen zu können.

Die Dörfer der indigenen Gemeinden sind so gut es geht nach außen isoliert, dennoch dennoch hat sich das Corona-Virus unter anderem schon im Amazonas ausgebreitet.

Danke für ihre Spende: Kennwort “Casa de reza”

Impfstoff gegen Zivilisation

Liebe Freunde von Rettet die Naturvölker,

in diesen Tagen fragt man sich, wie diese Pandemie schließlich enden wird. Leider können wir ihnen das Ende nicht voraussagen.
Jedoch können wir ihnen mit größter Wahrscheinlichkeit sagen, was nicht passieren wird:
Die Krise wird nicht mit dem Verständnis enden, dass sie zu 100% von der “zivilisierten” Menschheit verursacht wurde. Das Virus dank Globalisierung in kürzester Zeit auf der ganzen Welt verbreitet wurde.
Die Lebensraumzerstörung wird ungehindert weitergehen und das das nächste Virus steht in den Startlöchern,

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Aktuelles über Kaiowá-Projekt

Wir haben einen Film über den Wiederaufbau des abgebrannten Gebetshauses (“Ongusu”, in der Sprache Guaraní) der Guarani-Kaiowá in Dourados auf Youtube gestellt:

Wiederaufgebautes Ongusu

Vielen Dank (Muito obrigado) an Prof. Neimar Machado Sousa (https://neimarmachado.blogspot.com/) der mit uns die Hilfen vor Ort koordiniert und uns das Videomaterial zur Verfügung gestellt hat. Wir freuen uns sehr, dass die Wiedereinweihung des Hauses für den 19.4.2020 geplant ist. Derzeit ist die Gemeinde wegen des Coronavirus gegenüber außen abgeschottet, um eine Infizierung der Mitglieder zu vermeiden.

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Protokoll Kaiowá-Support Network

ZUSAMMENFASSUNG DER VIDEOKONFERENZ AM SAMSTAG 22.02.2020

Anwesenheit: Amambai: Jânio, Panambi: Doriano, Vivian, Fabi – und die Kinder, die am dreitägigen Jerosy teilnahmen, São Paulo: Jordi, Europa: Angelika, Arne, Christy, Adriano

Eine Situation des Genozids
Jânio: „Die Lage in Brasilien ist sehr traurig. Wir leben in einer Militärdiktatur. Sie töten Menschenrechtsverteidiger. Die Bundespolizei und die nationalen Armee töten indigene Völker.

Nach 500 Jahren geht der Völkermord weiter und hat sich in den letzten Monaten verschärft. Hierdurch sind die Rechte und Freiheiten, die wir erlangt hatten, wieder weggenommen worden. “

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Fortschritt beim Wiederaufbau des Gebetshauses der Kaiowá-Jaguapiru

]Aus Jaguapiru (Dourados) erreichen uns gute Nachrichten. Nachdem sich Getúilo Juca (spirtueller Führer der Gemeinde) gut von seiner Krankheit erholt hat, geht der Wiederaufbau der “Casa de reza” voran. Sr. Getúlio schrieb uns, dass das Gebetshaus bis April 2020 fertig werden solle. Neben den Materialkosten beteiligen wir uns auch an der Verpflegung der Arbeiter, die das Gebetshaus wiederaufbauen. Die Kommunikation mit der Gemeinde findet über eine Whatsapp-Gruppe statt, so erfahren wir sehr zeitnah, was mit unseren Mitteln geschieht.
Danke für ihre Unterstützung! Spendencode: “casa de reza”

Als Weihnachtsgruß hat uns Getúlios Tochter Aldineia diese Tonaufnahme eines traditionellen Gesangs ihres Vaters zugesendet:

Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Jaguapiro, Mato Grosso do Sul Brasilien

Seit der rechtsgerichtete Präsident Brasiliens Jair Bolosonaro im Amt ist, hat sich die Lage der Indigenen in Brasilien nochmals deutlich verschlechtert.
Angestachelt von der menschenverachtenden Polemik des Präsidenten, fühlen sich viele Bauern darin gestärkt, ihre eigenen Interessen auf Kosten der dort lebenden Urbevölkerung durchzusetzen. Als Reservat demarkierte Wälder werden abgebrannt, um anschließend Soja anbauen zu können oder das eigene Vieh darauf weiden zu lassen.

Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Jaguapiro, Mato Grosso do Sul Brasilien weiterlesen

Kalinago Worrier Canoe ein Traum wird Wirklichkeit


von Bernd Wegener, 2017

Der Dokumentarfilm berichtet über die Kalinago der Karibikinsel St. Vincent und ihrem Projekt Pirogue-Krieger-Kanu, dem ersten seetüchtigen Boot, das seit über 300 Jahren wieder gebaut wurde. Das Kanu ist 24 Fuß lang, 3 Fuß breit und kann bis zu 20 Krieger aufnehmen.

Das Projekt wurde durch die gemeinsame Unterstützung von Rettet die Naturvölker e.V. (RdN), verschiedene Regierungsabteilungen von St. Vincent and the Grenadines und Stammesmitgliedern realisiert (ca. 7 ½ Minuten).

RdN dankt marketfilm productions Steffen Keulig für die Realisierung des Films.

Gran Chaco – Die Wildnis stirbt


Gran Chaco – Die Wildnis stirbt von Bernd Wegener
über die Ayoreode und deren Schicksal.

Im Herzen Südamerikas liegt der nördliche Gran Chaco, eine Ebene, in der fast menschenfeindliche Lebensbedingungen herrschen. Die trockenen Dornbuschwälder und der Mangel an Süßwasser prägten die Indianer, die seit undenklichen Zeiten als Wildbeuter und einfache Bodenbauer hier lebten. Eines dieser Völker sind die Ayoréode, die sich vehement gegen die Kolonisation ihres Lebensraumes durch Erdölsuche, Monokulturen und Rinderweiden zur Wehr setzten. Nur wenige Ayoréode konnten sich in den verbliebenen Wäldern behaupten und verteidigen bis heute ihre angestammten Gebiete mit aller Entschiedenheit. Im Sommer 1998 reiste ein Team von “Freunde der Naturvölker” e.V. vor Ort nach Paraguay und Bolivien und wurde Zeuge dieser und anderer Konflikte. Der Film ruft zu aktiver Unterstützung für die letzten frei lebenden Waldindianer des Gran Chaco auf (ca. 40 Minuten).

Film Gran Chaco

Land of Thorns – Struggling for survival in Karamoja


(englisch) – von Steffen Keulig, Marketfilm

Im Februar 2008 war ein RdN Team zu Filmaufnahmen für drei Wochen in Uganda bei den Karamojong. Der Film Land of Thorns wurde von der EU gefördert.

Land of Thorns depicts some turns of life in Karamoja through the portrays of three Karamojan women who have been facing various challenges with great personal strength. With breath-taking images and exclusive scenes, Land of Thorns presents the richness and beauty of traditional pastoralist lives and cultures in the north east of Uganda and bordering Kenya. The film also warns against contemporary threats to the sustainability of pastoral livelihoods. The film gives voice to traditional communities and civil society, highlighting major themes of current relevance.

Cattle Raids and forced disarmament:
The vulnerability of the people of Karamoja is partly related to the outcomes of several decades of armament race among tribes and of increased cattle raiding and armed theft. Several phases of disarmament by the Ugandan military forces across the years 2000 have brought about a fragile and questionable decrease of raiding in recent months. Most often carried out forcefully, the disarmament has also generated a significant amount of alleged human rights violations. Long term consequences are also preoccupying.

Challenges to pastoral livelihoods:
The threats to sustainable pastoralism are manifold, complex and interacting with each other. The film explores and introduces these dimensions, looking further into the vicious circle of food insecurity, over-use of land resources, environmental degradation, socioeconomic marginalization and cultural destabilization. The related questions of demography, land use policies and climate change, and their roles in the vicous circle of unsustainability, are also introduced.
Produced by ACTED und FdN (49 Minuten)

West Papua – The secret war in Asia


(englisch – 16 Minuten) – von Steffen Keulig, Marketfilm

Video über die von Indonesien an den Papua begangenen Menschenrechtsverbrechen; Unser im Jahr 2007 produzierte Film „West Papua – The secret war in Asia“ wurde beim New Yorkerund Los Angeles Short Film Festival pre-selected. Nach der Premiere auf der Biennale in Venedig 2007 (Radio New Zeeland), 2009 Origins First Nation Film Festivalund Riverside Studios wurde der Film auch beim Native und Indigenous Film Festival in Brno/Tschechien aufgeführt: http://www.naiff.eu/fest/