Brasilien: Die Story hinter dem Gigantismus-Projekt „Hotelkomplex Maricá“ auf Guarani-Land

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Ende April dieses Jahres erhielt ich von Reiner aus Paraguay nachstehenden Link über die Werbemaßnahmen des Großprojekts, die das naturgeschützte Land zerstören und das Paradies der Guarani als ihr Paradies verkaufen: https://maraey.com/en/#location
Reiner hatte zwecks Unterstützung / Kampagnen deshalb auch Kontakt zu Survival International, Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. und Rettet den Regenwald e.V. aufgenommen und versucht sie zu gewinnen, da RdN keine Möglichkeit hat über Mailkampagnen tausende Unterzeichner zu erreichen, wie die genannten großen Menschenrechtsorganisationen.
Die „Aldeia Mata Verde Bonita“ (Tekoa Ka’Aguy Ovy Porã) ist zwar die Siedlung der Guarani, sie halten sich aber auch in den anderen Bereichen – und hier speziell des im Focus des Tourismus liegenden Gebietes auf. Diese erstreckt sich zwischen der Marica-Lagune und dem Ozean, somit 840 Hektar der Restinga (Anm.: tropischer feuchter Laubwald der Atlantikküste – d. Verf.),
Seit 2013 gibt es rechtlichen Widerstand mittels öffentlicher Zivilklagen Seitens der Staatsanwaltschaft (MPRJ) und lokaler Verbände, welche die für das Projekt notwendige Umweltgenehmigung infrage stellen. Trotzdem wurde 2015 der Firma IDB Brasil für ihr geplantes MARAEY -Projekt (luxuriöser Touristen-Wohnkomplex) – eine vorläufige Umweltgenehmigung erteilt. Die Investition beläuft sich auf 11 Milliarden R$ (>171 Mill. €): Beworben wird das Projekt als nachhaltigen Tourismus und Smart City. Dabei geht es in dem Gebiet nicht nur um ein Hotel-Resort, sondern künftig um vier derartige Großanlagen, Golfplatz, Marinas, Einkaufszentren, Ozeanisches Aquarium, Reitsportzentrum und Umweltcenter. Das wäre purer Wahnsinn für die Naturlandschaft und ihr Untergang!
Im April 2021 ordnete das Oberste Gericht der Justiz (STJ) die Aussetzung des Lizenzverfahrens bis zum endgültigen Urteil bezüglich der Klagen an und akzeptierte das Vorsorgeprinzip angesichts möglicher irreversibler Schäden am Umweltschutzgebiet Marica. Der Richter gab einem Antrag der Staatsanwaltschaft von Rio de Janeiro (MPRJ) statt, um „unmittelbare Schäden am Ökosystem der Region und Beeinträchtigungen der indigenen Bevölkerung “ zu verhindern. In der Entscheidung werden die indigene Gemeinschaft Tekoa Ka’Aguy Ovy Porã und die traditionellen Fischer von Vila de Zacarias gerade als gefährdete Gruppen genannt.

Die Guarani befürchten Limitierung ihrer Lebensweise, eventuell Vertreibung. Als 2022 Planierarbeiten begannen, organisierten sie eine Landblockade. Als Antwort kamen bewaffnete Männer, die Angst und Schrecken verbreiten. Foto: R. Ginolas

Diese Position wurde im Mai 2023 vom STJ wiederholt und verbot neue Lizenzen in der Region.
Am 26. Mai 2023 ordnete Minister Herman Benjamin vom STJ vorsorglich die sofortige Einstellung der Maraey-Werke an. Er setzte die Lizenzen und Genehmigungen aus, die dem Projekt vom Staatlichen Institut für Umwelt (Inea), dem Bundesstaat Rio und der Stadt Maricá erteilt wurden.
Der Bürgermeister von Maricá, Washington Quaquá (PT) – der als Bundes-abgeordneter einer der Hauptverteidiger Maraeys war – argumentiert, dass das Projekt ein Beispiel für nachhaltige Entwicklung sein kann. Seiner Aussage nach würde das Projekt (mit geplanten 1.100 Hotelzimmern) jährlich 500.000 Touristen in die Region ziehen und die lokale Wirtschaft ankurbeln. Vertreter des Tourismussektors unterstützen das Projekt ebenfalls, auch unter dem Aspekt der die kürzlich eingegangenen Partnerschaft mit der Universität Lausanne (Schweiz), um die erste Hotel-management-Universität Lateinamerikas in Maricá zu errichten, lokale Arbeitskräfte auszubilden und wissenschaftliches Wissen in der Region zu fördern. – Umweltbewegungen und lokale Gemeinschaften hingegen betrachten diese Versprechen dagegen mit äußerster Skepsis. Die Restinga de Maricá ist bekannt für ihre reiche und gefährdete Artenvielfalt, Heimat endemischer Arten und wichtiger Ökosystemdienstleistungen (Küstenschutz, Klimaregulierung usw.).
2025 entschied der Oberste Gerichtshof mit zwei zu zwei Stimmen, dass das Projekt unentschieden ist und räumte eine 60 Tagefrist für eine möglich Wiederaufnahme ein: Kurz darauf stoppte der brasilianische Oberste Gerichtshof (STJ) die Bauarbeiten und die Umweltlizenz wegen möglicher irreversibler Schäden
Trotz wiederholter gerichtlicher Embargos setzt sich die Firma IDB Brasil, eine Tochtergesellschaft der spanischen Firma CETYA, weiterhin dafür ein, mit Zustimmung des Rathauses von Maricá die Mega-Immobilienentwicklung Maraey in der Restinga von Maricá umzusetzen.

.Rotschraffiert: durch das Tourismusmegaprojekt bedrohte Naturlandschaft von Maricá; gelbmarkiert: Guarani-Siedlung Lufbildbearbeitung: Bernd Wegener

Luxustourismus in ökologisch sensiblen Gebieten in den Tropen Amerikas (hier: u.a. Mangrovenbiotop) Fotos: Bernd Wegener

– ähnliche Ferienanlagen werden unter https://maraey.com/en/#location mit dem fatalen Slogan beworben: „Zwischen Wald und Meer, ein Ziel, das das Konzept von Nachhaltigkeit und Exklusivität neu definiert“.

Titelfoto: Aufforstungsaktion der Guarani von Maricá Foto: Reiner Ginolas

Wir bitten um Spenden für die Guarani in Maricá damit sie ihren nachhaltigen Weg fortsetzen kann (Kennwort: Guarani Mari-ca; Konto: Postbank Hamburg; IBAN: DE80 2001 0020 0006 1962 05)