Mai 2026: Herzliche Grüße vom gesamten Team der Iniciativa Amotocodie. Anliegend übersende ich anbei die endgültige Fassung des Tätigkeitsberichts 2025. In diesem Dokument legen wir dar, wie die Mittel von „Rettet die Naturvölker“ für unseren Widerstand von grundlegender Bedeutung waren. Sie haben es uns ermöglicht, gezielte und dringende Unterstützung für Ayoreo-Führungspersönlichkeiten zu leisten, die von anderen Projekten nicht abgedeckt werden.
Eine herzliche Umarmung,
Miguel Angel „Jr“ Alarcón / Generalkoordinator Iniciativa Amotocodie
Es war ein Jahr, das durch die Zunahme von Bedrohungen und Druck auf das Ayoreo-Territorium, eine Finanzierungskrise und in diesem Zusammenhang durch die Bekräftigung unseres institutionellen Engagements für die Begleitung dieses Volkes geprägt war. Es war ein Jahr, das uns vor zahlreiche logistische und finanzielle Herausforderungen stellte und uns gleichzeitig einlud, über die Zukunft unseres Handelns nachzudenken.
Einleitung: Ab dem zweiten Halbjahr sahen wir uns mit einer kritischen finanziellen Situation konfrontiert. Nach Abschluss des letzten MISEREOR-Projekts, das bis Juli lief, hatten wir fünf Monate lang keine Mittel aus der Entwicklungszusammenarbeit. In diesem Zeitraum verwendeten wir sämtliche Rücklagen der Institution zur Deckung laufender Kosten. Diese Situation hinterließ uns in einer „finanziellen Lücke“, die die Zahlung von Honoraren sowie die Deckung einiger Betriebsausgaben unmöglich machte. Trotz dieser schwierigen Lage, die auf der Außerordentlichen Generalversammlung offiziell vorgestellt wurde, arbeitete das ge-samte Team in allen Bereichen freiwillig weiter: Kommunikation, Design, Rechtsberatung, Verwaltung, Feldarbeit und Satellitenmonitoring. Dieses Engagement trug unsere Arbeit bis zum Ende des Jahres 2025.
Gegen Ende des Jahres erhielten wir mit einer Spende des Kollektivs Quipa (jährlich zugesagte 25.000 USD für den Zeitraum 2026–2028) eine wichtige Entlastung, die es uns ermöglichte, die notwendigsten Ausgaben zu decken und das Jahr hoffnungsvoll abzuschließen. Ein Beitrag des Bank Information Center (BIC) ermöglichte es uns, die Kommunikation und Präsenz in den Gemeinden von Filadelfia sowie mit der Führung der UNAP, AGPA und AGDAP im Rahmen der Entwicklung des FPIC-Prozesses (freie, vorherige und informierte Zustimmung) bezüglich des zweiten Abschnitts des Biozeanischen Korridors aufrechtzuerhalten. Ebenso gelang es uns, ein neues Abkommen mit MISEREOR (Vorschlag 2026–2028) abzuschließen, und wir warteten auf die Entscheidung zu ei-nem bei der Europäischen Union eingereichten Vorschlag, um die zukünftige Nachhaltigkeit sicherzustellen. Schließlich wird dieses letzte Projekt derzeit mit PPM verhandelt und markiert eine neue Phase kollektiver Zusammenarbeit mit der Grupo Luna Nueva.
Inmitten dieses Szenarios haben die Mittel von „Rettet die Naturvöl-ker“ zu diesem Widerstand beigetragen. Mit diesen Ressourcen haben wir Ayoreo-Führungspersönlichkeiten, Vertreter und Gemeindesprecher bei Kommunikationskosten sowie bei Maßnahmen gegenüber Behörden zur Bearbeitung von Anliegen und Forderungen nach humanitärer Hilfe unterstützt. Die von Ihnen geleisteten Beiträge verfügen über die Flexibilität, die es uns ermöglicht, gezielte und dringende Unterstützungen zu leisten, die durch die Budgets anderer Projekte nicht abgedeckt werden können. Ihre Beiträge sind von großem Wert für die gemeinsame Arbeit, die wir mit den Ayoreo leisten.
Monitoring und Schutz des Territoriums der freiwillig isoliert lebenden Ayoreo
● Im Jahr 2025 hielt IAM die übliche Kommunikation mit Führungspersönlichkeiten, Bezugspersonen des Ayoreo-Volkes sowie mehreren Frauen, die in Weberinnen-Kollektiven organisiert sind, aufrecht. Unter den zahlreichen behandelten Themen gehörten die Situation der isoliert lebenden Ayoreo und ihrer Territorien weiterhin zu den wichtigsten Anliegen.
● Dieser zentrale Schwerpunkt unserer Arbeit in einem komplexen Jahr konzentrierte sich auf die schnelle Reaktion auf unmittelbar bevorstehende Bedrohungen:
GTI-PIACI-Notfallmission: Im Februar 2025 koordinierten wir die internationale Mission der Arbeitsgruppe für indigene Völker in Isolation und Erstkontakt, die zur öffentlichen Erklärung „Der Chaco, ein indigenes Territorium kurz vor dem Verschwinden“ führte. Wir koordinierten und nahmen an der Notfallmission teil, die 8 Fachkräfte von IAM mobilisierte und in den Ayoreo-Gemeinschaften Chaidi und Ijnapui arbeitete, ausgelöst durch Sichtungen, Spuren und Zeugenaussagen über isoliert lebende Ayoreo auf der Estancia Faro Moro (angestammtes Territorium Tamucode). Die aus dieser Mission hervorgegangene Erklärung prangerte die Zerstückelung des Waldes und das unmittelbare Risiko eines erzwungenen Kontakts an, obwohl die Treffen mit den nationalen Behörden nur geringe konkrete Ergebnisse brachten.

Faro Moro: Für Rinderweiden abgeholzte Urwaldflächen Foto: Iniciativa Amotocodie
- Satellitenmonitoring: Die Gebiete Faro Moro, Chovoreca und Puerto María Auxiliadora wurden kontinuierlich überwacht. Dabei wurden Fortschritte bei der illegalen Abholzung festgestellt, die die isolierten Gruppen direkt bedrohen, darunter der Verlust von mehr als 31.000 Hektar einheimischen Waldes im Gebiet Tamucode (Faro Moro).
- Reaktion auf Notfälle: Es wurden 7 spezifische Reisen aufgrund von Risikosituationen durchgeführt, darunter ein humanitärer Notfall im Juni, als die Gemeinschaft von Ijnapui wegen der Anwesenheit isolierter Gruppen nicht zur Jagd gehen konnte. Um einen unerwünschten Kontakt zu vermeiden, wurden sie mit Lebensmitteln versorgt.
- Interessenvertretung und Überwachung der Situation isolierter Ayoreo-Gruppen in Bolivien: Als Mitglieder der GTI-PIACI nahmen wir an folgen-den Aktivitäten teil: Am 11.06.2025 fand ein Treffen mit Journalisten statt. Am 12.06.2025 waren zwei Mitglieder von IAM als Podiumsteilnehmer bei den beiden Diskussionsrunden des Internationalen Treffens „Anerkennung und Schutz der Existenz indigener Völker in Isolation im Amazonasgebiet und im Chaco“ vertreten.
Am 13.06.2025 wurde auf der Buchmesse von Santa Cruz das Buch Prinzipien und Leitlinien für die Entwicklung von METHODEN ZUR ANERKENNUNG DER EXISTENZ INDIGENER VÖLKER IN ISOLATION in Südamerika vorgestellt. Anschließend nahmen wir vom 14. bis 18.06.2025 gemeinsam mit der Central Ayoreo Nativa del Oriente Bolivi-ano (CANOB), der Unión de Nativos Ayoreo de Paraguay (UNAP) und dem Centro de Estudios Jurídicos e Investigación Social (CEJIS) an einer Inspektionsreise nach Ñemby Guasu teil. - Durch die systematische Beobachtung des Portals des Ministeriums für nachhaltige Entwicklung (MADES) wurden folgende Daten ermittelt:
- Gesamtzahl identifizierter RIMAs: 29 Projekte. Elf der 29 RIMAs (fast 40 %) betreffen direkt Ayoreo-Territorium.
- Gesamtbetroffene Fläche: 112.970 Hektar.
- Geplante Abholzung: 28.240 Hektar einheimischer Wald sind gefährdet. Innerhalb traditioneller Gebiete wird die Abholzung von 18.169,83 Hektar prognostiziert.
- Ein RIMA wurde auf staatlichem Land festgestellt.
- In diesem Zeitraum wurden keine Projekte zur mineralischen Prospektion registriert.
Obwohl sie nur 40 % der Projekte ausmachen, konzentrieren sich 64,3 % der gesamten für den Chaco im Jahr 2025 geplanten Abholzung auf Ayoreo-Territorium. Dies zeigt, dass der größte Teil des rechtlich geplanten Verlusts von einheimischem Wald genau in den Lebensräumen der Gemeinschaften und isolierten Gruppen stattfindet.
Andererseits beobachteten wir einen Rückgang der veröffentlichten Projekte: von 108 im Jahr 2023 auf 74 im Jahr 2024 und auf nur noch 29 im Jahr 2025. Dies könnte auf eine Verringerung der eingereichten Vorhaben zurückzuführen sein, da auch die bewaldete Fläche abnimmt. Gleichzeitig besteht jedoch ein erhebliches Misstrauen gegenüber diesen Zahlen, da die offiziellen Veröffentlichungen zwar zurückgehen, die Feldarbeit und die tatsächlich beobachteten Rodungen jedoch nicht im gleichen Verhältnis abgenommen haben. Dies deutet darauf hin, dass die Abholzung möglicherweise durch weniger transparente Mechanismen oder außerhalb der öffentlichen Kontrolle erfolgt.
● Das Satellitenmonitoring wurde kontinuierlich durchgeführt. Die Fernerkundung und Bewertung der Fortschritte der Abholzung im Gebiet Faro Moro, wo das von isolierten Gruppen genutzte Territorium betroffen war, wurde fortgesetzt. Auf Grundlage dieser Überwachung wurde eine Reihe kartografischer Produkte erstellt. Diese Karten wurden genutzt, um die Ayoreo-Bevölkerung zu informieren und die juristische Verteidigung zu dokumentieren. Sie wurden außerdem für Berichte an die Internationale Arbeitsgruppe zum Schutz indigener Völker in Isolation und Erstkontakt (GTI-PIACI) verwendet, die Informationen über Bedrohungen für PIACI auf ihrer Website sammelt, sowie für den Jahresbericht zur Menschenrechtssituation in Paraguay der Coordinadora de Derechos Humanos del Paraguay (CODEHUPY).
● Für jede der durchgeführten Reisen im Rahmen des Monitorings der Ayoreo-Gebiete sowie des Schutzes isolierter Gruppen und der Bewertung des Territoriums wurden Karten erstellt.
Juristische Maßnahmen
● Fall Faro Moro (Hekoporä S.A.): Trotz der Einreichung einer Unter-lassungsklage gegen neue Rodungsarbeiten und einer Strafanzeige wegen der Verwendung falscher Daten im RIMA wurden vorsorgliche Schutzmaßnahmen abgelehnt, wodurch die Abholzung von etwa 31.000 Hektar bis Ende 2025 ermöglicht wurde. Die tatsächliche Abholzung setzt sich über weniger transparente Mechanismen fort.
● Fall Cucaani (Cerro 7 Cabezas): Wir führen weiterhin den juristischen Kampf gegen die Landbesetzung durch ausländische Akteure und gegen die Versuche, in diesem heiligen Ort Steinbrüche einzurichten.

Illegaler Bergbau im Gebiet Cucaani der Garaygosode Foto: Iniciativa Amotocodie
● Fall Nativo Brunetta: Es gelang uns, irreguläre Vermessungsverfahren zu stoppen und die Grenzen des Gemeinschaftslandes zu verteidigen.
Arbeit mit Ayoreo-Frauen (Oithedie)

Foto: Iniciativa Amotocodie
Die Arbeit mit Frauen hat sich als strategische Achse etabliert und konzentriert sich auf wirtschaftliche Stärkung, territoriale Verwaltung und Schutz vor Gewalt.
a) Wirtschaftliche Stärkung und Weitergabe von Wissen zwischen den Generationen
● 2. Erfahrungsaustausch zwischen Frauen des Gran Chaco (Juli): Unter dem Motto „Wir knüpfen Beziehungen, wir weben den Wald, wir we-ben unsere Gegenwart, wir weben unsere Zukunft“ kamen 30 Frauen aus Puerto María Auxiliadora (PMA), Ijnapui und Jogasui Km 32 zusammen. Mit Unterstützung von Toba-Weberinnen aus Argentinien experimentierten sie mit natürlichen Farbstoffen (Mate, Rote Bete) und erkundeten den Wald, um traditionelle Färbepflanzen (Quebracho Colorado, Guayacán) sowie andere Pflanzen zu identifizieren, die den Toba-Frauen bereits bekannt waren und im Gebiet von PMA vorkommen.
● Besuch von María del Carmen Toribio, Wichí-Weberin und Designe-rin, die mit den Frauen über den Wert des Webens, die Weitergabe des traditionellen Wissens an junge Generationen und die Anerkennung des eigenen Webens als Kunstform sprach. María sprach mit Frauengruppen in PMA, Campo Loro und Filadelfia über Designs, Farben und Innovationen.
● Konkrete Ergebnisse: Verkaufsräume in Asunción (Museo del Barro, Galerien) wurden gefestigt. Die Herstellung von Schmuck hat sich als „Anker“ für Jugendliche und junge Frauen erwiesen, indem sie sie von der Prostitution fernhält und sie ihren Müttern und Großmüttern näherbringt, um das Weben zu erlernen. Frauen in PMA erhielten Obst- und Heilpflanzensetzlinge zur Förderung der Ernährungssouveränität und ihrer Lebensgrundlagen.
b) Gesundheit, Selbstfürsorge und Prävention von Gewalt
● Partizipative Aktionsforschung: Ayoreo-Fachkräfte (Lehrerin und Krankenschwester): Die Gespräche ergaben:
○ Ernährungsunsicherheit: Die Ernährung basiert auf verpackten Pro-dukten mit hohem Zucker- und Salzgehalt, was bei Kindern zu einem erhöhten Konsum führt und bei Jugendlichen Bluthochdruck sowie bei älteren Frauen Typ-II-Diabetes verursacht.
○ Sexuelle und reproduktive Gesundheit: Es wurde dokumentiert, dass die Menarche heute bereits mit 9–10 Jahren eintritt (früher mit 15), Schwangerschaften ab dem Alter von 12 Jahren vorkommen und die Begleitung durch Großmütter zunehmend durch Informationen aus sozialen Netzwerken ersetzt wird.
○ Menschenhandel: Gemeinsam mit Global Infancia wurde an lokaler Interessenvertretung gearbeitet. In den Geprächen wurde sichtbar, dass Frauen während des erzwungenen Kontakts Opfer von Menschenhandel wurden und von LKW-Fahrern sexuell genötigt wurden.
Begleitung des Konsultationsprozesses (CCPLI) zur Biozeanischen Route (Abschnitt II)
Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem BIC führten wir drei Feldreisen durch, um den Stand der freien, vorherigen und informierten Konsultation (CCPLI) mit den betroffenen Gemeinschaften zu überprüfen.

Punie Pipeogai: Nachverfolgung eines Transporters Foto: Iniciativa Amotocodie
● Wir identifizierten strukturelle Schwächen im vom MOPC und INDI geleiteten Prozess. Die Auswirkungen des biozeanischen Korridors wurden nicht vollständig bewertet.
● Im Juli ernannten uns die Führungspersonen der acht betroffenen Gemeinschaften (Campo Loro, Ebetogue, Aldea 5 usw.) offiziell zu unabhängigen technischen Beratern (gemäß Dekret Nr. 1039/2018).
● Wir begleiteten die Analyse von Dokumenten, förderten Dialogräume zwischen den Gemeinschaften, dem MOPC, dem INDI und der BID und stärkten die Koordination zwischen den Organisationen UNAP, AGDAP und AGPA.
● Wir nahmen an Treffen mit der Sozialexpertin der BID und mit Vertretern des US-Finanzministeriums teil, um die Mängel des Prozesses in Para-guay darzulegen.
● Wir verbreiteten Informationen über die aktuelle Situation und die potenziellen Auswirkungen des Baus der Biozeanischen Route in verschiedenen Foren sowie im Bericht „Con la Soja al Cuello 2025“, der im November 2025 vorgestellt wurde.

Illegaler Holzeinschlag (Quebracho-Edelholz) Foto: Iniciativa Amotocodie
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (gekürzt)
● Die Website verzeichnete 6.000 Besuche, die über Google-Suchen und soziale Netzwerke aus Paraguay, den Vereinigten Staaten, China, Argen-tinien, Spanien, Bolivien und Deutschland kamen. Im Laufe des Jahres wurden dort 10 Veröffentlichungen vorgenommen.
● In den sozialen Netzwerken wurden 45 Inhalte in insgesamt 180 Veröffentlichungen auf Facebook, Instagram, X, TikTok, YouTube und LinkedIn verbreitet.
In diesem Zeitraum gab es 71 Veröffentlichungen und Medienberichte über die Verteidigung des Territoriums und der Kultur des Ayoreo-Volkes.
Unsere Netzwerke sind:
Website: www.iniciativa-amotocodie.org
Instagram: https://www.instagram.com/iniciativaamotocodie/
Facebook: https://www.facebook.com/IniciativaAmotocodie/
X: https://x.com/amotocodie
LinkedIn: ttps://www.linkedin.com/company/iniciativaamotocodie/
TikTok: https://www.tiktok.com/@iniciativaamotocodie
Threads: https://www.threads.com/@iniciativaamotocodie
YouTube: https://www.youtube.com/@IniciativaAmotocodie
Netzwerke und Partner
● CODEHUPY: IAM ist Teil der Arbeitsgruppe Land, Umwelt und Menschenrechte und beteiligte sich aktiv an der Erstellung von Berichten, Stellungnahmen und Austauschen. Im Jahr 2025 übernahm IAM mehrfach die rotierende Koordination und das Sekretariat der Arbeitsgruppe.
Wir wirkten an der Erstellung des Jahresberichts mit und behandelten dabei stets die Situation der isolierten Ayoreo-Gruppen.
● GTI-PIACI: Wir beteiligten uns aktiv an der technischen Koordination und konzentrierten unsere Anstrengungen auf die Aktualisierung von Be-drohungskarten und die Dokumentation illegaler Eindringlinge in Gebiete mit isolierten Gruppen.
● BIC: Mit dem Bank Information Center besteht weiterhin eine Vereinbarung zur Beobachtung der Situation der freien, vorherigen und informierten Konsultation (CCPLI) mit den von Abschnitt II der Biozeanischen Route betroffenen Gemeinschaften. Durch diese Allianz wird die Kommunikation mit der BID und ihren verschiedenen Überwachungsmechanismen aufrechterhalten.
● PPM–Grupo Luna Nueva: Im Rahmen der Suche nach neuen Ressourcen zur Sicherung der finanziellen Nachhaltigkeit von IAM und zur Ausweitung der Unterstützung für das Ayoreo-Volk gingen wir 2025 eine strategische Allianz mit der paraguayischen Nichtregierungsorganisation Grupo Luna Nueva ein, die über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Begleitung Sexarbeiterinnen und in der umfassenden Betreuung von Mädchen und Jugendlichen verfügt, die Opfer sexueller Ausbeutung geworden sind. Diese Allianz entstand, weil Brot für die Welt uns die gemeinsame Einreichung eines Vorschlags im Rahmen einer Ausschreibung der Europäischen Union vorschlug, um Finanzierung für Projekte zu erhalten, die geschlechtsspezifische Gewalt sowie den Schutz von Kindern und Jugendlichen in hoch vulnerablen Kontexten – wie jenen der Ayoreo-Gemeinschaften von Puerto María Auxiliadora aufgrund des Vormarschs des Biozeanischen Korridors – ganzheitlich angehen.
● Global Infancia: Es wurde eine strategische Allianz gefestigt, um die zunehmenden Bedrohungen durch Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und geschlechtsspezifische Gewalt, die die Ayoreo-Jugend betreffen, umfassend anzugehen – insbesondere im Zusammenhang mit den Veränderungen durch den Biozeanischen Korridor und den Bau der internationalen Brücke. Dieser Prozess entwickelte sich auf natürliche Weise durch kontinuierliche Kommunikation sowie Informations- und Beratungsaustausch.
Herausforderungen für 2026 (gekürzt)
- Die Krise des Jahres 2025 verdeutlicht die Dringlichkeit, mittelfristig Finanzierungsquellen zu diversifizieren und zu sichern.
- Die Straflosigkeit im Fall Faro Moro schafft einen äußerst schwerwiegenden Präzedenzfall für den Schutz der PIACI.
- Die durch die gemeinsam mit den Ayoreo-Frauen durchgeführte Untersuchung deutlicher sichtbar gewordene Situation – Gesundheitskrise (Ernährung, sexuell übertragbare Infektionen, Schwangerschaften im Jugendalter) und das steigende Risiko von Menschenhandel – erfordert eine stärker koordinierte und nachhaltige Antwort.
- Wir müssen darüber nachdenken, wie junge Menschen wirksamer in die Verteidigung des Territoriums und die Bewahrung der Kultur einbezogen werden können.
Miguel Ángel Alarcón Bobadilla Übersetzung: Bernd Wegener
RdN konnte 2025 dank Ihrer Spenden die Iniciativa Amotocodie mit 3.031 € unterstützen.
