Kampagnen

 

33 ha – Ein erster Schritt zur Wiedergutmachung an indigenen Völkern!

von FdN, 21.06.2015

Liebe Unterstützer und Freunde,

bedingt durch das Eindringen und die Landnahme weißer Bevölkerungen infolge der kolonialen Besetzung besitzen Ureinwohner heute oft nur noch einen Bruchteil ihres Landes. Als Beispiel seien die Makà (Paraguay) genannt, denen keine 30 ha von ca. 600.000 ha blieben. 

Die Globalisierung katapultiert dieses Verbrechen in eine neue, gewaltige Dimension. So sind durch Weltbank-Projekte in den vergangenen zehn Jahren etwa 3,4 Millionen Menschen umgesiedelt worden oder haben zum Teil ihre Lebensgrundlage verloren (NDRInfo, 16.04.2015). Die Weltbank ist weltweit an der Vertreibung Indigener aktiv beteiligt.

Die 33 ha Forderung geht zurück auf Argentinien, wo im 19. Jahrhundert jeder Neusiedler 33 ha Land für einen getöteten Indigenen erhielt. Diese 33 ha sind ein symbolischer Wert, der ein Signal sein soll, den Ureinwohnern mehr Bedeutung und Gerechtigkeit zu geben.

Mit der Forderung „33 Hektar“ wollen wir ein echtes Gegengewicht starten. Mehr noch: Man muss an die conqista erinnern, weil die Gegenwart ohne die Vergangenheit nicht in ihrer ganzen Tragweite zu verstehen ist.             LOGO

Wir streben deshalb an, dass alle Staaten, besonders die Staaten der „Neuen Welt“, die Landnahme auf Kosten indigener Völker endgültig und bedingungslos beenden. 500 Jahre sind genug! Die erfolgte Landnahme ist nach Möglichkeit rückgängig zu machen, um der Urbevölkerung endlich die Chance zum Leben in freier Selbstbestimmung zu geben.

Wir fordern Argentinien auf, als ersten Schritt jedem Indigenen, der den Genocid überlebt hat, 33 Hektar Land zu übertragen, in Erinnerung daran und als Wiedergutmachung dafür, dass Mitte des 19. Jahrhunderts jeder europäische „Siedler“ für jeden Indigenen, den er ermordete, zur Belohnung 33 Hektar Land erhielt. Dieses Land soll nicht individuell, sondern – indigener Tradition gemäß – als kollektives Eigentum verbrieft werden.

Ein solcher Schritt wird das historische Verhältnis zwischen der „eingewanderten“ Bevölkerung und den Indigenen anschaulich machen und – so ist zu hoffen – damit die Bereitschaft zur Wiedergutmachung wecken und verhindern helfen, dass gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen eine ähnliche Politik der Vernichtung oder Umerziehung betrieben wird, wie dies in der Zeit der Militärdiktatur geschehen ist.

Die Landnahme ist ein Milleniumsverbrechen. Es bedarf eines Codex, der Landnahme und Siedeln auf ethnisch gesäubertem Land verurteilt. Und es bedarf eines umfassenden Programms der Landrückgabe. Unterstützen und helfen Sie mit!

Idee und Text: Klaus Margraf

Bitte nutzen Sie den Download: 33 ha Kampagne TEXT NEU (PDF: 215 KB) und senden diesen mit Ihrer Anschrift an:

Botschaft der Republik Argentinien, Kleisstraße 23-26, 10787 Berlin

Deutsche Botschaft, Buenos Aires, Villanueva 1055, C 1426 BMC Buenos Aires

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V., Postfach 20 24, 37010 Göttingen, E-Mail: info@gfbv.de

ATTAC Deutschland, Münchener Straße 48, 60329 Frankfurt, Email: info@attac.de

Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V., Potsdamer Straße 89 10785 Berlin, Fax: 030 / 25 94 08 11, E-Mail: mail(at)aswnet.de

Zeitverlag Gert Bucerius, Buceriusstraße, 20095 Hamburg, E-Mail:diezeit@zeit.de

 

Bernd Wegener

 

 

SCHUTZ VON CERRO LEON UND AYOREO AISLADOS!

von FdN, 26.04.2015

Liebe Unterstützer und Freunde,

wir konnten die Gesellschaft für bedrohte Völker gewinnen, einen Mailaktion zu Gunsten der Ayoreo und des Nationalparks Cerro Leon (Gefährdung durch Bergbau). Bitte nutzt die Aktion und helft mit Eurer Unterschrift, gegen das Verbrechen gegen Menschenrechte und Naturschutz zu handeln. Es gibt einen breiten nationalen und internationalen Widerstand gegen das fatale Ansinnen der beiden Ministerien (Infrastruktur; Umwelt). Ein erster Erfolg zeigt sich, der Senat hat den Gesetzentwurf abgelehnt. Der Kampf ist jedoch noch nicht zu Ende, deshalb ist auch Eure Stimme wichtig.

Hier kommt der

Pfad:

https://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=2887&stayInsideTree=1

Die Kampagne ist auch über die Webseite zu finden: https://www.gfbv.de Kampagnen, aktuell.

Bernd Wegener

 

 

RECHT AUF LEBEN IN FREIWILLIGER ISOLATION!

Isoliert lebende Völker sind die zerbrechlichsten aller Kulturen, die unser Planet kennt! Es gibt sie nur noch in Südamerika, auf den Andamanen sowie in West Papua, sonst nirgends mehr! Für ihren Schutz hat sich 2005 in Lima die Internationale Allianz gegründet. Seit 2008 besteht zudem der Beratende Ausschuss. Ihre Dokumente sind nachstehend aufgeführt.

IINTERNATIONALER BERATENDER AUSSCUSS ZUM SCHUTZ INDIGENER ISOLIERTER VÖLKER, Satzung und Erklärung, Lima 2011

PDF (deutsche Übersetzung)Intern. Beratender Ausschuss f. Indig. Isolierte Völker, Satzung + Statement, Lima 2011

 

WIR FORDERN: ISOLIERT LEBENDE VÖLKER SCHÜTZEN! 

von FdN, 3. Juni 2008

Geschlossenes internationales Handeln zum Schutz Indigener Isolierter Völker
Gerade in den Medien aufgetaucht sind Fotos von einem neu entdeckten Indianerstamm in Brasilien. „Die Welt“ titelte daraufhin: „Der Traum vom edlen Wilden“ und verklärt dabei das Wesentliche. Im Jahre 2005 fand in Brasilien eine Konferenz zu isoliert lebenden Indigenen Völker statt. Sie beschloss den Schutz der in freiwilliger Isolation lebenden Kulturen. Diese Deklaration von Belem hätte der Autor von „Die Welt“ einmal lesen sollen, bevor er, sich selbst disqualifizierend, so viel Unsinn zusammenschreibt.

Man nennt sie in Südamerika „Isolados“. Sie leben im Verborgenen, unsichtbar – und doch sind sie da. Tief im Dschungel, in schwer zugänglichen Berg- oder Quellgebieten tropischer Regionen haben sie letzte Zuflucht gefunden. Aus Freiwilligkeit oder erlebter Aggressionen verschiedener Art haben sie sich entschlossen, ohne Kontakt zur übrigen Gesellschaft zu leben. Sie gehören Indigenen Völkern oder Teilen von ihnen an. In Südamerika gibt es sie nicht nur im Amazonasgebiet, sondern auch südlich davon in Bolivien und Paraguay. Die Heimat dieser dort lebenden Indigenen ist die große Schwemmsandebene des überwiegend mit Dornbuschwäldern bestockten Gran Chaco. Hin und wieder finden sich ihre Spuren. Wenn sie sich durch Eindringlinge bedroht fühlen, greifen sie auch zu ihren Waffen. Die Eindringlinge kommen mit automatischen Feuerwaffen. Die Isolados aber besitzen außer dem Mut der Verzweifelung meist nur Pfeil und Bogen: die alte Konstellation, seit Zeiten des Kolumbus unverändert, im fernen Europa kaum zur Kenntnis genommen.

FdN unterstützt seit Jahren ein Landkaufprojekt zum Schutz isoliert lebender Indigener Völker in Paraguay. Nähere Informationen finden Sie unter Projekte!

Isolados stellen äußerst zerbrechliche Gesellschaften dar und sind durch die rapide fortschreitende Globalisierung heute um so mehr bedroht. Kontaktierungen – früher oft auch als Befriedungen bezeichnet – bringen Tod und Verderben über sie. Die Liste der ausgestorbenen Völker/Ethnien findet kein Ende, allein zwischen 1900 bis 1950 waren es in Brasilien 87 Völker. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts folgten die Iramrari, Luhkute, Kine, Yakannt, Arikapu, Mbiar, Xeta, Simana, Asinani, Inabisana, … Ein Reigen des Todes, der sich bis heute hinzieht.
Diese letzten freien Ureinwohner verschwinden oft so leise von unserer Erde, dass ihr Aussterben kaum bemerkt wird. Das Schicksal dieser Völker hängt jedoch heute nur noch in geringem Maße von ihnen selbst ab. Vielmehr sind sie dem ausgeliefert, was um sie herum passiert und zu ihnen dringt. In der Regel ist es die brutale, rücksichtslose Vernichtung ihres Lebensraumes, ihrer Kultur, bis hin zum Völkermord.

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 Foto (FUNAI): Der in Brasilien an der Genze zu Peru neu entdeckte Indianerstamm.

Um dem geschlossen entgegen zu wirken, fand Im November 2005 fand in Belem, Brasilien, zum ersten Mal ein internationales Treffen zum Thema „Pueblos Indígenas Aislados de la Amazonía y del Gran Chaco“ statt. Es wurde nachstehende Erklärung unterzeichnet.

 

INTERNATIONALE ALLIANZ ZUM SCHUTZ IINDIGENER ISOLIERTER VÖLKER

Deklaration von Belem für Indigene Isolierte Völker, 11. November 2005

Die Organisationen und Personen, die sich beim ersten internationalen Treffen zur Thematik „zurückgezogen lebende indigene Völker Amazoniens und des Gran Chaco“ in Belem (Brasilien, Bundesstaat Para) vom 8. bis 11. November 2005 versammelten, haben dort die Internationale Allianz zum Schutz Indigener Isolierter Völker gegründet.
Die Allianz will mit Hilfe dieser Deklaration die Aufmerksamkeit der Regierungen der betreffenden Staaten auf die Situation der Isolierten und der Erstkontaktierten Naturvölker aufmerksam machen.

Deklaration von Belem PDF (deutsche Übersetzung):  DEKLARATION Belem 5.11.2005

Zu freiwillig isoliert lebenden Völkern in Paraguay und unsere Arbeit dort, gehen Sie bitte auf unsere Projektseite!

 

 

VERTRIEBEN IM NAMEN DES NATURSCHUTZES

von Steffen Keulig, 30. November 2006

Eine neue Studie weist nach, dass allein in Afrika etwa 14 Millionen Indigene im Namen von Naturschutz vertrieben worden sind. Trockene Statistik hinter der sich ungeahntes Leid verbirgt. Dank internationaler Gelder von der Global Environment Facility der Weltbank und US-amerikanischen Naturschutzorganisationen sowie der US-Entwicklungshilfe (USAID) wird die Vertreibung finanziert. Die meisten Naturschutzgelder von USAID, rund 300 Millionen Dollar, flossen in den 90er Jahren an die drei großen Naturschutzorganisationen Conservation International (CI), Nature Conservancy (TNC) und der World Wide Fund for Nature (WWF). Die vertriebenen Ureinwohner gingen leer aus. (deutsch)

Dezember 2005: Im Eastside Hotel in Berlin sitzt mir Roy Sesana gegenüber. Einige Tage zuvor hatte er den alternativen Nobelpreis in Stockholm überreicht bekommen. Roy, Buschmann aus Botswana und Mitbegründer der Organisation „First People of the Kalahari“, hatte ihn für seinen Einsatz für sein Volk bekommen. Er erzählt mir seine Geschichte. Im Namen von Entwicklung und Naturschutz wurden die Gana und Gwi Buschmänner 2005 endgültig aus der Kalahari vertrieben. Ihr Stammesland trägt heute offiziell den Namen „Central Kalahari Game Reserve“.

Februar 2006: Andriesvale/ Südafrika: „Das hier, die Kalahari, ist unser Land. Früher zogen wir umher und waren frei. Für uns gab es damals keine Grenzen. Doch man vertrieb uns,“ erzählt David Kruiper, #Komani San Buschmannführer, und blickt mir dabei tief in die Augen, als erwarte er Hilfe. Sein Stammesland nennt sich heute „Kgalagadi Transfrontier National Parc“.
Zwei Beispiele, die dafür stehen, wie Indigene Völker, Naturvölker, bis heute systematisch von dem Land ihrer Ahnen vertrieben werden. Zurück bleiben entwurzelte und verelendete Menschen, Alkoholiker und Prostituierte. Wenn diese Menschen in den Elendsvierteln der Großstädte landen, sich ihre Dörfer immer mehr entleeren und ihre Kultur für immer ausgelöscht ist, werden sie zu Parias, zum Lumpenproletariat ihrer Gesellschaften degradiert. Da klingen die Forderungen der UN Organisation UNESCO zum Schutz der kulturellen Vielfalt wie Hohn in den Ohren der betroffenen Völker. Das offizielle Motiv für die Vertreibungen und Menschenrechtsverbrechen heißt Naturschutz. Die Täter dieser Vertreibungen sind jedoch nicht nur anonyme Regierungen von Nationalstaaten, sondern auch Multinationale Naturschutzorganisationen. Zwei davon, die sich in dieser Hinsicht weltweit besonders einen Namen machten, sind der WWF (World Wide Fund for Nature) und CI (Conservation International). Deren Aktivitäten prägten den Begriff: „conservation refugees“ – Naturschutz-Flüchtlinge.
Der WWF sieht sich in eigenen Belangen gegenüber Indigenen Völkern engagiert: „Sie sind die wichtigsten Hüter der Umwelt.“ Wie bedeutungslos derartige Aussagen sind, beweist die Geschichte des WWF, der unzählige Indigene Völker aus ihrem Stammesland vertrieb bzw. daran indirekt beteiligt war:

Zaire/Kahuzi-Biega NP (Barhwa Pygmees)
Zaire/Maiko NP (Bamputi Pymees)
Zentr. Afrik. RP/Dzangha Sangha NP (Baka Pygmees)
Botswana/New game reserve (Bushman)
Indien/Rajaji NP (Gujjar Nomades)
Indien/Nilgeri NP (Yarava, Todas)
Kamerun/Lobeke NP (Baka Pygmees)
Philippinen/St. Pauls NP (Batak)
Ruanda/Nyungwe NP (Batwa Pygmees)
Kenya/Tsavo NP (Sanye Nomades)
Namibia/Etosha Pan NP (Bushman)
Südafrika/Kalahari NP (Bushman)
Sri Lanka/CNPPA NP (Veddhas)

 

 

MISSION UM JEDEN PREIS

von Steffen Keulig, 20. Oktober 2005

Wer dachte, die Tage der Missionierung scheinen vorbei, irrt sich gewaltig. Die fundamentale, christlich-amerkanische Sekte New Tribes Mission (Neue Stammes Mission) will die verbliebenen 3000 indigenen Volksgruppen um jeden Preis missionieren: „Of the earth’s 7,000 ethnic groups, 3,000 are still unreached. Our vision is for every tribe to have the opportunity to hear and respond to the Gospel.“
Wir werfen den Christen indirekte Beteiligung an diesen geplanten Ethnozid vor, solange sie sich nicht aktiv gegen kirchliche Missionsgesellschaften auch hierzulande wenden. Ein Anfang wäre die Sperrung der Kirchensteuer für solche Zwecke und der Bruch des Tabus öffentlich in Kirchen darüber zu diskutieren.

 

 

FDN STATEMENT BEI DER UN/WGIP 2005 IN GENF

von Robin Gläß, 21. Juli 2005

FdN hat zum Thema „Free, prior and informed Consent“ bei der UN/WGIP in Genf, vertreten durch Robin Gläß, ein Statement abgegeben. Dieses Prinzip des „Free, prior and informed Consent“ wird häufig nicht berücksichtigt, vor allem bei wissenschaftlichen Projekten. Das Genographic Project von National Geographic Society, IBM, der Waitt Family Foundation und dem Genetiker Spencer Wells steht hierbei als Beispiel für eine Reihe von ähnlichen Projekten, die human-genetisches Material weltweit sammeln wollen. Die Gründe hierfür sind oft zweifelhaft und die möglichen Auswirkungen, vor allem für indigene Bevölkerungen, sind ungewiss. (Statement englisch)

COMMISSION ON HUMAN RIGHTS
Sub-Commission on the Promotion and
Protection of Human Rights
Fifty-seventh session
Working Group on Indigenous Populations
Twenty-third session
18-22 July 2005

Agenda Item 5. Standard-setting:
(a) Legal commentary on the concept of free, prior and informed consent

Statement by Friends of Peoples close to Nature
Germany and the students of the University of Lueneburg [1]

Thank you Mr. /Ms. Chairman:
Excellencies, ladies and gentlemen:

It is our pleasure to have the opportunity to participate in the Working Group.
This submission is made on behalf of Friends of Peoples close to Nature Germany and a group of students of the University of Lueneburg, Germany.On August 3rd 2004, the Sub-Commission on the Protection and Promotion of Human Rights presented their Report of the Working Group on Indigenous Populations (WGIP) on its twenty-second session. The WGIP recommended working further on the “legal commentary on the concept of free, prior and informed consent”. According to this preliminary paper and the ILO Convention 169[2], it is essential that indigenous populations have to be consulted prior to any planning of development and scientific project affecting them. The point is that no project should begin without consultation and consent of the indigenous populations. This means that any project should not be implemented without giving a fundamental understanding and the compliance of the indigenous populations (see Art. 7.1, ILO 169: „participation in the formulation“). This means also that an overall clarification of motives, objectives and consequences of those projects must be given, as far as their known.

Very often, this demand is not taken into account. For example concerning human genetic bioprospecting (paragraph 17b, version 2004) and concerning medical research (paragraph 59, version 2005) pointed out in the legal commentary. We would like to mention the „Genographic Project“, which has the goal to take human genetic samples from all over the world in order to create a world atlas of human migration. This project was announced to public on April 13th 2005 and it is initiated by the National Geographic Society, IBM, the geneticist Spencer Wells and the Waitt Family Foundation.

In the case of indigenous people, scientists are going to take samples from them. So far, the initiators have not given clear, how this sampling is managed. It is just mentioned very vaguely that the participation is voluntary, and that advice and counsel from leaders and members of indigenous communities is sought.

According to the lack of transparency in this project, it is not clear, if and when consultations with indigenous populations concerning the implementation and methology of the project was to be enacted. Also because of this lack of transparency, scientific paternalism is linked to this project. Also, the possible economic exploitation is unknown. Furthermore, the security of the indigenous participants data is not guaranteed.

In addition, the Arizona Research Lab, which is in charge of the analysis of the collected data, is discredited due to the exploitation of human genetic material of the Havasupai, a couple of years ago. Even, the chairperson of the project’s advisory board Mr. Cavalli-Sforza was discredited by the indigenous populations because of another well-known (discharged) project, the Human Genome Diversity Project (HGDP). All but one of the chosen indigenous populations have refused to participate and condemned the HGDP because it treated them as scientific objects and not as human beings[3].

The respect of human dignity and the respect of the rights of each human being, „regardless of their genetic characteristics“ (Art. 2.a) and the imperative not „to reduce individuals to their genetic characteristics“ (Art.2.b) were acknowledged through the UNESCO „Universal Declaration on the Human Genome and Human Rights“ in 1997.

For this reason, the mentioned human genetic projects are violations against agreements, under international law, for example the ILO Convention 169.

Therefore, we suggest to include the human genetic biosprospecting as a further part of the legal commentary. Because of its important and its great cultural, spiritual and social relevance, this issue is to be treated separately (as the WGIP had already done).

We suggest that research institutions should be informed about and demanded to implement this internationally accepted principle.

We suggest to create an independent ethic board, which controls future genetic proposals and procjets concerning the biosprospecting and the utilization of indigenous human genetic materials.
Further on, we express our solidarity with the critics and the call for boycott of the Genographic Project given by the Indigenous Peoples Council on Biocolonialism.

We are sure that the Working Group is already paying attention to this project and therefore, we would like to express our solidarity with critical examination from the point of view of the affected indigenous populations.

Thank you!

[1] Anna Böhme, Cristina Blohm-Seewald, Ingeburg Annelie Fincke, Robin Gläß, Jürgen Simon

[2] Convention (No. 169) concerning Indigenous and Tribal Peoples in Independent Countries.
Adopted on 27 June 1989 by the General Conference of the International Labour Organisation at its seventy-sixth session, entry into force 5 September 1991.

[3] A similar controversial project is the HapMap project. The objective is to develop a haplotype map of the human genome.

 

 

UN KONFERENZ ZUR BIOLOGISCHEN VIELFALT
Samstag, 23. Juni 2007
von Steffen Keulig
Angesichts der bevorstehenden 9. UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt und dem 4. Treffen zum Cartagena-Protokoll über Biologische Sicherheit 2008 in Bonn möchten wir erneut auf die anhaltende Vertreibung indigener Völker im Namen von Naturschutz und Entwicklung hinweisen. Bei der Konferenz stehen vorrangig Naturschutzziele im Fordergrund. Über die Rolle der Indigenen im Kontext Naturschutz wird geschwiegen. Wir von Freunde der Naturvölker e.V. fordern deshalb, dass bei der Gestaltung der Rahmenvorgaben für die CBD die Akwè: Kon Guidelines umfassend und im vollen Umfang in die Ausgestaltung der zu ratifizierenden Zielvorgaben mit aufgenommen werden.
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