Projekte in Australien / Ozeanien

WEST PAPUA

RdN hat mit fPcN seit Anfang der 90er Jahre die Indigenen von West Papua gegen die indonesischen Besatzer unterstützt (s.a.: www.freewestpapua.org und www.westpapuamedia.info). Wir prangern ausländische Unternehmen wegen Natur- und Kulturzerstörung an. Zu ihnen zählen z.B. die amerikanische Minengesellschaft Freeport oder der japanische Konzern Marubeni, einem der weltweit größten Importeure von Tropenholz. Zur Situation im indonesisch besetzten West Papua berichtet, der von uns produzierten Film „West Papua – The secret war in Asia“, der 2007 auf der Biennale in Venedig präsentiert wurde (s.a. Filme).

Einer unserer größten Erfolge war mit unserer Hilfe die Gründung der Free West Papua Kampagne UK   durch den Stammesführer der Koteka-Bewegung Benny Wenda in England. Nach unserem Erstkontakt mit ihm 1999 im Hochland von West Papua, seiner Flucht aus einem indonesischem Gefängnis 2003, gelang es uns für ihn politisches Asyl in England zu erhalten. 2005 sprach er erstmals mit unserer Hilfe vor der UN Menschenrechtskommission in Genf und vertrat die Belange seines eigenen Volkes. Benny Wenda war auch die treibende Kraft zur Gründung der Internationalen Parlamentarier für West Papua Ende 2008.

Freiheitsbekundung Timika H50-2009Foto: Freiheitsdemonstration in TIMIKA

Menschenrechte verteidigen: RdN übernahm Anwaltskosten, für von der indonesischen Besatzermacht angeklagten Papuas. RdN ist zudem Mitglied im Westpapua Netzwerk (www.west-papua-netz.de), einem Forum von Organisationen und Einzelpersonen in Deutschland, die mit der politischen, sozialen, ökologischen und kulturellen Situation in West Papua befasst sind. Sie alle setzen sich auf unterschiedliche Art und Weise für Frieden und Gerechtigkeit in West Papua ein.
Medikamente, Lebensmittel und Kommunikationsequipment: besonders für die Flüchtlingslager in Papua Neuguinea (PNG) fanden Hilfsaktionen 2007 und 2008 statt. Dazu war jeweils ein Team von uns vor Ort gewesen.

 
SALOMONEN und VANUATU 

Kwaio

Die Kwaio (Foto) auf der Salomonen-Insel Malaita sind das letzte traditionelle Volk im östlichen Melanesien. RdN – damals noch als FdN – hat ihnen in ihrem Kampf für ihre Traditionen gegen Holzkonzerne / Regierung beigestanden, sowohl auf ihrem Stammesland und international, u. a. 1993/4 durch Unterstützung des Aufbaus der Malaita Tribal Land Group und ihren Kampf gegen den Holzraub auf Stammesland.

Die Melanesia Forest Expedition erhielt GPS-Technik zur Vermessung von zu schützenden Naturwaldgebieten auf Vanuatu, um damit auch den Lebensraum dortiger Stammesvölker zu erhalten.

 

AUSTRALIEN

Obwohl sie als erste den Kontinent besiedelten, wurden Australiens NEGRITOS verdrängt, gelöscht und vergessen. RdN macht seit 1992 auf das Desaster aufmerksam. Es ist eine Negierung ethnischer Vielfalt, ein Wert, der nicht zu ersetzen ist. Ein Wert, der uns alle reicher macht!

1938 wurden in zwei Missionsstationen die letzten sechshundert Überlebenden negritoider Ethnien „entdeckt“ und ihre Lebensräume in den Regenwäldern nahe Cairns zum Beginn der Kolonisation identifiziert. Es waren die „Stämme“ der Ngatjan, Mamu, Wanjuru, Tjapukai, Barbaram, Idindji, Kongkandji, Buluwai, Djiru, Djirubal, Gulngai und Keramai. Mit dem Aboriginals Protection and Restriction of the Sale of Opium Act (Queensland, 1897) wurden die Aboriginals  gesetzlich eingeschränkt und in Stationen der Regierung bzw. Missionen gezwungen. In den 1960iger Jahren wurden die Negritos aus dem öffentlichen Gedächtnis gestrichen. Ihre Orte, die von Anthropologen, um die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts besucht wurden, wurden von Wissenschaftlern der Institutionen aus dem historischen Datensatz gelöscht – einfach weil ihre Existenz in der Geschichte unbequem in der Perspektive der europäischen Eroberer und Verdränger ist. Diese Löschung steht für den nationalpolitischen Angriff der Weißen und ihrer Wissenschaft. Öffentlich zu leugnen, dass es sie gibt, und die Erinnerung an sie zu tilgen, gehört neben Genozid und Ethnozid (das sie ohnehin erfuhren) zu dem Schlimmsten, was man einem Volk/Ethnie antun kann. Es ist ein Verbrechen gegenüber dieser besonderen Menschengruppe, dass gleichzusetzen ist, mit der Leugnung des Holocaust an den Juden.

Tschakupai Jhonny (Foto) von den Djabugay (Tjapukai) im Jahr 1992. Ab 1913 wurden die Djabugay in die Missionstation Mona Mona gepfercht. Nur wenigen gelang es bis Ende der 1930iger weiter im Wald zu leben. 1962 wurde die Mona Mona Mission aufgelöst. Der Staat deportierte die Bewohner u.a. in die Sträflingskolonie Palm Island. 1967 durften sie zurückkehren. Jhonny zeigte unserer Organisation 1992 die Orte, wo sie einst lebten, als der Wald ihnen noch offen stand. … Heute gibt es 14.700 Aboriginal in der Region Cairns. Man kann davon ausgehen, dass ein nicht unwesentlicher Teil davon Nachkommen der ursprünglichen negritoiden Djabuganjdji (Djabugay), Indindji, Kongkandji und Barbaram Stämme sein müssen.