Projekte in Asien


PHILIPPINEN: REGENWALD DER AGTA BEWAHREN

Liebe Leute,

vom 8. März – 5. Mai 2015 war unser Mitstreiter Peter auf den Philippinen. Peter ist seit Jahren aktiv im RdN-Schutzprojekt DIPUNTIAN auf der Halbinsel Ildefonso (Luzon). Dort fanden vertriebene Ureinwohner der Negritos vom Volk der Agta eine neue, sichere Bleibe.

Peter teilte jüngst zur Situation der philippinischen Negritos mit: „Die letzten Jahre habe ich dort die Eingliederung der mir bekannten Negritos in die Zivilisation beobachtet. Es ist mir bisher nicht gelungen, die Globalisierung aufzuhalten. Das einzige mich noch ansprechende Projekt erschien mir der Schutz des Waldes der Agtas im Nationalpark an der Pazifikküste (Hauptinsel Luzon). Mir wurde, wie von mir zuletzt berichtet, letztes Jahr das Nutzungsrecht für einen Küstenabschnitt (ähnlich Dipuntian) für ca. 1.000 € angeboten. Falls es ein Interesse an der Angelegenheit gibt, kann ich nähere Erkundigungen einholen. Sinn macht das nur, wenn sich tropenfeste Aktivisten mit viel Zeit und Engagement finden. Diese Gegend ist noch paradiesisch. …“  F1 

Wir haben Peter gebeten, nähere Erkundigungen einzuholen, unter welchen Bedingungen ein Schutzprojekt für den angebotenen Regenwaldabschnitt zugunsten dort lebender Agtas realisiert werden könnte. Die Erfahrung zum Regenwaldschutz auf den Philippinen lehrt aber auch, dass die Tropenwälder dort nur eine Chance haben, wenn engagierte Personen unmittelbar vor Ort leben, um illegale Abholzungen zu unterbinden. Auf die Aufsicht staatlicher Behörden zu hoffen, ist leider nicht immer effektiv. – Falls es Interessenten gibt, die künftig auf den Philippinen leben wollen, und auch für den Schutz von Regenwäldern und Menschenrechten wirken möchten, bitte meldet euch.

Peter macht auf eine dort vorkommende, ihm nicht bekannte Hautkrankheit der AGTA aufmerksam und fragt, was es ist?

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Bernd Wegener

 

MALAYSIA: UNTERSTÜTZUNG SENOI

Als Orang Asli (malaiisch: „Ursprüngliche Menschen“) werden drei sehr unterschiedliche Gruppen von Völkern bezeichnet, die negroiden SEMANG (Negritos), die australoiden SENOI und die PROTOMALAIEN (Altmalaien). Sie sind die Urbevölkerung Malaysias und sie sind vom Untergang bedroht, einem lautlosen Untergang, der außerhalb ihrer Lebensräume kaum zur Kenntnis genommen wird. RdN unterstützt deshalb seit 2014 ein Bildungsprojekt für die zu den SENOI gehörenden Jah Hut.

Hilfe im Kampf gegen Lebensraumzerstörung: Workshop „moderne Medien“

Im Workshop werden Vertreter der Temiar und anderer indigener Ethnien in der Nutzung von Videokameras und die Informationsverbreitung mit modernen Medien (Internet) geschult, um Umweltschäden, illegalen Holzschlag, Landraub etc. sofort zu dokumentieren. Weiterhin wird den Indigenen vermittelt, an welche Behörden sie sich in welcher Form zu wenden haben, um die Vorkommnisse anzuzeigen. Die Workshops dienen auch der Kommunikation und Vernetzung der Menschen untereinander.

Die Kosten eines Workshops mit zehn bis zwölf Teilnehmern und fünf Trainern liegen bei ca. 1.100 EUR. Durch RdN-Unterstützung konnte eine Outdoorkamera zur Verfügung gestellt werden sowie der erste Workshop vom 29.11. – 01.12.2014 stattfinden. Zehn weitere sind geplant. Durchgeführt werden die Workshops vom Umweltschützer und Filmemacher Shafie Dris. RdN konnte 2014 mit 1.800 € unterstützen. Wir bitten um Spenden (Kennwort: Senoi bzw. Malaysia).

10801557_870435186403996_6317243754224051924_nWorkshop 29.11. – 01.12.2014

Mapping Projekt: Jef von den Jah Hut hat bisher über 40 Dörfer vermessen, damit die Indigenen bei Gerichtsprozessen ihre Landansprüche beweisen können. Einige Prozesse wurden durch seine Karten bereits gewonnen. In offiziellen Karten werden heilige Orte, alte Friedhöfe etc. als landmarks aufgenommen. Ziel ist es, 100 Karten zu erstellen (Kosten: 55.000 EUR).

Es kann nicht deutlich genug gesagt werden, dass RdN bis Ende 2016 die einzige ausländische NGO war, die in Malaysia auf diese Weise aktiv ist und durch vergleichsweise geringe finanzielle Zuwendungen diese Basisaktivitäten erst ermöglicht. Wir haben Hilfe geleistet, die direkt bei den Menschen ankommt. Jeder Cent, den RdN zur Verfügung stellt, wird direkt umgesetzt. Die bescheidene Unterstützung von RdN gab dem Widerstand der Orang Asli in 2015 wichtige neue Impulse und hat viele Aktivitäten ermöglicht, die ohne unsere Zuwendungen nicht stattgefunden hätten. Dadurch fanden folgende Aktivitäten statt:
– Kartenerstellung Kampung Jemeri
– Multimediaworkshop in Ipoh, unter Einbeziehung der lokalen Presse
– Kartenerstellung des gesamten Siedlungsgebietes der Jahut
– Kartenerstellung Kampung Sebok
– Erstellung eines Videos „Tek Bok“, in dem Landrechtsproblematik der Orang Asli dargestellt wird, Jef und Shar-Is.
– Untersuchung des Falls von Kampung Batu. Das Dorf wurde im Juni 2015 vom Militärzerstört und die Bewohner vertrieben. Shafie Dris hat vor Ort die Menschen befragt, Ersthilfe geleistet und die malaysische Anwaltskammer informiert.
– Kartenerstellung Kampung Parik
– Kartenerstellung Pos Lanai
– Blockadefinanzierung Pos Lanai
– Blockadefinanzierung Kampung Sungai Kiol
– Treffen von Vertretern der Orang Asli mit dem Ministerpräsidenten von Pahang
– Soforthilfe bei der Suche von siebn vermissten Temiarkindern (August 2015)
– Kauf eines Computers für Jef zur Erstellung von Landkarten
– Weitere Aktivitäten, wie Treffen mit anderen Aktivisten, Teilnahme an einer Konferenz in Kota Kinabalu (Jef) etc.
Im Rahmen von Aktivitäten vor Ort wurden von RdN 519 € für GPS Geräte zur Landvermessung gekauft und 500 € wurden im Januar 2015 als Soforthilfe für Flutopfer ausgegeben. In Zentralmalaysia gab es 2014/15 die schlimmsten Überschwemmungen seit 30 Jahren.

Unsere Partner erhielten 2015/16 für die Landsicherung der Orang Asli von RdN 27.000 €. Seit Ende 2016 unterstützt uns Rettet den Regenwald e.V. für die Urvölker der Halbinsel Malakka.

Wir bitten um Spenden (Kennwort: Senoi bzw. Malaysia).

 

NEGRITOS: FdN setzt sich Bestehen für die negroide Urbevölkerung Südosasiens, die „Negritos“ ein. Alle anderen Völker, die in ihren Lebensraum eindrangen – Inder, Chinesen, Malaien, Europäer – traten ihnen mit Diskriminierung, Versklavung, Verdrängung und Ausrottung gegenüber. Zu diesen arg verfolgten Ethnien gehören auf der Halbinsel Malakka auch die letzten 150 Mani in den südthailändischen Banthat-Bergen. Ihnen galt jahrelang – in Zusammenarbeit mit der thailändischen Nichtregierungsorganisation Grum Dok Yah – unser Engagement.

Mani-Treffenvon RdN – damals noch FdN – 1999 organisiertes medienwirksames Treffen der Mani-Gruppen nahe Trang/Süd-Thailand

 

Im Norden des Landes leben die tibeto-burmanischen Akha, für die sich unsere Schwesterorganisation Akha Heritage Foundation (www.akha.org) engagiert.

 

PHILIPPINEN: LANDSICHERUNG FÜR NEGRITOS

1991 halfen wir den Aeta von Luzon, nach dem Ausbruch des Pinatubo-Vulkans, Schutz im Regenwald Palawans zu finden.

Aeta in KalakoasanAeta in der von RdN – damals noch FdN – errichtete Siedlung Kalakoasan auf Palawan
Vertriebenen Agta konnten wir in Dipuntian auf der Hauptinsel Luzon eine neue Heimat, auf von FdN gekauftem Land, geben. RdN trägt weiterhin die Grundstückssteuern. In dem Ort wurde von uns auch eine Stammesschule errichtet.

Dipuntian Agta-Hütten H59-2011Hütten der Agta in Dipuntian

Modelfarm „Permakultur“: Überlebenshilfe für die Aeta im abgeholzten Pinatubo-Bergland (Prov. Zambales). Die Betreuung wurde 2009 an die Aeta Development Association (ADA) übergeben, die sich für die Rechte ihres Volkes auf ihr Stammesland einsetzt und versucht, die Verdrängung durch Filipinos zu verhindern.

Im Rahmen der Unterstützung für die Aetas erhielten diese auch Wasserbüffel, die als Last- und Zugtiere für Landwirtschaft/Transport wichtig sind. Das Projekt dient dem nachhaltigen Wirtschaften, anstelle der „Haupteinnahmequelle“, der den Lebensraum zerstörenden Köhlerei, die den spärlichen Gehölzbestand sehr belastet.

 büffelvon RdN gesponserter Wasserbüffel (Foto: Peter Holzer)

 
Medizinische Hilfe: Aufgrund von etlichen Infektionskrankheiten (darunter TBC) war die Versorgung der Aeta mit Medikamenten ein Dauerthema für das Engagement von RdN.

2015 haben wir auf den Philippinen Negritos mit Nahrungsmitteln unterstützt, Kinder für die Tradition motiviert sowie für Dipuntian – Zufluchtsort für vertriebene Agta – die Grundsteuern bezahlt. Kosten: 1.451 €