Malaysia: Regierungswechsel – Hoffnung für die Urvölker?

Von RdN, 15.05.2018

Das Regierungsbündnis UMNO des Premier Najib ist abgewählt worden. Vorläufiger Ministerpräsident wird Dr. Mahathir Mohammed. Dr. M. – wie er in Malaysia genannt wird – war schon einmal Premierminister. Er hat eigentlich das korrupte System, das zu zerschlagen er jetzt angetreten ist, mit aufgebaut. Der schon 92jährige und erstaunlich rüstige Dr. Mahathir Mohammed wird gefeiert wie ein Popstar. Zeitungen Südostasiens sprechen von einem Tsunami, der über das Land fegt.

Der bisherige Premier, Najib, ehemals politischer Ziehsohn Mahathir Mohammeds, ist in die Unterschlagung von ca. 4 Milliarden (!) Euro staatlicher Gelder verwickelt, von denen man 700 Millionen auf seinen Privatkonten fand. Er darf das Land nicht verlassen.

Das jetzige Regierungsbündnis hat den Orang Asli große Versprechen vor der Wahl gemacht und sich die Sicherung der Landrechte der Ureinwohner Malaysias auf die (Wahlkampf-) Fahnen geschrieben.

Angehörige der negritoiden Batek

Mitte Juni wird die Regierung neu gebildet und die Minister neu ernannt. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens ein Teil der den Orang Asli gegebenen Wahlversprechen umgesetzt wird.

Die Kooperationspartner von RdN in Malaysia, Jef und Shafie vom Indigenen Netzwerk JKOAP sind derzeit in den abgelegenen Dörfern Pahangs unterwegs um die Bevölkerung für den Kampf um ihre Landrechte zu motivieren und Kartierungsarbeiten zu organisieren. Diese Arbeit ist langwierig und schwer. Viele Indigene haben die Hoffnung schon aufgegeben. Die Arbeit von Jef, Shafie und RdN ist es, den Menschen ihre Hoffnung zurück zu geben und zur Kartierung ihres angestammten Siedlungsgebietes zu bewegen. Dazu sind häufig mehrere Besuche in einer Siedlung notwendig. Denn es sollen sich so viele Bewohner wie möglich an der Erkundung ihres Territoriums und dem Erheben von Daten für die Kartierung beteiligen. So entsteht wieder eine Verbundenheit zur eigenen Geschichte und Kultur.

„Rettet den Regenwald“ und „RdN“ hatten vor gut einem Jahr eine Petition gegen den Holzraub und die Vernichtung der Rergenwaldgebiete des indigenen Volkes der Temiar in Kelantan initiert. Die Temiar hatten damals mit wochenlangen Blockaden die Zufahrt-straßen der Holzfäller zu ihren Urwäldern gesperrt. Die Blockaden sind vom Staat gewaltsam aufgelöst worden und viele Temiar wurden inhaftiert,

Mehr als 200.000 Menschen haben im Laufe der Zeit diese Petition unterzeichnet. Die Petition wird nach der Regierungsneubildung den entspre-chenden staatlichen Stellen übergeben werden, um die Forderung der Orang Asli nach Einhaltung ihrer gesetzlich festgelegten Rechte zu unterstreichen und die Regierung an ihre Wahlversprechen zu erinnern. 

Arne Salisch

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