Category Archives: Allgemein

Infoheft “Naturvölker” Nr. 94, September 2020, 29. Jahrgang

Themen: Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Natur-
völker“ e.V., 2020 (Protokoll, Tätigkeitsbericht und Finanzbericht
2019); Huni Kuin – Amazonasindianer im Grenzland Brasilien–Peru; Malaysia: Gerichtsprozess für Landrechte der Jakun in Kuanta; Dorobo-Fonds Rundbrief Juli 2020;
Guarani Kaiowa: Heiliges Haus in Jaguapiru eingeweiht; Informationen zu Paraguays Gran Chaco Heft 94 PDF (7,6 MB)

Heiliges Ritual bei den Kaiowá in Jaguapiru

RdN unterstützt die Kaiowá beim Wiederaufbau ihres abgebrannten Gebetshauses. Dieses mal haben wir den Kaiowá 200€ überwiesen, damit sie sich Lebensmittel für die anreisenden Verwandten kaufen konnten und Kosten für Smartphones beglichen werden können. Vielen Dank für ihre Spende!

In kleinem Kreise wurden nun die heiligen Gegenstände “Xiru Rerovái” in die “Casa de Reza” (Ongusu, in der Sprache der Kaiowá) gebracht. Bei Midiamax erschien hierzu ein Beitrag, hier die deutsche Übersetzung:

Mit einem heiligen Ritual wird das Gebetshaus (Casa de Reza) im größten indigenen Reservat von Mato Grosso do Sul wiedereröffnet. Die Zeremonie ist in kleinem Kreise und findet am kommenden Samstag (15.8.2020) vor Sonnenaufgang statt. Heilige Gegenstände werden in die Casa de Reza gebracht. Das Gwyra Nhe’engatu Amba, das im Juli letzten Jahres nach einem Brand zerstört wurde und „Ort, an dem der Vogel des guten Wortes seinen Platz hat“ bedeutet, gilt als hundertjähriges Symbol dieser indigenen Kultur und wird am kommenden Samstag wiedereröffnet (15). Das Gebetshaus befindet sich im Dorf Jaguapiru des indigenen Reservats Dourados in Mato Grosso do Sul. Das Einweihungsritual der Xiru Rerovái (heilige Gegenstände), die aus der Asche der Casa de Reza gerettet und von den beiden spirituellen Führern Getúlio Juca und Alda Silva während des Wiederaufbaus aufbewahrt wurden, soll vor Sonnenaufgang stattfinden, am 15. August um 5:00 Uhr und 7:00 Uhr als geschlossene Veranstaltung, die der Großfamilie vorbehalten ist. Dies ist dem gesundheitlichen Notfall infolge der Coronavirus-Pandemie geschuldet. Getúlio, einer der Wächter der heiligen Gegenstände, berichtet, dass zum Zeitpunkt des Brandes etwas mehr als 20 Minuten Feuer ausreichten, um den Ort zu zerstören. Seine Stimme ist immer noch traurig über die Gewalt gegen das kulturelle und religiöse Erbe der Guarani Kaiowá. Ihm zufolge wurde vieles, was dort war, von den Flammen verschlungen. Getulio sagt auch, dass unter den verlorenen Gegenständen einige Kopfbedeckungen (Jeguaka), Roben (Ponchito) und andere Instrumente (Mbaraka und Xiru) sind, die von Frauen und Männern in den heiligen Zeremonien verwendet wurden, zum Beispiel die Zeremonie der Zuschreibung von Namen für Jungen und Mädchen. „Ich sah einen weißen Mann aus dem Haus kommen und ins Getreidefeld rennen. Aber ich konnte ihn nicht identifizieren“, sagte Getúlio. Die Feuerwehrmänner wurden gerufen, aber als sie ankamen, war bereits alles zerstört. Ein Jahr später erinnert sich der Älteste daran, dass das Verbrechen von den Behörden noch nicht aufgeklärt wurde. Ihm zufolge bleiben noch viele Fragen zu dieser Gewalttat gegen indigene Traditionen offen. Trotz der Angriffe, die in seinem hundertjährigen Bestehen verübt wurden, „war das Haus immer hier, obwohl es physisch abwesend ist, aber es lebt in unseren Herzen und in der Erinnerung derer, die darauf zurückgegriffen haben, um einige Krankheiten abzuwehren, insbesondere in der Dunkelheit“, berichtet eine indigene Frau. Während eines Treffens Anfang März im Dorf Jaguapiru war sie eine der Frauen, die sich über den Mangel an Sicherheit im Reservat beschwerte. Berichten von Bewohnern des Reservats zufolge ist die Anspannung tagsüber konstant zu spüren, sie ist aber kaum vergleichbar mit dem, was im Dunkeln passieren kann. „Die Straßen in unseren Dörfern sind nicht beleuchtet und die Angst packt die Familien, besonders nachdem die Sonne untergegangen ist. Die Zeit des Teufels ist in der Nacht “, sagte die indigene Frau gegenüber dem Staatsanwalt des MPF (Bundesministerium), Marco Antônio Delfino und Mitgliedern des CNDH (Nationaler Rat für die Verteidigung der Menschenrechte). Die “Casa de Reza” gilt als Ikone im Reservat. Angesichts des mangelnden Respekts vor den heiligen Symbolen der indigenen Kultur ging sie zu Boden und tauchte aus den Trümmern wieder auf. Erbaut von Freiwilligen aus dem Reservat und mit Unterstützung ausländischer und brasilianischer Institutionen wie der UFGD (Federal University of Grande Dourados), CESE , Deutscher Zusammenarbeit (Rettet die Naturvölker e.V.) und unzähligen Freiwilligen, denen die indigenen Führer dankbar sind. (Quelle: https://www.midiamax.com.br/cotidiano/2020/com-ritual-sagrado-casa-de-reza-sera-reaberta-na-maior-reserva-indigena-de-ms Marcos Morandi. Deutsche Übersetzung Hannes von RdN)

Ein Video über die Einweihungszeremonie ist hier zu sehen: https://www.midiamax.com.br/cotidiano/2020/cerimonia-marca-transferencia-de-objetos-sagrados-na-maior-reserva-indigena-de-ms

Infoheft “Naturvölker” Nr. 93, Juni 2020, 29. Jahrgang

Themen: Es ist nur noch eine Frage der Zeit; Appell an die Bundesregierung zum Schutz des Gran Chaco –Ein Beitrag zum Klimaschutz!; Gran Chaco: Naturlandschaft abgefackelt!; Fragmentierte Kulturen –verstädterte indigene Bevölkerungen im zentralen Chaco; Brasilien: Kein Ende des Terrorsan den Guarani Kaiowa; Buch „Alptraum Zivilisation“; Information zur Jahresversammlung 2020 Heft 93 PDF (2,8 MB)

Einweihung des Gebetshauses verschoben

Aufgrund der aktuellen schwierigen Situation ausgelöst durch die Covid19 Pandemie hat der spirituelle Führer Getúlio Juca entschieden, die Einweihung des Gebetshaues der Kaiowá Gemeinde in Jaguapiro (Brasilien, Mato Grosso do Sul) auf den 24.6.2020 zu verschieben.

Bisher sind keine Fälle innerhalb der Kaiowá Gemeinde bekannt. Aus Vorsicht vor dem Virus hat sich das Dorf aber komplett abgeriegelt. Sr. Getúlio freut sich sehr über die bisherige Unterstützung aus Deutschland! Die Bedeckung der “Casa de Reza” mit Sapé-Gras ist mittlerweile komplett abgeschlossen. Vielen Danke für ihre Spende!

Fortschritt beim Gebetshaus der Kaiowá

Die erste Phase der Bedeckung des Ongusu (Gebetshauses) in Jaguapiru wurde nun fertiggestellt. Neimar Machado schreibt zu der gegenwärtigen Situation bzgl. Corona:

[18:38, 04/09/2020] Neimar Machado: “Angesichts der gegenwärtigen sozialen Isolation finden viele Unterstützungsarbeiten für die Familien der Kaiowá und Guarani nicht statt. Es gibt viele Berichte über Mangel an Nahrungsmitteln und Mangel an Materialien, die für die eigene Bewirtschaftung benötigt werden. Indigene Gesundheitsteams werden nicht entsprechend ausgestattet, um ihre Arbeit, so wie von der Gesundheitsorganisation vorgegeben, auszuführen zu können.

Wenn sich Leute finden, um Hilfe zu schicken, ist es dies der richtige Zeitpunkt. Die Situation ist sehr kritisch.

Andererseits haben wir von der Universität Unterstützung in Form von Alkohol, Handschuhen und Masken für die indigenen Gesundheitshelfer erhalten, die der Gemeinde dienen. Die SESAI (indigenes Gesundheitsamt) benötigt weiterhin Masken, Handschuhe und die Familie von Sr. Getúlio Juca benötigt Reinigungsmittel (Seife, Bleichmittel).”

Wir haben weitere 200€ an die Dorfgemeinschaft gesendet, um Lebensmittel kaufen zu können.

Die Dörfer der indigenen Gemeinden sind so gut es geht nach außen isoliert, dennoch dennoch hat sich das Corona-Virus unter anderem schon im Amazonas ausgebreitet.

Danke für ihre Spende: Kennwort “Casa de reza”

Impfstoff gegen Zivilisation

Liebe Freunde von Rettet die Naturvölker,

in diesen Tagen fragt man sich, wie diese Pandemie schließlich enden wird. Leider können wir ihnen das Ende nicht voraussagen.
Jedoch können wir ihnen mit größter Wahrscheinlichkeit sagen, was nicht passieren wird:
Die Krise wird nicht mit dem Verständnis enden, dass sie zu 100% von der “zivilisierten” Menschheit verursacht wurde. Das Virus dank Globalisierung in kürzester Zeit auf der ganzen Welt verbreitet wurde.
Die Lebensraumzerstörung wird ungehindert weitergehen und das das nächste Virus steht in den Startlöchern, möglicherweise weit schlimmer als Covid19 (beim nächsten mal wird man jedoch mehr Geld damit machen 😉 ). Das System, welches es erschaffen hat, macht mit seinen Schulden künftige Generationen zu den nächsten willigen Sklaven.
Vielmehr wird man nun auf einen baldigen Impfstoff setzen, der alle Probleme löst. Dem man entgegen fiebert und der wiederum vermarktet und zu Geld gemacht wird. Im besten Fall kurbelt man dann im Anschluss an die Pandemie die Wirtschaft so sehr an, dass alle kurzfristigen Errungenschaften hinsichtlich der Klimaziele doch noch zunichte gemacht werden.
Ich arbeite nun in Kurzarbeit und habe noch mehr Zeit, mir Gedanken über die eigentlichen Ursachen dieses “Segens/göttlicher Kommunikation/Weckruf/Aufforderung” zu machen. Unter anderem beschäftigt mich die Frage: Wie viele Menschen (auch die tatsächlich Erkrankten) die eigentlichen Ursachen überhaupt wissen möchten?

Leider gibt es keinen Impfstoff gegen Zivilisation. Wenn es einen gäbe, so wäre dies wahrscheinlich das kondensierte Wissen, dass Leid und Tod unausweichlich sind. Dieses Wissen schützt die Naturvölker schon seit Jahrtausenden davor, ihre eigene Umwelt zu zerstören. Wir werden dies jedoch so lange leugnen, bis die letzte natürliche Ressource der Erde verbraucht ist. Dann wird es schließlich nur noch eine handvoll Menschen geben, von denen keiner in der Lage sein wird, die Wörter “Stolz” oder “Demut” auch nur zu buchstabieren. Ob sich diese Menschen wohl an Naturvölker erinnern werden, hängt auch von Ihnen und ihrer Spendenbereitschaft ab.

Nebenbei ist schön zu sehen, dass egal wie viele hoch-dekorierte Wissenschaftler es gibt, das Verständnis von exponentiellem Wachstum vollkommen fehlt. Somit ist dies eine schöne Blaupause für den, wahrscheinlich ebenfalls mit exponentiell voranschreitender Dynamik, stattfindenden Klimawandel.

Schaut man in die Geschichte der Menschheit, so ließ sich dieser Impfstoff wohl nie richtig gut vermarkten. Um mit Optimismus zu schließen, so möchte ich feshalten, dass immerhin ein Redakteur eines der größten Technologiemagazine Deutschlands dies ebenfalls erkannt hat.

Bleiben Sie so gesund, wie Sie es für sinnvoll halten!

Danke

Blockade der Temiar

Von Jeff haben wir ein Video über die Blockade der Temiar erhalten. Derzeit leider nur mit englischen Untertiteln verfügbar.

Die Temiar gehören zu den Senoivölkern und besiedeln, verteilt auf die Bundesstaaten Pahang, Perak und Kelantan, die Halbinsel Malakka seit mehr als 5.000 Jahren. Zu ihnen gehören ungefähr 30.000 Menschen.

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Aktuelles über Kaiowá-Projekt

Wir haben einen Film über den Wiederaufbau des abgebrannten Gebetshauses (“Ongusu”, in der Sprache Guaraní) der Guarani-Kaiowá in Dourados auf Youtube gestellt:

Wiederaufgebautes Ongusu

Vielen Dank (Muito obrigado) an Prof. Neimar Machado Sousa (https://neimarmachado.blogspot.com/) der mit uns die Hilfen vor Ort koordiniert und uns das Videomaterial zur Verfügung gestellt hat. Wir freuen uns sehr, dass die Wiedereinweihung des Hauses für den 19.4.2020 geplant ist. Derzeit ist die Gemeinde wegen des Coronavirus gegenüber außen abgeschottet, um eine Infizierung der Mitglieder zu vermeiden.

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Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Mato Grosso do Sul Brasilien

Seit der rechtsgerichtete Präsident Jair Bolosonaro Präsident von Brasilien ist, hat sich die Lage für die Indigenen im Land nochmals deutlich verschlechtert.
Angestachelt von der rechtsgerichteten Polemik des Präsidenten, fühlen sich viele Bauern darin gestärkt, ihre eigenen Interessen auf Kosten der dort lebenden Indigenen durchzusetzen. Als Reservat demarkierte Wälder werden abgebrannt, um anschließend Soja anbauen zu können oder das eigene Vieh darauf grasen zu lassen.

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Natur- und Kulturerbegebiet Nivacle und Manju vom Pilcomayo akut bedroht durch Entwaldung

Südamerikas zweitgrößtes Waldgebiet ist der Gran Chaco – ein heißes, halbtrockenes Ökosystem, das sich vom östlichen Bolivien durch den Westen Paraguays bis nach Argentinien erstreckt. Es ist durch Trockenwälder, Palmsavannen und eingestreuten Bittergrascamps gekennzeichnet und weist eine hohe Artenvielfalt auf. Hier leben ca. 3.000 Pflanzen, 500 Vögel, 220 Reptilien und Amphibien sowie 150 Säugetierarten und Heimat etlicher Indianervölker, darunter der Nivacle und Manjui. Ihr traditioneller Lebensraum in Paraguay liegt nördlich des Rio Pilcomayo in den Verwaltungsbezirken Boqueron und Presidente Hayes.

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Paraguay: Manjui erhalten erstmals Landrechte!

Anfang Februar 2019 erhielt RdN folgende Mitteilung von Tierra Libre: „Es hat mit den drei Landtiteln geklappt. Die Gemeinde Santa Rosa – Wonta – ist jetzt nicht mehr landlos, sondern hat nun mehr als 12.000 ha. Vor diesem Erfolg hatten die Manjui kein Land in ihrem traditionellen Territorium. Damit ist der erste Schritt zur territorialen Restitution erfolgt.“ Bei dem Land handelt es sich um ehemalige Flächen der fundamental-evangelikalen Us-amerikanischen Mission “To the New Tribes“.

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Paraguay: “Dekret, das Völkermord bedeutet” aufgehoben

2017 verkündete stolz Paraguays Vize-Landwirtschaftsminister Marcos Medina die endgültige Umwandlung des Landes in einen Agrarstaat und wies darauf  hin, als er erklärte, dass die Abholzung der Wälder keinerlei Problem für das Land darstellte und dass die Abholzung in Zukunft sogar noch zunehmen würde, mit einer Rate von 400.000 Hektar jährlich bis zum Jahr 2030. Dies bedeutete die komplette Abholzung des Landes bis zu jenem Jahr. Continue reading Paraguay: “Dekret, das Völkermord bedeutet” aufgehoben

Hadzabe Landrechte – IV. Quartal 2018

Der größte Teil der Landrechtearbeiten im 4. Quartal 2018 konzentrierte sich lt. Daudi auf die Sicherung und Abgrenzung der Weidegebiete der Hirtennomaden der Datoga. Diese grenzen an die Hadza-Gebiete und werden als Puffer dienen. Dadurch soll erreicht werden, dass die Datoga beginnen, ihr Land besser zu bewirtschaften, und so die Hadza-Gebiete weniger belasten. Darüber hinaus wurden Gebiete der Hadza und Weideflächen in den Mangola-Dörfern physisch abgegrenzt (mehr Grenzrohre eingefügt). Dismas hat dieses maßgeblich vor Ort betreut.

UCRT Mitarbeiter am Demarkierungspfahl

Infoheft “Naturvölker” Nr. 87, Dezember 2018, 27. Jahrgang

Naturvölker Heft 87

Themen: AUS für Internationale Allianz zum Schutz bedrohter isolierter Völker;  Cuguedodie: Der Reichtum an Bohnen; Totobiẽgosode: Sozialräumlich-umweltpolitische Beziehungen; Tatort Ecuador: Runaguna – Opfer im schmutzigen Erdölgeschäft; Survival International: wir haben gute Neuigkeiten für dich!; Weingarten 2018: auch ein Wiedersehen mit der Iniciativa Amotocodie; Neuer indonesischer Militärangriff im Hochland West-Neuguineas; Unsere Buchtipps   Download Heft 87 PDF (2,6 MB)

(Deutsch) Erneuter indonesischer Militärangriff im Hochland von West-Neuguinea

Google ÜbersetzerSofortübersetzung deaktivierenMaximale Anzahl der Zeichen überschritten5000/500024 Zeichen über dem Maximum von 5000:werden.“ Bernd WegenerThe western part of the second largest island of New Guinea, which borders on the much more famous Papua New Guinea, provokes international headlines every few years when an unknown ethnic group is “discovered” or American professors of Papua rebels of the OPM (Organisasi Papua Merdeka (OPM) a free Papua) are killed, as happened in 2002. Continue reading (Deutsch) Erneuter indonesischer Militärangriff im Hochland von West-Neuguinea

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 86, August 2018, 27. Jahrgang

Themen: Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Naturvölker” e.V., 2018; Information zur Datenschutz-Grundverordnung; Regierungswechsel in Malaysia – Hoffnung für die indigene Bevölkerung, den Orang Asli?; Gua Musang: Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen!; Info aus dem Hadza-Land; Mord und Kriminalisierung indigener Aktivisten weltweit!; Vereinsarbeit und Fundraising – wie soll es mit RdN weitergehen?

Download Heft 86 PDF (3,5 MB)

Malaysia: Gua Musang – Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen!

Blockade Cawas, Gua Musang

Awis a/l Asu: „Seit 2016 haben wir die Blockade viermal errichtet. Als wir sie aufgebaut hatten, kam die Forstbehörde und zerstörte sie wieder. Wir wurden inhaftiert, trotzdem haben wir danach unsere 2. Blockade gebaut. Auch die wurde zerstört. Also bauten wir die 3. Blockade, welche auch wieder zerstört wurde. Aber wir hielten durch mit unserer 4. Blockade bis jetzt. Continue reading Malaysia: Gua Musang – Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen!

Malaysia: Regierungswechsel – Hoffnung für die Urvölker?

von RdN, 15.05.2018

Das Regierungsbündnis UMNO des Premier Najib ist abgewählt worden. Vorläufiger Ministerpräsident wird Dr. Mahathir Mohammed. Dr. M. – wie er in Malaysia genannt wird – war schon einmal Premierminister. Er hat eigentlich das korrupte System, das zu zerschlagen er jetzt angetreten ist, mit aufgebaut. Der schon 92jährige und erstaunlich rüstige Dr. Mahathir Mohammed wird gefeiert wie ein Popstar. Zeitungen Südostasiens sprechen von einem Tsunami, der über das Land fegt.

Der bisherige Premier, Najib, ehemals politischer Ziehsohn Mahathir Mohammeds, ist in die Unterschlagung von ca. 4 Milliarden (!) Euro staatlicher Gelder verwickelt, von denen man 700 Millionen auf seinen Privatkonten fand. Er darf das Land nicht verlassen.

Das jetzige Regierungsbündnis hat den Orang Asli große Versprechen vor der Wahl gemacht und sich die Sicherung der Landrechte der Ureinwohner Malaysias auf die (Wahlkampf-) Fahnen geschrieben.

 Angehörige der negritoiden Batek

Mitte Juni wird die Regierung neu gebildet und die Minister neu ernannt. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens ein Teil der den Orang Asli gegebenen Wahlversprechen umgesetzt wird.

Die Kooperationspartner von RdN in Malaysia, Jef und Shafie vom Indigenen Netzwerk JKOAP sind derzeit in den abgelegenen Dörfern Pahangs unterwegs um die Bevölkerung für den Kampf um ihre Landrechte zu motivieren und Kartierungsarbeiten zu organisieren. Diese Arbeit ist langwierig und schwer. Viele Indigene haben die Hoffnung schon aufgegeben. Die Arbeit von Jef, Shafie und RdN ist es, den Menschen ihre Hoffnung zurück zu geben und zur Kartierung ihres angestammten Siedlungsgebietes zu bewegen. Dazu sind häufig mehrere Besuche in einer Siedlung notwendig. Denn es sollen sich so viele Bewohner wie möglich an der Erkundung ihres Territoriums und dem Erheben von Daten für die Kartierung beteiligen. So entsteht wieder eine Verbundenheit zur eigenen Geschichte und Kultur.

„Rettet den Regenwald“ und „RdN“ hatten vor gut einem Jahr eine Petition gegen den Holzraub und die Vernichtung der Rergenwaldgebiete des indigenen Volkes der Temiar in Kelantan initiert. Die Temiar hatten damals mit wochenlangen Blockaden die Zufahrt-straßen der Holzfäller zu ihren Urwäldern gesperrt. Die Blockaden sind vom Staat gewaltsam aufgelöst worden und viele Temiar wurden inhaftiert,

Mehr als 200.000 Menschen haben im Laufe der Zeit diese Petition unterzeichnet. Die Petition wird nach der Regierungsneubildung den entspre-chenden staatlichen Stellen übergeben werden, um die Forderung der Orang Asli nach Einhaltung ihrer gesetzlich festgelegten Rechte zu unterstreichen und die Regierung an ihre Wahlversprechen zu erinnern. 

Arne Salisch

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 85, Mai 2018, 27. Jahrgang

 

Themen: In eigener Sache; Ayoréo-Aislados, Bericht Teil II: Die Anwesenheit der in Isolation lebenden Ayoreo an der Grenze zwischen Paraguay und Bolivien; Malaysia: Der Kampf der Jah Hut um Landrechte geht weiter!; Angriff auf den Amazonas: Mine Belo Sun in Volte Grande im Herzen des brasilianischen Amazonasgebiets; Der schwere Weg der Batak von Palawan ins neue Jahrtausend; Aus unserer Post; Zur Erinnerung: RdN-Jahresversammlung 2018

Download Heft 85 PDF (2,9 MB)

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 84, März 2018, 27. Jahrgang

Themen: Kalinago: Ohne Stammesland keine Zukunft!; Community Mapping; Landrechte für Hadzabe und Nomaden; Unsere Dörfer auf unserem Land; Die Situation der Ayoreo-Aisolados in Bolivien – Bericht 2016; Nivacle – Wenn Welten auf einander treffen; Buchvorstellung: Hinter dem Horizont; Einladung Mitgliederversammlung des Vereins “Rettet die Naturvölker e.V., 2018

Download Heft 84 PDF (2 MB)

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 83, Dezember 2017, 26. Jahrgang

Themen: Der letzte Tanz der Akuntzu: Synonym für Brasiliens Isolados!; Wenn der Urwald auf dem Grill landet: Abholzung in Paraguay; Information über die isoliert klebenden Indianer Paraguays für 2105; Iniciativa Amotocodie: ein Dekret, das den Völkermord garantiert; Witwe von Douglas Tompkins übergab riesigen Landbesitz an Chile; Petition vom West Papua Campaign Team: Hilfe, um Völkermord in West Papua zu beenden!; Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins “Rettet die Naturvölker e.V., 2017

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Infoheft “Naturvölker” Nr. 81, Juni 2017, 26. Jahrgang


Themen: Iniciativa Amotocodie: Monitoringfahrten ins Gebiet der Vorfahren; Überleben der Kalinago Menschen: Kanuprojekt in Saint Vincent; Reise nach St. Vincent im März 2017; Malaysia: Aktion Unterschriften für indigenen Widerstand; Malaysia: Erntedank bei den Jah Hut in Kampung Sungai Mai; Die Ausbeutung der Wälder Westpapuas – Kahlschlag am anderen Ende der Welt; Landrechte für die Hadzabe (Tansania); Konflikt in Brasilien: Farmer hacken Ureinwohnern die Hände ab; Hinweis Terminänderung: Einladung Jahresversammlung 2017

Download Heft 81 PDF (12,97 MB)

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 80, Februar 2017, 26. Jahrgang

Themen: Unser neuer Vereinsname. Rettet die Naturvölker e.V.; Die Cofan – Indigene Regenwaldbewohner des Amazonasgebietes; Widerstand in Malaysia: neue Blockaden der Temiar in Kelantan; Kontrollposten zum Schutz des Stammeslandes der Totobiegosode; Mit Richard Baalow verlieren die Hadzabe ihren großen Kämpfer; St. Vincent: Traditionelles Kalinago Dorf entsteht; Einladung Jahresversammlung 2017

Download Heft 80 PDF (4,1MB)

Infoheft “Naturvölker” Nr. 79, Dezember 2016, 25. Jahrgang

Themen: Ich sprang für den Stolz dieser Rasse in Sauteurs (Die Ausrottung der Ureinwohner auf der Antillen-Insel Grenada); Hairuna – Land of the Blessed (Land der Seligen …); Bericht über die Aktivitäten der Lokalen Gruppen zur Dokumentierung der kulturellen Erinnerung der Nivacle, Teil II; Kurznachrichten aus Malaysia; Impressionen: Indigenious Day Celebreation, Kg Berdut; 25 Jahre Freunde der Naturvölker – 25 Jahre Bewahrungshilfe; Was man tun kann Download Heft 79 PDF (9,8 MB)

Tansania: Minister bekräftigt Landrechte für die Hadzabe!

HADZABE – Positive Signale für Landrechte der Jäger und Sammler

von FdN, 31.12.2016

am 22. Dezember fand ein überaus bemerkenswertes Meeting in Sachen Landrechte für die Hadzabe statt, wie uns Daudi informierte. Nachstehend Auszüge des Berichts von Chris Schmeling:

“Ich bin gerade von einem ganz besonderen Erlebnis mit dem ehrenhaften Minister William Lukuvi zurückgekehrt, der zuständig für die Übergabe der Titel und CCROs an die Dörfer der Hadza und Datoga ist. Hier ist ein sehr kurze Re-Cap von dem, was er sagte:

  • Normalerweise kommt er nicht für die Übergabe von Landtiteln und CCROs für die Dörfer her, aber er beschloss, aus zwei Gründen heute anwesend zu sein: seinen Respekt und seine Dankbarkeit für die erstaunliche Arbeit von UCRT zu zeigen. Und anwesend zu sein, wenn spezielle Leute wie der Hadza ihre Landrechte erhielten.
  • Er betonte, dass seine größte Sorge momentan die Hadza sind, denn es geht um ihr Überleben und die Feststellung, dass ihr Land (die Voraussetzung hat), wo sich die Wildnis-Situation erholen könnte, so dass sie ihre geliebten Paviane etc. wieder jagen könnten. Damit haben die Wildlife (Tierwelt) Korridore eine besondere Bedeutung.
  • Wenn er in ein paar Jahren zurückkommt, wolle er nicht hören, dass gar ein Hektar Land der Hadzas gestört worden sei. Er stellte die Barabaig heraus und nannte sie kluge Leute, die gern in das Land der Anderen eindringen und warnte sie davor, da sie ihr eigenes Gebiet hätten und daran festhalten sollten.
  • Er verwarnte die Bezirksbeamten, um die Einhaltung aller Landrechte sicherzustellen. Bei der Übergabe der Dokumente an den Q’angdend Hadza beklagten diese sich öffentlich, daß schon einige Leute eingedrungen seien. Er bestellte die DED, um sofort und öffentlich zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Eindringlinge vertrieben wurden.
  • Am Ende der Rede lobte er nochmals UCRT für ihre hervorragende Arbeit und Unterstützung und ermutigte UCRT, ihre wichtige Arbeit fortzusetzen, damit die Hadza in anderen Gebieten / Distrikten Landtitel erhalten.”

 Q`angdend Hadza erhalten ihre Dokumente

Bernd Wegener

FdN unterstützt das Projekt der Landrechte. Bitte helfen auch Sie (Kennwort: HADZABE). 

 

Philippinen: Wer möchte bei Regenwaldschutzprojekt helfen?

REGENWALD DER AGTA BEWAHREN

Vom 8. März – 5. Mai 2015 war unser Mitstreiter Hannes auf den Philippinen. Hannes ist seit Jahren aktiv im FdN-Schutzprojekt DIPUNTIAN auf der Halbinsel Ildefonso (Luzon). Dort fanden vertriebene Ureinwohner der Negritos vom Volk der Agta eine neue, sichere Bleibe.

Hannes teilte jüngst zur Situation der philippinischen Negritos mit: „Die letzten Jahre habe ich dort die Eingliederung der mir bekannten Negritos in die Zivilisation beobachtet. Es ist mir bisher nicht gelungen, die Globalisierung aufzuhalten. Das einzige mich noch ansprechende Projekt erschien mir der Schutz des Waldes der Agtas im Nationalpark an der Pazifikküste (Hauptinsel Luzon). Mir wurde, wie von mir zuletzt berichtet, letztes Jahr das Nutzungsrecht für einen Küstenabschnitt (ähnlich Dipuntian) für ca. 1.000 € angeboten. Falls es ein Interesse an der Angelegenheit gibt, kann ich nähere Erkundigungen einholen. Sinn macht das nur, wenn sich tropenfeste Aktivisten mit viel Zeit und Engagement finden. Diese Gegend ist noch paradiesisch.”

F1Wir haben Hannes gebeten, nähere Erkundigungen einzuholen, unter welchen Bedingungen ein Schutzprojekt für den angebotenen Regenwaldabschnitt zugunsten dort lebender Agtas realisiert werden könnte. Die Erfahrung zum Regenwaldschutz auf den Philippinen lehrt aber auch, dass die Tropenwälder dort nur eine Chance haben, wenn engagierte Personen unmittelbar vor Ort leben, um illegale Abholzungen zu unterbinden. Auf die Aufsicht staatlicher Behörden zu hoffen, ist leider nicht immer effektiv. – Falls es Interessenten gibt, die künftig auf den Philippinen leben wollen, und auch für den Schutz von Regenwäldern und Menschenrechten wirken möchten, bitte meldet euch.

Bernd Wegener