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Kumaruara demarkieren ihr Land

“Land heißt Leben” – Getreu diesem Motto unterstützt RdN verschiedene Projekte, die die nachhaltige Landsicherung indigener Völker zum ZIel haben und weiterem Landraub entgegenwirken. Derzeit befinden sich die Kumaruara im Prozess der Demarkation.

“Geistige Karte” der Kumaruara am Rio Tapajós

Luana Kumaruara ist hierzu durch 4 Dörfer gereist und hat zusammen mit ihren Verwandten eine “Geistige Karte” erstellt. Diese Karte, sowie die Homogenisierung der GPS-Koordinaten, welche im Oktober stattfinden soll, wird die Grundlage für den Demarkationsprozess der FUNAI bilden. Wie man auf Googlemaps gut sehen kann ist der Regenwald im indigenen Gebiet noch sehr intakt im Gegensatz zu den weiten Soja- und Weidefeldern auf der rechten Seite des Tapajós. Stärkung der indigenen Gemeinschaften ist aktiver Regenwaldschutz. Unterstützen sie RdN und helfen sie somit auch Regenwald am Amazonas zu schützen! Spendenstichwort: “Kumaruara”

Cheq Wong

Indigene Völker Malaysias-bedroht durch Palmöl.

Das kleine Volk der Cheq Wong ist die kleinste der sechs Subethnien der Senoi. Es gibt von ihnen noch knapp 500 Menschen. Sie haben eine eigene Sprache, die zu den Northern Aslian Languages oder auch Jahaic Languages gezählt wird, einer Unterkategorie der austroasiatischen Sprachen. Ursprünglich waren die Cheq Wong Jäger und Sammler. Da ihr Lebensraum, der Regenwald, weitestgehend durch Plantagen zur Gewinnung von Palmöl zerstört ist, leben sie nun marginalisiert in tristen Regierungssiedlungen. Ich traf die Cheq Wong das erste Mal 2015 in so einer Siedlung in Pahang, Malaysia, in der Nähe des geplanten Staudamms Kuala Lipis. Wir brachten ihnen Grundnahrungsmittel, Öl, Reis, Gemüse, da die geringen Mittel, die sie vom Staat erhielten, nicht für die Grundversorgung ausreichten.

Später wurde ich dann zu einer anderen kleinen Siedlung der Cheq Wong gerufen, ein paar Hütten waren es nur, inmitten einer Kautschukplantage. Ich durfte hier an einer schamanischen Heilungszeremonie teilnehmen. Eine Frau, die offensichtlich unter dissoziativen Zuständen litt, wurde auf traditionelle Art von einem Heiler behandelt. Die ganze Gemeinschaft war an der Zeremonie beteiligt, es wurde gesungen, gegessen, getrunken und alle Anwesenden brachten der “Patientin ” große Anteilnahme entgegen.

Nach ein paar Wochen wurden mir ein paar Fotos zugespielt. Anscheinend gibt es noch einige kleine Sippen der Cheq Wong, die versuchen ihr traditionelles Leben beizubehalten. Einen Tagesmarsch von der Zivilisation entfernt findet sich in einem Naturschutzgebiet diese kleine Siedlung. Es ist illegal, dass diese Menschen hier leben. Illegal im eigenen Land, das sie seit mindestens 5000 Jahren besiedeln.

Neue Kooperation mit Amazonasvolk

Die Entwaldung des Amazonas schreitet in erschreckendem Maße voran. Indigene Völker sind laut verschiedenen Studien die wichtigsten Verbündeten um diesen Kahlschlag zu stoppen. Schon seit jeher setzt sich RdN für die Landrechte indigener Gemeinschaften ein. Egal ob in Malaysia oder Brasilien, ein indigenes Volk wird alles tun, um seine eigene Existenzgrundlage zu bewahren. Wir helfen den Kumaruara dabei ihr Territorium zu demarkieren. Um den Prozess zu beschleunigen haben wir nun direkt einen Kooperationsvertrag mit der bekanntesten indigenen Vertreterin der Kumaruara im unteren Tapaiósgebiet geschlossen.

Kumaruara Dorf

Luana Kumaruara ist eine indigene Anführerin und Frauenrechtlerin, die ihren Verwandten aus 4 verschiedenen Dörfern am Tapajos Fluss hilft eine Perspektive für deren Zukunft zu sichern. Die studierte Anthropologin setzt sich für die Rechte der Kumaruara ein und nutzt geschickt die sozialen Medien, um auf Missstände wie PL 191/20 hinzuweisen. Bodenschätze sollen nach diesem Gesetzesentwurf nun auch von Nichtindigenen in deren Gebiet gefördert werden können. Dieses zerstörerische Gesetz wird derzeit im brasilianischen Kongress diskutiert.

Luana Kumaruara

Wie mir Luana im Whatsappchat mitteilte sind die Waffen der Kumaruara nun nicht mehr Pfeil und Bogen, sondern Kameras und Schulungen über den Umgang mit sozialen Medien.

Die Demarkation des Gebietes der Kumaruara ist derzeit aufgrund der Covid19 Pandemie zum Erliegen gekommen, wird aber sobald es möglich ist wieder aufgenommen. Wie im Kooperationsvertrag angegeben, möchten wir die Kumaruara in folgenden Belangen unterstützen:

  • Kampf um die Rechte am eigenen Land
  • Unterstützung zum Erhalt der Kultur der Kumaruara
  • Unterstützung zum Erhalt der eigenen Sprache (Nheengatu)
  • Vorbeugung der Covid19 Pandemie

Abholzung in Amazonien am Tapajosfluss:

Wie in der Grafik zu erkennen ist wurde im Zeitraum 1984 – 2020 schon sehr viel tropischer Regenwald auf der rechten Seite des Rio Tapajós für die Sojagewinnung abgeholzt. Auf der linken Seite befinden sich die 4 Kumaruara Dörfer, welche noch von intaktem Regenwald umgeben sind.

Helfen Sie uns jetzt indem Sie Mitglied bei RdN werden oder eine Spende unter dem Stichwort: “Kumaruara” tätigen. Sie unterstützen nicht nur eine vom aussterben bedrohte nachhaltige Kultur, sondern auch eines der wichtigsten Ökosysteme dieser Erde.

Kumaruara bauen kollektives Haus für die Maniokmehlernte, Video:Lua Kumaruara
Das ganze Dorf hilft mit. Bild:Lua Kumaruara

Kalinago erleiden neues Desaster

Die Kalinago sind St. Vincents ärmste Bevölkerungsschicht. Nach dem verlorenen II. Kariben Krieg gegen die englische Kolonialmacht (1795-97), dem Genozid von Baliceaux und dem Raub ihres Stammeslandes, blieb ihnen nur das im Norden der Insel gelegene unwirtliche Vulkangebiet des La Soufrière zum Überleben. In der Ödnis nördlich von Morne Ronde (Karibikseite) und (Old) Sandy Bay am Atlantik wagten sie den Neuanfang.

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Bau des Gebetshauses der Kaiowá

Die erste Phase der Bedeckung des Ongusu (Gebetshauses) in Jaguapiru wurde nun fertiggestellt. Neimar Machado schreibt zu der gegenwärtigen Situation bzgl. Corona:

[18:38, 04/09/2020] Neimar Machado: “Angesichts der gegenwärtigen sozialen Isolation finden viele Unterstützungsarbeiten für die Familien der Kaiowá und Guarani nicht statt. Es gibt viele Berichte über Mangel an Nahrungsmitteln und Mangel an Materialien, die für die eigene Bewirtschaftung benötigt werden. Indigene Gesundheitsteams werden nicht entsprechend ausgestattet, um ihre Arbeit, so wie von der Gesundheitsorganisation vorgegeben, auszuführen zu können.

Wenn sich Leute finden, um Hilfe zu schicken, ist es dies der richtige Zeitpunkt. Die Situation ist sehr kritisch.

Andererseits haben wir von der Universität Unterstützung in Form von Alkohol, Handschuhen und Masken für die indigenen Gesundheitshelfer erhalten, die der Gemeinde dienen. Die SESAI (indigenes Gesundheitsamt) benötigt weiterhin Masken, Handschuhe und die Familie von Sr. Getúlio Juca benötigt Reinigungsmittel (Seife, Bleichmittel).”

Wir haben weitere 200€ an die Dorfgemeinschaft gesendet, um Lebensmittel kaufen zu können.

Die Dörfer der indigenen Gemeinden sind so gut es geht nach außen isoliert, dennoch dennoch hat sich das Corona-Virus unter anderem schon im Amazonas ausgebreitet.

Danke für ihre Spende: Kennwort “Casa de reza”

“Conservation Refugees” ist online

Der Film “Conservation Refugees” ist online. Der Film gewann den ‘Special Mention Award’ durch die Jury beim Chicago Short Film Festival , den Award “Special Prize of the Jury” und “Special Prize from the Estonian Ministry of Environment” beim 8en Matsalu Nature Film Festival in Estland (http://www.matsalufilm.ee/festival/auhinnad_eng.html) sowie den “UWIP Award” beim NAIFF Film Festival in der tschechischen Republik.

Conversation Refugees – Expelled from Paradise (englisch) – von Steffen Keulig, Marketfilm

It is no secret that millions of native people around the world have been forced off their homelands to make way for oil, mines, timber, and agriculture. But few people realize that the same thing has happened for a cause which is considered by many as much nobler: land and wildlife conservation. Indigenous peoples evicted from their ancestral homelands, for conservation initiatives, have never been counted; they are not even officially recognised as refugees. The number of people displaced from their traditional homelands is estimated to be close to 20 million. These expelled native peoples have been living sustainable for generations on what can only be reasonably regarded as their ancestral land. (24 Minuten)