Archiv der Kategorie: Sonstiges

Neue Kooperation mit Amazonasvolk

Die Entwaldung des Amazonas schreitet in erschreckendem Maße voran. Indigene Völker sind laut verschiedenen Studien die wichtigsten Verbündeten um diesen Kahlschlag zu stoppen. Schon seit jeher setzt sich RdN für die Landrechte indigener Gemeinschaften ein. Egal ob in Malaysia oder Brasilien, ein indigenes Volk wird alles tun, um seine eigene Existenzgrundlage zu bewahren. Wir helfen den Kumaruara dabei ihr Territorium zu demarkieren. Um den Prozess zu beschleunigen haben wir nun direkt einen Kooperationsvertrag mit der bekanntesten indigenen Vertreterin der Kumaruara im unteren Tapaiósgebiet geschlossen.

Kumaruara Dorf

Luana Kumaruara ist eine indigene Anführerin und Frauenrechtlerin, die ihren Verwandten aus 4 verschiedenen Dörfern am Tapajos Fluss hilft eine Perspektive für deren Zukunft zu sichern. Die studierte Anthropologin setzt sich für die Rechte der Kumaruara ein und nutzt geschickt die sozialen Medien, um auf Missstände wie PL 191/20 hinzuweisen. Bodenschätze sollen nach diesem Gesetzesentwurf nun auch von Nichtindigenen in deren Gebiet gefördert werden können. Dieses zerstörerische Gesetz wird derzeit im brasilianischen Kongress diskutiert.

Luana Kumaruara

Wie mir Luana im Whatsappchat mitteilte sind die Waffen der Kumaruara nun nicht mehr Pfeil und Bogen, sondern Kameras und Schulungen über den Umgang mit sozialen Medien.

Die Demarkation des Gebietes der Kumaruara ist derzeit aufgrund der Covid19 Pandemie zum Erliegen gekommen, wird aber sobald es möglich ist wieder aufgenommen. Wie im Kooperationsvertrag angegeben, möchten wir die Kumaruara in folgenden Belangen unterstützen:

  • Kampf um die Rechte am eigenen Land
  • Unterstützung zum Erhalt der Kultur der Kumaruara
  • Unterstützung zum Erhalt der eigenen Sprache (Nheengatu)
  • Vorbeugung der Covid19 Pandemie

Abholzung in Amazonien am Tapajosfluss:

Wie in der Grafik zu erkennen ist wurde im Zeitraum 1984 – 2020 schon sehr viel tropischer Regenwald auf der rechten Seite des Rio Tapajós für die Sojagewinnung abgeholzt. Auf der linken Seite befinden sich die 4 Kumaruara Dörfer, welche noch von intaktem Regenwald umgeben sind.

Helfen Sie uns jetzt indem Sie Mitglied bei RdN werden oder eine Spende unter dem Stichwort: “Kumaruara” tätigen. Sie unterstützen nicht nur eine vom aussterben bedrohte nachhaltige Kultur, sondern auch eines der wichtigsten Ökosysteme dieser Erde.

Kumaruara bauen kollektives Haus für die Maniokmehlernte, Video:Lua Kumaruara
Das ganze Dorf hilft mit. Bild:Lua Kumaruara

St. Vincent: Kalinago erleiden neues Desaster

Die Kalinago sind St. Vincents ärmste Bevölkerungsschicht. Nach dem verlorenen II. Kariben Krieg gegen die englische Kolonialmacht (1795-97), dem Genozid von Baliceaux und dem Raub ihres Stammeslandes, blieb ihnen nur das im Norden der Insel gelegene unwirtliche Vulkangebiet des La Soufrière zum Überleben. In der Ödnis nördlich von Morne Ronde (Karibikseite) und (Old) Sandy Bay am Atlantik wagten sie den Neuanfang.

Die Corona-Pandemie hat auch die Kalinago nicht verschont. Die Pandemie erreichte St. Vincent am 20. März 2020. Bis zum 5. April 2021 wurden im Land (~ 111.000 Einwohner) 1.764 Infektionen gemeldet (10 Todesfälle). Die medizinische Versorgung wird als eher unterdurchschnittlich eingestuft (https://laenderdaten.info/Amerika/St-Vincent-Grenadinen/gesundheit.php). Die Indigene Bevölkerung (Kalinago, Garifuna) zählt ca. 3.000 Personen, somit ~ 2,7 % der Gesamtbevölkerung (nach Corona-Sterbestatistik = 40 %).

Dazu Chief Augustine Sardo Sutherland (Foto) am 10. April: “Der zweite Corona-Ausbruch stoppte unseren Plan, James Lovell die Kalinago-Sprache in den Schulen unterrichten zu lassen, alles kam zum Stillstand, als die Schule schloss und der Unterricht virtuell wurde. In unserem Stamm sind vier Personen gestorben und im Moment haben wir eine Naturkatastrophe mit unserem Vulkan, er bricht gerade aus.”

Der La Soufrière ist ein aktiver Vulkan, der regelmäßig ausbricht. Dokumentiert sind die historischen Ausbrüche von 1718, 1812, 1814 und 1902. Bei Letzteren starben 1.680 Menschen. Auch der Siedlungsort Morne Ronde fiel dem unberechenbaren Vulkan zum Opfer, ebenso wie (Old) Sandy Bay. Die überlebenden Kalinago gründeten deshalb an der Bucht südlich davon das Dorf New Sandy Bay. Der nächste Vulkanausbruch folgte 1979. 17.000 Menschen wurden evakuiert. Nun ist es wieder passiert.


Blick auf den La Soufrière (1.234 m); seine Fläche – ca. 1/7 der 389 km²-Insel – reicht von der Karibischen See (Westen) bis fast zum Atlantik (Osten)       Foto: Bernd Wegener

Am Morgen des 9. April kam es zur erneuten Eruption. Bis zu 10 km stieß die Aschewolke in die Höhe, begleitet von herausgeschleuderten Steinen, die in den naheliegenden Siedlungen einschlugen. Besonders betroffen sind die Kalinago-Dörfer[1]. Liegen sie doch alle im Nahbereich des Vulkans. Es sieht schlimm dort aus. Häuser sidn zerborsten, alles ist mit einer grauen Ascheschicht bedeckt. Fotos dazu aus ihrem Hauptdorf New Sandy Bay sind zu sehen unter: https://ttweathercenter.com/ 2021/04/10/la-soufrieres-volcanic-ash-cause-buildings-in-sandy-bay-st-vincent-to-collapse/


Wenige Stunden nach Beginn der explosiven Eruptionen
Foto: @_ItsMeOni on Twitter, La Soufrière eruption, 9 AprilCC BY-SA 4.0

Der gesamte Norden wurde Evakuierungsgebiet. 20.000 Menschen sind aus dem Katastrophengebiet in sichere Orte gebracht worden. Der starke Ascheregen hatte die Evakuierung schwierig gestaltet. Der Argyle International Airport wurde geschlossen.

Bernd Wegener


[1] New Sandy Bay Village, Sion Hill, Old Sandy Bay, Point Village, Owia, Fancy

Jahresrückblick 2020 in Bildern

Buchveröffentlichung: DER REGENWALD IST UNSER ATEM!

Das Buch ist in Eigenvermarktung im November 2020 erschienen.

Nahe gelegen zum Äquator mit Regenfällen, die zu Zeiten des Monsuns besonders ergiebig sind, führen in Südostasien, Melanesien, Nordaustralien bei Temperaturen um die 30° Celsius (und darüber) zu einem feuchtheißen, schwülen Klima mit einer üppigen tropischen Vegetation. Die Region von Südostasien mit ihrer Inselwelt bis hin nach Australien ist außerhalb Afrikas das letzte Refugium jener Völker, die der „Wiege der Menschheit“ am Nächsten sind. In den (einst) schwer zugänglichen Berg- und Quellgebieten haben diese von Jagd- u. Sammelwirtschaft lebenden `Altvölker` der `Negritos` und verschiedene `Stämme` der Vedda ihre letzte Zuflucht gefunden.

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Malaysia: Ein Nachruf …

Von Arne Salisch

Tok Janggut, einer der letzten großen großen Puyang (Schamanen) des Volkes der Jah Hut, verstarb am 6. November 2020 in seinem Heimatort Kampung Pian im Bundesstaat Pahang (Malaysia). Er soll ein Alter von 96 Jahren erreicht haben. Mit ihm ging eine Schatzkammer des Wissens um Magie, Mythologie, Medizin und Zusammenhänge in der Natur ins Jenseits. Er bewahrte die alten Rituale der Jah Hut und reiste in die Dörfer seines Volkes, um Heilungen, Segnungen und Schutz zu geben. Einen Teil seines Wissens gab er an seine Schüler weiter, so dass dieses erhalten werden konnte.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist H77-2016-1024x788.jpg
Tok Janggut
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Unterstützung für die Guarani Nhandéva in Brasilien

Neben den Guarani Kaiowá in Jaguapiru unterstützen wir nun eine weitere indigene Gemeinde im brasilianischen Staat Mato Grosso do Sul. Pirajuí ist ein kleines Dorf und liegt direkt an der Grenze zu Paraguay. Máximo Valesque, der selbst vom Volk der Guarani Nhandéva ist und nun der kleinen Gemeinde vorsteht, ist in sein Dorf zurückgekehrt. Er schilderte uns per Whatsapp, dass ein evangelikaler Missionar großen Schaden in Pirajuí angerichtet habe und die Kultur der Guarani deshalb vom Aussterben bedroht sei.

Máximo Valesque mit seiner Familie

Maximó möchte mit unserer Hilfe dafür sorgen, dass die Kultur/Sprache der Guarani erhalten werden kann. Wichtiger Bestandteil ist wie bei den Kaiowá das Gebetshaus. Dort treffen sich die Guarani und feiern viele heilige Feste, von denen wir im weiteren Verlauf berichten werden.

Eduardo Santos ist vom Volk der Guarani Nhandéva im indigenen Dorf Pirajuí (Brasilien).

Während des Videos deutet er auf ein Loch im Gebetshaus, welches dringend ausgebessert werden muss.

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Infoheft “Naturvölker” Nr. 94, September 2020, 29. Jahrgang

Themen: Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Natur-
völker“ e.V., 2020 (Protokoll, Tätigkeitsbericht und Finanzbericht
2019); Huni Kuin – Amazonasindianer im Grenzland Brasilien–Peru; Malaysia: Gerichtsprozess für Landrechte der Jakun in Kuanta; Dorobo-Fonds Rundbrief Juli 2020;
Guarani Kaiowa: Heiliges Haus in Jaguapiru eingeweiht; Informationen zu Paraguays Gran Chaco Heft 94 PDF (7,6 MB)

Heiliges Ritual bei den Kaiowá in Jaguapiru

RdN unterstützt die Kaiowá beim Wiederaufbau ihres abgebrannten Gebetshauses. Dieses mal haben wir den Kaiowá 200€ überwiesen, damit sie sich Lebensmittel für die anreisenden Verwandten kaufen konnten und Kosten für Smartphones beglichen werden können. Vielen Dank für ihre Spende!

In kleinem Kreise wurden nun die heiligen Gegenstände “Xiru Rerovái” in die “Casa de Reza” (Ongusu, in der Sprache der Kaiowá) gebracht. Bei Midiamax erschien hierzu ein Beitrag, hier die deutsche Übersetzung:

Mit einem heiligen Ritual wird das Gebetshaus (Casa de Reza) im größten indigenen Reservat von Mato Grosso do Sul wiedereröffnet. Die Zeremonie ist in kleinem Kreise und findet am kommenden Samstag (15.8.2020) vor Sonnenaufgang statt. Heilige Gegenstände werden in die Casa de Reza gebracht. Das Gwyra Nhe’engatu Amba, das im Juli letzten Jahres nach einem Brand zerstört wurde und „Ort, an dem der Vogel des guten Wortes seinen Platz hat“ bedeutet, gilt als hundertjähriges Symbol dieser indigenen Kultur und wird am kommenden Samstag wiedereröffnet (15). Das Gebetshaus befindet sich im Dorf Jaguapiru des indigenen Reservats Dourados in Mato Grosso do Sul. Das Einweihungsritual der Xiru Rerovái (heilige Gegenstände), die aus der Asche der Casa de Reza gerettet und von den beiden spirituellen Führern Getúlio Juca und Alda Silva während des Wiederaufbaus aufbewahrt wurden, soll vor Sonnenaufgang stattfinden, am 15. August um 5:00 Uhr und 7:00 Uhr als geschlossene Veranstaltung, die der Großfamilie vorbehalten ist. Dies ist dem gesundheitlichen Notfall infolge der Coronavirus-Pandemie geschuldet. Getúlio, einer der Wächter der heiligen Gegenstände, berichtet, dass zum Zeitpunkt des Brandes etwas mehr als 20 Minuten Feuer ausreichten, um den Ort zu zerstören. Seine Stimme ist immer noch traurig über die Gewalt gegen das kulturelle und religiöse Erbe der Guarani Kaiowá. Ihm zufolge wurde vieles, was dort war, von den Flammen verschlungen. Getulio sagt auch, dass unter den verlorenen Gegenständen einige Kopfbedeckungen (Jeguaka), Roben (Ponchito) und andere Instrumente (Mbaraka und Xiru) sind, die von Frauen und Männern in den heiligen Zeremonien verwendet wurden, zum Beispiel die Zeremonie der Zuschreibung von Namen für Jungen und Mädchen. „Ich sah einen weißen Mann aus dem Haus kommen und ins Getreidefeld rennen. Aber ich konnte ihn nicht identifizieren“, sagte Getúlio. Die Feuerwehrmänner wurden gerufen, aber als sie ankamen, war bereits alles zerstört. Ein Jahr später erinnert sich der Älteste daran, dass das Verbrechen von den Behörden noch nicht aufgeklärt wurde. Ihm zufolge bleiben noch viele Fragen zu dieser Gewalttat gegen indigene Traditionen offen. Trotz der Angriffe, die in seinem hundertjährigen Bestehen verübt wurden, „war das Haus immer hier, obwohl es physisch abwesend ist, aber es lebt in unseren Herzen und in der Erinnerung derer, die darauf zurückgegriffen haben, um einige Krankheiten abzuwehren, insbesondere in der Dunkelheit“, berichtet eine indigene Frau. Während eines Treffens Anfang März im Dorf Jaguapiru war sie eine der Frauen, die sich über den Mangel an Sicherheit im Reservat beschwerte. Berichten von Bewohnern des Reservats zufolge ist die Anspannung tagsüber konstant zu spüren, sie ist aber kaum vergleichbar mit dem, was im Dunkeln passieren kann. „Die Straßen in unseren Dörfern sind nicht beleuchtet und die Angst packt die Familien, besonders nachdem die Sonne untergegangen ist. Die Zeit des Teufels ist in der Nacht “, sagte die indigene Frau gegenüber dem Staatsanwalt des MPF (Bundesministerium), Marco Antônio Delfino und Mitgliedern des CNDH (Nationaler Rat für die Verteidigung der Menschenrechte). Die “Casa de Reza” gilt als Ikone im Reservat. Angesichts des mangelnden Respekts vor den heiligen Symbolen der indigenen Kultur ging sie zu Boden und tauchte aus den Trümmern wieder auf. Erbaut von Freiwilligen aus dem Reservat und mit Unterstützung ausländischer und brasilianischer Institutionen wie der UFGD (Federal University of Grande Dourados), CESE , Deutscher Zusammenarbeit (Rettet die Naturvölker e.V.) und unzähligen Freiwilligen, denen die indigenen Führer dankbar sind. (Quelle: https://www.midiamax.com.br/cotidiano/2020/com-ritual-sagrado-casa-de-reza-sera-reaberta-na-maior-reserva-indigena-de-ms Marcos Morandi. Deutsche Übersetzung Hannes von RdN)

Ein Video über die Einweihungszeremonie ist hier zu sehen: https://www.midiamax.com.br/cotidiano/2020/cerimonia-marca-transferencia-de-objetos-sagrados-na-maior-reserva-indigena-de-ms

Infoheft “Naturvölker” Nr. 93, Juni 2020, 29. Jahrgang

Themen: Es ist nur noch eine Frage der Zeit; Appell an die Bundesregierung zum Schutz des Gran Chaco –Ein Beitrag zum Klimaschutz!; Gran Chaco: Naturlandschaft abgefackelt!; Fragmentierte Kulturen –verstädterte indigene Bevölkerungen im zentralen Chaco; Brasilien: Kein Ende des Terrors an den Guarani Kaiowa; Buch „Alptraum Zivilisation“; Information zur Jahresversammlung 2020 Heft 93 PDF (2,8 MB)

Einweihung des Gebetshauses verschoben

Aufgrund der aktuellen schwierigen Situation ausgelöst durch die Covid19 Pandemie hat der spirituelle Führer Getúlio Juca entschieden, die Einweihung des Gebetshaues der Kaiowá Gemeinde in Jaguapiro (Brasilien, Mato Grosso do Sul) auf den 24.6.2020 zu verschieben.

Bisher sind keine Fälle innerhalb der Kaiowá Gemeinde bekannt. Aus Vorsicht vor dem Virus hat sich das Dorf aber komplett abgeriegelt. Sr. Getúlio freut sich sehr über die bisherige Unterstützung aus Deutschland! Die Bedeckung der “Casa de Reza” mit Sapé-Gras ist mittlerweile komplett abgeschlossen. Vielen Danke für ihre Spende!

Fortschritt beim Gebetshaus der Kaiowá

Die erste Phase der Bedeckung des Ongusu (Gebetshauses) in Jaguapiru wurde nun fertiggestellt. Neimar Machado schreibt zu der gegenwärtigen Situation bzgl. Corona:

[18:38, 04/09/2020] Neimar Machado: “Angesichts der gegenwärtigen sozialen Isolation finden viele Unterstützungsarbeiten für die Familien der Kaiowá und Guarani nicht statt. Es gibt viele Berichte über Mangel an Nahrungsmitteln und Mangel an Materialien, die für die eigene Bewirtschaftung benötigt werden. Indigene Gesundheitsteams werden nicht entsprechend ausgestattet, um ihre Arbeit, so wie von der Gesundheitsorganisation vorgegeben, auszuführen zu können.

Wenn sich Leute finden, um Hilfe zu schicken, ist es dies der richtige Zeitpunkt. Die Situation ist sehr kritisch.

Andererseits haben wir von der Universität Unterstützung in Form von Alkohol, Handschuhen und Masken für die indigenen Gesundheitshelfer erhalten, die der Gemeinde dienen. Die SESAI (indigenes Gesundheitsamt) benötigt weiterhin Masken, Handschuhe und die Familie von Sr. Getúlio Juca benötigt Reinigungsmittel (Seife, Bleichmittel).”

Wir haben weitere 200€ an die Dorfgemeinschaft gesendet, um Lebensmittel kaufen zu können.

Die Dörfer der indigenen Gemeinden sind so gut es geht nach außen isoliert, dennoch dennoch hat sich das Corona-Virus unter anderem schon im Amazonas ausgebreitet.

Danke für ihre Spende: Kennwort “Casa de reza”

Impfstoff gegen Zivilisation

Liebe Freunde von Rettet die Naturvölker,

in diesen Tagen fragt man sich, wie diese Pandemie schließlich enden wird. Leider können wir ihnen das Ende nicht voraussagen.
Jedoch können wir ihnen mit größter Wahrscheinlichkeit sagen, was nicht passieren wird:
Die Krise wird nicht mit dem Verständnis enden, dass sie zu 100% von der “zivilisierten” Menschheit verursacht wurde. Das Virus dank Globalisierung in kürzester Zeit auf der ganzen Welt verbreitet wurde.
Die Lebensraumzerstörung wird ungehindert weitergehen und das das nächste Virus steht in den Startlöchern, möglicherweise weit schlimmer als Covid19 (beim nächsten mal wird man jedoch mehr Geld damit machen 😉 ). Das System, welches es erschaffen hat, macht mit seinen Schulden künftige Generationen zu den nächsten willigen Sklaven.
Vielmehr wird man nun auf einen baldigen Impfstoff setzen, der alle Probleme löst. Dem man entgegen fiebert und der wiederum vermarktet und zu Geld gemacht wird. Im besten Fall kurbelt man dann im Anschluss an die Pandemie die Wirtschaft so sehr an, dass alle kurzfristigen Errungenschaften hinsichtlich der Klimaziele doch noch zunichte gemacht werden.
Ich arbeite nun in Kurzarbeit und habe noch mehr Zeit, mir Gedanken über die eigentlichen Ursachen dieses “Segens/göttlicher Kommunikation/Weckruf/Aufforderung” zu machen. Unter anderem beschäftigt mich die Frage: Wie viele Menschen (auch die tatsächlich Erkrankten) die eigentlichen Ursachen überhaupt wissen möchten?

Leider gibt es keinen Impfstoff gegen Zivilisation. Wenn es einen gäbe, so wäre dies wahrscheinlich das kondensierte Wissen, dass Leid und Tod unausweichlich sind. Dieses Wissen schützt die Naturvölker schon seit Jahrtausenden davor, ihre eigene Umwelt zu zerstören. Wir werden dies jedoch so lange leugnen, bis die letzte natürliche Ressource der Erde verbraucht ist. Dann wird es schließlich nur noch eine handvoll Menschen geben, von denen keiner in der Lage sein wird, die Wörter “Stolz” oder “Demut” auch nur zu buchstabieren. Ob sich diese Menschen wohl an Naturvölker erinnern werden, hängt auch von Ihnen und ihrer Spendenbereitschaft ab.

Nebenbei ist schön zu sehen, dass egal wie viele hoch-dekorierte Wissenschaftler es gibt, das Verständnis von exponentiellem Wachstum vollkommen fehlt. Somit ist dies eine schöne Blaupause für den, wahrscheinlich ebenfalls mit exponentiell voranschreitender Dynamik, stattfindenden Klimawandel.

Schaut man in die Geschichte der Menschheit, so ließ sich dieser Impfstoff wohl nie richtig gut vermarkten. Um mit Optimismus zu schließen, so möchte ich feshalten, dass immerhin ein Redakteur eines der größten Technologiemagazine Deutschlands dies ebenfalls erkannt hat.

Bleiben Sie so gesund, wie Sie es für sinnvoll halten!

Danke

Aktuelles über Kaiowá-Projekt

Wir haben einen Film über den Wiederaufbau des abgebrannten Gebetshauses (“Ongusu”, in der Sprache Guaraní) der Guarani-Kaiowá in Dourados auf Youtube gestellt:

Wiederaufgebautes Ongusu

Vielen Dank (Muito obrigado) an Prof. Neimar Machado Sousa (https://neimarmachado.blogspot.com/) der mit uns die Hilfen vor Ort koordiniert und uns das Videomaterial zur Verfügung gestellt hat. Wir freuen uns sehr, dass die Wiedereinweihung des Hauses für den 19.4.2020 geplant ist. Derzeit ist die Gemeinde wegen des Coronavirus gegenüber außen abgeschottet, um eine Infizierung der Mitglieder zu vermeiden.

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Rückblick 2019: 28 indigene Führer in Lateinamerika ermordet!

Nachfolgend drei der Indigenen, die den Machtinteressen von Wirtschaft und Politik zum Opfer fielen:

Paulo Paulino Guajajara (Guajajara) – BRASILIEN

Der indigene Amazonas-Waldwächter Paulo Paulino Guajajara hatte seinen bevorstehenden Tod, der schicksalhaft am 1. November 2019 eintrat, als einen von fast 130 „Wächtern des Waldes“ oder bewaffneten indigenen Wächtern vorausgesagt. Während Paulino Guajajara mit einem Kollegen, Laércio Souza Silva, Wasser holte, wurde er von bewaffneten Holzfällern in den Nacken geschossen und starb im Wald, während sein Begleiter es schaffte, zu entkommen.

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Infoheft “Naturvölker” Nr. 92, März 2020, 29. Jahrgang

Themen: Kulturvernichtung der Tet; Grenadas indigene Abstammung – Das wahre Schicksal der letzten Kalinago; Denkmal auf Leapers Hill ist eine Beleidigung des Kalinago Erbes; Herzen aus Stein kann man nicht erweichen; Was man tun kann; Guarani Kaiowa – Ureinwohner im Kampf um ihre Identität; Bolsonaros Vernichtungspolitik gegen Brasiliens Indigene; Einladung Jahresversammlung 2020; Buchempfehlung: „Das Lächeln der Senoi – Was es bedeutet ein Mensch zu sein“         PDF (3,1 MB)

Eure Meinung zu Naturvölkern

http://www.naturvoelker.de/wp-content/uploads/2013/11/J%C3%A4ger.jpg

Jäger eines Naturvolks (Hadzabe, Tansania)Während unserer Arbeit bei RdN nehmen wir immer wieder wahr, dass es ein gewisses gesellschaftliches Interesse für Naturvölker gibt. Wir möchten an dieser Stelle eine Plattform bieten, um zu erfahren, was ihr über Naturvölker denkt. Die Beiträge werden wir dann auf unserer Website veröffentlichen.

Was sind Naturvölker für euch? Haben Sie eine Zukunft? Was können wir von ihnen lernen? Haben wir gemeinsame Werte? Welche Werte sind anders? Sind sie womöglich weiterentwickelt als wir?

Schreibt uns eure Meinung per E-Mail an die Adresse:

beitrag@naturvoelker.de

Bitte gebt auch wenn möglich ein paar Informationen über euch an (Name, Herkunftsstadt, Alter), wenn ihr dies nicht möchtet, könnt ihr die E-Mail natürlich auch vollkommen anonym senden und wir veröffentlichen keine Informationen.

Unter den Einsendungen verlosen wir zwei Bücher von unserem Vorsitzenden Bernd Wegener:

GRAN CHACO – DIE WILDNIS STIRBT
Auf den Spuren der letzten Waldindianer

https://naturvoelker.de/wp-content/uploads/2018/05/IMG_20180519_0001.jpg

und

INDIANER IN DEN USA, ZWISCHEN DEM ENDE DER INDIANERKRIEGE UND HEUTE

Die Ausschreibung läuft zunächst unbegrenzt zur Verlosung zugelassen sind jedoch nur Einsendungen, welche vor dem 10.4.2020 eingehen.

Wir freuen uns sehr über eure Einsendungen.

Terror ohne Ende: Brasiliens Guarani Kaiowa

Bundesstaat Mato Grosso do Sul:

Direkt nach Jahresbeginn nahmen am 2. Januar etwa 180 Guarani und Kaiowa-Familien ihre Arbeit an der Grenze zum indigenen Schutzgebiet der Dourados in Mato Grosso do Sul wieder auf. Daraufhin wurden sieben Indianer durch Gummigeschosse und Schusswaffengeschosse privater Sicherheitskräfte der Immobilienbesitzer verletzt. Ein Wachmann wurde ebenfalls verwundet.

Kriegsszenario: Gewaltexess nahe den Dourados-Indianerreservat, Foto: Guarani und Kaiowá Terror ohne Ende: Brasiliens Guarani Kaiowa weiterlesen

Fortschritt beim Wiederaufbau des Gebetshauses der Kaiowá-Jaguapiru

]Aus Jaguapiru (Dourados) erreichen uns gute Nachrichten. Nachdem sich Getúilo Juca (spirtueller Führer der Gemeinde) gut von seiner Krankheit erholt hat, geht der Wiederaufbau der “Casa de reza” voran. Sr. Getúlio schrieb uns, dass das Gebetshaus bis April 2020 fertig werden solle. Neben den Materialkosten beteiligen wir uns auch an der Verpflegung der Arbeiter, die das Gebetshaus wiederaufbauen. Die Kommunikation mit der Gemeinde findet über eine Whatsapp-Gruppe statt, so erfahren wir sehr zeitnah, was mit unseren Mitteln geschieht.
Danke für ihre Unterstützung! Spendencode: “casa de reza”

Als Weihnachtsgruß hat uns Getúlios Tochter Aldineia diese Tonaufnahme eines traditionellen Gesangs ihres Vaters zugesendet:

Infoheft “Naturvölker” Nr. 91, Dezember 2019, 28. Jahrgang

Naturvölker Heft 91

Themen: Palawan: Batek und Tagbanua erhalten Landrechte!; St. Vincent: Kalinago-Besuch 2019; Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Natur-
völker“e.V., 2019; Hadzabe: Landrechtesicherung geht in die Endphase; Malaysia-Reise zu den Orang Asli; Jaguapiro: Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá; Ayoréo-Totobiegosode – Der „Preis der Zivilisation“ Download Heft  91 PDF

Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Jaguapiro, Mato Grosso do Sul Brasilien[:en]Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Mato Grosso do Sul Brasilien

Seit der rechtsgerichtete Präsident Brasiliens Jair Bolosonaro im Amt ist, hat sich die Lage der Indigenen in Brasilien nochmals deutlich verschlechtert.
Angestachelt von der menschenverachtenden Polemik des Präsidenten, fühlen sich viele Bauern darin gestärkt, ihre eigenen Interessen auf Kosten der dort lebenden Urbevölkerung durchzusetzen. Als Reservat demarkierte Wälder werden abgebrannt, um anschließend Soja anbauen zu können oder das eigene Vieh darauf weiden zu lassen.

Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Jaguapiro, Mato Grosso do Sul Brasilien[:en]Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Mato Grosso do Sul Brasilien weiterlesen

Infoheft “Naturvölker” Nr. 90, August 2019, 28. Jahrgang

Naturvölker Heft 90

Themen: Teilerfolg für Sawhoyamaxa; Neuer Landgewinn für die Ayoréo Paraguays; Manjui – Ethnie des Gran Chaco im Wandel der Zeit; Wayana – Ureinwohner aus Suriname; Iniciativa Amotocodie: Bericht über die Aktivitäten 2018;Tierra Libre: Unterstützung der Manjui bei der Anfertigung einer Karte über das traditionelle Territorium Heft 90   (3,3 MB)

Neuer Videofilm über Paraguays letzte Indigene in freiwilliger Isolation

“Nicht kontaktieren! Lebensraum schützen! Paraguays letzte Indigene in freiwilliger Isolation” heißt das neue RdN-Video ( 2:23 Min.), dass auch auf YouTube zu sehen ist.

Südlich des Amazonasgebietes liegt die Ebene des Gran Chaco – Südamerikas zweitgrößte Waldlandschaft. Diese hält heute den Weltrekord in der Waldvernichtung mit > 2.200 ha/Tag in der Trockenzeit. Davon entfällt das meiste auf Paraguay. Seit grauer Vorzeit nomadisieren dort die Ayoreode als Wildbeuter mit einfachem Gartenbau. Heute führen dort nur noch sechs Gruppen mit max. 150 Personen ihr traditionelles Leben, das akut durch die rapide zunehmende Lebensraumzerstörung bedroht ist. Sie sind die am südlichsten auf unserem Planeten lebenden Menschen in freiwilliger Isolation und brauchen dringend jeglichen Beistand fürs kulturelle und physische Überleben.

Hadzabe: Landrechtesicherung in der Endphase

Von unseren Partnerorganisationen in Tansania erhielten wir am 10. Juli 2019 folgende Info:

Lieber Bernd, Arne und Mitglieder des SPCN,

Nochmals vielen Dank für Ihre großzügige Unterstützung dieses Projekts. Wie wir bereits früher mitgeteilt haben, hat der Legend-Fonds (über Dfid – British Aid) in den letzten 22 Monaten die Hauptfinanzierung des Projekts übernommen, wobei die Mittel aus dem Dorobo-Fonds und dem SPCN diese ergänzt und Lücken geschlossen haben. Die Finanzierung der Legende endete im Juni, und es gibt noch ein paar wichtige Arbeiten in der Hadza/Datoga-Landschaft zu erledigen.  Hadzabe: Landrechtesicherung in der Endphase weiterlesen

Infoheft “Naturvölker” Nr. 89, Juni 2019, 28. Jahrgang

Naturvölker Heft 89

Themen: Schwere Vorwürfe gegen den WWF; Kayapó-Häuptling Raoni auf Europareise; Natur- und Kulturerbegebiet Nivacle und Manju vom Pilcomayo akut bedroht durch Entwaldung; Engagement für Naturvölker – doch, welche Ethnien fallen unter die Vereinssatzung?; Zwischen Genozid und Hoffnung: Die letzten der Botocudo do Leste; Erneute Kontaktierung von Indianern in Brasilien: Wenn man erstmal Kontakt aufnimmt, zerstört man ihr Universum!; Regenwaldabholzung Brasilien, Indianer drohen Regierung mit Krieg PDF (3,3 MB)

Die indigenen Wayana in Suriname und die Naturschutz-NGO`s: eine „wahre Liebe“ Geschichte?

Die indigenen Völker der Wayana leben hauptsächlich im Süden Surinams (sie leben auch hinter der Grenze zu Französisch-Guayana und in einem kleinen Gebiet im Norden Brasiliens) auf rund 30.000 km² (3 Millionen acres; Hinweis d. Übersetzers: 3 Mill. acre = 12.138 km² – eine der beiden Zahlenangaben im Originaltext ist falsch!) im tropischen Regenwald. Die gesamte indigene Gruppe der Wayana besteht aus ca. 2.500 Menschen. In Suriname leben sie in drei kleinen Siedlungen am Fluss, nämlich in Kawemhakan, Apetina und Palumeu. In Französisch-Guayana leben sie in acht kleinen Dörfern und im Norden Brasiliens leben sie verstreut mit anderen indigenen Völkern. Die indigenen Wayana in Suriname und die Naturschutz-NGO`s: eine „wahre Liebe“ Geschichte? weiterlesen

Malaysias Regierungswechsel ohne Ergebnis für die Urvölker!

Bericht aus Malaysia: Arne Salisch, 19. Mai 2919

Ich bin jetzt vor Ort und war gestern bei Shafie. Ich warte jetzt auf ihn , das wir zu den Batek nach Kuala Tahan fahren. Das sind Negritos, die am Taman Negara leben.

 Foto: Jef

Ich will auch noch nach Gua Musang zu den Temiar. Allerdings ist nur noch eine Blockade dort aktiv. Malaysias Regierungswechsel ohne Ergebnis für die Urvölker! weiterlesen

Erneute Kontaktierung von Indianern in Brasilien: Wenn man erstmal Kontakt aufnimmt, zerstört man ihr Universum!

Der Tod eines evangelikalen, fundamentalen US-Missionars auf der Insel North Sentinel hatte im November 2018 die dort in freiwilliger Isolation lebenden Indigenen in die internationale Medienwelt katapultiert. Nun kamen wieder `unkontaktierte` Ureinwohner in den Focus der Weltpresse.

Die FUNAI (Fundação Nacional do Índio) – Brasiliens Behörde für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen mit Bezug zu indigenen Völkern – hat wiedermal den Erfolg einer `Friedensmission` der gelungenen Kontaktierung von `Isolados` den Medien übergeben. Erneute Kontaktierung von Indianern in Brasilien: Wenn man erstmal Kontakt aufnimmt, zerstört man ihr Universum! weiterlesen

Infoheft “Naturvölker” Nr. 88, März 2019, 28. Jahrgang

Themen: North Sentinel Island, Die Mbyá der Sierra San Rafael; Mbyá im südlichen Caazapá; Die Aché in der Sierra de Mbaracajú; Die Manjui im Nordwesten des Chaco; Ayoreo-Totobiégosode; Paraguays indigene Gruppen in “Erst-Kontakt” und “Rückkehrer in die freiwillige Isolation; Malaysia: Hoffnung der Indigenen im Kampf gegen Palmölplantagen; Etappensieg in Malaysia!; Einladung zur Jahresversammlung 2019 Buchtipps  PDF (2,8 MB)

Natur- und Kulturerbegebiet Nivacle und Manju vom Pilcomayo akut bedroht durch Entwaldung

[:de]

Südamerikas zweitgrößtes Waldgebiet ist der Gran Chaco – ein heißes, halbtrockenes Ökosystem, das sich vom östlichen Bolivien durch den Westen Paraguays bis nach Argentinien erstreckt. Es ist durch Trockenwälder, Palmsavannen und eingestreuten Bittergrascamps gekennzeichnet und weist eine hohe Artenvielfalt auf. Hier leben ca. 3.000 Pflanzen, 500 Vögel, 220 Reptilien und Amphibien sowie 150 Säugetierarten und ist Heimat etlicher Indianervölker, darunter der Nivacle und Manjui. Deren traditioneller Lebensraum in Paraguay liegt nördlich des Rio Pilcomayo in den Verwaltungsbezirken Boqueron und Presidente Hayes.

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Paraguay: Manjui erhalten erstmals Landrechte!

Anfang Februar 2019 erhielt RdN folgende Mitteilung von Tierra Libre: „Es hat mit den drei Landtiteln geklappt. Die Gemeinde Santa Rosa – Wonta – ist jetzt nicht mehr landlos, sondern hat nun mehr als 12.000 ha. Vor diesem Erfolg hatten die Manjui kein Land in ihrem traditionellen Territorium. Damit ist der erste Schritt zur territorialen Restitution erfolgt.“ Bei dem Land handelt es sich um ehemalige Flächen der fundamental-evangelikalen Us-amerikanischen Mission “To the New Tribes“.

Paraguay: Manjui erhalten erstmals Landrechte! weiterlesen

Paraguay: “Dekret, das Völkermord bedeutet” aufgehoben

2017 verkündete stolz Paraguays Vize-Landwirtschaftsminister Marcos Medina die endgültige Umwandlung des Landes in einen Agrarstaat und wies darauf  hin, als er erklärte, dass die Abholzung der Wälder keinerlei Problem für das Land darstellte und dass die Abholzung in Zukunft sogar noch zunehmen würde, mit einer Rate von 400.000 Hektar jährlich bis zum Jahr 2030. Dies bedeutete die komplette Abholzung des Landes bis zu jenem Jahr. Paraguay: “Dekret, das Völkermord bedeutet” aufgehoben weiterlesen

Hadzabe Landrechte – IV. Quartal 2018

Der größte Teil der Landrechtearbeiten im 4. Quartal 2018 konzentrierte sich lt. Daudi auf die Sicherung und Abgrenzung der Weidegebiete der Hirtennomaden der Datoga. Diese grenzen an die Hadza-Gebiete und werden als Puffer dienen. Dadurch soll erreicht werden, dass die Datoga beginnen, ihr Land besser zu bewirtschaften, und so die Hadza-Gebiete weniger belasten. Darüber hinaus wurden Gebiete der Hadza und Weideflächen in den Mangola-Dörfern physisch abgegrenzt (mehr Grenzrohre eingefügt). Dismas hat dieses maßgeblich vor Ort betreut.

UCRT Mitarbeiter am Demarkierungspfahl

Infoheft “Naturvölker” Nr. 87, Dezember 2018, 27. Jahrgang

Naturvölker Heft 87

Themen: AUS für Internationale Allianz zum Schutz bedrohter isolierter Völker;  Cuguedodie: Der Reichtum an Bohnen; Totobiẽgosode: Sozialräumlich-umweltpolitische Beziehungen; Tatort Ecuador: Runaguna – Opfer im schmutzigen Erdölgeschäft; Survival International: wir haben gute Neuigkeiten für dich!; Weingarten 2018: auch ein Wiedersehen mit der Iniciativa Amotocodie; Neuer indonesischer Militärangriff im Hochland West-Neuguineas; Unsere Buchtipps   Download Heft 87 PDF (2,6 MB)

Kolonie Westpapua: Massenverhaftungen – Freiheitskämpferangriff – Video “Kinderermordung”

Information des Westpapua Netzwerkes:

In der indonesischen Kolonie Westpapua ist die Gewalt eskaliert, nachdem bei Nduga im Hochland Westpapuas am 2. Dezember 2018 bis zu 31 Menschen erschossen worden sind.

Die Nationale Befreiungsarmee Westpapuas (TPNPB), eine bewaffnete Gruppe der Unabhängigkeitsbewegung, hat die Verantwortung für den Angriff übernommen, aber es gibt unterschiedliche und teils widersprüchliche Versionen der Ereignisse seitens der indonesischen Behörden. Zuvor hatte es Massenverhaftungen hunderter Demonstranten gegeben, die an den Feierlichkeiten zum 1. Dezember teilnahmen.  Kolonie Westpapua: Massenverhaftungen – Freiheitskämpferangriff – Video “Kinderermordung” weiterlesen

Tod eines US-Amerikaners bringt Indiens „Isolados“ erneut in internationale Schlagzeilen

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist North-Sentinel-1024x877.jpg

Es war nicht das erste Mal, dass North Sentinel internationale Aufmerksamkeit fand. Am 15. Februar 1991 gelang es einer indischen Expedition, dass 15 Ureinwohner – die man mangels konkreterer Kenntnisse als „Sentinelesen“ bezeichnete – kurzzeitig an Bord des Schiffes kamen. Endlich konnte Indien stolz verkünden: „Das letzte feindselige Volk ist befriedet! Nach über 10.000 Jahren öffnet sich das mysteriöse Sammler- und Jägervolk mit ihrem prähistorischen Lebensstil der Welt.“

So die Pressemitteilung vom 21. Februar 1991 – ein mehr als fraglicher Erfolg der zivilisierten Welt! Die Zeiten der Pfeilhagel, welche die Sendboten der Zivilisation seit den 1970ern regelmäßig empfingen, waren gebrochen – so die Annahme der Staatsbehörden. Diese hatten nach über zwanzigjähriger Beharrlichkeit ihr Werk vollbracht und die „Sentinelesen“ mit Lebensmitteln, Spielzeug, Stoffe und Zivilisationshausrat aus Aluminium und Plastik gefügig gemacht. Güter, welche die Ureinwohner tausende von Jahren nicht benötigten und zukünftig auch nicht brauchten, hatten sie nun erreicht. Denn die Gegenstände, die das Urvolk benötigte, hatte es im Rahmen seiner Autarkie stets selbst hergestellt.

Zum Glück gab es für diese Menschen eine Änderung in der Politik mit Einstellung der „Befriedungsaktionen“ und Zutrittsverbot für Jedermann zur Insel.

Der verheerende Tsunami vom 26. Dezember 2004 katapultierte das Urvolk erneut in die internationale Presse. Nach der gewaltigen Todesflut ließen indische Behörden North Sentinel zur Kontrolle überfliegen. Dabei wurde der eingesetzte Hubschrauber mit Pfeilen vom Strand aus beschossen. Der niedrig über das Eiland fliegende Militärhubschrauber hatte eine TV-Crew an Bord. Das Bild des kraushaarigen Mannes, der seinen Lebensraum mit Pfeil und Bogen verteidigte, ging um die ganze Welt. Es erreichte Millionen von Menschen und gab einen flüchtigen Blick in eine verborgene Gesellschaft frei.

Nun gelangten die Ureinwohner von North Sentinel erneut in die internationalen Schlagzeilen der Medienwelt, so u.a. auch beim US-amerikanischeFernsehsender Cable News Network (CNN):

     North Sentinel tribe thought to have killed American John Allen Chau

Fakt ist, der US-Amerikaner Chau wurde auf North Sentinel von den Eingeborenen getötet. Das wurde von den örtlichen Behörden bekanntgegeben. Chau war Missionar und Abenteurer. Er hatte kein Recht das Eiland zu betreten. Die Insel und das umliegende Gewässer im Radius von drei Seemeilen (5,6 Kilometer) sind Sperrgebiet und dürfen nicht betreten werden. Schon 2006 sind dort zwei Fischer von den Indigenen getötet worden, die dort illegal fischten. Das Verbot soll einerseits die Indigenen schützen, andererseits auch Außenstehende vor Gefahren bewahren.

Chau hatte bereits vor einigen Jahren auf der abgelegenen Inselkette in der zum indischen Ozean gehörenden Andaman See besucht. Nun war er wiedergekommen, um seine Pläne, die er nach dem ersten Besuch entwickelte, umzusetzen. Mit Geschenken wollte er die Indigenen ködern, sich bei ihnen aufhalten, ihnen das Evangelium bringen und gegeben falls die Bibel in ihre Sprache übersetzen. Er wusste, dass die Insel Sperrgebiet war und seine Mission damit illegal war.

Mit Geld brachte er Fischer dazu, ihn zur Insel zu bringen. Diese hatten Chau am 16. November 2018 mit ihrem Boot in die Nähe der für Außenstehende verbotenen Insel gebracht. Die letzte Strecke über das Meer fuhr er mit einem Kanu, um das Ufer zu erreichen. Was dann passierte, dazu kursieren unterschiedliche Darstellungen.

CNN zufolge, kehrte er am selben Tag mit Pfeilverletzungen zurück, um am Folgetag wieder zur Insel zurückzukehren. Der Fischer sah später, dass die Ureinwohner den Körper des Eindringlings über den Sandstrand zogen.

Der Tagesspiegel schrieb: „Es habe Pfeile auf den Mann geregnet, sobald er die Insel betreten hatte, sagte der Behördenvertreter. Er wurde von Pfeilen attackiert, ging aber weiter. Die Fischer sahen, wie die Bewohner Seile um seinen Hals banden und ihn zogen. Vor Angst seien die Fischer geflohen, aber am nächsten Morgen seien sie zurückgekehrt und hätten die Leiche am Ufer gefunden. Laut indischen Medienberichten erzählten die Fischer in der Regionalhauptstadt Port Blair einem Priester von dem Vorfall. Die indische Polizei leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen Mordes gegen “unbekannte Stammesmitglieder” ein. Weil auch indische Behördenvertreter die Insel nicht betreten, ist aber unklar, ob die Tötung rechtliche Konsequenzen hat. Sieben Fischer wurden verhaftet, weil sie den Amerikaner in die Nähe der Insel gebracht haben sollen.“

Die Bewohner der 62 km² großen Insel North Sentinel waren die letzten Andamanesen, die in vollkommener Abgeschlossenheit leben konnten. Wie viele Sentinelesen es gibt, ist nicht bekannt. Zwischen 30 und 60 Personen waren stets am Strand, als die behördlichen Annäherungsversuche stattfanden. Die „Sentinelesen“, die ihre Bezeichnung „Sentinel/Sentinelesen“ nach der Insel erhalten haben, werden nach anderen Bezeichnungen auch „Patan Jarawa“ genannt. Sie haben – wie die Jarawa – die Kolonialzeit besser als die anderen Gruppen überstanden. Während beide ihr Gebiet vehement mit Pfeil und Bogen verteidigten, haben die „Sentinelesen“ den zusätzlichen Vorteil, dass sie auf einer kleinen Insel vor South Andaman leben. Die dort oft stürmische See bewirkt einen natürlichen Schutz.

Die ersten Kontakte versuchten britische und indische Offiziere im 19. sowie Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach dem Aufgeben des Widerstandes der Jarawa (1998) waren die Bewohner von North-Sentinel die einzigen Indigenen der Andamanen ohne Kontakt zur Außenwelt. Zumindest solange, bis auch sie durch jahrelanges Auslegen unsinniger Geschenke von Regierungsbeamten und Ethnologen zermürbt und neugierig gemacht worden waren. 1967 begann die Periode ernsthafter Anstrengungen, um die Barriere der Abwehrhaltung der Ureinwohner zu brechen. Zwischen 1974 und 1990 wurden zahlreiche Befriedungsversuche unternommen. In diesen Aktionen wurden Onge als Lockvögel benutzt. Ein derartiges Vorgehen ist eine üble Methode gegenüber Naturvölkern, die sich gegen Eindringlinge mit ihren Waffen wehren. Selbst Verwundungen durch getroffene Pfeile, welche die Indigenen zielsicher aus 80 m Entfernung vom Ufer aus abschossen, schreckten die Kontaktierer nicht ab.

Laut Survival International hätten die indischen Behörden Beschränkungen für Touristen vor einigen Monaten gelockert. Das jetzige Ereignis zeigt wiedermal, dass Indien nicht konsequent genug seine letzten „Isolados“ schützt, wie es eigentlich die Konvention Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) fordert. Niemand hat zu in freiwilliger Isolation lebenden Völkern hinzugehen und sich in ihr Leben einzumischen, die für sich entschieden haben, den Kontakt zu der sie umgebenden äußeren, gefährlichen Welt abzulehnen. Das gilt auch für Missionare, denn der Missionsbefehl (Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker / Mt. 28,19) bedeutet kultureller Genozid. Jeder Kontakt führt unweigerlich zum Tod des Lebensmodels dieser Völker. Es zerplatzt ähnlich einer Seifenblase, ohne die Chance auf Rückkehr. Diese Völker werden damit unweigerlich zu Verlierern. Traurige Beispiele mit hohen Todesraten durch eingeschleppte Infektionskrankheiten über Lebensraumvernichtung und Landraub mit Kulturzerstörung bis hin zu Verelendung im Verbund mit Alkoholismus und Prostitution gibt es leider genug.

Bernd Wegener

https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/insel-im-indischen-ozean-ureinwohner-toeten-us-touristen-mit-pfeilen/23665142.html

https://edition.cnn.com/2018/11/22/asia/north-sentinel-island-worlds-isolated-tribes-intl/index.html

https://web.de/magazine/panorama/us-missionar-ureinwohnern-indischer-insel-getoetet-33429274

Wegener B., Keulig, S.: Schwarzasien – Ureinwohner zwischen Kulturvernichtung und Ausrottung, Herbolzheim 2007[:]

VORTRAG: Abenteuer Ostafrika: In der Wildnis der letzten `Buschmänner`

Naturforschende Gesellschaft Mecklenburg e.V.:

24. November 2018, 14 Uhr , 19288 Ludwigslust, Schlossfreiheit 4 (NATUREUM)

VORTRAG:  Abenteuer Ostafrika: In der Wildnis der letzten `Buschmänner`

Der Referent Bernd Wegener von Rettet die Naturvölker e.V. zeigt zu Beginn seines Vortrages den Film „Hadzabe, die letzten Wildbeuter in Ostafrika – Kein Bedarf nach Entwicklung“ und berichtet anschließend über die Reise in das überaus trockene Buschland dieses Volkes. Der Sinneswandel der Regierung gegenüber seinen Minderheiten zum Erhalt traditioneller Kulturen hat dort inzwischen viel bewegt und ist weltweit wohl einmalig. Im Hadzabe-Land entsteht ein überregionaler Biotopverbund aus reinen Natur- und extensiv beweideten Flächen, die wieder der Wildtierausbreitung dienen. Wie Perlen einer Kette liegen in diesem Band Flächen, die nun im juristischen Eigentum der Hadzabe sind. Es schafft die Voraussetzung, dass die Hadzabe ihren eigenen Lebensstil, d.h. Jagen und Sammeln beibehalten können. Ein Novum: schloss der Naturschutz die Nutzung durch den Menschen bislang stets aus!

Erneuter indonesischer Militärangriff im Hochland von West-Neuguinea

Der an das weitaus bekanntere Papua-Neuguinea grenzende Westteil der zweitgrößten Insel Neuguinea provoziert alle paar Jahre internationalen Schlagzeilen, wenn mal wieder eine unbekannte Ethnie “entdeckt” wird oder amerikanische Professoren von Papua-Rebellen der OPM (Organisasi Papua Merdeka (OPM; deutsch Organisation für ein freies Papua) getötet werden, wie 2002 geschehen. Dabei ist Westneuguinea seit vielen Jahren der Schauplatz eines blutigen Krieges mit dem Indonesien seine Macht behauptet. In diesem Krieg sind über 100.000 Todesopfer zu beklagen, zumeist Angehörige der Urbevölkerung. Erneuter indonesischer Militärangriff im Hochland von West-Neuguinea weiterlesen

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 86, August 2018, 27. Jahrgang

Themen: Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins „Rettet die Naturvölker” e.V., 2018; Information zur Datenschutz-Grundverordnung; Regierungswechsel in Malaysia – Hoffnung für die indigene Bevölkerung, den Orang Asli?; Gua Musang: Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen!; Info aus dem Hadza-Land; Mord und Kriminalisierung indigener Aktivisten weltweit!; Vereinsarbeit und Fundraising – wie soll es mit RdN weitergehen?

Download Heft 86 PDF (3,5 MB)

Malaysia: Gua Musang – Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen!

Blockade Cawas, Gua Musang

Awis a/l Asu: „Seit 2016 haben wir die Blockade viermal errichtet. Als wir sie aufgebaut hatten, kam die Forstbehörde und zerstörte sie wieder. Wir wurden inhaftiert, trotzdem haben wir danach unsere 2. Blockade gebaut. Auch die wurde zerstört. Also bauten wir die 3. Blockade, welche auch wieder zerstört wurde. Aber wir hielten durch mit unserer 4. Blockade bis jetzt. Malaysia: Gua Musang – Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen! weiterlesen

Malaysia: Regierungswechsel – Hoffnung für die Urvölker?

von RdN, 15.05.2018

Das Regierungsbündnis UMNO des Premier Najib ist abgewählt worden. Vorläufiger Ministerpräsident wird Dr. Mahathir Mohammed. Dr. M. – wie er in Malaysia genannt wird – war schon einmal Premierminister. Er hat eigentlich das korrupte System, das zu zerschlagen er jetzt angetreten ist, mit aufgebaut. Der schon 92jährige und erstaunlich rüstige Dr. Mahathir Mohammed wird gefeiert wie ein Popstar. Zeitungen Südostasiens sprechen von einem Tsunami, der über das Land fegt.

Der bisherige Premier, Najib, ehemals politischer Ziehsohn Mahathir Mohammeds, ist in die Unterschlagung von ca. 4 Milliarden (!) Euro staatlicher Gelder verwickelt, von denen man 700 Millionen auf seinen Privatkonten fand. Er darf das Land nicht verlassen.

Das jetzige Regierungsbündnis hat den Orang Asli große Versprechen vor der Wahl gemacht und sich die Sicherung der Landrechte der Ureinwohner Malaysias auf die (Wahlkampf-) Fahnen geschrieben.

 Angehörige der negritoiden Batek

Mitte Juni wird die Regierung neu gebildet und die Minister neu ernannt. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens ein Teil der den Orang Asli gegebenen Wahlversprechen umgesetzt wird.

Die Kooperationspartner von RdN in Malaysia, Jef und Shafie vom Indigenen Netzwerk JKOAP sind derzeit in den abgelegenen Dörfern Pahangs unterwegs um die Bevölkerung für den Kampf um ihre Landrechte zu motivieren und Kartierungsarbeiten zu organisieren. Diese Arbeit ist langwierig und schwer. Viele Indigene haben die Hoffnung schon aufgegeben. Die Arbeit von Jef, Shafie und RdN ist es, den Menschen ihre Hoffnung zurück zu geben und zur Kartierung ihres angestammten Siedlungsgebietes zu bewegen. Dazu sind häufig mehrere Besuche in einer Siedlung notwendig. Denn es sollen sich so viele Bewohner wie möglich an der Erkundung ihres Territoriums und dem Erheben von Daten für die Kartierung beteiligen. So entsteht wieder eine Verbundenheit zur eigenen Geschichte und Kultur.

„Rettet den Regenwald“ und „RdN“ hatten vor gut einem Jahr eine Petition gegen den Holzraub und die Vernichtung der Rergenwaldgebiete des indigenen Volkes der Temiar in Kelantan initiert. Die Temiar hatten damals mit wochenlangen Blockaden die Zufahrt-straßen der Holzfäller zu ihren Urwäldern gesperrt. Die Blockaden sind vom Staat gewaltsam aufgelöst worden und viele Temiar wurden inhaftiert,

Mehr als 200.000 Menschen haben im Laufe der Zeit diese Petition unterzeichnet. Die Petition wird nach der Regierungsneubildung den entspre-chenden staatlichen Stellen übergeben werden, um die Forderung der Orang Asli nach Einhaltung ihrer gesetzlich festgelegten Rechte zu unterstreichen und die Regierung an ihre Wahlversprechen zu erinnern. 

Arne Salisch

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 85, Mai 2018, 27. Jahrgang

Themen: In eigener Sache; Ayoréo-Aislados, Bericht Teil II: Die Anwesenheit der in Isolation lebenden Ayoreo an der Grenze zwischen Paraguay und Bolivien; Malaysia: Der Kampf der Jah Hut um Landrechte geht weiter!; Angriff auf den Amazonas: Mine Belo Sun in Volte Grande im Herzen des brasilianischen Amazonasgebiets; Der schwere Weg der Batak von Palawan ins neue Jahrtausend; Aus unserer Post; Zur Erinnerung: RdN-Jahresversammlung 2018

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Chile: Indigene beklagen Vertreibung durch Lithium-Abbau

von Blickpunkt Lateinamerika, 08. Juni 2018

In Chile, dem nach Australien zweitgrößten Lithiumproduzenten der Erde, beklagen indigene Anwohner der Lithiumförderregion Atacama den drohenden Verlust ihrer Heimat durch eine beschlossene Verdreifachung der Fördermengen bis 2030. „Wir erleben die Umweltzerstörung durch die Ansiedlung verschiedener Unternehmen auf unseren Territorien“, zitiert das Onlineportal „EL Desconcierto“ Manuel Salvatierra vom „Rat der Atacama-Völker“ (CPA) Mitte dieser Woche. Treibende Kraft hinter der Nachfragesteigerung ist der weltweite Boom bei Elektroautos.

Chile: Indigene beklagen Vertreibung durch Lithium-Abbau weiterlesen

Malaysia: Regierungswechsel – Hoffnung für die Urvölker?

Von RdN, 15.05.2018

Das Regierungsbündnis UMNO des Premier Najib ist abgewählt worden. Vorläufiger Ministerpräsident wird Dr. Mahathir Mohammed. Dr. M. – wie er in Malaysia genannt wird – war schon einmal Premierminister. Er hat eigentlich das korrupte System, das zu zerschlagen er jetzt angetreten ist, mit aufgebaut. Der schon 92jährige und erstaunlich rüstige Dr. Mahathir Mohammed wird gefeiert wie ein Popstar. Zeitungen Südostasiens sprechen von einem Tsunami, der über das Land fegt. Malaysia: Regierungswechsel – Hoffnung für die Urvölker? weiterlesen

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 84, März 2018, 27. Jahrgang

Themen: Kalinago: Ohne Stammesland keine Zukunft!; Community Mapping; Landrechte für Hadzabe und Nomaden; Unsere Dörfer auf unserem Land; Die Situation der Ayoreo-Aisolados in Bolivien – Bericht 2016; Nivacle – Wenn Welten auf einander treffen; Buchvorstellung: Hinter dem Horizont; Einladung Mitgliederversammlung des Vereins “Rettet die Naturvölker e.V., 2018

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Infoheft „Naturvölker“ Nr. 83, Dezember 2017, 26. Jahrgang

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Themen: Der letzte Tanz der Akuntzu: Synonym für Brasiliens Isolados!; Wenn der Urwald auf dem Grill landet: Abholzung in Paraguay; Information über die isoliert klebenden Indianer Paraguays für 2105; Iniciativa Amotocodie: ein Dekret, das den Völkermord garantiert; Witwe von Douglas Tompkins übergab riesigen Landbesitz an Chile; Petition vom West Papua Campaign Team: Hilfe, um Völkermord in West Papua zu beenden!; Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins “Rettet die Naturvölker e.V., 2017

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Paraguay: Regierung bremst Landforderung der Ayoreo-Totobiegosode

von RdN, 01.01.2018

In der Weiterführung der Landforderung der Totobiegosode kamen in 2017 keine neuen Flächen hinzu. Die Situation bleibt kritisch, wie auch aus dem Rundbrief, Oktober 2017 unserer Partner vom Verein zur Unterstützung Indianischer Landforderungen im Chaco von Paraguay ersichtlich ist. Zusammenfassend besteht folgender Stand:

Paraguay: Regierung bremst Landforderung der Ayoreo-Totobiegosode weiterlesen

Paraguay: Ein Dekret, das den Völkermord garantiert!

Liebe Unterstützer und Freunde,

von unserer Partnerorganisation Iniciativa Amotocodie erreichte uns im November 2017 folgendes Kommunique:

Ein Dekret, das den Völkermord garantiert – Kommuniqué an die öffentliche Meinung

Am 14. September diesen Jahres hat Präsident Horacio Cartes das Dekret 7702 in Kraft gesetzt, das den Artikel 42 des Nationalen Forstgesetzes modifiziert. Es befreit von der Verpflichtung, mindestens 25% der Wälder in allen ländlichen Anwesen über 20 Hektar zu erhalten und macht den Weg frei für die Abholzung aller verbleibenden Wälder in Privatbesitz. Das Dekret ist ein großer Irrtum, durch den nicht nur das Forstgesetz verändert, sondern auch das Gesetz zum Stopp der Abholzung im Osten Paraguays umgangen wird. Paraguay: Ein Dekret, das den Völkermord garantiert! weiterlesen

Paraguay: Präsident Cartes forciert Ausrottung der letzten Waldindianer!

von Iniciativa Amotocodie/ RdN, 19.12. 2017

Ein Dekret, das den Völkermord garantiert – Kommuniqué an die öffentliche Meinung

Am 14. September diesen Jahres hat Präsident Horacio Cartes das Dekret 7702 in Kraft gesetzt, das den Artikel 42 des Nationalen Forstgesetzes modifiziert. Es befreit von der Verpflichtung, mindestens 25% der Wälder in allen ländlichen Anwesen über 20 Hektar zu erhalten und macht den Weg frei für die Abholzung aller verbleibenden Wälder in Privatbesitz. Das Dekret ist ein großer Irrtum, durch den nicht nur das Forstgesetz verändert, sondern auch das Gesetz zum Stopp der Abholzung im Osten Paraguays umgangen wird. Paraguay: Präsident Cartes forciert Ausrottung der letzten Waldindianer! weiterlesen

Infoheft “Naturvölker” Nr. 81, Juni 2017, 26. Jahrgang


Themen: Iniciativa Amotocodie: Monitoringfahrten ins Gebiet der Vorfahren; Überleben der Kalinago Menschen: Kanuprojekt in Saint Vincent; Reise nach St. Vincent im März 2017; Malaysia: Aktion Unterschriften für indigenen Widerstand; Malaysia: Erntedank bei den Jah Hut in Kampung Sungai Mai; Die Ausbeutung der Wälder Westpapuas – Kahlschlag am anderen Ende der Welt; Landrechte für die Hadzabe (Tansania); Konflikt in Brasilien: Farmer hacken Ureinwohnern die Hände ab; Hinweis Terminänderung: Einladung Jahresversammlung 2017

Infoheft „Naturvölker“ Nr. 80, Februar 2017, 26. Jahrgang

Themen: Unser neuer Vereinsname. Rettet die Naturvölker e.V.; Die Cofan – Indigene Regenwaldbewohner des Amazonasgebietes; Widerstand in Malaysia: neue Blockaden der Temiar in Kelantan; Kontrollposten zum Schutz des Stammeslandes der Totobiegosode; Mit Richard Baalow verlieren die Hadzabe ihren großen Kämpfer; St. Vincent: Traditionelles Kalinago Dorf entsteht; Einladung Jahresversammlung 2017

Download:

Infoheft “Naturvölker” Nr. 79, Dezember 2016, 25. Jahrgang

Themen: Ich sprang für den Stolz dieser Rasse in Sauteurs (Die Ausrottung der Ureinwohner auf der Antillen-Insel Grenada); Hairuna – Land of the Blessed (Land der Seligen …); Bericht über die Aktivitäten der Lokalen Gruppen zur Dokumentierung der kulturellen Erinnerung der Nivacle, Teil II; Kurznachrichten aus Malaysia; Impressionen: Indigenious Day Celebreation, Kg Berdut; 25 Jahre Freunde der Naturvölker – 25 Jahre Bewahrungshilfe; Was man tun kann Download Heft 79 PDF (9,8 MB)

Tansania: Minister bekräftigt Landrechte für die Hadzabe!

HADZABE – Positive Signale für Landrechte der Jäger und Sammler

von FdN, 31.12.2016

am 22. Dezember fand ein überaus bemerkenswertes Meeting in Sachen Landrechte für die Hadzabe statt, wie uns Daudi informierte. Nachstehend Auszüge des Berichts von Chris Schmeling:

“Ich bin gerade von einem ganz besonderen Erlebnis mit dem ehrenhaften Minister William Lukuvi zurückgekehrt, der zuständig für die Übergabe der Titel und CCROs an die Dörfer der Hadza und Datoga ist. Hier ist ein sehr kurze Re-Cap von dem, was er sagte:

  • Normalerweise kommt er nicht für die Übergabe von Landtiteln und CCROs für die Dörfer her, aber er beschloss, aus zwei Gründen heute anwesend zu sein: seinen Respekt und seine Dankbarkeit für die erstaunliche Arbeit von UCRT zu zeigen. Und anwesend zu sein, wenn spezielle Leute wie der Hadza ihre Landrechte erhielten.
  • Er betonte, dass seine größte Sorge momentan die Hadza sind, denn es geht um ihr Überleben und die Feststellung, dass ihr Land (die Voraussetzung hat), wo sich die Wildnis-Situation erholen könnte, so dass sie ihre geliebten Paviane etc. wieder jagen könnten. Damit haben die Wildlife (Tierwelt) Korridore eine besondere Bedeutung.
  • Wenn er in ein paar Jahren zurückkommt, wolle er nicht hören, dass gar ein Hektar Land der Hadzas gestört worden sei. Er stellte die Barabaig heraus und nannte sie kluge Leute, die gern in das Land der Anderen eindringen und warnte sie davor, da sie ihr eigenes Gebiet hätten und daran festhalten sollten.
  • Er verwarnte die Bezirksbeamten, um die Einhaltung aller Landrechte sicherzustellen. Bei der Übergabe der Dokumente an den Q’angdend Hadza beklagten diese sich öffentlich, daß schon einige Leute eingedrungen seien. Er bestellte die DED, um sofort und öffentlich zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Eindringlinge vertrieben wurden.
  • Am Ende der Rede lobte er nochmals UCRT für ihre hervorragende Arbeit und Unterstützung und ermutigte UCRT, ihre wichtige Arbeit fortzusetzen, damit die Hadza in anderen Gebieten / Distrikten Landtitel erhalten.”

 Q`angdend Hadza erhalten ihre Dokumente

Bernd Wegener

FdN unterstützt das Projekt der Landrechte. Bitte helfen auch Sie (Kennwort: HADZABE). 

 

Philippinen: Wer möchte bei Regenwaldschutzprojekt helfen?

REGENWALD DER AGTA BEWAHREN

Vom 8. März – 5. Mai 2015 war unser Mitstreiter Hannes auf den Philippinen. Hannes ist seit Jahren aktiv im FdN-Schutzprojekt DIPUNTIAN auf der Halbinsel Ildefonso (Luzon). Dort fanden vertriebene Ureinwohner der Negritos vom Volk der Agta eine neue, sichere Bleibe.

Hannes teilte jüngst zur Situation der philippinischen Negritos mit: „Die letzten Jahre habe ich dort die Eingliederung der mir bekannten Negritos in die Zivilisation beobachtet. Es ist mir bisher nicht gelungen, die Globalisierung aufzuhalten. Das einzige mich noch ansprechende Projekt erschien mir der Schutz des Waldes der Agtas im Nationalpark an der Pazifikküste (Hauptinsel Luzon). Mir wurde, wie von mir zuletzt berichtet, letztes Jahr das Nutzungsrecht für einen Küstenabschnitt (ähnlich Dipuntian) für ca. 1.000 € angeboten. Falls es ein Interesse an der Angelegenheit gibt, kann ich nähere Erkundigungen einholen. Sinn macht das nur, wenn sich tropenfeste Aktivisten mit viel Zeit und Engagement finden. Diese Gegend ist noch paradiesisch.”

F1Wir haben Hannes gebeten, nähere Erkundigungen einzuholen, unter welchen Bedingungen ein Schutzprojekt für den angebotenen Regenwaldabschnitt zugunsten dort lebender Agtas realisiert werden könnte. Die Erfahrung zum Regenwaldschutz auf den Philippinen lehrt aber auch, dass die Tropenwälder dort nur eine Chance haben, wenn engagierte Personen unmittelbar vor Ort leben, um illegale Abholzungen zu unterbinden. Auf die Aufsicht staatlicher Behörden zu hoffen, ist leider nicht immer effektiv. – Falls es Interessenten gibt, die künftig auf den Philippinen leben wollen, und auch für den Schutz von Regenwäldern und Menschenrechten wirken möchten, bitte meldet euch.

Bernd Wegener

Tansania: Illegale Besetzung von Hadzabe-Land

Von FdN / ECOTERRA Intl.

Ende 2011 konnte stolz verkündet werden, dass die tansanische Regierung zum ersten Mal in der Geschichte des Landes einer ethnischen Minderheit Landrechte für einen Teil ihres Stammeslandes übereignet hatte. An der Weiterführung der Landrechte – die von FdN unterstützt werden – wird gearbeitet. Doch es gibt keinen Frieden, wie FdN durch unsere Partnerorganisation ECOTERRA Intl. am 25.012.2013 erfuhr!

Tansania: Illegale Besetzung von Hadzabe-Land weiterlesen

Australien: Aborigines gewinnen Rechtsstreit um Landkonflikt

von FdN/ETAN, 16. Dezember 2011

Aborigines haben einen großen Sieg errungen nach einem langen Kleinkrieg gegen das geplante Woodside Gas-Hub-Projekt bei James Price Point an der westaustralischen Kimberley Küste. Ein Richter am Obersten Gerichtshof von Wayne Martin bestätigte ein Urteil zugunsten der Goolarabooloo Aborigines mit der Feststellung, dass die Regierung von Westaustralien illegal gehandelt hat, als sie Grundstücke der Goolarabooloo Aborigines für das geplante Gas-Hub-Projekt enteignen wollte. Das betreffende Land beherbergt Grabstätten der Aborigines und es ist Teil eines Liederzyklus, die entscheidend für das Leben und die Kultur der Goolarabooloo sind. Ein Liederzyklus ist eine oral vererbte Karte, mit zeremoniellen Stätten, saisonalen Gerichten, Orten für Bäume, Sträucher, Ocker, Land und Wasser, die alle notwendig sind für die „Erhaltung von Leben sowohl für Mensch und Tier“ sagen die Goolarabooloo. Australien: Aborigines gewinnen Rechtsstreit um Landkonflikt weiterlesen

Informationen über Naturvölker in Australien/Ozeanien 2005 – 2011

[:de]AUSTRALIEN: MIRRAR ABORIGINES, KAKADU NP UND URANLAGER JABILUKA

von FdN / IC, 19. April 2011

Die Angehörigen des Stammes der Mirarr haben ihren Widerstand gegen das milliardenschwere Uranlager Jabiluka erneuert und sich  dafür ausgesprochen, die Lagerstätte aus Solidarität mit der Bevölkerung von Japan zu einem Teil des als UNESCO-Weltkulturerbe geführten Kakadu-Nationalparks zu erheben. In einem aktuellen Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (PDF) bedauert Yvonne Margarula, die „Elder“ der Mirrar, dass Uran aus der bereits in Betrieb befindlichen Uranmine „Ranger“ in Kakadu höchstwahrscheinlich auch im schwer angeschlagenen Atomkraftwerk Fukushima gefunden würde. Informationen über Naturvölker in Australien/Ozeanien 2005 – 2011 weiterlesen