Archiv der Kategorie: Asien

Cheq Wong

Indigene Völker Malaysias-bedroht durch Palmöl.

Das kleine Volk der Cheq Wong ist die kleinste der sechs Subethnien der Senoi. Es gibt von ihnen noch knapp 500 Menschen. Sie haben eine eigene Sprache, die zu den Northern Aslian Languages oder auch Jahaic Languages gezählt wird, einer Unterkategorie der austroasiatischen Sprachen. Ursprünglich waren die Cheq Wong Jäger und Sammler. Da ihr Lebensraum, der Regenwald, weitestgehend durch Plantagen zur Gewinnung von Palmöl zerstört ist, leben sie nun marginalisiert in tristen Regierungssiedlungen. Ich traf die Cheq Wong das erste Mal 2015 in so einer Siedlung in Pahang, Malaysia, in der Nähe des geplanten Staudamms Kuala Lipis. Wir brachten ihnen Grundnahrungsmittel, Öl, Reis, Gemüse, da die geringen Mittel, die sie vom Staat erhielten, nicht für die Grundversorgung ausreichten.

Später wurde ich dann zu einer anderen kleinen Siedlung der Cheq Wong gerufen, ein paar Hütten waren es nur, inmitten einer Kautschukplantage. Ich durfte hier an einer schamanischen Heilungszeremonie teilnehmen. Eine Frau, die offensichtlich unter dissoziativen Zuständen litt, wurde auf traditionelle Art von einem Heiler behandelt. Die ganze Gemeinschaft war an der Zeremonie beteiligt, es wurde gesungen, gegessen, getrunken und alle Anwesenden brachten der “Patientin ” große Anteilnahme entgegen.

Nach ein paar Wochen wurden mir ein paar Fotos zugespielt. Anscheinend gibt es noch einige kleine Sippen der Cheq Wong, die versuchen ihr traditionelles Leben beizubehalten. Einen Tagesmarsch von der Zivilisation entfernt findet sich in einem Naturschutzgebiet diese kleine Siedlung. Es ist illegal, dass diese Menschen hier leben. Illegal im eigenen Land, das sie seit mindestens 5000 Jahren besiedeln

Malaysia: Ein Nachruf …

Von Arne Salisch

Tok Janggut, einer der letzten großen großen Puyang (Schamanen) des Volkes der Jah Hut, verstarb am 6. November 2020 in seinem Heimatort Kampung Pian im Bundesstaat Pahang (Malaysia). Er soll ein Alter von 96 Jahren erreicht haben. Mit ihm ging eine Schatzkammer des Wissens um Magie, Mythologie, Medizin und Zusammenhänge in der Natur ins Jenseits. Er bewahrte die alten Rituale der Jah Hut und reiste in die Dörfer seines Volkes, um Heilungen, Segnungen und Schutz zu geben. Einen Teil seines Wissens gab er an seine Schüler weiter, so dass dieses erhalten werden konnte.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist H77-2016-1024x788.jpg
Tok Janggut
Malaysia: Ein Nachruf … weiterlesen

Malaysias Regierungswechsel ohne Ergebnis für die Urvölker!

Bericht aus Malaysia: Arne Salisch, 19. Mai 2919

Ich bin jetzt vor Ort und war gestern bei Shafie. Ich warte jetzt auf ihn , das wir zu den Batek nach Kuala Tahan fahren. Das sind Negritos, die am Taman Negara leben.

 Foto: Jef

Ich will auch noch nach Gua Musang zu den Temiar. Allerdings ist nur noch eine Blockade dort aktiv. Malaysias Regierungswechsel ohne Ergebnis für die Urvölker! weiterlesen

Malaysia: Gua Musang – Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen!

Blockade Cawas, Gua Musang

Awis a/l Asu: „Seit 2016 haben wir die Blockade viermal errichtet. Als wir sie aufgebaut hatten, kam die Forstbehörde und zerstörte sie wieder. Wir wurden inhaftiert, trotzdem haben wir danach unsere 2. Blockade gebaut. Auch die wurde zerstört. Also bauten wir die 3. Blockade, welche auch wieder zerstört wurde. Aber wir hielten durch mit unserer 4. Blockade bis jetzt. Malaysia: Gua Musang – Keine weiteren Holzeinschlaggenehmigungen! weiterlesen

Malaysia: Regierungswechsel – Hoffnung für die Urvölker?

Von RdN, 15.05.2018

Das Regierungsbündnis UMNO des Premier Najib ist abgewählt worden. Vorläufiger Ministerpräsident wird Dr. Mahathir Mohammed. Dr. M. – wie er in Malaysia genannt wird – war schon einmal Premierminister. Er hat eigentlich das korrupte System, das zu zerschlagen er jetzt angetreten ist, mit aufgebaut. Der schon 92jährige und erstaunlich rüstige Dr. Mahathir Mohammed wird gefeiert wie ein Popstar. Zeitungen Südostasiens sprechen von einem Tsunami, der über das Land fegt. Malaysia: Regierungswechsel – Hoffnung für die Urvölker? weiterlesen

Bericht Peter Holzer

vom 8. März – 5. Mai 2015 war unser Mitstreiter Peter auf den Philippinen. Peter ist seit Jahren aktiv im RdN-Schutzprojekt DIPUNTIAN auf der Halbinsel Ildefonso (Luzon). Dort fanden vertriebene Ureinwohner der Negritos vom Volk der Agta eine neue, sichere Bleibe.

Peter teilte jüngst zur Situation der philippinischen Negritos mit: „Die letzten Jahre habe ich dort die Eingliederung der mir bekannten Negritos in die Zivilisation beobachtet. Es ist mir bisher nicht gelungen, die Globalisierung aufzuhalten. Das einzige mich noch ansprechende Projekt erschien mir der Schutz des Waldes der Agtas im Nationalpark an der Pazifikküste (Hauptinsel Luzon). Mir wurde, wie von mir zuletzt berichtet, letztes Jahr das Nutzungsrecht für einen Küstenabschnitt (ähnlich Dipuntian) für ca. 1.000 € angeboten. Falls es ein Interesse an der Angelegenheit gibt, kann ich nähere Erkundigungen einholen. Sinn macht das nur, wenn sich tropenfeste Aktivisten mit viel Zeit und Engagement finden. Diese Gegend ist noch paradiesisch. …“

Wir haben Peter gebeten, nähere Erkundigungen einzuholen, unter welchen Bedingungen ein Schutzprojekt für den angebotenen Regenwaldabschnitt zugunsten dort lebender Agtas realisiert werden könnte. Die Erfahrung zum Regenwaldschutz auf den Philippinen lehrt aber auch, dass die Tropenwälder dort nur eine Chance haben, wenn engagierte Personen unmittelbar vor Ort leben, um illegale Abholzungen zu unterbinden. Auf die Aufsicht staatlicher Behörden zu hoffen, ist leider nicht immer effektiv. – Falls es Interessenten gibt, die künftig auf den Philippinen leben wollen, und auch für den Schutz von Regenwäldern und Menschenrechten wirken möchten, bitte meldet euch.

Peter macht auf eine dort vorkommende, ihm nicht bekannte Hautkrankheit der AGTA aufmerksam und fragt, was es ist?

Philippinen: Wer möchte bei Regenwaldschutzprojekt helfen?

REGENWALD DER AGTA BEWAHREN

Vom 8. März – 5. Mai 2015 war unser Mitstreiter Hannes auf den Philippinen. Hannes ist seit Jahren aktiv im FdN-Schutzprojekt DIPUNTIAN auf der Halbinsel Ildefonso (Luzon). Dort fanden vertriebene Ureinwohner der Negritos vom Volk der Agta eine neue, sichere Bleibe.

Hannes teilte jüngst zur Situation der philippinischen Negritos mit: „Die letzten Jahre habe ich dort die Eingliederung der mir bekannten Negritos in die Zivilisation beobachtet. Es ist mir bisher nicht gelungen, die Globalisierung aufzuhalten. Das einzige mich noch ansprechende Projekt erschien mir der Schutz des Waldes der Agtas im Nationalpark an der Pazifikküste (Hauptinsel Luzon). Mir wurde, wie von mir zuletzt berichtet, letztes Jahr das Nutzungsrecht für einen Küstenabschnitt (ähnlich Dipuntian) für ca. 1.000 € angeboten. Falls es ein Interesse an der Angelegenheit gibt, kann ich nähere Erkundigungen einholen. Sinn macht das nur, wenn sich tropenfeste Aktivisten mit viel Zeit und Engagement finden. Diese Gegend ist noch paradiesisch.”

F1Wir haben Hannes gebeten, nähere Erkundigungen einzuholen, unter welchen Bedingungen ein Schutzprojekt für den angebotenen Regenwaldabschnitt zugunsten dort lebender Agtas realisiert werden könnte. Die Erfahrung zum Regenwaldschutz auf den Philippinen lehrt aber auch, dass die Tropenwälder dort nur eine Chance haben, wenn engagierte Personen unmittelbar vor Ort leben, um illegale Abholzungen zu unterbinden. Auf die Aufsicht staatlicher Behörden zu hoffen, ist leider nicht immer effektiv. – Falls es Interessenten gibt, die künftig auf den Philippinen leben wollen, und auch für den Schutz von Regenwäldern und Menschenrechten wirken möchten, bitte meldet euch.

Bernd Wegener