Archiv der Kategorie: Amerika

Kampagne für die Manjui in Paraguay

Landvermessung des Manjui Landes

FÜR DIE RÜCKGABE DES LANDES DER MANJUI

Eine Petition von unserem Partner Tierra Libre über Change.org für die Rückgabe des Landes der Manjui. Bitte unterzeichnet!

https://www.change.org/p/personas-por-la-restituci%C3%B3n-territorial-manjui

Die lautlose ethnische Säuberung des Volks der Manjui

Das zur Sprachfamilie der Mataguayo gehörende Manjui-Volk, das während des Chaco-Krieges stark vom Völkermord der bolivianischen Armee betroffen war und nun auf allen Ebenen durch die Vernachlässigung des paraguayischen Staates ernsthaft bedroht ist, hat sein angestammtes Territorium im Gebiet des Oberen Pilcomayo und im Nordwesten des Zentralen Chaco, im Departamento Boquerón (Paraguayischer Chaco). Für die Landrückgabe zugunsten der Manjui und um auf die lautlose ethnische Säuberung des Volkes der Manjui aufmerksam zu machen, hat unser Kooperationspartner Tierra Libre diese Kampagne ins Leben gerufen. Die Rrodungen im Trockenwald Gran Chaco für Rinderweiden bedroht alle indigenen Gruppen in Paraguay.

Das Volk der Manjui ist derzeit hauptsächlich in drei Gemeinden verbreitet, in denen es in seiner ethnischen Zusammensetzung die Mehrheit bildet: in Wonta – Santa Rosa, in der Manjui-Gemeinde von San Agustín (im Gebiet von Pedro P. Peña) und in der landlosen städtischen Gemeinde Abizais (am Eingang der Picada 500 in Mariscal Estigarribia), außerdem bildet es Minderheitengruppen in verschiedenen Gemeinden des Nivaĉle-Volkes.

Die Situation der Verlassenheit und Vernachlässigung dieser Bevölkerung durch die staatlichen Institutionen ist total. Das Manjui-Volk umfasst in Paraguay eine Bevölkerung von ungefähr 900 Menschen. Obwohl diese als ethnische, kulturelle und Sprachgemeinschaft ernsthaft vom Verschwinden bedroht sind, hatten sie bis zum Jahre 2018 keinen einzigen Quadratmillimeter an Landeigentum in ihrem angestammten Territorium. Ihr geringfügiges Landeigentum ging auf eine Initiative des Apostolischen Vikariats des Pilcomayo der katholische Kirche zurück, ein Umstand, der den Schluss zulässt, dass die Vernachlässigung dieses Volkes durch den Staat eine Kontinuität vom Chaco-Krieg bis heute aufweist.

Die ungünstigen Lebensbedingungen, die sich in diesem Zusammenhang historisch für das Volk der Manjui ergeben haben und bis heute anhalten, lassen sich insbesondere dadurch kennzeichnen, dass es infolge seiner territorialen Situation permanent demografisch unter Druck gesetzt wurde, woraus sich die extreme Armut und die seit viel Jahrzehnten anhaltend extrem hohe Kindersterblichkeit erklärt. In diesem Kontext ist auch die Aggressivität der “Familienplanungs“-Politik des Gesundheitsministeriums angesiedelt, die in Wirklichkeit einer staatlichen Geburtenkontrolle gleichkommt und in diesem ethnischen Kontext mit einer klaren genozidalen Konnotation verbunden ist, aber fast die einzige existierende Form staatlicher Präsenz vor Ort darstellt. Daher kann festgestellt werden, dass die öffentliche Politik im paraguayischen Chaco historisch und strukturell auf das Verschwinden dieses Volkes ausgerichtet gewesen ist, wofür das Instituto Paraguayo del Indígena – INDI die Hauptverantwortung trägt.

Der Kampf um Landzugang des Manjui-Volkes gegen die öffentliche Institutionen

Andererseits hat die Zusammenarbeit zwischen dem Manjui-Volk und der NRO Tierra Libre seit dem Jahr 2015 dazu geführt, dass nach drei Jahren intensiver Bemühungen, innerhalb derer zahlreiche Hindernisse öffentlicher Institutionen zu überwinden waren, der indigenen Manjui-Gemeinde Wonta – Santa Rosa schließlich mehr als 12.000 Hektar übereignet werden konnten. Dieser Landzugang erfolgte erneut ebenfalls durch nicht-staatliche Organisationen, in diesem Falle durch die “To the New Tribes“ – Mission, die ihr Landeigentum inzwischen an diese Gemeinde übertragen hat, bzw. der nicht-staatlichen Organisation Tierra Libre, die entsprechende Verhandlungen mit den diesbzgl. relevanten Behörden geführt hat, um diese Landübertragung zu ermöglichen.

Manjui Territorium mit dem 2018 erworbenen Grundstück (Wonta) sowie das von 1998 (INDI)

Die letzte und schwerwiegendste aller Situationen, die das Manjui-Volk derzeit durchmacht, bezieht sich auf ein Grundstück von 38.406 Hektar, dessen Eigentümer das Instituto Paraguayo del Indígena – INDI ist, welches es im Jahre 1998 mit der ausdrücklichen vertraglichen Verpflichtung erworben hat, es an die indigene Gemeinde Wonta – Santa Rosa zu übertragen, in der der größte Teil des in seinem traditionellen Territorium verbliebenen Manjui-Volkes lebt. Daher muss INDI als ein Komplize der Akteure angesehen werden, die in dieses Grunstück eingedrungen sind, um darauf Vieh zu züchten und ein illegales Holzkohleunternehmen zu betreiben, insbesondere deshalb, weil diese Behörde angesichts der irregulären und privaten Aneignung staatlichen Landes jahrzehntelang völlig untätig gewesen ist, was im folgenden ausführlich beschrieben wird.

Landkauf durch eine öffentliche Einrichtung ohne Übertragung an die Begünstigten: der Fall der indigenen Gemeinschaft Manjui Wonta – Santa Rosa.

Das Instituto Paraguayo del Indígena (INDI) hat 1998 ein Grundstück mit einer Fläche von 38.406 Hektar im Chaco (Departement Boquerón, Distrikt Mariscal Estigarribia) erworben. Beim Kauf der 38.406 Hektar durch das INDI war als einziger Nutznießer dieses Landes die Manjui-Gemeinde Wonta – Santa Rosa vorgesehen; so ist es im Kaufvertrag kategorisch festgelegt; eine Eigentumsübertragung an diese indigene Gemeinde hat aber nie stattgefunden und ie Nicht-Umsetzung des Prozesses der Eigentumsübertragung ist mit zahllosen Unregelmäßigkeiten, Vergehen und Verbrechen verbunden, an denen verschiedene staatliche Institutionen beteiligt sind.

Das INDI und andere staatliche Institutionen als Komplizen von Vergehen und Verbrechen gegen die indigene Gemeinde Manjui Wonta – Santa Rosa

Im Datenbereitstellungsbericht des Nationalen Katasteramts – SNC wird Frau Alice Muwo verwitwete Benin als Eigentümerin aufgeführt und erst kürzlich (infolge der Intervention von Tierra Libre) ist die diesbgl. Registrierung in dem vom SNC im Internet bereitgestellten Imformationsystem als “Information mit eingeschränkter Einsehbarkeit“ klassifiziert und deren Zugang blockiert worden.

Im Bericht über den rechtlichen Status des Grundstücks der Generaldirektion de Öffentlichen Registers für Liegenschaften heißt es wörtlich, dass das “Verfahren zur Wiederherstellung des Registereintrags unter Berücksichtigung der Artikel 112 bis 117 einzuleiten sind”. Trotz der Tatsache, dass dieselbe Institution über Beweise –die sie inzwischen sogar in einem von der Staatsanwaltschaft eingeforderten diesbzgl. Bericht vorgelegt hat– dahingehend verfügt, dass die Immobilie 1998 an das INDI verkauft wurde, wird im genannten Bericht angegeben, dass eine Registrierung zugunsten des INDI nicht vorhanden ist.

Infolgedessen wurde eine Beschwerde beim Ministerium für Öffentlichkeit – Ministerio Público eingereicht, wodurch die Zustellung eines staatsanwältlichen Antrag an das INDI und andere beteiligte Institutionen dahingend ausgelöste wurde, dass die entsprechenden Unterlagen zu übergeben sind, aber bis heute ist das INDI die einzige Institution, die nicht auf den Staatsanwaltsantrag geantwortet bzw. keine Unterlagen übergeben hat und diesen Antrag auch in keiner Weise gefördert, sondern die Arbeit der Staatsanwaltschaft, im Gegenteil, von Anfang an nur behindert hat.

Dies bedeutet, dass die Registrierung dieses Landeigentums gelöscht wurde und der Inhaber (INDI) daher den ursprünglichen Titel für die erneute Registrierung vorlegen muss, eine Situation, die sich insofern nachteilig auf die Manjui-Gemeinde Wonta – Santa Rosa ausgewirkt hat, als der Kauf dieses Grundstücks mit der Verpflichtung des INDI erfolgt war, es an die Gemeinde zu übertragen. Diese Ereignisse haben bereits jetzt einen äußerst skandalösen Präzedenzfall erzeugt, da das Instituto Paraguayo del Indígena – INDI gemäß seiner Statuten ja gerade die öffentliche Instanz darstellt, die dem Schutz der indigenen Völker Paraguays verpflichtet ist.

Rechtliche Widrigkeiten: eine Klage zwecks faktischer In-Besitznahme gegen ein vom Staat durch das Instituto Paraguayo del Indígena erworbenes Land

Das INDI wurde aufgefordert, einen Prozess, d.h. straf- und zivilrechtliche Schritte, zur Aufhebung des Gerichtsurteils zugunsten einer faktischen In-Besitznahme durch Dritte zu unternehmen, da die kriminelle Vereinigung, die die oben genannten Verbrechen und Verbrechen begangen hat, juristisch zur Rechenschaft gezogen werden muss; denn diese kriminelle Vereinigung hat Eigentumstitel und Dokumente mit falschen Angaben vorgelegt und im Jahr 2017 einen Prozess zur faktischen In-Besitznahme durch ein Gericht auf der Grundlage eines falschen Titels erwirkt (der dafür verantwortliche Richter wurde inzwischen offiziell suspendiert), daher muss rechtlich gegen Alice Muwo verwitwete Benin, die ehemalige Eigentümerin eines Teiles der 38.406 Hektar, vorgegangen werden, die seit 1998, dem Jahr, in dem das INDI das fragliche Land erworben hat, nicht mehr Eigentümerin des Grundstücks ist.

Die dahinter stehende kriminelle Vereinigung hat außerdem auf der Grundlage von falschen Dokumenten beim MADES (Ministerium für Umwelt und Nachhaltige Entwicklung) einen Antrag auf Erlangung einer Umweltgenehmigung gestellt, der von MADES ohne größere Hindernisse rechtswidrig bewilligt worden ist.

Tierra Libre hat das INDI wiederholt aufgefordert, die Aufhebung des Urteils des Prozesses zur faktischen In-Besitznahme des fraglichen Grundstücks einzuleiten, da es völlig illegal ist, dass Staatseigentum faktisch in Besizt genommen wird, aber das INDI hat diesbezüglich nicht gehandelt.


Tierra Libre forderte das INDI auch auf, unverzüglich die Umweltstrafklage und entsprechende Verfahren gegenüber MADES einzuleiten, um eine weiter Abholzung sowie die Vernichtung von Wäldern sowie die Produktion von Holzkohle auf den 38.406 Hektar zu verhindern, die dem INDI und der Manjui-Gemeinde Wonta – Santa Rosa gehören, denn es ist das INDI, das die rechtliche und moralische Verpflichtung hat, das Staatseigentum zugunsten der indigenen Bevölkerung zu schützen. Das Grundstück wurde von einem Holzkohleunternehmen und von mehreren Viehzüchtern okkupiert, was dazu führte, dass Tausende von Hektar entwaldet wurden. In einem Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten hat es vor Ort auch keinerlei Präsenz von Beamten dieser Behörde gegeben, um dieses Eigentum zu schützen, und es existieren auch keine Straf-, Umwelt-, Zivil- oder Verwaltungsbeschwerden seitens dieser staatlichen Institution.

23 Jahre sind vergangen, ohne dass dieses Land an die Gemeinde übertragen wurde, und diese Situation ist ein Skandal und eine Schande für den paraguayischen Staat, wobei das INDI die volle Verantwortung für diese Ereignisse trägt. In Vertretung der Manjui-Gemeinde Wonta – Santa Rosa hat Tierra Libre dem INDI wirkungslos unzählige Schreiben vorgelegt, in denen die Situation mitgeteilt bzw. gemeldet wurde, sowie auch eine entsprechende Beschwerde eingereicht, ohne eine Antwort zu erhalten. Das INDI hat bisher auch nicht direkt interveniert, daher ist diese Behörde infolge des gravierenden Unterlassungstatbestands hinsichtlich der Verteidigung der territorialen Rechte der indigenen Manjui-Gemeinde Wonta – Santa Rosa als ein Komplize der Akteure der oben genannten Vergehen und Verbrechen anzusehen.

Verschiedene Grade der Komplizenschaft staatlicher Institutionen, darunter folgender Behörden, bei diesen Vergehen und Verbrechen:

  • Nationales Katasteramt – SNC: Die Ländereien wurden zunächst im Namen des INDI registriert, erschienen in diesem Eigentumsregister aber später im Namen einer der vorangegangenen Eigentümer, Alice Muwo verwitwete Benin.
  • Generaldirektion für Öffentliche Eigentumsregister: In dieser Behörde ist der Registereintrag zugunsten des INDI verschwunden.
  • Paraguayisches Institut für Indigene: Diese Institution hat sich seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht um den Schutz des für die Manjui-Gemeinde erworbenen Landes gekümmert.
  • Justiz: Der für das Municipio Mariscal Estigarribia zuständige Richter hat ein Urteil gefällt, demzufolge für etwa 15.600 der insgesamt 38.406 Hektar private Eigentumsrechte infogen einer bereits bestehenden Landnutzung gewährt wurden, ein abwegiges Urteil, da Staatsland auf diese Weise nicht übertragen werden kann.
  • Ministerium für Umwelt und Nachhaltige Entwicklung – MADES: Diese Institution erteilt einem Antragsteller, der keine gültigen Dokumente besitzt, eine Genehmigung für die Installation von Öfen für die Produktion von Holzkohle auf diesem Land.

Kumaruara demarkieren ihr Land

“Land heißt Leben” – Getreu diesem Motto unterstützt RdN verschiedene Projekte, die die nachhaltige Landsicherung indigener Völker zum ZIel haben und weiterem Landraub entgegenwirken. Derzeit befinden sich die Kumaruara im Prozess der Demarkation.

“Geistige Karte” der Kumaruara am Rio Tapajós

Luana Kumaruara ist hierzu durch 4 Dörfer gereist und hat zusammen mit ihren Verwandten eine “Geistige Karte” erstellt. Diese Karte, sowie die Homogenisierung der GPS-Koordinaten, welche im Oktober stattfinden soll, wird die Grundlage für den Demarkationsprozess der FUNAI bilden. Wie man auf Googlemaps gut sehen kann ist der Regenwald im indigenen Gebiet noch sehr intakt im Gegensatz zu den weiten Soja- und Weidefeldern auf der rechten Seite des Tapajós. Stärkung der indigenen Gemeinschaften ist aktiver Regenwaldschutz. Unterstützen sie RdN und helfen sie somit auch Regenwald am Amazonas zu schützen! Spendenstichwort: “Kumaruara”

Guarani-Ritual gegen Covid19

Es freut uns sehr, dass wir mit unserer Unterstützung die kulturelle Identität der Kaiowá in Dourados (Mato Grosso do Sul, Brasilien) stärken können. Die letzte Spende in Höhe von 300€ nutzte Getulio Juca der spirituelle Anführer der kleinen Gemeinde in Jaguapiru, um ein wichtiges Heilungsritual im von uns mitfinanzierten Gebetshaus (Ongusu) praktizieren zu können.

Marcos Morandi von “midiamax” war vor Ort und hat dem Ritual beigewohnt. Lesen sie hier die Deutsche Übersetzung:

Mit einem Ritual im traditionellen Gebetshaus bitten Indigene aus Mato Grosso do Sul um Schutz vor Pandemien und Gewalt

Mit einer Feier, die zuletzt vor mehr als 28 Jahren stattgefunden hat, fanden sich an diesem Sonntag (15.08.2021) Männer und Frauen aus den indigenen Dörfern Jaguapiru, Bororó und Panambizinho im Bundesreservat von Dourados, 225 Kilometer von Campo Grande entfernt, im Gebetshaus zusammen .

Das Ritual namens ‘Xiru Jejohéi’, das “Baden des Xiru (heiliges Objekt)” bedeutet, wird durchgeführt, um Schutz vor allem Übel zu bitten, welches die Gemeinschaften umgibt, einschließlich der Coronavirus-Pandemie sowie der Welle von Gewalt. Es wurde vom spirituellen Führer Getúlio de Oliveira, der Jaguapiru-Gemeinde durchgeführt.

“Bad der Xirus im Ongusu” Quelle Facebook: Kunhangue Jeroky Guasu Marangatu

„Dieses Bad mit vier Xirús, das wir seit fast 30 Jahren nicht mehr gemacht haben, soll Krankheiten wie die Pandemie verscheuchen, die in unseren Dörfern und auch in unseren Städten viele Menschen getötet hat. Dieses Ritualwasser, von dem kein Tropfen auf den Boden tropfen darf, wird als Heilmittel gegen die Krankheiten verwendet, die unser Volk heimsuchen“, sagte Getúlio gegenüber Midiamax.

Laut dem Schamanen ist das Ritual ein Erbe der Vorfahren und wird verwendet, um der Gemeinschaft, die unter dem Coronavirus und der Gewalt durch missbräuchlichem Konsum von Alkohol gelitten hat, gute Energien zuzuspielen. Zuletzt hatte dies zu einer weiteren Tragödie im Reservat geführt, nämlich der Vergewaltigung und dem Tod eines 11-jährigen Mädchens “Raíssa da Silva Cabreira”.

Laut dem Wissenschaftler der UFGD (Federal University of Grande Dourados), Neimar Machado de Sousa (Anm.: Kontaktperson für RdN in Dourados), weist die Umsetzung dieses Rituals der ‘Xiru Jejohéi’ 28 Jahre später im Reservat auf eine Gemeinschaft hin, die “bestärkt und stolz auf ihre Besonderheiten ist”. Ebenso stolz sind sie auf ihre eigene nationale Identität. Zusätzlich zur Stärkung ihrer Sprache, ihres Gesangs und ihrer Kultur fühlen sie sich auch spirituell geborgen“.

Ein weiterer Aspekt ist nach dem Verständnis der Forscher die Notwendigkeit, dass die spirituellen Führer der Dörfer traditionelles Wissen und Erfahrung nutzen, um die Gesundheit der Gemeinschaft in Zeiten einer Pandemie zu gewährleisten.

„Das Ritual, das an diesem frühen Sonntagmorgen in der Casa de Reza Gwyra Nhe’engatu Amba durchgeführt wird, ist ein Akt des Widerstands und des Überlebenswillens einer Gemeinschaft, die aufsteht und sich auf die Post-Pandemie vorbereitet“, erklärt der Wissenschaftler. Bestärkung der kulturellen Zugehörigkeit als eine Möglichkeit, um Schutz vor göttlichen Kräften zu bitten, gemäß den kulturellen Traditionen der Guarani.(Marcos Morandi)” Übersetzung: Hannes

Weitere Erklärung Neimar Machado:

Es wurden die 4 Xirus, (heilige Gegenstände aus Balsamholz) gewaschen. Dieses Wasser wurde auf die Leute, die dort waren, gesprengt (Segen) und von den Leuten getrunken. Sie haben es auch zu Verwandten gebracht. Es gilt als Medizin.

Getulio Juca (Deutsche Übersetzung folgt)

Transkription Portugiesisch:

“Nós encontramos… Nós decidimos colocar o cor marrom que até a terra, vermelho,
nós… nosso povo, vermelho, e o verde a mata, e o meio tem estrela e tem cor azul
que vai significar céu no meio, vai ser três cor.
Compramos bandeira bem preparado… bem preparado, um bandeira de mei metro,
um metro mais ou menos, né? É isso que nós estamos comparando agora. Então,
com isso nós podemos cantar, o nosso hino é Nheengatu, vai ser no Nheengatu.
Então, isso vai ser cantado, chão, nós e a mata e o céu, esse vai ser o hino da
mata, que a gente vamo entrar, a gente não vai cantar em Português, talvez a gente
canta só em Guarani, né? Só no Nheengatu…
Então isso a gente tamo fazendo, preparando, então, a gente já viu como vai
preparar agora, né.” (Transkription: Vitória Gonçalves)

Übersetzung Deutsch:

“Wir haben uns zusammengefunden. Wir haben uns entschieden braun als Farbe der Erde zu nehmen. Rot, wir das rote Volk, und Grün für den Wald und die Mitte hat einen Stern und die Farbe Blau. Dies bedeutet der Himmel in der Mitte, es wird dreifarbig sein.
Wir haben eine gut präparierte Fahne gekauft… gut präpariert, eine halben Meter lange Fahne,
ein Meter mehr oder weniger? Das vergleichen wir jetzt. Dann,
können wir damit unsere Hymne Nheengatu singen, sie wird in Nheengatu (Anmerkung: indigene Tupisprache) sein.
Also, das wird gesungen, der Boden, wir und der Wald und der Himmel, das wird die Hymne des Waldes sein. Damit werden wir eintreten, wir werden nicht auf Portugiesisch singen, vielleicht werden wir nur in Guarani singen, oder? Nur in Nheengatu…
Also machen wir das, bereiten uns vor, wir haben schon gesehen, wie es läuft. Jetzt bereiten wir uns vor, richtig?”(Übersetzung: Hannes)

Neue Kooperation mit Amazonasvolk

Die Entwaldung des Amazonas schreitet in erschreckendem Maße voran. Indigene Völker sind laut verschiedenen Studien die wichtigsten Verbündeten um diesen Kahlschlag zu stoppen. Schon seit jeher setzt sich RdN für die Landrechte indigener Gemeinschaften ein. Egal ob in Malaysia oder Brasilien, ein indigenes Volk wird alles tun, um seine eigene Existenzgrundlage zu bewahren. Wir helfen den Kumaruara dabei ihr Territorium zu demarkieren. Um den Prozess zu beschleunigen haben wir nun direkt einen Kooperationsvertrag mit der bekanntesten indigenen Vertreterin der Kumaruara im unteren Tapaiósgebiet geschlossen.

Kumaruara Dorf

Luana Kumaruara ist eine indigene Anführerin und Frauenrechtlerin, die ihren Verwandten aus 4 verschiedenen Dörfern am Tapajos Fluss hilft eine Perspektive für deren Zukunft zu sichern. Die studierte Anthropologin setzt sich für die Rechte der Kumaruara ein und nutzt geschickt die sozialen Medien, um auf Missstände wie PL 191/20 hinzuweisen. Bodenschätze sollen nach diesem Gesetzesentwurf nun auch von Nichtindigenen in deren Gebiet gefördert werden können. Dieses zerstörerische Gesetz wird derzeit im brasilianischen Kongress diskutiert.

Luana Kumaruara

Wie mir Luana im Whatsappchat mitteilte sind die Waffen der Kumaruara nun nicht mehr Pfeil und Bogen, sondern Kameras und Schulungen über den Umgang mit sozialen Medien.

Die Demarkation des Gebietes der Kumaruara ist derzeit aufgrund der Covid19 Pandemie zum Erliegen gekommen, wird aber sobald es möglich ist wieder aufgenommen. Wie im Kooperationsvertrag angegeben, möchten wir die Kumaruara in folgenden Belangen unterstützen:

  • Kampf um die Rechte am eigenen Land
  • Unterstützung zum Erhalt der Kultur der Kumaruara
  • Unterstützung zum Erhalt der eigenen Sprache (Nheengatu)
  • Vorbeugung der Covid19 Pandemie

Abholzung in Amazonien am Tapajosfluss:

Wie in der Grafik zu erkennen ist wurde im Zeitraum 1984 – 2020 schon sehr viel tropischer Regenwald auf der rechten Seite des Rio Tapajós für die Sojagewinnung abgeholzt. Auf der linken Seite befinden sich die 4 Kumaruara Dörfer, welche noch von intaktem Regenwald umgeben sind.

Helfen Sie uns jetzt indem Sie Mitglied bei RdN werden oder eine Spende unter dem Stichwort: “Kumaruara” tätigen. Sie unterstützen nicht nur eine vom aussterben bedrohte nachhaltige Kultur, sondern auch eines der wichtigsten Ökosysteme dieser Erde.

Kumaruara bauen kollektives Haus für die Maniokmehlernte, Video:Lua Kumaruara
Das ganze Dorf hilft mit. Bild:Lua Kumaruara

Kalinago erleiden neues Desaster

Die Kalinago sind St. Vincents ärmste Bevölkerungsschicht. Nach dem verlorenen II. Kariben Krieg gegen die englische Kolonialmacht (1795-97), dem Genozid von Baliceaux und dem Raub ihres Stammeslandes, blieb ihnen nur das im Norden der Insel gelegene unwirtliche Vulkangebiet des La Soufrière zum Überleben. In der Ödnis nördlich von Morne Ronde (Karibikseite) und (Old) Sandy Bay am Atlantik wagten sie den Neuanfang.

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Kaiowá: Zeremonie gegen Covid 19.

Am 19.12 hielten die Kaiowá eine Zeremonie gegen Covid 19 ab. Der erste Teil in kleinerem Kreise begann zum Sonnenaufgang am frühen Morgen. RdN unterstützte die Gemeinde um Dona Alda und Getulio Juca bei der Finanzierung von Hygiene Artikeln, Verpflegung und Transportkosten angereister Schamanen. Es war den Guarani sehr wichtig, dass weitere Schamanen an diesem Ritual teilnehmen, damit die Energie gegen die Pandemie größer ist.

Quelle: https://www.midiamax.com.br/cotidiano/2020/rezadores-indigenas-fazem-ritual-para-afastar-coronavirus-das-aldeias-de-ms Einzug ins Gebetshaus am frühen morgen

Christliche (Segnung mit Wasser) und uralte Traditionen werden vermischt.

Zeremonie im Ongusu (Gebetshaus)
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Unterstützung für Guarani Nhandéva

Neben den Guarani Kaiowá in Jaguapiru unterstützen wir nun eine weitere indigene Gemeinde im brasilianischen Staat Mato Grosso do Sul. Pirajuí ist ein kleines Dorf und liegt direkt an der Grenze zu Paraguay. Máximo Valesque, der selbst vom Volk der Guarani Nhandéva ist und nun der kleinen Gemeinde vorsteht, ist in sein Dorf zurückgekehrt. Er schilderte uns per Whatsapp, dass ein evangelikaler Missionar großen Schaden in Pirajuí angerichtet habe und die Kultur der Guarani deshalb vom Aussterben bedroht sei.

Máximo Valesque mit seiner Familie

Maximó möchte mit unserer Hilfe dafür sorgen, dass die Kultur/Sprache der Guarani erhalten werden kann. Wichtiger Bestandteil ist wie bei den Kaiowá das Gebetshaus. Dort treffen sich die Guarani und feiern viele heilige Feste, von denen wir im weiteren Verlauf berichten werden.

Eduardo Santos ist vom Volk der Guarani Nhandéva im indigenen Dorf Pirajuí (Brasilien).

Während des Videos deutet er auf ein Loch im Gebetshaus, welches dringend ausgebessert werden muss.

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Huni Kuin – Amazonasindianer im Grenzland Brasilien–Peru

Historie: Die Huni Kuin gehören der Pano-Sprachfamilie an. Ihr Name bedeutet so viel wie „Echte Menschen“ oder „Menschen mit Gebräuchen“. Ihre Nachbarn gaben ihnen andere Bezeichnungen, die heute immer noch populär sind: KaxinawáCashinahuaKaschinawaKashinawaCaxina-uás. Kaxinawá z. B. bedeutet „Kannibalen“, „Fledermausmenschen“ oder „Menschen, die nachts unterwegs sind“ und wird von den Huni Kuin als beleidigend ablehnt[1].

Die ersten Berichte von Reisenden in die Region des Oberen Rio Juruà identifizierten die Zuflüsse Muru, Humaitá sowie Iboicu des Rio Envira (der in den Juruà einmündet) als den ursprünglichen Lebensraum dieser Menschen. Die Huni Kuin hatten das rechte Ufer dieser Flüsse besetzt. Ihnen gegenüber auf den linken Flussufern siedelten die aruaksprachigen Kulina (McCALLUM 1989, TOCANTINS 1979).

Schon im 18. Jahrhundert sollen Kolonialherren Expeditionen in die Region entsandt haben, um Sklaven zu erbeuten. Der eigentliche Genozid jedoch schlug mit dem Kautschuk-Boom zu, dessen Hysterie 1888 seinen Höhepunkt hatte. Damals im späten 19. Jahrhundert stießen die Menschenjäger der Gummibarone auch ins Juruà-Gebiet vor, um die Indianer als Latexzapfer zu verschleppen. Waren doch die Indigenen diejenigen, die sich am besten im Regenwald auskannten. Doch welcher Indianer verlässt schon freiwillig seine Gemeinschaft, seine Felder, um Rohgummi zu zapfen? Deportationen und Gemetzel brachten etliche Waldstämme nahe der Ausrottung. Mord, Folter und Auspeitschungen waren allgegenwärtig, um die Ureinwohner gefügig zu machen. Nach 1911 flaute der Kautschuk-Boom in Brasilien und Peru infolge der südostasiatischen Kautschukplantagen ab, um während des 2. Weltkrieges noch einmal aufzuflackern (MÜLLER 1995[2]).

Betroffen von diesen grauenhaften Exzessen im ausgehenden 19. Jahrhundert waren auch die Huni Kuin. 40.000 brasilianische Einwanderer waren im Zuge des Kautschukfiebers in der Region des Rio Juruà eingedrungen, im Rio Purus-Gebiet waren es 60.000. Die Huni Kuin wehrten sich mit Raubüberfällen, einige wenige ließen sich jedoch befrieden und als Gummizapfer ausbeuten. Diese missbrauchte der Gummibaron Felizardo für das Massaker an den Papavò-Indianern (1919). Andere Huni Kuin dagene, die zu Zwangsarbeitern gemacht werden sollten, flohen. So auch eine ihrer Gruppen, die sich zunächst im Dschungel verbarg, um dann über die Grenze nach Peru zu gehen, wo sie auch heute noch in der Provinz Loreto ansässig sind. 1946 gaben sie dort ihre verborgene Lebensart als Isolados auf, um Eisenwaren leichter zu erlangen – eine Entscheidung mit profunden Konsequenzen, die heute von ihnen selbst infrage gestellt wird (LAGROU 2004[3]).

Indigene Territorien Bundesstaat Acre (Brasilien)

1951 suchte der deutsche Reisende Schultz und seine Lebensgefährtin Chiara die Huni Kuin in Peru auf. Er schrieb (1955): „Insgesamt stießen wir auf acht Dörfer mit einer Bevölkerung zwischen zwanzig und 120 Einwohnern. Wir haben die Gesamtzahl der Kaxinawá-Individuen auf 450 bis 500 geschätzt“.

Infolge dieses Besuchs starben 75 bis 80 % der erwachsenen Bevölkerung an einer Masernepidemie. Die Überlebenden flohen nach Brasilien an die Flüsse Envira und Jordão, wo ihre Verwandten hart für die Gummibosse arbeiteten. Im darauffolgenden Jahr, während der Trockenperiode, entschied sich der größte Teil von ihnen jedoch, zum Rio Curanja nach Peru zurückzukehren, wo sie weder Gummisammler noch deren `Patrone` um sich hatten. All dies wirkte sich in der Folgezeit – im Gegensatz zu Brasiliens Gruppen, wie z.B. der Gemeinschaft von Fronteira – auch auf die Bewahrung der Stammeskultur aus.

„Das Fehlen von bejahrten Personen, die als Erwachsene an einem Dorfleben teilgenommen haben (in Peru), führte dort zu einem allgemeinen Verlust hinsichtlich der kulturellen Kenntnisse, was besonders die Rituale, die Sprache und die materielle Kultur betraf. So wie es keinen Mann und auch keine Frau gab, die sämtliche Gesänge des “Katxanawa” kannten, einem Fruchtbarkeitsritual – oder des “Txirin”, dem Ritual zur Initiation des Kindes, gab es auch keine Frau, die zu weben verstand oder das “Kene Kuni” zeichnen konnte (der Kaxinawá-Stil der geometrischen Zeichnungen). Diese Situation prägte auch den Stolz und das Zugehörigkeitsgefühl jener Gruppe, die viel mehr vom Kodex der brasilianischen Gesellschaft verstand als von ihren eigenen kulturellen Wurzeln. Mit der Ankunft und Eingruppierung der Verwandten aus Peru war man nun allgemein bemüht, das “Wissen der Alten” wieder aufleben zu lassen. Dasselbe war bereits im Dorf Jordão geschehen“ (LAGROU 2004).

MÜLLER (1984)[4] nennt für Brasilien eine Zahl von 1.770 Huni Kuin und 250 für Peru. Neuere Angaben sprechen von 75 Gemeinschaften mit 6.000 Personen, verteilt auf 12 indigene Territorien einschließlich Peru.

Landkaufprojekt: RdN unterstützt Living Gaia e.V., die persönlich Kontakte zu den Huni Kuin haben, bei der Finanzierung.

Eigentümer des zu erwerbenden Landes ist der ehemalige Bürgermeister Sr. Melo von Jordao, der dieses Amt dreimal innehatte. Er hat zwei Stücke Land zu verkaufen. In der beigefügten Karte werden sie Siringal Iracema Teil A und Siringal Iracema Teil B genannt. Siringal Iracema Teil A umfasst etwa 9.800 Hektar, wovon etwa 180 ha abgeholzt sind. Siringal Iracema Teil B umfasst etwa 6.800 Hektar, davon sind etwa 160 ha Campo abgeholzt. Der ganze Rest ist Primärwald.

Das Land soll Privateigentum der Huni Kuin werden. Der Preis von 300 RS (60 €) / ha ist im Vergleich zu paraguayischen Immobilien in Bezug zum Kauf von Urwaldland mehr als günstig. Geplant ist der Erwerb der Fläche „B“. Dadurch wird der Verbund der indigenen Gebiete deutlich verbessert, was auch das Anliegen von RdN ist. Für uns ist es sehr wichtig, dass durch den Landerwerb insbesondere auch der Schutz der Isolados Ethnien (= gefährdetste aller Kulturen) verbessert wird, was Agrarbetriebe schon gar nicht gewährleisten, sondern durch ihre Rodungen massiv bedrohlicher wird. Die Sicherung von Land für Indianer tropischer Waldgebiete ist im Sinne unserer Satzung, ebenso wie der Erhalt (oder in diesem Fall mit der zusätzlichen Wiederherstellung/Aufforstung zerstörter Naturwaldflächen auf Rinderweiden).

Dieser Landkauf im Amazonasgebiet Land, um es in den Privatbesitz der Indigenen selbst zu bringen, soll vor Ausbeutung schützen und den Indigenen einen dauerhaften Lebensraum bieten. Was die Bundes- bzw. staatlichen Indigenen Territorien bisher geleistet haben, ist durch Regierungen, wie der Bolsonaros nicht mehr sicher. Die Reservate befinden sich in staatlichem Besitz und sind jetzt gefährdet.

Das jetzige Luftbild (bing maps) zeigt, dass das in den 1980er Jahren und somit seit vor über drei Jahrzehnten gekaufte Land am Rio Tarauaca als Indigener Privatbesitz bisher kaum sichtbare Naturzerstörungen (Rodungen) hat. Die Huni Kuin haben damit bewiesen, dass sie ihre Regenwaldheimat schützen und nicht wie die brasilianischen Farmer zerstören.

Bitte unterstützen Sie den Landkauf (Stichwort: Huni Kuin).

Gebietskarte: Über dem Land von Sr. Melo in gelbem “Kaxinawa Seringal Independcia” befindet sich das Indigene (private) Land der Huni Kuin. Links davon ebenfalls in Gelb “Kaxinawa Baixo Rio Jordao” und “Kaxinawa Rio Jordao” (= terras indiginas, die der Staat den Indigenas überlassen hat (13 % des brasilianischen Territoriums sind terras indiginas). Dort leben die meisten Huni Kuin der Gemeinde Rio Jordao. Unterhalb Siringal Iracema Teil A von Sr. Melo gibt es ein weiteres Privatgrundstück (Weiß). Unterhalb dieses weißdargestellten Landes und des “Siringal Iracema Teil B”, ist in Gelb das “Alto Tarauaca” (Öffentliches Land), das an Peru grenzt. Dort lebt niemand, es ist alles Primärregenwald und wird auch von unkontaktierten Gruppen genutzt. Das TI Alto Tarauacá  ist ca. 143.000 ha groß und Isolados Habitat, ebenso wie das Grünmarkierte TI Igarapé Taboca do Alto Tarauacá (287 ha, Isolados Habitat).

Zur Situation: Sr. Melo hält auf seinem Privatland noch ca. 100 – 150 Rinder). Es gibt keine Straße dorthin, somit bleibt nur der Rio Jordao (bzw. Helikopter) als Zugangsweg zur Fazenda. In der Regenzeit ist es aber möglich mit Transportbooten auch die Rinder von dort nach Jordao zur Vermarktung zu bringen (4 h Fahrtzeit). Daraus resultiert auch die Chance für den Erwerb, da es für Agrarunternehmen aufgrund fehlender Straßenanbindung nicht erschlossen ist.

Die Huni Kuin sind derzeit davon bedroht, dass die damals demarkierten Gebiete viel zu klein, die Wasser- und Lebensmittelgrundlage immer knapper werden und es um sie herum bzw. auf dem Weg zu ihnen viel Farmland (Rodung, Verunreinigung des Flusses, Zerstörung der umliegenden Flora und Fauna) existiert. Auch hat sich der amtierende Gouverneur von Acre (Parteianhänger Bolsonaros) sehr positiv und euphorisch öffentlich für den Sojaanbau auf den fruchtbaren Böden Acres ausgesprochen.

Die Huni Kuin roden “nur” die Dorfplätze, um möglichst sicher bei Gewittern und Stürmen vor (riesigen) umfallenden Bäumen zu sein. Sie kultivieren auf sog. Hosados Erdnüsse und Maniok.

Mariri-Tanz; Die abgebildeten Fotos von Living Gaia sind sowohl in den Dörfern entlang des Rio Jordao, (Terra Indigenas, offizieller Name: Kaxinawa do baixo Rio Jordao und in den Dörfern entlang des Rio Tarauaca (gekaufter Privatbesitz des dortigen Stammeshäuptlings Sia Huni Kuin in den 80-er Jahren – kein TI sondern Di (Dominial), offizieller Name: Kaxinawa Seringal Independencia) entstanden. Die Bilder von dem Weideland stammen von einem ehemals kleineren, zu verkaufenden Stück Land, sind jedoch vergleichbar von der Rodung für Viehzucht und liegen am Rio Tarauaca, der auf dem Foto auf Seite 36, rechts unten zu sehen ist.

Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker in der Zeitschrift FÜR VIELFALT berichtet, gibt es inzwischen auch unter den Huni Kuin Covid-19-Infizierte.


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Huni_Kuin

[2] Die Amazonasindianer, München 1995

[3] http://www.brasilienportal.ch/kultur/ureinwohner-in-brasilien/indio-voelker-brasiliens/kaxinawa/

[4] Die Indianer Lateinamerikas, ein ethnostatistischer Überblick, Berlin 1984

Huni Kuin – Amazonasindianer im Grenzland Brasilien–Peru

Bernd Wegener Ludwigslust, 14.06.2020

Historie: Die Huni Kuin gehören der Pano-Sprachfamilie an. Ihr Name bedeutet so viel wie „Echte Menschen“ oder „Menschen mit Gebräuchen“. Ihre Nachbarn gaben ihnen andere Bezeichnungen, die heute immer noch populär sind: KaxinawáCashinahuaKaschinawaKashinawaCaxina-uás. Kaxinawá z. B. bedeutet „Kannibalen“, „Fledermausmenschen“ oder „Menschen, die nachts unterwegs sind“ und wird von den Huni Kuin als beleidigend ablehnt[1].

Die ersten Berichte von Reisenden in die Region des Oberen Rio Juruà identifizierten die Zuflüsse Muru, Humaitá sowie Iboicu des Rio Envira (der in den Juruà einmündet) als den ursprünglichen Lebensraum dieser Menschen. Die Huni Kuin hatten das rechte Ufer dieser Flüsse besetzt. Ihnen gegenüber auf den linken Flussufern siedelten die aruaksprachigen Kulina (McCALLUM 1989, TOCANTINS 1979).

Schon im 18. Jahrhundert sollen Kolonialherren Expeditionen in die Region entsandt haben, um Sklaven zu erbeuten. Der eigentliche Genozid jedoch schlug mit dem Kautschuk-Boom zu, dessen Hysterie 1888 seinen Höhepunkt hatte. Damals im späten 19. Jahrhundert stießen die Menschenjäger der Gummibarone auch ins Juruà-Gebiet vor, um die Indianer als Latexzapfer zu verschleppen. Waren doch die Indigenen diejenigen, die sich am besten im Regenwald auskannten. Doch welcher Indianer verlässt schon freiwillig seine Gemeinschaft, seine Felder, um Rohgummi zu zapfen? Deportationen und Gemetzel brachten etliche Waldstämme nahe der Ausrottung. Mord, Folter und Auspeitschungen waren allgegenwärtig, um die Ureinwohner gefügig zu machen. Nach 1911 flaute der Kautschuk-Boom in Brasilien und Peru infolge der südostasiatischen Kautschukplantagen ab, um während des 2. Weltkrieges noch einmal aufzuflackern (MÜLLER 1995[2]).

Betroffen von diesen grauenhaften Exzessen im ausgehenden 19. Jahrhundert waren auch die Huni Kuin. 40.000 brasilianische Einwanderer waren im Zuge des Kautschukfiebers in der Region des Rio Juruà eingedrungen, im Rio Purus-Gebiet waren es 60.000. Die Huni Kuin wehrten sich mit Raubüberfällen, einige wenige ließen sich jedoch befrieden und als Gummizapfer ausbeuten. Diese missbrauchte der Gummibaron Felizardo für das Massaker an den Papavò-Indianern (1919). Andere Huni Kuin dagene, die zu Zwangsarbeitern gemacht werden sollten, flohen. So auch eine ihrer Gruppen, die sich zunächst im Dschungel verbarg, um dann über die Grenze nach Peru zu gehen, wo sie auch heute noch in der Provinz Loreto ansässig sind. 1946 gaben sie dort ihre verborgene Lebensart als Isolados auf, um Eisenwaren leichter zu erlangen – eine Entscheidung mit profunden Konsequenzen, die heute von ihnen selbst infrage gestellt
Bildergebnis für acre areas indigenas map
wird (LAGROU 2004[3]).

Indigene Territorien Bundesstaat Acre (Brasilien)

1951 suchte der deutsche Reisende Schultz und seine Lebensgefährtin Chiara die Huni Kuin in Peru auf. Er schrieb (1955): „Insgesamt stießen wir auf acht Dörfer mit einer Bevölkerung zwischen zwanzig und 120 Einwohnern. Wir haben die Gesamtzahl der Kaxinawá-Individuen auf 450 bis 500 geschätzt“.

Infolge dieses Besuchs starben 75 bis 80 % der erwachsenen Bevölkerung an einer Masernepidemie. Die Überlebenden flohen nach Brasilien an die Flüsse Envira und Jordão, wo ihre Verwandten hart für die Gummibosse arbeiteten. Im darauffolgenden Jahr, während der Trockenperiode, entschied sich der größte Teil von ihnen jedoch, zum Rio Curanja nach Peru zurückzukehren, wo sie weder Gummisammler noch deren `Patrone` um sich hatten. All dies wirkte sich in der Folgezeit – im Gegensatz zu Brasiliens Gruppen, wie z.B. der Gemeinschaft von Fronteira – auch auf die Bewahrung der Stammeskultur aus.

Bildergebnis für huni kuin area indigena map
„Das Fehlen von bejahrten Personen, die als Erwachsene an einem Dorfleben teilgenommen haben (in Peru), führte dort zu einem allgemeinen Verlust hinsichtlich der kulturellen Kenntnisse, was besonders die Rituale, die Sprache und die materielle Kultur betraf. So wie es keinen Mann und auch keine Frau gab, die sämtliche Gesänge des “Katxanawa” kannten, einem Fruchtbarkeitsritual – oder des “Txirin”, dem Ritual zur Initiation des Kindes, gab es auch keine Frau, die zu weben verstand oder das “Kene Kuni” zeichnen konnte (der Kaxinawá-Stil der geometrischen Zeichnungen). Diese Situation prägte auch den Stolz und das Zugehörigkeitsgefühl jener Gruppe, die viel mehr vom Kodex der brasilianischen Gesellschaft verstand als von ihren eigenen kulturellen Wurzeln. Mit der Ankunft und Eingruppierung der Verwandten aus Peru war man nun allgemein bemüht, das “Wissen der Alten” wieder aufleben zu lassen. Dasselbe war bereits im Dorf Jordão geschehen“ (LAGROU 2004).

Landrechte Huni Kuin Brasilien/Peru Dörfer Huni Kuin Isolados-Angriff

MÜLLER (1984)[4] nennt für Brasilien eine Zahl von 1.770 Huni Kuin und 250 für Peru. Neuere Angaben sprechen von 75 Gemeinschaften mit 6.000 Personen, verteilt auf 12 indigene Territorien einschließlich Peru.

Landkaufprojekt: RdN unterstützt Living Gaia e.V., die persönlich Kontakte zu den Huni Kuin haben, bei der Finanzierung.

Eigentümer des zu erwerbenden Landes ist der ehemalige Bürgermeister Sr. Melo von Jordao, der dieses Amt dreimal innehatte. Er hat zwei Stücke Land zu verkaufen. In der beigefügten Karte werden sie Siringal Iracema Teil A und Siringal Iracema Teil B genannt. Siringal Iracema Teil A umfasst etwa 9.800 Hektar, wovon etwa 180 ha abgeholzt sind. Siringal Iracema Teil B umfasst etwa 6.800 Hektar, davon sind etwa 160 ha Campo abgeholzt. Der ganze Rest ist Primärwald.

Das Land soll Privateigentum der Huni Kuin werden. Der Preis von 300 RS (60 €) / ha ist im Vergleich zu paraguayischen Immobilien in Bezug zum Kauf von Urwaldland mehr als günstig. Geplant ist der Erwerb der Fläche „B“. Dadurch wird der Verbund der indigenen Gebiete deutlich verbessert, was auch das Anliegen von RdN ist. Für uns ist es sehr wichtig, dass durch den Landerwerb insbesondere auch der Schutz der Isolados Ethnien (= gefährdetste aller Kulturen) verbessert wird, was Agrarbetriebe schon gar nicht gewährleisten, sondern durch ihre Rodungen massiv bedrohlicher wird. Die Sicherung von Land für Indianer tropischer Waldgebiete ist im Sinne unserer Satzung, ebenso wie der Erhalt (oder in diesem Fall mit der zusätzlichen Wiederherstellung/Aufforstung zerstörter Naturwaldflächen auf Rinderweiden).

Dieser Landkauf im Amazonasgebiet Land, um es in den Privatbesitz der Indigenen selbst zu bringen, soll vor Ausbeutung schützen und den Indigenen einen dauerhaften Lebensraum bieten. Was die Bundes- bzw. staatlichen Indigenen Territorien bisher geleistet haben, ist durch Regierungen, wie der Bolsonaros nicht mehr sicher. Die Reservate befinden sich in staatlichem Besitz und sind jetzt gefährdet.

Das jetzige Luftbild (bing maps) zeigt, dass das in den 1980er Jahren und somit seit vor über drei Jahrzehnten gekaufte Land am Rio Tarauaca als Indigener Privatbesitz bisher kaum sichtbare Naturzerstörungen (Rodungen) hat. Die Huni Kuin haben damit bewiesen, dass sie ihre Regenwaldheimat schützen und nicht wie die brasilianischen Farmer zerstören.

Bitte unterstützen Sie den Landkauf (Stichwort: Huni Kuin).

Gebietskarte: Über dem Land von Sr. Melo in gelbem “Kaxinawa Seringal Independcia” befindet sich das Indigene (private) Land der Huni Kuin. Links davon ebenfalls in Gelb “Kaxinawa Baixo Rio Jordao” und “Kaxinawa Rio Jordao” (= terras indiginas, die der Staat den Indigenas überlassen hat (13 % des brasilianischen Territoriums sind terras indiginas). Dort leben die meisten Huni Kuin der Gemeinde Rio Jordao. Unterhalb Siringal Iracema Teil A von Sr. Melo gibt es ein weiteres Privatgrundstück (Weiß). Unterhalb dieses weißdargestellten Landes und des “Siringal Iracema Teil B”, ist in Gelb das “Alto Tarauaca” (Öffentliches Land), das an Peru grenzt. Dort lebt niemand, es ist alles Primärregenwald und wird auch von unkontaktierten Gruppen genutzt. Das TI Alto Tarauacá ist ca. 143.000 ha groß und Isolados Habitat, ebenso wie das Grünmarkierte TI Igarapé Taboca do Alto Tarauacá (287 ha, Isolados Habitat).

Zur Situation: Sr. Melo hält auf seinem Privatland noch ca. 100 – 150 Rinder). Es gibt keine Straße dorthin, somit bleibt nur der Rio Jordao (bzw. Helikopter) als Zugangsweg zur Fazenda. In der Regenzeit ist es aber möglich mit Transportbooten auch die Rinder von dort nach Jordao zur Vermarktung zu bringen (4 h Fahrtzeit). Daraus resultiert auch die Chance für den Erwerb, da es für Agrarunternehmen aufgrund fehlender Straßenanbindung nicht erschlossen ist.


Die Huni Kuin sind derzeit davon bedroht, dass die damals demarkierten Gebiete viel zu klein, die Wasser- und Lebensmittelgrundlage immer knapper werden und es um sie herum bzw. auf dem Weg zu ihnen viel Farmland (Rodung, Verunreinigung des Flusses, Zerstörung der umliegenden Flora und Fauna) existiert. Auch hat sich der amtierende Gouverneur von Acre (Parteianhänger Bolsonaros) sehr positiv und euphorisch öffentlich für den Sojaanbau auf den fruchtbaren Böden Acres ausgesprochen.


Die Huni Kuin roden “nur” die Dorfplätze, um möglichst sicher bei Gewittern und Stürmen vor (riesigen) umfallenden Bäumen zu sein. Sie kultivieren auf sog. Hosados Erdnüsse und Maniok.

Mariri-Tanz; Die abgebildeten Fotos von Living Gaia sind sowohl in den Dörfern entlang des Rio Jordao, (Terra Indigenas, offizieller Name: Kaxinawa do baixo Rio Jordao und in den Dörfern entlang des Rio Tarauaca (gekaufter Privatbesitz des dortigen Stammeshäuptlings Sia Huni Kuin in den 80-er Jahren – kein TI sondern Di (Dominial), offizieller Name: Kaxinawa Seringal Independencia) entstanden. Die Bilder von dem Weideland stammen von einem ehemals kleineren, zu verkaufenden Stück Land, sind jedoch vergleichbar von der Rodung für Viehzucht und liegen am Rio Tarauaca, der auf dem Foto auf Seite 36, rechts unten zu sehen ist.

Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker in der Zeitschrift FÜR VIELFALT berichtet, gibt es inzwischen auch unter den Huni Kuin Covid-19-Infizierte.




  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Huni_Kuin
  2. Die Amazonasindianer, München 1995
  3. http://www.brasilienportal.ch/kultur/ureinwohner-in-brasilien/indio-voelker-brasiliens/kaxinawa/
  4. Die Indianer Lateinamerikas, ein ethnostatistischer Überblick, Berlin 1984

Heiliges Ritual bei den Kaiowá in Jaguapiru

RdN unterstützt die Kaiowá beim Wiederaufbau ihres abgebrannten Gebetshauses. Dieses mal haben wir den Kaiowá 200€ überwiesen, damit sie sich Lebensmittel für die anreisenden Verwandten kaufen konnten und Kosten für Smartphones beglichen werden können. Vielen Dank für ihre Spende!

In kleinem Kreise wurden nun die heiligen Gegenstände “Xiru Rerovái” in die “Casa de Reza” (Ongusu, in der Sprache der Kaiowá) gebracht. Bei Midiamax erschien hierzu ein Beitrag, hier die deutsche Übersetzung:

Heiliges Ritual bei den Kaiowá in Jaguapiru weiterlesen

Einweihung des Gebetshauses verschoben

Aufgrund der aktuellen schwierigen Situation ausgelöst durch die Covid19 Pandemie hat der spirituelle Führer und Getúlio Juca entschieden, die Einweihung des Gebetshaues der Kaiowá Gemeinde in Jaguapiro (Brasilien, Mato Grosso do Sul) auf den 24.6.2020 zu verschieben.

Bisher sind keine Fälle innerhalb der Kaiowá Gemeinde bekannt. Aus Vorsicht vor dem Virus hat sich das Dorf aber komplett abgeriegelt. Sr. Getúlio freut sich sehr über die bisherige Unterstützung aus Deutschland! Die Bedeckung der “Casa de Reza” mit Sapé-Gras ist mittlerweile komplett abgeschlossen. Vielen Danke für ihre Spende!

Bau des Gebetshauses der Kaiowá

Die erste Phase der Bedeckung des Ongusu (Gebetshauses) in Jaguapiru wurde nun fertiggestellt. Neimar Machado schreibt zu der gegenwärtigen Situation bzgl. Corona:

[18:38, 04/09/2020] Neimar Machado: “Angesichts der gegenwärtigen sozialen Isolation finden viele Unterstützungsarbeiten für die Familien der Kaiowá und Guarani nicht statt. Es gibt viele Berichte über Mangel an Nahrungsmitteln und Mangel an Materialien, die für die eigene Bewirtschaftung benötigt werden. Indigene Gesundheitsteams werden nicht entsprechend ausgestattet, um ihre Arbeit, so wie von der Gesundheitsorganisation vorgegeben, auszuführen zu können.

Wenn sich Leute finden, um Hilfe zu schicken, ist es dies der richtige Zeitpunkt. Die Situation ist sehr kritisch.

Andererseits haben wir von der Universität Unterstützung in Form von Alkohol, Handschuhen und Masken für die indigenen Gesundheitshelfer erhalten, die der Gemeinde dienen. Die SESAI (indigenes Gesundheitsamt) benötigt weiterhin Masken, Handschuhe und die Familie von Sr. Getúlio Juca benötigt Reinigungsmittel (Seife, Bleichmittel).”

Wir haben weitere 200€ an die Dorfgemeinschaft gesendet, um Lebensmittel kaufen zu können.

Die Dörfer der indigenen Gemeinden sind so gut es geht nach außen isoliert, dennoch dennoch hat sich das Corona-Virus unter anderem schon im Amazonas ausgebreitet.

Danke für ihre Spende: Kennwort “Casa de reza”

Aktuelles über Kaiowá-Projekt

Wir haben einen Film über den Wiederaufbau des abgebrannten Gebetshauses (“Ongusu”, in der Sprache Guaraní) der Guarani-Kaiowá in Dourados auf Youtube gestellt:

Wiederaufgebautes Ongusu

Vielen Dank (Muito obrigado) an Prof. Neimar Machado Sousa (https://neimarmachado.blogspot.com/) der mit uns die Hilfen vor Ort koordiniert und uns das Videomaterial zur Verfügung gestellt hat. Wir freuen uns sehr, dass die Wiedereinweihung des Hauses für den 19.4.2020 geplant ist. Derzeit ist die Gemeinde wegen des Coronavirus gegenüber außen abgeschottet, um eine Infizierung der Mitglieder zu vermeiden.

Aktuelles über Kaiowá-Projekt weiterlesen

28 indigene Führer in Lateinamerika ermordet!

Nachfolgend drei der Indigenen, die den Machtinteressen von Wirtschaft und Politik zum Opfer fielen:

Paulo Paulino Guajajara (Guajajara) – BRASILIEN

Der indigene Amazonas-Waldwächter Paulo Paulino Guajajara hatte seinen bevorstehenden Tod, der schicksalhaft am 1. November 2019 eintrat, als einen von fast 130 „Wächtern des Waldes“ oder bewaffneten indigenen Wächtern vorausgesagt. Während Paulino Guajajara mit einem Kollegen, Laércio Souza Silva, Wasser holte, wurde er von bewaffneten Holzfällern in den Nacken geschossen und starb im Wald, während sein Begleiter es schaffte, zu entkommen.

28 indigene Führer in Lateinamerika ermordet! weiterlesen

Protokoll Kaiowá-Support Network

ZUSAMMENFASSUNG DER VIDEOKONFERENZ AM SAMSTAG 22.02.2020

Anwesenheit: Amambai: Jânio, Panambi: Doriano, Vivian, Fabi – und die Kinder, die am dreitägigen Jerosy teilnahmen, São Paulo: Jordi, Europa: Angelika, Arne, Christy, Adriano

Eine Situation des Genozids
Jânio: „Die Lage in Brasilien ist sehr traurig. Wir leben in einer Militärdiktatur. Sie töten Menschenrechtsverteidiger. Die Bundespolizei und die nationalen Armee töten indigene Völker.

Nach 500 Jahren geht der Völkermord weiter und hat sich in den letzten Monaten verschärft. Hierdurch sind die Rechte und Freiheiten, die wir erlangt hatten, wieder weggenommen worden. “

Protokoll Kaiowá-Support Network weiterlesen

Terror ohne Ende: Brasiliens Guarani Kaiowa

Bundesstaat Mato Grosso do Sul:

Direkt nach Jahresbeginn nahmen am 2. Januar etwa 180 Guarani und Kaiowa-Familien ihre Arbeit an der Grenze zum indigenen Schutzgebiet der Dourados in Mato Grosso do Sul wieder auf. Daraufhin wurden sieben Indianer durch Gummigeschosse und Schusswaffengeschosse privater Sicherheitskräfte der Immobilienbesitzer verletzt. Ein Wachmann wurde ebenfalls verwundet. Terror ohne Ende: Brasiliens Guarani Kaiowa weiterlesen

Fortschritt beim Wiederaufbau des Gebetshauses der Kaiowá-Jaguapiru

]Aus Jaguapiru (Dourados) erreichen uns gute Nachrichten. Nachdem sich Getúilo Juca (spirtueller Führer der Gemeinde) gut von seiner Krankheit erholt hat, geht der Wiederaufbau der “Casa de reza” voran. Sr. Getúlio schrieb uns, dass das Gebetshaus bis April 2020 fertig werden solle. Neben den Materialkosten beteiligen wir uns auch an der Verpflegung der Arbeiter, die das Gebetshaus wiederaufbauen. Die Kommunikation mit der Gemeinde findet über eine Whatsapp-Gruppe statt, so erfahren wir sehr zeitnah, was mit unseren Mitteln geschieht.
Danke für ihre Unterstützung! Spendencode: “casa de reza”

Als Weihnachtsgruß hat uns Getúlios Tochter Aldineia diese Tonaufnahme eines traditionellen Gesangs ihres Vaters zugesendet:

Appell an die Bundesregierung zum Schutz des Gran Chaco – Ein Beitrag zum Klimaschutz!

Download des Appells (PDF) an die Bundesregierung

Zunehmend hat die Weltöffentlichkeit begriffen (auch aufgrund der Proteste unserer Jugend/Fridays for future), dass endlich aktiv gehandelt werden muss, damit das Klima nicht „kollabiert“ (Verhinderung der Erderwärmung). Die Waldbrände in diesem Sommer im Amazonasgebiet Brasiliens haben die Weltöffentlichkeit darüber hinaus alarmiert. Sieht man doch dieses Inferno als deutliche Gefahr für eine weitere Weltklimaverschlechterung. Appell an die Bundesregierung zum Schutz des Gran Chaco – Ein Beitrag zum Klimaschutz! weiterlesen

Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Jaguapiro, Mato Grosso do Sul Brasilien

Seit der rechtsgerichtete Präsident Brasiliens Jair Bolosonaro im Amt ist, hat sich die Lage der Indigenen in Brasilien nochmals deutlich verschlechtert.
Angestachelt von der menschenverachtenden Polemik des Präsidenten, fühlen sich viele Bauern darin gestärkt, ihre eigenen Interessen auf Kosten der dort lebenden Urbevölkerung durchzusetzen. Als Reservat demarkierte Wälder werden abgebrannt, um anschließend Soja anbauen zu können oder das eigene Vieh darauf weiden zu lassen.

Wiederaufbau des zerstörten Gebetshauses der Kaiowá in Jaguapiro, Mato Grosso do Sul Brasilien weiterlesen

Neues Video über Paraguays letzte Aislados

“Nicht kontaktieren! Lebensraum schützen! Paraguays letzte Indigene in freiwilliger Isolation” heißt das neue RdN-Video ( 2:23 Min.), dass auch auf YouTube zu sehen ist.

Südlich des Amazonasgebietes liegt die Ebene des Gran Chaco – Südamerikas zweitgrößte Waldlandschaft. Diese hält heute den Weltrekord in der Waldvernichtung mit > 2.200 ha/Tag in der Trockenzeit. Davon entfällt das meiste auf Paraguay. Seit grauer Vorzeit nomadisieren dort die Ayoreode als Wildbeuter mit einfachem Gartenbau. Heute führen dort nur noch sechs Gruppen mit max. 150 Personen ihr traditionelles Leben, das akut durch die rapide zunehmende Lebensraumzerstörung bedroht ist. Sie sind die am südlichsten auf unserem Planeten lebenden Menschen in freiwilliger Isolation und brauchen dringend jeglichen Beistand fürs kulturelle und physische Überleben.

Die indigenen Wayana in Suriname und die Naturschutz-NGO`s: eine „wahre Liebe“ Geschichte?

Die indigenen Völker der Wayana leben hauptsächlich im Süden Surinams (sie leben auch hinter der Grenze zu Französisch-Guayana und in einem kleinen Gebiet im Norden Brasiliens) auf rund 30.000 km² (3 Millionen acres; Hinweis d. Übersetzers: 3 Mill. acre = 12.138 km² – eine der beiden Zahlenangaben im Originaltext ist falsch!) im tropischen Regenwald. Die gesamte indigene Gruppe der Wayana besteht aus ca. 2.500 Menschen. In Suriname leben sie in drei kleinen Siedlungen am Fluss, nämlich in Kawemhakan, Apetina und Palumeu. In Französisch-Guayana leben sie in acht kleinen Dörfern und im Norden Brasiliens leben sie verstreut mit anderen indigenen Völkern. Die indigenen Wayana in Suriname und die Naturschutz-NGO`s: eine „wahre Liebe“ Geschichte? weiterlesen

Kalinago Worrier Canoe ein Traum wird Wirklichkeit


von Bernd Wegener, 2017

Der Dokumentarfilm berichtet über die Kalinago der Karibikinsel St. Vincent und ihrem Projekt Pirogue-Krieger-Kanu, dem ersten seetüchtigen Boot, das seit über 300 Jahren wieder gebaut wurde. Das Kanu ist 24 Fuß lang, 3 Fuß breit und kann bis zu 20 Krieger aufnehmen.

Das Projekt wurde durch die gemeinsame Unterstützung von Rettet die Naturvölker e.V. (RdN), verschiedene Regierungsabteilungen von St. Vincent and the Grenadines und Stammesmitgliedern realisiert (ca. 7 ½ Minuten).

RdN dankt marketfilm productions Steffen Keulig für die Realisierung des Films.

Erneute Kontaktierung von Indianern in Brasilien: Wenn man erstmal Kontakt aufnimmt, zerstört man ihr Universum!

Der Tod eines evangelikalen, fundamentalen US-Missionars auf der Insel North Sentinel hatte im November 2018 die dort in freiwilliger Isolation lebenden Indigenen in die internationale Medienwelt katapultiert. Nun kamen wieder `unkontaktierte` Ureinwohner in den Focus der Weltpresse.

Die FUNAI (Fundação Nacional do Índio) – Brasiliens Behörde für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen mit Bezug zu indigenen Völkern – hat wiedermal den Erfolg einer `Friedensmission` der gelungenen Kontaktierung von `Isolados` den Medien übergeben. Erneute Kontaktierung von Indianern in Brasilien: Wenn man erstmal Kontakt aufnimmt, zerstört man ihr Universum! weiterlesen

Natur- und Kulturerbegebiet Nivacle und Manju vom Pilcomayo akut bedroht durch Entwaldung

Südamerikas zweitgrößtes Waldgebiet ist der Gran Chaco – ein heißes, halbtrockenes Ökosystem, das sich vom östlichen Bolivien durch den Westen Paraguays bis nach Argentinien erstreckt. Es ist durch Trockenwälder, Palmsavannen und eingestreuten Bittergrascamps gekennzeichnet und weist eine hohe Artenvielfalt auf. Hier leben ca. 3.000 Pflanzen, 500 Vögel, 220 Reptilien und Amphibien sowie 150 Säugetierarten und ist Heimat etlicher Indianervölker, darunter der Nivacle und Manjui. Deren traditioneller Lebensraum in Paraguay liegt nördlich des Rio Pilcomayo in den Verwaltungsbezirken Boqueron und Presidente Hayes.

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Paraguay: Manjui erhalten erstmals Landrechte!

Anfang Februar 2019 erhielten wir folgende Mitteilung von unserem Kooperationspartner Tierra Libre: „Es hat mit den drei Landtiteln geklappt. Die Gemeinde Santa Rosa – Wonta – ist jetzt nicht mehr landlos, sondern ihnen wurden nun mehr als 12.000 ha rückübereignet. Vor diesem Erfolg hatten die Manjui kein Land in ihrem traditionellen Territorium. Damit ist der erste Schritt zur territorialen Restitution erfolgt.“ Bei dem Land handelt es sich um ehemalige Flächen der fundamental-evangelikalen Us-amerikanischen Mission “To the New Tribes“.

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Paraguay: “Dekret, das Völkermord bedeutet” aufgehoben

2017 verkündete stolz Paraguays Vize-Landwirtschaftsminister Marcos Medina die endgültige Umwandlung des Landes in einen Agrarstaat und wies darauf  hin, als er erklärte, dass die Abholzung der Wälder keinerlei Problem für das Land darstellte und dass die Abholzung in Zukunft sogar noch zunehmen würde, mit einer Rate von 400.000 Hektar jährlich bis zum Jahr 2030. Dies bedeutete die komplette Abholzung des Landes bis zu jenem Jahr. Paraguay: “Dekret, das Völkermord bedeutet” aufgehoben weiterlesen

Paraguay: Regierung bremst Landforderung der Ayoreo-Totobiegosode

von RdN, 01.01.2018

In der Weiterführung der Landforderung der Totobiegosode kamen in 2017 keine neuen Flächen hinzu. Die Situation bleibt kritisch, wie auch aus dem Rundbrief, Oktober 2017 unserer Partner vom Verein zur Unterstützung Indianischer Landforderungen im Chaco von Paraguay ersichtlich ist. Zusammenfassend besteht folgender Stand:

Paraguay: Regierung bremst Landforderung der Ayoreo-Totobiegosode weiterlesen

Paraguay: Ein Dekret, das den Völkermord garantiert!

Liebe Unterstützer und Freunde,

von unserer Partnerorganisation Iniciativa Amotocodie erreichte uns im November 2017 folgendes Kommunique:

Ein Dekret, das den Völkermord garantiert – Kommuniqué an die öffentliche Meinung

Am 14. September diesen Jahres hat Präsident Horacio Cartes das Dekret 7702 in Kraft gesetzt, das den Artikel 42 des Nationalen Forstgesetzes modifiziert. Es befreit von der Verpflichtung, mindestens 25% der Wälder in allen ländlichen Anwesen über 20 Hektar zu erhalten und macht den Weg frei für die Abholzung aller verbleibenden Wälder in Privatbesitz. Das Dekret ist ein großer Irrtum, durch den nicht nur das Forstgesetz verändert, sondern auch das Gesetz zum Stopp der Abholzung im Osten Paraguays umgangen wird. Paraguay: Ein Dekret, das den Völkermord garantiert! weiterlesen

Nivacle Indianerleben 1930

Stummfilm von Hans Krieg

Foto: Pubertätstanz Die Filmaufnahmen entstanden zwischen 1927 und 1932. Sie zeigen das traditionelle Leben der Tovoquinjus, einer Untergruppe des Nivacle-Volkes aus dem Pilcomayo-Gebiet. Gebieten somit, aus denen die Nivacle seit den 50iger Jahren weitgehend vertrieben wurden, und heute nur noch in der Erinnerung der Alten leben. Die paraguayische NGO Tierra Libre begleitet deshalb die Nivacle bei ihrem Projekt „Reaktivierung der territorialen Erinnerung“, welches auch Grundlage für Landrückforderungen ist. Rettet die Naturvölker (RdN) ist Partner von Tierra Libre und unterstützt das Projekt.

Kanubau der Kalinago

Unterstützung “Kalinago Tribe”, St. Vincent und Grenadinen Augustine Sardo Sutherland (www.sardoscs.com) ist Angehöriger der indigenen Minderheit und Chief vom “Kalinago Tribe”, die versucht einiges aus dem Lebensstil der Vorfahren wieder zu beleben.

Dazu Augustine im März 2013: „Ziel ist der Aufbau eines Caiou. Dieses wird benötigt, um traditionelles Handwerk und Nahrungsmittel erlebbar zu machen. Wir möchten zudem ein traditionelles Kanu bauen, brauchen dafür aber Mittel, um einen großen Baum in den Bergen zu erwerben.

Caicou2

Bau des Caiou, Dez. 2013 (PDF  0,86 MB) Fotos: Caiou  Projekt Kanubau, Jan. 2014 (PDF 1,6 MB) Fotos Kanu Projekt
 

Grobfertigung im Regenwald

17.03.2015: Greetings from the Kalinago Tribe. The Canoe is finished. Best regards and many thanks. Sardo

Kanu fertig

Der Kalinago Tribe konnte 2016 die letzte Etappe des Kanu-Projektes erfolgreich meistern. Am 21. März 2016 wurde das Boot getestet und erfolgreich die “Jungfernfahrt” von Lawman`s Bay nach Kingstown absolviert. Der örtliche Fernsehsender hat darüber berichtet: SVGTV NEWS MARCH 21 2016 – YouTube

Augustine Sardo Sutherland, Chief vom Kalinago Tribe, hat nachstehend aufgeführten LINK gesendet. Er zeigt den Beginn des Kanu-Projektes mit der Auswahl des Baumes tief in den Gebirgsregenwäldern seiner Heimat. Rettet die Naturvölker hat das Projekt gefördert, stellt es doch die Wiedergewinnung traditionellen Handwerks dar und leistet einen Bildungsbeitrag, nicht nur für Kinder- und Jugendliche. Mit derartigen Kanus haben einst seine Vorfahren den Archipel der Kleinen Antillen besiedelt. Sardo schrieb: in this link you will find the first part of the documentary that i did Karibbean Kollective – Posts

Die Kalingo kämpfen für ihr Dorf

Chief Sardo, März 2017: „Im vergangenen Jahr wurden wir  gebeten, bei der Errichtung des Kariben-Dorfes am Flughafen Argyle lnternational den niederländischen Archäologen der UNI Leiden zu helfen. Seitens der Kalinago besteht der Wille, unbedingt dieses Dorf zu managen. Doch der Minister für Kultur und Tourismus sperrt sich.” Protestbrief

Gran Chaco – Die Wildnis stirbt


Gran Chaco – Die Wildnis stirbt von Bernd Wegener
über die Ayoreode und deren Schicksal.

Im Herzen Südamerikas liegt der nördliche Gran Chaco, eine Ebene, in der fast menschenfeindliche Lebensbedingungen herrschen. Die trockenen Dornbuschwälder und der Mangel an Süßwasser prägten die Indianer, die seit undenklichen Zeiten als Wildbeuter und einfache Bodenbauer hier lebten. Eines dieser Völker sind die Ayoréode, die sich vehement gegen die Kolonisation ihres Lebensraumes durch Erdölsuche, Monokulturen und Rinderweiden zur Wehr setzten. Nur wenige Ayoréode konnten sich in den verbliebenen Wäldern behaupten und verteidigen bis heute ihre angestammten Gebiete mit aller Entschiedenheit. Im Sommer 1998 reiste ein Team von “Freunde der Naturvölker” e.V. vor Ort nach Paraguay und Bolivien und wurde Zeuge dieser und anderer Konflikte. Der Film ruft zu aktiver Unterstützung für die letzten frei lebenden Waldindianer des Gran Chaco auf (ca. 40 Minuten).

Film Gran Chaco