Informationen über Naturvölker in Asien

 

MALAYSIA: WIDERSTAND GEGEN ABHOLZUNGSWAHNSINN GEHT WEITER!

von FdN, 31.12.2016

Seit 11.12.2016 werden in Kelantan neue Blockaden errichtet, in Simpang Petei und  Kampung Cawas ebenfalls:

 Errichtung neuer Blockadestandorte

Arne Salisch

 

MALAYSIA: ABHOLZUNGSWAHNSINN in KELANTAN, GUA MUSANG

von FdN, 02.12.2016

15271919_10154824023952235_7741751379739973167_o15271923_10154824025357235_3666678833206986650_o 50% des Landes der Temiar sind für zerstört. Menschen und Tiere verlieren ihre Lebensgrundlage für Palmölplantagen. Bitte schreibt den Brief unten ab und schickt ihn an die Verantwortlichen.

Arne Salisch

Write to:
Md Anizam Ab Rahman Kelantan (Head of Culture and Toursim)
Mohd Amar Nik Abdullah (Head of Land Affairs and Natural Resources)
OFFICE OF THE SECRETARY OF STATE
BLOCK 2, LEVEL 2, Kota Darulnaim
15503 Kota Bharu, Kelantan

MALAYSIA
+609 7481957

portal [a] kelantan.gov.my
+609 7485512
www.kelantan.gov.my

Template letter:

Dear

I am writing to express my concern and outrage that the Kelantan state government, amongst others, are supporting logging companies to further destroy the Kelantan rainforest, home of the Temiar Orang Asli, in the name of profit.

Over 50% of the Kelantan rainforest has now been cut down, replaced in part with Oil palm and Rubber plantations; mono culture habitats where animals and indigenous people cannot live.

This destruction of the rainforest for short term profit will have long term devastating effects on Kelantan, Malaysia and the world as a whole. It also destroys another culture of Malaysia, that of the Temiar Orang Asli who are seeing their lands stolen and destroyed.

I urge you to put a stop to this massacre of land, animals and people.

Yours sincerely,

 

 

MALAYSIA: STAAT RÄUMT GEWALTSAM BLOCKADE DER UREINWOHNER!

von FdN, 29.11.2016

Momentan wird die Blockade der Holzfällerstraße beim Dorf Pos Tohoi von Polizei und Militär gewaltsam aufgelöst. Bisher wurden 40 Temiar festgenommen….

01.12.2016: Die Verhaftungen scheinen nicht so schlimm zu sein, die meisten Temiar sind schon wieder frei.

Arne Salisch

 

MALAYSIA: FORSTBEHÖRDE BEDROHT UREINWOHNER!

von FdN, 20.11.2016

Malaysia, Kelantan: Seit Monaten dauert die Blockade bei den Temiar-Dörfern Pos Tohoi und Pos Simpor an. Die Temiar wehren sich verzweifelt gegen die Abholzung ihrer Wälder. Dem Volk wird jegliche Lebensgrundlage genommen. Nun wurde den Temiar vom Staat Malaysia ein Ultimatum gesetzt. Wenn die Blockade nicht bis zum 20. November geräumt ist, wird sie gewaltsam aufgelöst. Bisher haben wir keine Neuigkeiten aus der Region. Es ist Regenzeit, und die Berge der Temiar sind schwer zugänglich.

Arne Salisch 

15064054_1018485538259988_1885815741_oBlockade Holzfällerweg   Die Forstverwaltung des Bundesstaates droht gleichzeitig den Stammesmitgliedern der beiden Dörfer, dass sie mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder mit Höchststrafen von RM 5.000 rechnen können, wenn sie nach Abschnitt 32 des National Forestry Act 1984 (Amendment 1993) verurteilt werden. Die Ureinwohner der beiden Dörfer hatten ihre Blockade auf der Holzfällerstraße errichtet, nachdem die Behörden ihre Beschwerden wegen unkontrollierter Abholzung ignorierten. Die Landzerstörung wird Erosionen des Bodens hervorrufen und ihren Lebensunterhalt schädigen.

http://www.themalaymailonline.com/malaysia/article/take-down-kelantan-blockade-or-else-orang-asli-told

Bernd Wegener

 

MALAYSIA: REGENWALDZERSTÖRUNG GEHT WEITER!

von FdN, 02.08.2016

13691163_1090919590989001_4848821636769414273_o Im Dorf Kampung Terbol der zu den SENOI gehörenden Jah Hut wird fleißig weiter ohne jede Erlaubnis auf der Halbinsel Malakka der Urwald zerstört. Es nimmt kein Ende.

Arne Salisch

 

MALAYSIA: SEMOK BERI HABEN LANDRECHTEPROZESS GEWONNEN!

von FdN, 02.08.2016

semaq beri trial (2) Die Semok Beri von Maran haben ihren Prozess am 02. April gewonnen. Ein wichtiges Beweismittel, die Besiedlungskarte, wurde mit finanzieller Unterstützung von FdN erstellt. Bemerkenswert an dem Urteil ist die Tatsache, dass die Dörfler ohne Unterstützung bzw. gegen den Willen der Batins (Dorfvorsteher) – die von der Regierung eingesetzt sind – vor Gericht gegangen sind und trotzdem gewonnen haben.

Arne Salisch

 

MALAYSIA: BEDROHUNG DER URBEVÖLKERUNG NIMMT ZU!

von FdN, 18.06.2015

Seit nun zwei Jahren unterstützt FdN die zu den weddoiden Senoi gehörenden Jah Hut gegen die Vernichtung ihrer Heimat. Jüngst fand dazu vom 9. bis 12. Juni in Ipoh im Bundesstaat Perak ein weiterer Media Workshop durch Shafie statt. Die Workshops dienen der Vermittlung / Anwendung moderner Technik zur Dokumentation der Regenwaldvernichtung, und letztendlich auch der Unterstützung für Landrechtsprozesse.

Dank unserer Spender konnte FdN aktuell 3000 Euro zur Verteidigung der Landrechte der Jah Hut zur Verfügung stellen. Alle 12 Dörfer der Jahut sind bedroht und das Geld hilft, den Widerstand zu organisieren und Aktionen durchzuführen, seien es die Vermessungsarbeiten zur Registrierung der landmarks (heiligen Orte), Workshops oder auch Protestmärsche der Dorfbewohner in die. Hauptstadt. Im Endeffekt dreht sich alles um die Verteidigung der Landrechte. –  Drei Dörfer der Jahut sind übrigens seit einem Monat von der Wasserversorgung abgeschnitten. Das Oberflächenwasser ist durch die Rodungsarbeiten in den umgebenden Wäldern so  stark verschmutzt, so dass man es nicht mehr trinken kann. Es betrifft die Dörfer Kg Terbol, Kuala Krau und Kampung Pian, das Heimatdorf des alten Schamanen Tok Jangal.

 

Und Mittags kamen die Bulldozer. Das Leid der Jakun von Kampung Batu.

von FdN, 08.06.2015

Die Jakun sind eine indigene Gemeinschaft die zu den Protomalayen gehören. Wie die anderen Orang Asli (Senoi; Negritos) leben sie seit langer Zeit in den Regenwäldern der Halbinsel Malakka.

Kampung Batu ist eine Siedlung im Nordosten des Bundesstaates Pahang, zwischen dem Nationalpark Taman Negara, der viele Touristen zum Klettern, Wandern und Raften anzieht, und den traumhaften Stränden der Ostküste Malaysias. Sieben Familien leben hier in ihren Hütten am Rand des Regenwaldes. Sie bauen Feldfrüchte für den Eigenbedarf an und den Rest, den sie zum Leben brauchen, schenkt ihnen der Regenwald. Dafür sind sie dankbar. Für jede Nahrung, jedes Baumaterial, das sie vom Wald bekommen, bedanken sie sich bei Mutter Erde.

Sie sehen alles, was ist, Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen, als lebendig und beseelt an und alles als Teil einer großen Weltseele.

Die Regierung Malaysias verbot ihnen, dort zu leben, wo sie schon immer lebten. Aber das neue Land war schlecht, kein Wald und unfruchtbare Erde. Sie konnten sich dort nicht ernähren. Also blieben sie in Kampung Batu, dem Dorf am Rande des Regenwaldes, der ihnen alles schenkte was sie zum Leben brauchen. – Bis zum 1.6.2015. Da kamen 100 Soldaten mit Bulldozern, rissen die Hütten nieder und vertrieben die Menschen. Es sei Nationalparkgebiet, dort dürften sie nicht leben. Dass dort illegale Holzfäller und Rohstoffsucher dem Wald einen echten, irreparablen Schaden zufügen, interessiert niemanden.

11313142_889354467770243_8429787849879859361_o11402297_862827617131534_5086932157405603307_oFoto: COAC

Jetzt vegetieren die Jakun von Kampung Batu am Rande der Straße in notdürftigen Zelten, und wissen nicht wo sie hin sollen und wie ihre Zukunft ist.

Wer diesen Menschen helfen möchte, kann dieses über eine Spende an FdN tun, wir leiten die Mittel zu 100% weiter.

Arne Salisch

 

MALAYSIA: SENOI UREINWOHNER KÄMPFEN FÜR ERHALT IHRER HEIMAT

von FdN, 08.03.2015

Workshops zur Dokumentierung der Vernichtung indigener Lebensgrundlagen. Filmemacher Shafie Dris von den Jah Hut weist Indigene in moderne Medientechnik ein  

10801557_870435186403996_6317243754224051924_nWorkshop 29.11. – 01.12.2014

Bei dem Workshop wurden Jah Hut und Vertretern anderer indigener Gruppen der Umgang mit Videokameras, und die Informationsverbreitung mit modernen Medien (Internet) beigebracht, um Umweltschäden, illegalen Holzschlag, Landraub etc. sofort zu dokumentieren. Weiterhin wurde den Indigenen auch vermittelt an welche Behörden sie sich in welcher Form zu wenden haben, wenn sie diese Vorkommnisse anzeigen. Da die Teilnehmer aus verschiedenen Regionen Malaysias kamen, diente der Workshop auch der Kommunikation und Vernetzung der Menschen untereinander, was ebenfalls ein wichtiger Faktor ist. Die Kosten eines Workshops mit 10 bis 12 Teilnehmern und 5 Trainern liegen bei ca. 1.100 EUR. Dank der Unterstützung von FdN konnte nun dieser erste Workshop stattfinden. Mindestens 10 weitere sind geplant.

Im Ende 2014/Anfang 2015 war FdN vor Ort in Malaysia und hat eine Outdoorkamera übergeben.

Mapping Projekt: Jef von den Jah Hut hat bisher über 40 Dörfer vermessen, damit die Indigenen bei Gerichtsprozessen ihre Landansprüche beweisen können. Einige Prozesse wurden durch seine Karten bereits gewonnen. So hat auch das oberste Berufungsgericht in Putrajaya den Einspruch eines Falls anerkannt und diesen zur weiteren Verhandlung an das Distriktgericht zurückgewiesen. Die wichtigste Begründung war die Anerkennung des Gewohnheitsrechtes der Orang Asli (= Ureinwohner) durch ihre dauernde Besiedlung des Landes. Diese dauerhafte Besiedlung weist Jef nach, in dem er heilige Orte, alte Friedhöfe etc. als landmarks in die offiziellen Karten aufnimmt. Ziel ist es, 100 Karten zu erstellen (Kosten: 55.000 EUR). Berg H72-15Matang Gulong: heiliger Berg der Jah Hut

Wir bitten um Spenden (Kennwort: Senoi bzw. Malaysia).

Arne Salisch

 

MALAYSIA: URVÖLKER BRAUCHEN DRINGEND HILFE IM KAMPF GEGEN PALMÖLPLANTAGEN!

von FdN, 30.12.2014

Hallo,

ich bin gerade zurück von den Jah Hut und jetzt in Kuala Lumpur. Obwohl hier die schlimmsten Überschwemmungen seit 40 Jahren sind, haben wir es dann doch geschafft, uns mit Shafie zu treffen und in sein Dorf zu fahren. Wir haben fünf Tage bei ihm gewohnt und es trotz der widrigen Umstände geschafft, uns mit anderen Aktivisten zu treffen, zu den Che Wong zu fahren und zu den Temuan. Ich habe noch nie so friedliche und fröhliche Menschen getroffen und bin zutiefst beeindruckt von der Kultur und Lebensart dieser Menschen. Und ebenso besorgt über den Landraub, die Situation mancher Dörfer und die Zukunftsaussichten. Die Palmölplantagen fressen sich immer mehr an die Siedlungen heran, manche sind schon eingeschlossen und haben keine andere Wahl mehr, als für einen halben Euro am Tag auf der Plantage zu arbeiten. Um 18.00 werden die Tore geschlossen, und die Menschen kommen nicht mehr raus. Ihre heiligen Orte werden vernichtet, sie selbst sollen umgesiedelt werden, in trostlose Siedlungen, wo sie kein Land haben und ihre Kultur irgendwann verlieren. Das Übliche halt, was überall auf der Welt stattfindet.

RegenwaldzerstörungRegenwaldzerstörung auf der Halbinsel Malakka (Foto: FdN)

Shafie kämpft seit acht Jahren unermüdlich, er reist durchs Land um die Leute über ihre Rechte aufzuklären, verbindet die einzelnen Gemeinschaften untereinander etc..

Es gibt durchaus noch andere Initiativen, die meisten aber mehr oder weniger Regierungskonform, bzw. angepasst. Die Gruppe um Shafie (JKOASM) ist in ihren Ansprüchen und Vorgehensweise die konsequenteste und durch den persönlichen Kontakt mit ihm weiß ich jetzt, dass die Gelder dort gut verwendet werden.

Interessant ist das Mapping Projekt von Jef, damit die Indigenen bei Gerichtsprozessen ihre Landansprüche beweisen können. Einige Prozesse wurden durch seine Karten gewonnen. Darunter jetzt ein sehr wichtiger, den ich vor zwei Wochen schon auf Facebook gepostet habe, da wusste ich nur noch nicht, das Jefs Karten der Hauptgrund für den Sieg waren.

Insgesamt müssen 900 Siedlungen vermessen werden. Und die Zeit spielt gegen uns!

Viele Grüße,

Arne

Damit die Orang Asli überleben können, unterstützt FdN die Projekte von JKOASM zur Landsicherung durch Vermessung der indigenen Gebiete. Wir bitten dringend um Spenden (Kennwort: Orang Asli bzw. Malaysia). Bitte helfen auch Sie!

Landmarks = hier: wichtige historische / heilige Stätten der Ureinwohner, Orte mit Ahnenbezug

Jah Hut, Che Wong und Temuan sind Ureinwohnervölker (malaiisch: Orang Asli). Die beiden erstgenannten Ethnien gehören zur Gruppe der australoiden Senoi, die Temuan sind Protomalaien.

 Jaringan Kampung Orang Asli Semenanjung Malaysia (JKOASM) ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die Landrechte der Orang Asli Gemeinschaften der Halbinsel Malakka gegenüber der Regierung einsetzt.

 

 

MALAYSIA: LEHNT DIE RECHTE INDIGENER VÖLKER GEGENÜBER DER UN AB

Von: Sarawak Report <notifications@sarawakreport.org> /  Übersetzung: FdN;  15.03.2014

PDF (o,222 MB) Malaysia lehnt UN indigenen Kontolleur ab

Bernd Wegener

 

 

MALAYSIA: PENAN VERLANGEN VON SARAWAK ENERGY IHRE RECHTE

von FdN/fPcN, 24. April 2012

Die sechs Penan Kommunen von Long Lutin, Long Pakan, Long Lilim, Ba Abang, Long Kawi und Long Artikel haben an Torstein Dale Sjotveit, den verantwortlichen CEO des malaysischen Stromversorgers Sarawak Energy (SEB), Protestbriefe geschickt mit der Forderung, dass die Arbeiten an dem geplanten Mega-Staudamm Baram sofort eingestellt werden. Der 1.200 MW Baram Damm würde ihr angestammtes Land mit einer Regenwaldfläche von über 400 km2 und ihre Dörfer mit insgesamt 20.000 Einwohnern überfluten.

„Mein Mann, meine Kinder, meine Brüder und Schwestern, wir werden nicht überleben, wenn sie die Baram Damm bauen. Es ist besser, uns mit einem Messer sofort zu töten, als den Damm zu bauen“, flüstert eine alte Frau in Long Lilim in Verzweiflung zu. Ein anderer Dorfbewohner fragt: „Sie sagen uns, dass der Damm Entwicklung bringen wird. Aber was ist das für eine Entwicklung, wenn sie uns ertränken?“

Torstein Dale Sjotveit hält trotz dieser Bedenken an diesem Staudammprojekt fest. Er scheint bereit zu sein, internationale soziale und ökologische Standards zu verletzen. Solche Mega-Projekte ohne die Zustimmung der betroffenen Gemeinden durchzuführen steht im striktem Widerspruch zu Normen wie die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker.

Image(Foto: Protest der Penan gegen den Damm) Den Penan vom Gebiet Mittel Baram wurden nie irgendwelche Informationen über die Staudammpläne gegeben, die ihr Land überfluten und die dort Lebenden vertreiben soll. Die Penan sind nie bezüglich dieser Angelegenheit angehört worden. Hätten sie die Chance zu einer wirklichen Beteiligung, dann würde Torstein Dale Sjotveit bewusst sein, dass die Penan eine echte Entwicklung, aber keine Dämme wollen, wie der Häuptling von Long Pakan es formuliert: „Wenn sie uns entwickeln wollen, sollten sie für uns eine Straße, Kliniken und Schulen bauen. Das ist was wir wollen, aber wir wollen nicht überflutet werden.“

 

MALAYSIA: KAMPAGNE ANTIHOLZKORRUPTION FÜR DIE PENAN

von FdN/BMF,21. Februar 2011

Liebe Freundinnen und Freunde,
der Bruno Manser Fonds bereitet eine Kampagne gegen Holzkorruption in Sarawak auf Borneo (Ost-Malaysia) vor, der wir uns als fPcN interCultural anschliessen wollen. Der seit 30 Jahren an der Macht stehende und hoch korrupte Regierungschef Taib Mahmud feiert am 26. März sein Amtsjubiläum – kurz zuvor oder danach werden Wahlen stattfinden. Wir wollen diese Gelegenheit nutzen, die Verantwortung Taibs für die Abholzung des sarawakischen Regenwalds herauszustreichen. Darüber hinaus protestieren wir gegen die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft, die Taib bei seinen korrupten Machenschaften gewähren lässt und sein Millionenvermögen auf ausländischen Konten sowie sein Immobilienimperium schützt. In Deutschland betrifft das vor allem die Deutsche Bank, die enge Geschäftsbeziehungen mit Taib Mahmud pflegt (vgl. dazu auf unserer Website:http://www.bmf.ch/en/newsHerzstück der Kampagne ist ein „International Anti Taib Action Day“, an dem an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt protestiert werden soll. Am 28. Februar sind bereits Aktionen in London, Ottawa und San Francisco (allenfalls etwas später auch in Seattle) geplant. Wir fragen euch deshalb an, ob ihr bereit wärt:
– am 28. Februar Teil einer kurzen Protestaktion vor dem Hauptsitz oder vor einer grossen Filiale der Deutschen Bank zu sein
– für eine Petition an die Deutsche Bank mit zu sammeln, die dann im März übergeben würde
– ein NGO statement zu dieser Thematik zu unterschreiben (Text in Ausarbeitung)Die Kampagnenwebseite: (www.stop-timber-corruption.org), von wo Protest-Mails geschrieben werden können.Kontakt: timber-corruption@bmf.ch
skype: timber-corruption
Tel:  +41 61 261 94 74Bruno Manser Fonds, Basel

 

 

PHILIPPINEN: PROTEST GEGEN BERGBAU ZUM SCHUTZ DER INDIGENEN

von FdN, 15. Dezember 2010

Image Die Insel Palawan auf den Philippinen ist Teil des Biosphärenreservats der UNESCO und beheimatet 49 Tiere und 56 botanische Spezies die auf der roten Liste des IUCN stehen. Die MacroAsia Mining Corporation und die Celestial Nickel Mining Exploration Corporation (derzeit unterhalten von der Ipilan Nickel Corporation) wurde die Erlaubnis erteilt auf dem Land der Indigenen Bergbau zur Rohstoffförderung zu betreiben. Einige von den Indigenen, wie die Taut Batu, haben bislang wenig Kontakt zur Außenwelt. Die Minenkonzession liegt ebenso im Kerngebiet einer Region, die eigentlich zum Umweltschutzgebiet gehören sollte. Darüber hinaus sind auch großflächige Palmölplantagen am entstehen.

Bergbau und die Ausweitung von Palmölplantagen in diesem Gebiet würden verheerende Folgen für die Umwelt und für das traditionelle Weiterexistieren der dort lebenden Indigenen Menschen haben. Das Ancestral Land und Domain Watch Netzwerk hat nun zu einer Petition aufgerufen um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Onlinepetition                    Bitte beteiligen Sie sich!

 

 

PHILIPPINEN: FDN AETAPROJEKT AM PINATUBO (ZAMBALES), 2009

von FdN, 22. Januar 2010

Der folgende Erfahrungsbericht aus dem Jahre 2009 unseres FdN Mitarbeiters Peter Holzer auf den Philippinen zeigt, wie schwierig sich die Zusammenarbeit mit den Negritos (Aeta und Agta) gestaltet. Zurzeit sind Martin Pachner und Ulli Barthel vor Ort um wenigsten rudimentäre Überlebenshilfe für die Negritos zu leisten.

Nach der Zivilisierung und Missionierung der beobachteten Aetas nahm der kulturelle Zerfall tragische Formen an:

Nach dem Tod des Familienoberhauptes der Aeta am Pinatubo, Junior Pamiliang, ist auch der Zusammenhalt der Sippe verschwunden, die seit vielen Jahren mit FdN kooperierte. Die Witwe Lauretta verkaufte heimlich den von FdN gekauften Wasserbüffel und teilte das Geld mit ihrem Sohn Joshua, der seit seiner Ausbildung auf der Missionsstation von Balaybay die Familie bedroht und eine Mitarbeit auf dem Land verweigert.
Juniors Tochter Analin und bisherige Managerin der Modellfarm plünderte selbige, stahl zudem die Ernten der Mutter und Schwester, setzte bei selbigen ihre 5 Kinder aus und versteckte sich im Slum der nahen Stadt. Sie nahm dort zum Ärger ihres Stammes einen neuen Mann, einen Nichtnegrito einer verfeindeten Volksgruppe. Sie entwendete das von FdN für das Dorf gekaufte Weihnachtsschwein ebenso wie die Ziegen ihrer eigenen Kinder und vermutlich des Nachts einen Teil meines Budgets. Ich beendete die Unterstützung der Familie zum Jahreswechsel, da ein gewalttätiger Konflikt auszubrechen drohte und Unfrieden im Dorf wuchs.
Alle Aetas von Itang Lew gaben die Behausungen auf dem Land auf und siedelten an der Strasse, in der Hoffnung auf ein moderneres Leben mit Strom und Fernsehen. Zudem drängte der Bürgermeister der Stadt zur Umsiedelung. Viele Aetas argumentierten, wer sich noch auf dem Land verstecke, würde vom Militär getötet. Manch einer verkaufte seine Wasserbüffel um die ersten Raten für ein Moped zu bezahlen.
Es breitete sich hier nun im Winter eine in dieser Form noch nicht bekannte Grippewelle aus, die Hälfte der Aetas lag mit Husten, Fieber und Kopfschmerz danieder. FdN unterstützte sie mit Medikamenten und nutzte das Health-Center der nahen Stadt, in schweren Fällen wie von TBC die geeigneten Krankenhäuser.
Ich nahm die geplünderte Farm wieder in Betrieb, es zeigte sich eine deutliche Steigerung der Fruchtbarkeit gegenüber dem Brandrodungsfeldbau der Nachbarn. Es gelang, die Bewässerungen weiter zu vereinfachen und die Effektivität zu erhöhen. Ein oft begangener Fussweg führt durch die Pflanzungen von Bananen, Mais, Amaranth, Süsskartoffeln, Maniok uvm., die Passanten konnten den Unterschied an Vitalität zur umliegenden abgebrannten Gegend nun deutlich erkennen. Da viele von ihnen beim Feldbau meist gegen Bezahlung oder für Nahrungsmittel mithalfen, war ihnen die nachhaltige Anbaumethode nun vertraut. Mit meinen verbleibenden Mitteln unterstützte ich einige Aetas bei ihrer Lebensmittelproduktion, eine wichtige Basis, um sie von der verheerenden Köhlerei abzuhalten.
Drei bachabwärts liegende Farmen rüstete ich mit einem simplen Leitungssystem aus, welches sie alle nacheinander bewässert und ihnen ermöglicht, grosse Flächen ganzjährig zu bestellen. Im Gebiet des Dorfes befinden sich noch viele Flächen, auf die mit einfachen Mitteln, zur Not auch ohne Finanzeinsatz beim Einsatz von Bambusrohren, Wasser geleitet werden könnte. Die erlernten landwirtschaftlichen Fähigkeiten könnten für die Zukunft von Vorteil sein. Bei etlichen Ausbildungsreisen zu alternativen Schulungsorten fehlte dort stets die direkte praktische umsetzbare Erfahrung.

Seit einigen Jahre pflege ich den Kontakt zur einzigen mir bekannten von Aetas geführten Organisation (ADA), die sich für die Rechte ihres Volkes auf ihr Stammesland einsetzt und versucht, die Verdrängung durch die Philippinos zu verhindern. Ihr Sekretär kam gerade von einer mehrmonatigen Fortbildung aus Japan zurück: Man hatte ihn in Permakultur unterrichtet. Nun ist er damit beauftragt, sich um die landwirtschaftlichen Fähigkeiten der Aetas zu kümmern. Er war beim Besuch unserer Farm hocherfreut, eine erste erfolgreiche Permakultur in seinem Stammesland zu wissen. Ich bezahlte ihn dafür, die Aetas des Dorfes über die Hintergründe der nachhaltigen Anbaumethoden aufzuklären. Ich legte die weitere Betreuung meiner Projekte in seine Hände, und hoffe, dass der Untergang der Negritokultur aufzuhalten ist.
Das Leben in und mit der Natur scheint zurzeit nicht in Mode, doch sind die Negritos, die sozial niedrigsten des Landes, vielleicht schon bald gezwungen, wieder von ihrer Eigenproduktion zu leben.
Es sind laut Fachliteratur zwar bisher alle auf Verbesserung angelegten landwirtschaftlichen Initiativen bei den Aetas fehlgeschlagen. Dennoch sehe ich in der intensiven Landnutzung den besten Schutz vor Vertreibung. In diesem Land meist Besitzloser in einem nahezu rechtsfreien Raum, wird die eigene bananenumstandene Hütte noch immer respektiert, mehr jedenfalls als verlassene, erodierte und abgebrannte Hügel illegaler Holzköhler einer diskriminierten Rasse von Wildbeutern.

Peter Holzer

 

 

NEUER FPCN FILM ÜBER THAILAND: HÄFTLINGE EINES WEISSEN GOTTES

von Administrator, 22. Februar 2009

Akha – Prisoners of a White God ist eine erschütternde Dokumentation von unserer fPcN Schwesterorganisation UWIP aus Tschechien und beschreibt die Lage der Akha in Thailand und Laos. Fanatische Missionare christianisieren die Akha brutal; Vertreibungen, Kindesraub und Gehirnwäsche sind an der Tagesordnung. Prisoners of a White God erhielt bereits mehrere Internationale Filmpreise bei: Grand Prixes at RAFF Film Festival, at Ecofilm Festival, at Festival of the Mountain Films, at „It’s Up To You“ Film Festival and the Main Prize at Ekotopfilm in 2008! Dieser Film ist unbedingt sehenswert und offenbart die Praktiken fundamentalistischer Missionsarbeit in der heutigen Zeit!

ImageDen Film können Sie sich als Quick Time Stream in unserem Filmbereich unter Medien ansehen.
Andere Möglichkeiten den Film zu sehen gibt es hier:
http://www.fpcn-global.org/content/Prisoners-a-White-God
http://video.google.com/videoplay?docid=-5151512921334112942

 

 

MALAYSIA: OBERSTES GERICHT BESTÄTIGT ERSTMALS INDIGENE LANDRECHTE

von FdN, 13. Mai 2009

Der oberste Gerichtshof in Malaysia hat am 5. Mai 2009 erstmals den Forderungen der Indigenen entsprochen und deren Landrechte bestätigt. Dies ermöglicht den Indigenen (z.B. Penan) gegen Palmöl- und Holzfirmen rechtliche Schritte einzuleiten, sobald diese ihre Landrechte verletzen. Das Bundesgericht Malaysias beschloss einstimmig, dass die Indigenen einen Rechtsanspruch auf ihr traditionelles Land besitzen, da sie schon seit Generationen dort leben. Der Staat kann ihnen dieses Land nun nicht mehr ohne Kompensation einfach wegnehmen, sagte der prominenter Landrechts-Anwalt See Chee How.
„Das ist eine Grundsatzentscheidung, die erstmals in Malaysia von einem obersten Bundesgericht gefällt worden ist,“ sagte See Chee How. „Es ist eine große Hoffnung für etwa 100 weitere Landrechtsfälle, die seit langer Zeit bei malaiischen Gerichten verhandelt werden. Landrechte sind das Schlüsselproblem für die Indigenen in Malaysia, weil viele von ihnen im Namen von Entwicklung einfach vertrieben worden sind ohne von der Regierung entschädigt worden zu sein.“
Die malaiische Regierung behauptete immer wieder, dass die Stämme keine Rechte auf ihr traditionelles Land haben. Aber die Indigenen, die meist im Dschungel von Borneo leben, argumentierten, dass sie die traditionellen Besitzer des Landes seien, weil sie seit Generationen dort leben. Bereits im Jahr 2007 hatte ein Bundesgericht entschieden, dass die indigenen Kedayan, die in Sarawak leben, Rechte auf ihr Land haben und entschädigt werden müssen. Ihr Land war von der Regierung in den 90er Jahren für eine Öl Erschließung beschlagnahmt worden. Die Regierung begehrte daraufhin eine endgültige erneute Entscheidung für diesen seit mehr als einem Jahrzehnt sich hinziehenden Fall. Nun hat das oberste Bundesgericht erneut zugunsten der traditionellen Landrechte entschieden.

ImageDie indigenen Landrechte waren zuvor immer wieder Anlass für Konflikte in Malaysia, da die Regierung Konzessionen an Firmen vergab, die die Wälder von Indigenen für Palmölplantagen oder die Holzgewinnung zerstörten. Bekanntester Fall war der Kampf des Schweizers Bruno Manser, der sich für die Kultur und das Land der Penan in den 90er Jahren eingesetzt hatte. Seit dem Jahre 2000 gilt er als verschollen und es wird vermutet, dass er von der malaiischen Holzmafia ermordet worden ist. Nun aber kann die Entscheidung des Bundesgerichtes mehr als 20.000 Indigenen offizielle Landrechte gewähren, damit diese auf ihrem Land selbstbestimmt leben können.

 

 

PHILIPPINEN: ILLEGALER HOLZSCHLAG GEFÄHRDET DIE AGTA NEGRITO

von Administrator, 13. Januar 2009

Nachdem der illegale Holzschlag in der Sierra Madre wieder aufgenommen wurde, drängte ein besorgter und informierter Angehöriger der Kirche den Umweltsekretär Joselito Atienza, endlich der immer wieder aufkommenden Forderung nach einer Überwachungsgruppe aus unabhängigen Bürgern nachzukommen, um die Plünderung der restlichen Urwälder zu stoppen. „Illegale Holzfäller hören nicht mal während der Weihnachtsfeiertage auf. Diese Kriminellen verfolgen ihr übles Treiben ohne jede Strafe“ beschwerte sich Bruder Pete Montallana, Vorsitzender der Task Force Sierra Madre am Dienstag telefonisch.

Den selbsternannten Erfolg der Regierung in Sachen Umweltschutz, besonders in der Bergkette der Sierra Madre, tat er als „leere Propaganda“ ab. Der Priester behauptet, dass massenhaft Produkte aus illegal geschlagenem Holz unter dem Deckmantel der Dunkelheit aus den Bergen geschafft werden. Die Masse der Bretter, Balken und des Schnittholzes wird durch die Hintertür der Berge in Tanay, Rizal, geschmuggelt.

Image„Wir glauben, dass dieser widerwärtige Teufelskreis nur dann aufhört, wenn Sekretär Atienza uns das Go-Signal für die Bildung einer unabhängigen Bürgerwehr gibt, die in den Provinzen Aurora und Quezon der Regierung im Kampf gegen illegale Holzschläger hilft“, sagt Montallana. In einem separaten Telefoninterview bestätigte Ramcey Astoveza, ein Stammesführer der Agta, die Rückkehr der illegalen Holzschlagaktivitäten in der Sierra Madre. „Ehrlich, diese illegalen Holzschläger sind inzwischen zu regelmäßigen Eindringlingen in der Sierra Madre geworden. Wir haben ihre Anwesenheit lange durch die Medien bloßgestellt, aber die Regierung tut nichts um sie zu stoppen. Wir wissen nicht warum“, sagt Astoveza.

Aufgrund von Aussagen von Tieflandbewohnern und sogar von den Holzfällern selbst behauptet der Stammesführer, dass korrupte Regierungsoffizielle und Politiker aktiv in die illegalen Aktivitäten involviert sind. Allerdings lehnte er es ab, die Regierungsangehörigen zu identifizieren. „Es ist jetzt Sache der betroffenen Regierungsstellen, Untersuchungen anzustellen. Wir sind bereit zu helfen.“

Mit der ununterbrochenen Zerstörung des Ökosystems der Berge haben die Agta ihre traditionellen Jagdgebiete für Wildschweine verloren, so der Stammesführer. „Es wird immer schwieriger, einen zu erlegen. Wegen des donnernden Lärms der Motorsägen haben sich die Wildschweinherden in den inneren Teil der Bergkette zurückgezogen. Sie haben Angst vor unbekannten lauten Geräuschen,“ erklärte er. Montallana sagte, sie haben am 13. Dezember letzten Jahres einen Brief an Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo geschrieben und sie gedrängt, dem Department of Environment and Natural Resources ((DENR) Amt für Umwelt und natürliche Ressourcen) zu befehlen, endlich ein unabhängiges Bürger-Untersuchungsteam zu formen, mit Priestern und Umweltschützern als Mitglieder, wie es während eines der Treffen in Malacañang am 16. Juni letzten Jahres beschlossen wurde.

“Der Kampf der Task Force Sierra Madre (TFSM) und der Kirche zum Schutz der Umwelt geht weiter, aufgrund der Korruption in der DENR. Wir würden den Präsidenten gerne informieren, dass das Versprechen, ein unabhängiges Bürger-Untersuchungsteam aufzustellen, noch immer nicht eingelöst wurde“, sagt die TFSM in einem Brief, von dem eine Kopie dem Phillipine Daily Inquirer (einer Muttergesellschaft der Website inquirer.net) vorliegt.

Nach Aussagen von Montanalla haben sie der DENR eine Liste von Priestern und Laien eingereicht, Namen möglicher Teilnehmer einer Task Force, die die vermeintliche Korruption von Regierungsmitarbeitern in den nördlichen Provinzen Quezon und Aurora untersuchen soll. “Es ist traurig zu sagen, aber auf unser Anliegen wurde nicht reagiert und wir verstehen warum. Sie haben Angst vor Außenstehenden, die bei Ihnen in den versteckten Schränken suchen“, sagte er.

Rufo Lorenzo, Leiter des Büros für Umwelt und natürliche Rohstoffe im nördlichen Quezon, weist die Vorwürfe der Korruption als wieder aufgewärmt und grundlos zurück. „Unsere Männer tun alles um die Umwelt zu schützen, trotz der mageren Möglichkeiten unserer Büros. Was wir jetzt brauchen ist die Zusammenarbeit aller Seiten und nicht diese destruktiven und sinnlosen Anschuldigungen,“ so Lorenzo in einem früheren Telefoninterview.

Der katholische Bischof Rolando Tria Tirona beschuldigt ebenfalls die DENR für die fortlaufende Zerstörung der Sierra Madre. Montallana forderte Atienza heraus, die Aufrichtigkeit seiner selbsterklärten Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Kirchenmitgliedern im Kampf gegen die Umweltverbrecher zu beweisen.

Letzten Monat, nachdem die katholische Bischofskonferenz der Philippinen (CBCP) einen offiziellen Brief veröffentlichte mit dem Titel „Aufrechterhaltung der Heiligkeit des Lebens“, der das Problem des illegalen Holzschlag und unverantwortlichen Bergbaus zum Thema hatte, erklärte Atienza sofort seine Bereitschaft, eins zu sein mit der Kirche in ihrem Kreuzzug für den Schutz der Umwelt. Der Umwelt-Zar der Regierung gelobte, dass die DENR die bestmöglichen Maßnahmen ergreifen wolle, um dem illegalen Holzschlag, der Klimaerwärmung und dem unverantwortlichen Bergbau den Kampf anzusagen.

 

 

MALAYSIA: PENAN FÜHRER WERDEN VON REGIERUNG ABGESETZT

von Administrator, 5. Oktober 2008

Sofortige Handlung notwendig: Schützt Indigene Rechte in Malaysia
Druck auf die Regierung ausüben, die Penan Führung wieder einzusetzen

Seit über zwei Jahrzehnten kämpfen die Gemeinden der traditionellen indigenen Penan, um die Holzindustrie daran zu hindern, ihren Lebensraum im Regenwald in Sawak, Malaysia, zu zerstören. Weder die Holzfirmen noch das Militär oder Regierungsoffizielle haben es geschafft, die traditionellen Führer oder Dorfoberhäupter der Penan zu überzeugen oder zu bestechen, die auf das „angeborene Gewohnheitsrecht“ ihres Volkes bestehen, in ihrem Wald zu leben und diesen zu beschützen. Der letzte Schachzug der Regierung von Sarawak war es, den Dorfoberhäuptern die offizielle Anerkennung als Vertreter ihrer Gemeinden zu entziehen. Dies ist eine Verletzung der UN Erklärung über die Rechte Indigener Völker, die auch von Malaysia unterzeichnet wurde.

Gemeindeberichten zufolge hat ein offizieller Regierungsangehöriger kürzlich einer Gruppe von Penan Vertretern der Region Upper Baram verkündet, dass ihre Oberhäupter nicht mehr offiziell anerkannt werden. Als Folge hat die Regierung die Zahlung der monatlichen Aufwandsentschädigung an die Penan Führer in Höhe von 450 Malasischen Ringgits (130 US$) eingestellt.

In Long Benali, einer Gemeinde, die mithilfe von Blockaden und einer Medienkampagne erfolgreich verhindert hat, dass die Holzfirma Samling ihr angestammtes Territorium betritt, wurde der Führer Saun Bujang abgesetzt. Zurzeit versucht die Regierung, einen Vertreter der Firma Samling an seiner Stelle zu positionieren.

In Long Sait, einer Penan Gemeinde am Fluss Selungo, hat Oberhaupt Bilong Oyoi, der immer offen gegen Holzschlag in der Region war, einen Brief der Regierung erhalten, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er abgesetzt sei. Bilong ist einer der führenden Kläger in einer Penan Landrechtsklage, die seit 1998 läuft.

ImageEin anderer Kläger im selben Fall, der kürzlich verstorbene Kelesau Naan, früheres Oberhaupt von Long Kerong, verschwand nahe seines Reisfeldes im Oktober 2007. Zwei Monate später wurde er tot aufgefunden; die Penan vermuten, dass er ermordet wurde. Die Long Kerong Gemeinde hat seitdem ein neues Oberhaupt gewählt, den früheren Vize Tirong Lawing. Da die Regierung die Anerkennung Tirongs ablehnt, hat die Gemeinde keinen offiziellen Vertreter.
Die Gemeinde Long Lamai, die im April 2007 eine Klage wegen Landesrechts gegen Samling und die Regierung Sarawak eingereicht hat, steht ebenfalls ohne offiziellen Vertreter da. Das frühere langjährige Oberhaupt Belare Jabu starb im Mai 2007. Sein Sohn Wilson Belare, neugewählter Gemeindevertreter, wurde bis heute nicht von den Behörden anerkannt.
“Wir protestieren gegen diese Verletzung unseres Rechts auf Freie Wahl unserer eigenen Oberhäupter” sagt ein Penan Vertreter aus der Region Upper Baram. „Trotz all dieser Versuche unsere Führerschaft zu untergraben, stehen die Gemeinden in Upper Baram fest hinter ihren gewählten Gemeindeoberhäuptern.“
Die Nicht-Anerkennung der gewählten Gemeindevertreter durch die Regierung Sarawaks ist eine klare Verletzung der UN Erklärung über die Rechte Indigener Völker. Diese Erklärung, die von Malaysia verabschiedet wurde, hält in ihrem Artikel 18 das Recht der indigenen Gemeinden hoch, ein Recht auf Mitbestimmung in Fragen, die ihre Rechte betreffen würden, durch Vertreter, gewählt durch sie selbst und nach ihren eigenen Wahlverfahren („to participate in decision-making in matters which would affect their rights, through representatives chosen by themselves in accordance with their own procedures“).

Wie können Sie helfen:
Bitte schreiben Sie an die Sarawak Behörden und drängen Sie diese, die traditionellen Oberhäupter der Penan wieder einzusetzen. Wenn wir schon dabei sind, sollten wir sie auch dazu drängen, sowohl die angeborenen Gewohnheitsrechte der Penan als auch ihr Recht auf freie und vorherige Einverständniserklärung („Free, Prior and Informed Consent“) bezüglich des Holzschlags innerhalb ihres traditionellen Territoriums anzuerkennen.
Die Regierung von Sarawak setzte die gewählten Penan-Führer ab und versucht die gewählten Führer durch Vertreter der Holzindustrie ersetzen zu lassen – die Penan Gemeinden stehen fest hinter ihren gewählten Oberhäuptern. Die Regierung von Sarawak versucht zu Zeit, bedeutende Änderungen in der Führung der Penan Gemeinden in der Region Upper Baram des Ost-Malaysischen Staates auf Borneo einzufädeln. In einem Versuch, den Widerstand gegen den Holzschlag in Sarawaks letztem urzeitlichem Regenwald zu brechen, haben die Behörden in einigen Gemeinden aufgehört, die Stellung der Gemeindeführer anzuerkennen.

Bitte Schreiben Sie an:
Ose Murang
Resident of Miri
Pejabat Residen Bahagian Miri
Jalan Raja,
98000 Miri,
Sarawak, Malaysia
Fax: +60 (85)-432876
E-mail: osem@sarawaknet.gov.my

Y.A.B. Pehin Sri Haji Abdul Taib Mahmud
Chief Minister of Sarawak
22nd Floor, Wisma Bapa Malaysia
Petra Jaya, 93502 Kuching
Sarawak, Malaysia
Fax: 60(82)-444566

Drängen Sie die Vertreter der Provinzregierung in Ihrem Brief, die UN Erklärung über die Rechte Indigener Völker, die auch von Malaysia unterzeichnet wurden, einzuhalten. Artikel 18 der Erklärung anerkennt das Recht indigener Gemeinden auf Mitbestimmung in Fragen, die ihre Rechte betreffen, durch selbstgewählte Vertreter, in eigenen Wahlverfahren. Fordern Sie sie auf, die traditionellen Führer, die sie unrechtmäßig entlassen haben, sofort wieder einzusetzen.
Wir danken Ihnen, den Penan in dem Kampf um Malaysias letzten urtümlichen Regenwald und um die Rechte der Penan als indigene Bewohner des Waldes beizustehen!

 

 

SARAWAK: PENAN FRAUEN WERDEN VON HOLZFÄLLERN VERGEWALTIGT

von Bruno Manser Fond, 17. September 2008

Penan-Frauen aus dem Regenwald der mittleren Baram-Region von Sarawak lancieren einen Hilferuf an die internationale Gemeinschaft. Grund dafür ist die sexuelle Gewalt durch Holzarbeiter der malaysischen Konzerne Interhill und Samling. Laut Berichten der Penan ist es in einer Reihe von Fällen zu sexuellen Belästigungen und Vergewaltigungen von Frauen in der mittleren Baram-Region des ostmalaysischen Bundesstaats auf Borneo gekommen. Betroffen sind insbesondere unverheiratete junge Frauen, unter ihnen auch Schülerinnen.
„Ich möchte der Öffentlichkeit mitteilen, dass in unseren Dörfern regelmässig Frauen von Holzarbeitern sexuell missbraucht werden“, sagte eine Penan-Frau aus dem mittleren Baram gegenüber dem Bruno Manser Fonds.
Recherchen des Bruno Manser Fonds haben ergeben, dass die Täter aus Holzfällercamps der Firmen Interhill und Samling mit Geländewagen in die Penan-Dörfer fahren. Wenn sie dort auf der Suche nach Frauen eintreffen, sind sie meist betrunken.
„Wenn wir ihre Fahrzeuge kommen hören, lassen wir alles stehen und flüchten in den Wald“, sagte eine Zeugin. „Manchmal kommen sie fast wöchentlich, besonders in den Schulferien, wenn sie wissen, dass die Schülerinnen in den Dörfern sind. “ In anderen Fällen wurden Schultransporte so organisiert, dass Schülerinnen in den Holzfällercamps übernachten mussten, wo es zu sexuellen Übergriffen kam.
Die Penan berichten, dass mehrere junge Frauen in Folge der Übergriffe von Holzarbeitern schwanger wurden. Sie beschuldigen die Holzfirmen auch, Alkohol in die Dörfer zu bringen und bewaffnete „Gangster“ anzuheuern, welche die Penan einschüchtern, die sich gegen die Abholzung ihrer Wälder zur Wehr setzen. Klagen bei den Verantwortlichen der Holzfällercamps und bei der lokalen Polizei blieben bisher ohne Wirkung.
Der Bruno Manser Fonds hat zur Unterstützung der Penan eine Postkartenaktion an die malaysische UNO-Botschaft in Genf gestartet. Darin wird die malaysische Regierung aufgefordert, eine Untersuchung zu den Vorfällen einzuleiten, die Opfer zu betreuen und vor weiteren Übergriffen zu schützen sowie die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

FdN ruft zur Unterstützung dieser Aktion auf!

Adresse für Bestellung von Postkarten:

Bruno Manser Fonds
Reichensteinerstrasse 14
CH-4053 Basel
Tel. +41 61 261 94 74
www.brunomanser.ch
info@bmf.ch

 

 

MALAYSIA: POLIZEI STOPPT PROTESTMARSCH DER NEGRITOS

von Administrator, 16. September 2008

Am 13.09.2008, dem ersten Jahrestag der UN Deklaration für die Rechte der Indigenen Völker, hat die Polizei eine Gruppe von 150 Negritos (Orang Asli/Proto-Malaien) in Kuala Lumpur auf dem Weg zum Istana Negara, dem Königspalast gestoppt. Die Gruppe, Mitglieder des Indigenen Netzwerkes Malaysias (JOAS), wollten König Yang di-Pertuan Agong ein Memorandum überreichen, indem sie die Regierung auffordern, die von der UN verabschiedete Deklaration zu achten. Malaysia hat diese Deklaration unterzeichnet. Ihre Forderungen beinhalteten außerdem, dass die Regierung ein für sie zuständiges Gericht schafft, die Aufhebung diskriminierender Gesetze sowie ein Ende der Praxis, das die Regierung Stammesland verpachtet ohne sie vorher kontaktiert zu haben.

In traditioneller Kleidung wollte die Gruppe vom Zentral Markt zum Königspalast laufen, als sie von der Polizei aufgehalten wurde. Der Präsident von JOAS, Adrian Lasimbang, sagte: „Alles, was wir wollen ist zum Palast zu gehen um das Memorandum zu überreichen. Wir haben bereits vor zwei Wochen diesen Marsch angekündigt, jedoch erst vor zwei Tagen eine Antwort erhalten: Wir sollen zur Polizeistation gehen.“
Die Polizei rechtfertigte den Stopp des Marsches damit, dass angeblich keine Erlaubnis eingeholt worden sei. Daraufhin ging die Menge wieder zum Zentral Markt. Lasimbang und zwei weitere Repräsentanten von JOAS erklärten anwesenden Medien den Inhalt des Memorandums. Das neunseitige Schreiben enthält verschiedene Artikel der Deklaration für die Rechte der Indigenen Völker sowie die Notlage der Indigenen Bevölkerung in Malaysia: Ihr Stammesland und ihr Recht auf Selbstbestimmung werde nicht geachtet und die Orang Asli würden unter Assimilierungsdruck leiden.

ImageJOAS Mitglied Mark Bujang sagte weiterhin: „Die Politik der Regierung erfüllt nicht die Richtlinien der UN Deklaration und wir Orang Asli werden schon so lange an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Wir wollen einfach mehr Aufmerksamkeit für unsere Lage. Immer wird gesagt, dass wir gegen Entwicklung und den Staat sind. Aber das stimmt nicht. Wir wollen nur eine Entwicklung nach unseren Vorstellungen und an den Entscheidungen darüber mit beteiligt werden. Unsere Landrechte werden nicht akzeptiert. Aber wir sind vom Land abhängig, wir identifizieren uns mit ihm und es ist uns heilig.“
Lifir Tangkak aus der Siedlung Jakun aus Buluh Nipis, Pahang, brauchte 8 Stunden mit dem Bus um an dem Marsch teilnehmen zu können: „Die Regierung akzeptiert nicht unsere Rechte. Sie nimmt uns unser Land widerrechtlich.“

Kommentar: Die indigenen Gemeinschaften in Malaysia wie Negritos, Penan und Kenyah leiden seit vielen Jahrzehnten an den Umwelteinwirkungen des Abholzens. Firmen wie Samling greifen einfach in ihr Gemeinschaftsland und ihre Waldgebiete ein, um Abholzungsaktivitäten durchzuführen, ohne die Indigenen je zu konsultieren oder Rücksicht auf ihre Lebensgrundlagen zu nehmen.
Über die Situation der Negritos in Südostasien empfehlen wir unser Buch „Schwarzasien – Ureinwohner zwischen Kulturvernichtung und Ausrottung“, das Sie unter dem Medienmenü finden.

ImageVerbreitungsgebiet der Negritos (Semang) in Malaysia (Quelle: Die Große Völkerkunde, Bd. III)

 

 

SARAWAK: MALARIA BREITET SICH BEI DEN PENAN EXPLOSIONSARTIG AUS

von Administrator, 6. August 2008

Die Gesundheitsbehörden in Sarawak/Malaysia sind sehr besorgt, nachdem sie einen sich schnell ausbreitenden Malaria Parasitenstamm entdeckten. Der stellvertretende Minister Tan Sri Dr George Chan Hong Nam sagte, dass Teams der staatlichen Gesundheitsbehörde und der medizinischen Service Abteilung diese sich sehr rasch ausbreitende Malaria entdeckten, als sie einen Malariaausbruch in den Baria Bergen, tief im nördlichen Sarawak untersucht hatten. Von diesem hochgradig aggressiven Malariaerreger sind insbesondere die in dieser Region lebenden Jäger und Sammler der Penan betroffen.
Den Malariaausbruch in Bario bewirkte ein sich rasch vermehrender Parasitenstamm, der sich innerhalb von 24 Stunden teilt, anstatt üblicherweise innerhalb von 48 bis 72 Stunden. „Wir sind sehr besorgt über diese rasante Ausbreitung der Malaria. Diese kann die Organe aber auch das Gehirn infizieren. Das ist keine normale Malaria und wir wissen nicht, wie viele Regionen bereits betroffen sind,“ sagte Dr Chan. Die Gesundheitsbehörden sind in Bario stationiert und versuchen nun so viele Daten wie möglich zusammen zu tragen.
Letzte Woche wurde bereits über einen Malariaausbruch in den Bario Bergen berichtet und das 21 Penan mit hohem Fieber in die Krankenhäuser nach Miri und Marundi ausgeflogen worden sind. Als erstes waren zwei Siedlungen der Penan, Urur Dalan und Semirian infiziert gewesen. Nun hat sich der Erreger bis nach Long Jikitan, nahe Miri, ausgebreitet. Dr Chan hofft, dass die bisherigen Medikamente gegen die übliche Form der Malaria auch gegen den sich rapide ausbreitenden Parasitenstamm helfen werden.
Die Penan sind der einzig nomadisch lebende Stamm in Sarawak’s Regenwäldern auf der Insel Borneo. Schätzungen zufolge gibt es noch mehr als 300 Hundert als Jäger und Sammler lebende Penan. Über die letzten Jahrzehnte hinweg wurde ihr Stammesland systematisch durch Regenwaldabholzungen zerstört. Die Abholzungen und der Widerstand der Penan gegen die Zerstörung ihrer Heimat hat viel Leid unter dem Regenwaldvolk hervorgerufen.

Hunderte von Bildern über die Penan sind zum ersten Mal seit April online zu finden. Sie wurden von dem seit dem Jahr 2000 als verschollen geltenden Penan Unterstützer Bruno Manser aus der Schweiz gemacht. Es wird befürchtet, dass Bruno durch die starke Holzlobby Malaysias wegen seines Kampfes gegen die Abholzung der Regenwälder umgebracht worden ist.

 

 

ÜBERLEBENSHILFE AUF DEN PHILIPPINEN 2008: AETA NEGRITOS

von Peter Holzer, 10. Juni 2008

Flug: München – Manila und zurück: 01.01. – 29.04.2008
Ich hielt mich dieses Jahr nur in der Provinz Zambales, Luzon bei den Aeta Negritos am Pinatubo auf. Unterkunft bot eine kleine Strohhütte, die sich inmitten der nachhaltigen Pflanzungen der Familie Pamiliang befindet, welche wir gemeinsam nun im 3. Jahr pflegen.

Farm zur Existenzsicherung der Aetas
Einiges was wir an Maniok, Gemüse und Bananen im Vorjahr pflanzten, brachte wegen langer Dürre, Schädlingen und Unwettern nur geringen Ertrag. Manches jedoch, wie Mais, Amaranth und Gabiknollen gedeihten unerwartet gut. Ich war bei meiner Ankunft positiv überrascht von dem Engagement auf dem Land. Es war schon einiges für die nächsten Pflanzungen vorbereitet und viele Mangobäume waren für die nächste Generation gepflanzt worden. Mit Hilfe kleiner, einfacher Wassersprenkler konnte ich die Bewässerung optimieren und flächenmäßig ausweiten. Durch beständiges Mulchen versuche ich die Bodenqualität zu verbessern, und die Erosion zu bremsen. Bisher war hier nur Brandrodung bekannt, welche heute keine Zukunftsperspektiven mehr bietet.

Trinkwasser
Das reine Aeta-Dorf Itang Lew leidet seit jeher an der mangelnden Trinkwasserversorgung. Alle Projekte von staatlicher, kirchlicher oder von Seiten des FdN scheiterten bisher, meist wegen Diebstahl des Materials oder Budgets durch Philippinos. Doch die vom FdN mitfinanzierte Einfassung der zuverlässigsten Quelle in einem Bachbett unterhalb des Dorfes hat nun auch die zweite Regenzeit überlebt, war jedoch mit Sand und Schlamm verschüttet und aufgegeben worden. Es gab ein leicht modriges Wasserloch näher am Dorf, das aber bald im März versiegte. Ein junger Aeta war vor kurzem von einem bösen Geist, der bei der eingefassten Quelle spukt, überrascht worden und starb am übernächsten Tag. Ich grub die Quelle wieder aus, reinigte das Sammelbecken und machte einen Zugang frei.
Zur Besänftigung des als schwarzen Pferdes erscheinenden Geistes organisierten wir drei teils aufwändige Rituale. Dennoch wurde ich nach Ansicht der Bewohner aufgrund dieses Geistes bald krank und konnte die restlichen drei Monate wegen Blutarmut und Fieber keine weiteren Ausflüge und Expeditionen mehr durchführen.

Gesundheit
Die von mir beobachteten Aetas südwestlich des Pinatubos leiden häufig an Malaria, ev. Dengue, Durchfallerkrankungen und Infektionen, was vor allem die Kindersterblichkeit erhöht. Die Hygiene im Dorf ist unzureichend, das staatliche Gesundheitssystem wird nicht effektiv genutzt. Die traditionelle Medizin verliert an Kraft, mit den Alten stirbt einiges an Wissen. Die Ernährung ist einseitig. Wir trugen das Familienoberhaupt Junior Pamiliang und Benna Vila zu Grabe, obwohl wir beide zuvor medizinisch versorgen ließen.
Meine Partnerin, Dolmetscherin und Managerin des Farmprojektes Analin Pamiliang litt für einige Monate an einer Nierenentzündung, drei ihrer Kinder hatten Malaria. Eine Verwandte verlor eine Niere. Die Kinder des Dorfes sind verwurmt.
Wir nutzten die noch verfügbare Traditionelle Medizin, das staatliche Healthcenter mit einfachen Diagnoseeinrichtungen und das nahe Kreiskrankenhaus von San Marcelino.
Ich selbst musste mich hier einige Tage behandeln lassen wegen Malaria mit Dengue, Typhusverdacht und einer kleinen Fußoperation.
Über den Krankenstand der anderen Aeta am Pinatubo ließ sich von den staatlichen Ärzten nichts Glaubwürdiges in Erfahrung bringen. Aber, die Sterblichkeit durch Krankheiten ist nach Aussagen der Aeta hoch.

Politik
Das Militär patrollierte gelegentlich die Gegend.  Sie verhielten sich mir gegenüber korrekt, anderen Aetas jedoch drohten sie mit der Erschießung der Dorfbewohner, falls sich hier linke Guerilla verstecken sollte. Es wurden mir von keinen neuen Plünderungen oder Übergriffen der staatlichen Truppen berichtet. Der neue Kaptian des Dorfes missbraucht seinen Posten, wie auch seine Vorgänger, um sich zu lasten der Bewohner zu bereichern.
Mehr Sorge jedoch bereitete eine Gruppe bewaffneter Aetas aus Nachbardörfern, der auch Rico Naval angehört, die in Itang Lew an Philippinos Falschgold verkaufte, und danach untertaucht. Vor wenigen Jahren war das Dorf wegen Vergeltungsaktionen der Geschädigten verlassen worden.

Spirituelles
Die Naturverbundenheit, wie sie den verstorbenen Grosseltern noch nachgesagt wird, konnte ich nicht mehr feststellen. Vor Ausbruch des Pinatubos 1991 setzten sich manche alte Aetas noch für die üppige Artenvielfalt und den Schutz der Wälder ein. Durch den engen Kontakt mit der Zivilisation und den Missionaren in den Flüchtlingslagern haben sich die Aetas an weißen Reis und Zucker, Kaffee und Alkohol gewöhnt. Daher richtet sich ihr Hauptinteresse heute auf den Gelderwerb, um die Schulden bei den lokalen Händlern zu begleichen. Dies treibt den gnadenlosen Ausverkauf der Ressourcen wie z. B. durch illegale Köhlerei voran.
Es gibt keinen bedeutenden Ältestenrat mehr; Bettlermentalität und Kriminalität wachsen. Die Naturgeister werden heute generell als böse betrachtet, möglicherweise als Folge der Missionierungen. Es finden noch etliche Veranstaltungen für die „Anito“ genannten Geister statt. Noch gibt es Schamanen, die die Anitos gegen Bezahlung channeln.
Aber auch hier schleicht sich der Geist der Kommerzialisierung ein, manche Aetas müssen ihr Hab und Gut für solche teuren Veranstaltungen investieren. Die Anitos bestehen angeblich oft auf regelmäßige Wiederholung derselben. Von dem guten großen Geist Apo Namaliari, der einst für das Wohl aller sorgte, ist nur selten mehr die Rede.
Viele der Aeta-Kinder wurden bisher auf der Missionsschule von Balaybay unterrichtet.
Das von den Kinder als Gefängnis bezeichnete Internat von Pastor Ladringan ist von Mauern und Stacheldraht umgeben, um Fluchtversuche der Schüler zu verhindern. Besucher, auch Angehörige werden nicht eingelassen. Der engagierte Pastor träumt davon, die Schüler zu bewaffnen, um sie als Gotteskrieger oder als Missionare gegen die Fehlgläubigen zu führen, unter dem Slogan : “Are you ready to die for God?(!)“ Siehe:http://www.balaybay.org

Kinder, die einige Jahre nicht mehr unter seinem Einfluss standen, gaben nun zu, dass sie all der Geschenke und Gelder der ausländischen Paten und Sponsoren bestohlen wurden. Ladringan versprach die beschlagnahmten Güter und das Geld nur zu verwahren, keines der Kinder bekam jemals etwas davon zurück!
Aetas, die länger hier christlich geschult wurden, verachten nun die Kultur ihrer Vorfahren und fallen durch ihre Assozialität und Kriminalität auf.
Nun besuchen die meisten Aeta-Kinder des Dorfes das Internat der Franziskanerschwestern in Mangahan/Subic, wo sie weniger gequält werden, Ausgang haben, und auch den Kontakt zu ihren Familien weiter pflegen dürfen.

Finanzen
Die Gesamtreisekosten mit Flug, Visa und Versicherungen betrugen 2935,00 €
Ich investierte in den vier Monaten 1800,00 € vor Ort, u.a. für ca. 350 Kg Reis und andere Grundnahrungsmittel. Viele Aetas wollten gegen Reis, oder Geld auf unserer Farm tageweise arbeiten, wir waren auch auf ihre Mithilfe angewiesen, unsere Familie bestand nur aus Kranken, einem Pflegefall und Kindern.
Auf ihren Wunsch erhöhten wir den üblichen Tageslohn von 70 auf 100 Peso (1,15 auf 1,65 €). Mancherorts arbeiten Aetas noch für die Hälfte. An den Arbeitstagen hatten wir zudem die Arbeiter und deren Frauen und Kinder in unserer Küche mit Essen und Kaffe zu versorgen.
Wir unterstützten auch kranke Dorfbewohner finanziell, die sich die Fahrtkosten zum Arzt oder Medikamente nicht leisten konnten. Während meines Aufenthaltes verdoppelten sich die Reispreise, was die verarmte Bevölkerung hart trifft. Die landwirtschaftlichen Aktivitäten sollten dadurch jedoch Aufwind bekommen.

 

 

FELDARBEITSBERICHT PHILIPPINEN – AETA NEGRITOS

von Peter Holzer, 13. Januar 2008

Am 03.01.2008 landete ich in Manila, um zuerst das Farmprojekt am Pinatubo zu besuchen. Hier leben die Aetas mit dem Rücken zum Vulkan in ihrem letzten Rückzugsgebiet und werden schleichend von philippinischen Farmern und Rinderherden bedrängt. Die Aetas sind schon sehr den Zivilisationsgütern verfallen, verschuldet und beteiligen sich zunehmend am Ausverkauf der spärlichen Grünflächen durch Brandrodung und Köhlerei. Das traditionelle Jagen ist ohne Wald und Wild leider keine Lebensgrundlage mehr. Um ein paar fruchtbare Täler in Aetahand zu halten, und eine Versorgung mit Grundnahrungsmitteln zu sichern, fördere ich im Namen von FdN die nachhaltige Bewirtschaftung. Nun im 3. Jahr zeigen sich erste sichtbare Erfolge:

Der von mir u.a. unterstützte Pamiliang Clan pflegte auch selbstständig die gemeinsam angelegten Pflanzungen weiter (was einiges an Mehrarbeit bedeutet) und verzichtete auf das sonst immer übliche Abbrennen des Landes. Die von FdN gesponserten Wasserbüffel laufen noch immer eine beachtliche Rendite ein. Die 2007 erworbenen 4 Ziegen sind groß und schwer geworden, und sind dabei sich zu vermehren. Gleiches gilt für die Hühner. Der Stammeskonflikt hat im vergangenen Jahr keine Probleme mehr aufgeworfen und könnte sich weiter beruhigen. Auch liegen keine neuen Verstöße seitens des Militärs vor.
Die Instandhaltung der Trinkwasserversorgung und Feldbewässerung ist noch verbesserungswürdig. Ich beschäftige mich derzeit hiermit. Es sind aber ständig einige Aetas krank, vor allem Junior, ein TBC-Verdächtigter. Ich habe nun ein Röntgenbild seines Oberkörpers.
Wer kann das Diagnostizieren, da er offensichtlich aus rassistischen Gründen im Krankenhaus abgelehnt wurde?
Ich könnte es digitalisieren und mailen.

Soweit das Erste in Kürze.

Viele Grüße,
Peter Holzer/ FdN Projektleiter Philippinen

 

 

MISSIONARE TREIBEN INDIGENE ZUR STERILISATION

von Matthew McDaniel , 2. Dezember 2007

Was unvorstellbar erscheint, passiert in heutiger Zeit: Amerikanische Missionare treiben die Bergvölker der Akha in Thailand und auch Laos zur Sterilisation! Das ist Völkermord an Stammesvölkern in Namen des Christentums! Unsere Schwesterorganisation The Akha Heritage Foundation, Teil des internationalen fPcN Netzwerkes, deckt es auf. Den Film: „Akha Sterilization“ können wir Ihnen derzeit nur in einer englischen Version zur Verfügung stellen.

Matthew McDaniel, Begründer der Menschenrechtsorganisation, beginnt deswegen mit dem „Ride for Freedom“. Mit einem Pferd startet er in Oregon zu einem mehrmonatigen Ritt nach New York um die andauernden Menschenrechtsverletzungen an den Akha im Mai 2008 vor dem Permanenten Forum für Indigene Völker bei den Vereinten Nationen anzuklagen.

„Ride For Freedom“
Coast to Coast by Horseback for Akha Human Rights
Matthew McDaniel and members of the Akha Heritage Foundation will be campaigning for Akha Human Rights and Akha Project advancement with a US National Human Rights Tour.

But there is something different about this tour.
Matthew McDaniel will be riding by horseback from Lincoln City, Oregon where he will begin a coast-to-coast non-stop horseback ride for the Akha people. The trip will end at the UN in New York. The trip will take up to seven months or more. He will be sleeping outside adjacent to the horse or horses each night.

„Ride for Freedom“ is a commitment to the Akha people to protect their lands, to send a message to the Thai Government that the Queen of Thailand needs to give back the land of the Akha people, to raise public awareness, to raise funds for the human rights network in SE Asia, to prevent malaria in Laos, to bring and end to the removal of Akha children from their villages and families by missionaries, to protect the culture of the Akha people from those who would destroy both it and Akha identity and to protect and record Akha literature, to name a few.

Mehr Informationen unter: The Akha Heritage Foundation

Interview im StatesmanJournal

Um den Film als Stream zu sehen benötigen Sie den Quick Time Player!

Film: Akha Sterilization

 

 

FELDARBEITSBERICHT: PHILIPPINEN – AGTA NEGRITOS

von Martin Pachner, 11. November 2007

Um Ihnen die Komplexität unserer Feldarbeit vor Ort zu veranschaulichen, beginnen wir die internen Berichte unserer Mitarbeiter vor Ort zu veröffentlichen. Der Einsatz für die letzten Naturvölker unserer Erde verlangt neben persönlichem Engagement und dem Sammeln und Auswerten von Informationen auch finanzielle Mittel. Siehe auch: Projekte/Philippinen

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In Calabgan hatte ich dann einen Agta-Guide für die Quirino Provinz ausfindig gemacht. Traurigerweise wurde der an dem Abend, als wir das mit ihm besprochen hatten, von einem anderen Agta mit einem Eispickel umgebracht und weit weg von dem Dorf verscharrt. Blutspuren wurden nahe des Hauses wo ich übernachtete gefunden. Wir haben aber nichts davon mitbekommen.

Philippinen: Bericht Agta Negritos

(sic! Hannes) ist unserer Projektleiter Hannes Rücker

Ich bin vor 1,5 Wochen von meinem Trip in Isabela, Aurora zurückgekommen. Mein Focus waren die Agtas im Gebirge fern vom Meer. Wollte die Ebuked Agtas erkunden wie ich das schon einmal erwähnt habe.

Es gibt in der Sierra Madre im Grenzbereich Aurora, Quirino, Isabela Provinz 2 Gruppen, mitten in der IDC Konzession, die fern vom Dorf leben und nur selten das Dorf besuchen. Sie sind schon lange Gesprächsthema in Casiguran und haben einen sehr schlechten Ruf. Eine Gruppe hat 1996 einen Dorfvorsteher, der ihr Handelspartner war, umgebracht. Das hätte fast eine Menschenjagd seitens der Lokalbehörden ausgelöst (von 2 unabhängige Quellen), ist aber dank der Intervention von 2 Mestizas aus dem Lowland, die die Agtas jetzt dort organisieren und jetzt für IDC arbeiten, verhindert worden. Auf Grund von neuen Vorfällen und somit die Mestizas keine Zeit haben und da ich mich nicht ohne die Mestizas dorthin traue, da ich glaube das die Agtas dort ziemlich schwierig sind, bin ich nicht auf dem Logging Truck dorthin gefahren. Eine Gruppe ist Hauptverdächtiger im Mord an 3 illegalen Schwemm-Loggern (water loggern) dieses Jahr. Ein Grund für die Isolation ist die kriminelle Vergangenheit, der andere ist wirklich, dass sie wahrscheinlich noch nicht so akulturiert sind, obwohl sie von den Logging-Unternehmen reich beschenkt werden, aus Angst dass sie die legalen Logger angreifen.

In Calabgan hatte ich dann einen Agta-Guide für Quirino Provinz ausfindig gemacht. Traurigerweise wurde der an dem Abend, als wir das mit ihm besprochen hatten, von einem anderen Agta mit einem Eispickel umgebracht und weit weg von dem Dorf verscharrt. Blutspuren wurden nahe des Hauses wo ich übernachtete gefunden. Wir haben aber nichts davon mitbekommen. Nach einer Woche wurde der Leichnam dann gefunden. Der Mord war komplett sinnlos, hätte verhindert werden können, da der Mörder nicht das erste mal mordete und er eigentlich im Gefängnis sitzen sollte, was aber nicht geschieht, da die Agtas entweder bei Mordfall unter sich entweder Blutrache üben indem die Familie des Ermordeten das Dorf des Mörders angreift und ein Mitglied der anderen Familie oder den Mörder umbringt oder in der modernisierten Version eine Zahlung von 10-30.000 Php erfolgt und die Anzeige dann zurückgezogen wird. Traurigerweise scheinen die Agtas tatsächlich eine hohe Mordrate zu haben. Gewissheit besteht auch das die Agtas komplett im Mainstream in der Nähe der Hauptverbindungsstrassen, den ‚Hill-Billies‘, um nichts nachstehen müssen.

Wollte dann auch von West nach Ost die Sierra Madre durchwandern nach Palanan. Es gibt da einen kurzen einfachen Weg der zum Grossteil alte Logging Road ist (ca. 3 Tage Marsch 8h pro Tag). Hatte aber mit dem Wetter Pech und die Flüsse waren zu hoch und wir mussten bei der Hälfte wieder umdrehen. Dank extrem ortskundiger Agta-Helfer, die selbst mit 20kg Gepäck bei 40-50kg Körpergewicht noch zu schnell laufen, ist das auch für den schwächlichen Westler machbar. Vernünftiger Regenwald beginnt erst in der Mitte des Gebirges Richtung Küstenwasserscheide. Denke, dass die gesamte westliche Wasserscheide von legalem Holzfällen in nicht nachhaltigerweise auf Dauer beschädigt wurde. Die Anzahl von illegalen Water-Loggern im Kleinformat (ohne schwere Maschinen), die sich täglich von den grösseren Flüssen vom Westen her in den offiziell geschützten Norden des Sierra Madre Natural Park (Naturpark) aufmachen, ist phänomenal. Die Armut und Korruption muss extrem sein, wenn so viele Leute sich aufmachen für so eine gefährliche und harte Arbeit (die Bretter auf aufgeblasenen LKW-Reifen durch die Stromschnellen befördern).

Ich war auch bei CVPED bei den holländischen Akademikern in Isabela (sic! Hannes) um mich zu erkundigen was dort so los ist und um mir Doku zu kopieren. Sind nicht recht freigiebig dort und ihr Archiv ist schlecht organisiert. Könnte sein, das einige Arbeiten nicht mehr auffindbar sind. Konnte die Arbeit über den Agta Fischfang dort auch nicht finden (sic! Hannes). Im Naturpark ist nur mehr das Phil. Crocodile Conservation Projekt am laufen, die periodischen Abschlussarbeiten der Studenten und das Community Organizing der Agtas für das Management Board für den Park (wenig Effekt, da deren Regelungen sowieso nicht befolgt werden). Alle anderen Projekte sind tatsächlich ausgelaufen. Im Anhang sind Karten mit allen Agta-Settlements im Naturpark. Kann man leider nicht permanent ins Internet stellen, da die mit dem Copyright so schwierig sind.

November 2007: Martin Pachner

 

 

PENAN BLOCKADE GEGEN REGENWALDABHOLZUNG IN SARAWAK

von Bruno Manser Fond, 20. März 2007

Wie der Bruno Manser Fond mitteilt, haben Angehörige des Volkes der Penan im Regenwald des malaysischen Bundesstaats Sarawak eine neue Blockade einer Holzfällerstrasse errichtet. Dies erfuhr der Bruno-Manser-Fonds heute aus zuverlässiger Quelle. Die Blockade löst eine von der malaysischen Polizei vor Monatsfrist geräumte frühere Blockade ab und soll den malaysischen Samling-Konzern am weiteren Eindringen in die Stammgebiete der Penan auf Borneo hindern.
Die Blockade befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Long Benali, einer für die Holzfäller strategisch wichtigen Ortschaft am Eintrittspunkt zu einem der letzten zusammenhängenden Urwaldgebiete von Sarawak. Über neunzig Prozent der Urwälder von Sarawak wurden schon abgeholzt.

Der Samling-Konzern wurde vor kurzem von der Schweizer Grossbank Credit Suisse in Hong Kong an die Börse gebracht. Das Geschäft traf auf breite internationale Kritik von Umwelt- und Menschenrechtsverbänden. Laut Schätzung der Schweizer „Sonntagszeitung“ verdiente die Credit Suisse rund 10 Millionen US-Dollar am Geschäft mit dem umstrittenen Tropenholzkonzern.

Rettet den Regenwald hat bezüglich auch deutscher Beteiligung eine Protestaktion ins Leben gerufen.

 

 

REISE- UND TÄTIGKEITSBERICHT PHILIPPINEN/ AETA UND AGTA HILFE

von Peter Holzer, 5. Juli 2006

Peter Holzer, Projektkoordinator für unsere Aeta und Agta Hilfe-Projekte, war dieses Jahr wieder auf den Philippinen. Sein ausführlicher Reise- und Tätigkeitsbericht spiegelt unser anhaltendes Engagement in dieser Erdregion für die Negritos wieder.

Philippinenreise 2006, 1.2.-2.5.06
1.2. Flug München – Doha – Manila
Ich besuchte Dada Shiva, einen Jogalehrer aus wohlhabender Familie, der mir bereits im Vorjahr Kontakt z.B. zu TRD in Iba vermittelte.

4.2. Ich rüstete mich mit einem Mobiltelefon aus und fuhr nach Balaybay, Castillechos, Zambales, um hier Kinder in der Born Again Missionsstation zu besuchen. Die internierten Kinder, zur Hälfte Negritos, sehen ihre Familien oft einige Monate nicht, und freuen sich sehr über Besuch Bekannter. Interesse von Besuchern der westlichen Welt mindert eventuell hier das Risiko von Kindeshändlerei. Ich traf auf Joseph, ältesten Sohn von Rico Naval und Analin Pamiliang.

5.2. Ich erreichte Palan, neuen Wohnort der mit mir kooperierenden Pamiliang Familie.
Sie hausten auf Farmland von Unats (Philippinos), welchen sie deshalb auch einige Gefallen schuldig schienen. Der Büffel des FdN war noch wohlauf, die von mir 2003 gekaufte alte Büffelin, als auch deren Nachwuchs waren verstorben. Der Wagen war von einem Händler gepfändet, ich löste ihn für 2500 Peso aus.

11.2. Besuch von M. Soria, Sekretär von ADA (Aita Development Ass.).
Er informierte mich über die politische Lage im Siedlungsgebiet der Aitas südwestlich des Pinatubo:
-Es gab in jüngster Zeit keine Opfer durch Militäreinsätze
-Der Pamiliangclan lag noch immer in einer Fehde mit einem Clan aus der Kahapagegend, es gab ein weiteres Opfer in Buag.
-Buag ist wegen der angespannten Lage derzeit fast völlig verlassen.
-Die Beilegung des Konfliktes ist auch nach den Schlichtungen des Ältestenrates heute nicht mehr möglich, da die guten alten Sitten verfallen, die Aggression steigt, und die Alten an Einfluss verlieren.
Ich erwarb von ADA den gerade neu erschienen ersten Bericht Dr Themas `Leaves on the water´ als Buch und CD. Dr Thema, Angehöriger eines alten Bergstammes der Ifugao, ist Begründer der Siedlung Canaynayan und bekanntester Fürsprecher und Förderer der Aitas in Zambales.
Ich spendete 1000 Peso um die Friedensverhandlungen des Vereins zu unterstützen, als auch weiterhin Informationen zu erhalten. Auf dem Rückweg suchte ich das Büro des staatlichen NCIP (National Comission of Indigenous Populations) in San Marcelino auf. Das NCIP ist an jeglicher Kooperation interessiert, leidet unter Geldmangel, gilt jedoch als korrupt wie alle staatlichen Institutionen.

14.2. Ich versuchte, mit der Pamiliangfamilie Farmland mit Wasserrechten zu pachten, da die Familie ihre Pflanzungen in Kakilingan nach Plünderungen durch Militär und Unbekannte aufgegeben hatte, und aufgrund der Unsicherheit durch den Konflikt auch nicht weiter bewachen wollte. Wir fanden geeignetes Land und willigen Eigner. Unsere Pachtverträge wurden jedoch nie unterzeichnet, da es Unstimmigkeiten seitens der Eignerfamilie gab.
Haupteinnahmequelle der von mir beobachteten Aitas schien die illegale Köhlerei zu sein, die in den vergangenden Jahren stark zunahm. Der geringe Baumbestand schwindet schnell.
Ich beteiligte mich am Sammeln kleiner runder Tuffsteine, die nach Japan exportiert wurden.
Wenn die Händler sie abholten, und tatsächlich bezahlten, könnte man ein vergleichsweise gutes Einkommen haben.

19.- 23.2.: Mit Analin und Hanna unternahm ich eine Fortbildungreise um nachhaltige Landwirtschaftstechniken zu erlernen. Nach wie vor war den Aitas nur Brandrodungsfeldbau bekannt. Im Resettlement Center von Loob Bunga, Botolan war das TRD 2005 noch am Bau eines Schulungszentrums für Aitas, das aber mangels Finanzierung noch nicht fertiggestellt war.
Wir überzeugten uns von den Erfolgen der vom FdN mitfinanzierten Wiederbewaldung.
Im TRD-Center in Iba konnten wir uns die landwirtschaftlichen Anbauflächen japanischer Permakulturspezialisten zeigen lassen, für ein praxisorientiertes Ausbildungsprojekt, den Bedürfnissen der Aitas entsprechend, schien man aber noch nicht gerüstet.
In Bihawo, Loob Bunga, besuchten wir den von mir 2005 geförderten Kunsthandwerker Bobog, der mittlererweile einen zuverlässigen Abnehmer, und damit ein Einkommen gefunden hatte.
Willy Bulan Hegan (wichtigster Kapitan mehrerer Aitadörfer der Region Botolan) berichtete uns von den aussichtsreichen Bemühungen um die Anerkennung des `Ancestral Domain Claims´.
Dieser umfasst Landrechte an 30.000 ha in den Dörfern Villiar, Burgos, Moraza, Belbel und Poonbato. Widerstand leisteten Unats, die sich in den betreffenden Gegenden bereits angesiedelt hatten. Ich versuchte Einfluss zu nehmen auf das Büro des DENR in Iba.
Nebenan, im Büro des NCIP trafen wir auf Chairman Chito Balantay, der sich für die Anerkennung der Landrechte seines Stammes einsetzt. Von 1999 bis 2002 gelang es ihm, für die Negritos an der UNO in Genf zu sprechen.

27.5. Nachdem Rico Naval die Gegend verlassen hatte, und Itang Lew eine neue Kapitan(in) hatte, kehrten viele Bewohner zurück. Die Pamiliangs konnten alte Landrechte geltend machen. Junior Pamiliang hatte vor gut 15 Jahren u.a. viele Mangobäume gepflanzt. Man zeigte mir eine Hand voll Mahagonibäume, die einst von FdN gekauft wurden. Mit der Zustimmung der Bewohner siedelten wir hierher um. Bisher lebten nur Aitas hier, die üblichen Verdrängungen durch Unats blieb bisher aus. Auch in der Regenzeit bleibt der Markt über die nahe Piste oft erreichbar.
Es gab noch keinen Laden, Strom oder Fernsehen. Ich finanzierte den Bau einer Strohhütte, gebaut  durch Dorfbewohner, und Arbeiter, um die verwilderten Felder wiederbepflanzbar zu machen. Wir bezahlten die Arbeiter mit 100 Peso am Tag, und verpflegten sie samt Familienanhang zusätzlich mit Essen, Kaffee und Tabakrationen. Wegen Mangel an Arbeitsplätzen war der Andrang von Arbeitswilligen gross. Abgesehen von den Mangobäumen, waren gerade die meisten Bäume in Dorfnähe auf dem Grund der Familie gestohlen worden. Wir sahen noch den Abtransport der Holzkohlesäcke. Wir hoben auf Wunsch der Bewohner von Itang Lew die zuverlässigste Quelle des Dorfes aus, und fassten sie ein. Später verschloss ich sie mit einem schweren (kindersicheren), gegossenen Betondeckel. Bisher trank man mit allerlei anderem Getier z.B. Hunden, aus offenen muffigen Wasserlöchern, Durchfallerkrankungen waren häufig anzutreffen.
Alle bisherigen, aufwendigeren Bemühungen (auch die von Hartmut), das Dorf mit Wasser zu versorgen, schlugen bisher fehl, meist wurde das Budget veruntreut. Das Wasser schmeckte deutlich besser, es musste am Ende der Trockenzeit jedoch der Deckel mit 5 Mann wieder geöffnet werden, um an das letzte Wasser zu gelangen.
Analin koordinierte die Arbeiten.
Freilich standen für sie familiäre Vorteile im Vordergrung, was aber bei einem kleinen Selbstversorgerprojekt wie diesem kein Schaden war. Trotz unserer kulturellen Unterschiede gelangen alle Projekte ohne die sonst in diesem Land unvermeidlichen Verluste durch Korruption.
Die Aitas arbeiteten etwas unsteter als Unats, dafür verzichten sie auf Betrug und Diebstahl.
Ich zahlte Heilkosten für Lauretta, Junior, Shane, Joseph und brachte Hanna ins Krankenhau, wo sie wegen Durchfall und Malaria einige Tage behandelt wurde. Negritos geniessen im Gegensatz zu  Unats das Privileg einer kostenlosen Versorgung im Krankenhaus, Medikamente müssen evtl. selbst gekauft werden. Da ich von den Aitas als dem Pamiliang Clan zugehörig betrachtet werde, war es nicht mehr ratsam, die verfeindeten Dörfer in der Nähe des Pinatubos zu besuchen.

3.3. Ich besuchte das Resettlement Center in Cawag, Subic und kaufte Kunsthandwerk der Aitas, hauptsächlich dekorative Blasrohre.

20.3. Ich verliess Zambales per Bus um die Pazifikküste zu erreichen. Um Kosten zu sparen, reiste ich allein. Von Baler nahm ich den D-Linerbus nach Dilasag, wo gerade ein kleines Boot auf den letzten Passagier wartete, um des nachts nach Didadungan im NSMNP (Northern Sierra Madre National Park) überzusetzen. Hier steht der letzte größere Primärwald des Landes.

22.3. Zwei Km weiter südlich am Strand liegt Kanaipang (auch White Beach genannt),  Melecio Salazar ist Kapitan der dauerhaften Agtasiedlung. Der holländische Student der Meeresbiologie Hans Goslinga bezog hier vor einigen Tagen eine Hütte um für 5 Monate die Fischereitechnik der Agtas zu dokumentieren. Er versprach, die Ergebnisse seiner Forschung mit dem FdN/FPCN zu teilen. In einer Zeit schnellen Artenrückgangs durch starke Überfischung ist die Hauptnahrungsquelle der Agtas gefährdet. Die lokalen Behörden sind am Erhalt der Fischereiwirtschaft interessiert und sind dankbar für die Arbeit der mit der ISU (Isabella State University) kooperierenden Forscher.

23.3 Gedenktag des Untergangs der ersten und bisher einzigen freien Republik der Philippinen 1901. Letzte Bastion des Widerstandes gegen die Invasion der USA war Palanan (Hauport des NSMNP), wo an diesem Tag das jährliche Stadtfest gefeiert wird. Bei gutem Wetter konnte ich in 5 Std von Kanaipang dort hin wandern. Ich versuchte den Kontakt zu den VIP´s der Region zu pflegen, die Gouverneurin erschien in diesem Jahr leider nicht.

26.3. Ich bestieg das kleine motorisierte Boot der Agtas von Kanaipang, das zum Zwecke des Langustenhandels Richtung Dilasag startete. Wegen rauher See und überladenem Boot wurde ich jedoch mit Melecio Salazar bald am Fluss Deguio ausgesetzt. Wir liefen zu Fuss die Küste bis nach Dikapsinan, einer Flussmündung, an der häufig Agtas ihre Strandschilde aufstellen. Ein Agtajunge führte mich weiter bis zur gemischten Siedlung Divinisa, dem grösten Umschlagplatz für Raubholz im südlichen NSMNP.

28.3. Gerade am Tag unserer Ankunft campierten ein dutzend Militärs und Beamte des DENR, um angeblich über die illegale Holzfällerei zu wachen, wählten jedoch den einzigen Tag, an dem das Geschäft ruht, weil der Schlepper mit einem Verband von etwa 100 Stämmen zum Sägewerk in Dinapigi unterwegs war. Nur Stunden nach dem Abzug der unbeliebten Beamte, die noch ein paar leicht verkäufliche hölzerne Bootsteile der Bewohner beschlagnahmten, ertönten die Motorsägen erneut. Ein Agtajunge führte mich flussaufwärts zum Camp des etablierten Forscher der ISU, Jan van der Ploeg. Einige Agtas fanden hier ein gutes Einkommen als Expeditionsführer. Am Rande ihrer Forschungsktivitäten dokumentieren die meist holländischen Forscher auch den illegalen Holzschlag und geben regelmässig einen Bericht an die ihnen bekannten Stellen, bisher aber ohne erkennbaren Erfolg. Wir vereinbarten Informationsaustausch auf diesem Gebiet.

29.3. Der des Holzhändlers Ebet de la Rosa kehrte mit seinem Schlepper ST PIO zurück, um seine Geschäfte fortzuführen. Als wichtigster Geldgeber ist er in Divinisa gern gesehener Gast.
Agtas, die von Hand Stämme durchs Wasser bis zum schiffbaren Fluss schleppen, können 70 Peso am Tag verdienen. Wegen Regen und Seegang musste ich 5 Tage warten, bis sich eine Mitfahrt nach Dinapigi bot. Der Fussweg an diesem Küstenabschnitt ist schlecht begehbar.
Die Holzhändler warteten ebenfalls, da angeblich die hohen Wellen die Bambusflösse zerbrechen, die die Stämme tragen. Die Dorfbewohner schienen mir zu mißtrauen, da man mich aus dem Camp der Regierungstruppen kommen sah. Ganz im Gegensatz zu letztem Jahr begegnete ich Spuren von illgaler Holzfällerei an allen Orten, die ich im Park besuchte. Nach Meinung der befragten Bevölkerung bestand das Holzschlagverbot nicht mehr.

1.4. Ein kleines Boot brachte mich aus dem Park nach Dinapigi, einem Sägewerksstädtchen am Ende der Küstenstrasse. Ich logierte bei dem Australier Michael Browne, der hier ein erstes Resort aufbaut. Führer aller politischen Parteien sind hier zu Gast. Seine Frau Marie, Angehörige einer Reichen und einflussreichen Familie, strebt das Bürgermeisteramt an. Die Bevölkerung hofft darauf, dass die wenig an Geld interessierte kämpferische Frau die kriminellen und korrupten Verhältnisse der Stadt verbessert. Sie hatte es bereits geschafft, die Preise der Versorgungsgüter stark zu senken. Weit blickende hoffen auf baldige Schliessung des auch illegal arbeitenden Sägewerks „Luz Natin“ im Hinblick auf nachhaltigenTourismus statt Raubbau. Ich fand  Kontakt zu Umweltaktivisten, die hier nur verdeckt in Anonymität agieren können. Wir versuchten, den Holzhandel von überregionalen, direkt der Gouverneurin unterstellten Exekutiveinheiten stoppen zu lassen.
Bis zu meiner Abreise war mir das Ergebnis dieser Bemühungen nicht bekannt. Nach meinen Beobachtungen verarbeiteten die Sägewerke in Dinapigi, Dilasag (Pateco) und Dibacong (IDC) weit mehr Holz als in den letzten Jahren. Per SMS konnte ich die Handelswege des Holzes, und die Position der Schiffe über meinen Kontaktmann weiterreichen. Beim Kontrollflug zweier Hubschrauber war angeblich der Polizeichef selbst schockiert über das Ausmass der illegalen Holzfällerei und der offensichtlichen Korruption seiner eigenen Einheiten. Auf eine angekündigte Pressekonferenz in Manila und Schliessung von Sägewerken warteten wir jedoch vergeblich.
Auf einem Holzlaster ereichte ich den Holzumschlagplatz am Strand nahe Dilagag, wo Bretter und Balken auf Fähren umgeladen wurden.

3.4. Ich erreichte Dipuntian. Wegen einer Fussinfektion durch einen Fremdkörper konnte ich kaum mehr laufen, und besuchte nur das Siedlungsgebiet der Agtas. Ich wurde hier von bettelnden Bewohnern belagert.
Ein Teil des Mangrovenwaldes war gerodet, wich einem grossen Fischteich. Der hier produzierte Fisch wird von den Agtas verkauft, jedoch ohne ausreichend in Fischfutter zu reinvestieren.
Ich zahlte die ausstehende Grundsteuer für die Jahre 2001 bis 2006 inclusive hoher Strafzinsen.
Auch nach mehrmaligen Reklamationen und Nachrechnungen betrug die Steuerschuld noch stattliche 11.116 Peso. Für weitere 5470 Peso und die Vorlage je zweier Kopien des „ Absolute Sale“ und „Title“ ist es angeblich möglich, den Namen des neuen Eigners im Grundbuch von Cassiguran zu vermerken.
Ein interessantes Projekt verfolgt Naton, Chairman von DiCaDi (Agtavereinigung für Dilasag, Cassiguran, Dinalupian):
Erwerb der Rattansammelrechte, was in Manila angeblich 30.000 P kostet. Der Naton bekannte Melecio Salazar besitzt ein solches Recht und macht damit laut Martin Pachner gute Geschäfte. Laut den Abholzungsgenemigungen des DENR ist die IDC verpflichtet, den Agtas einen Lebensunterhalt zu bieten und könnte daher dazu bewegt werden, die Sammelrechte zu finanzieren. Ein Rattanprojekt wurde von dem Konzern bereits betrieben, aber bald wieder eingestellt, angeblich mangels Rattan.

6.4. Ich kehrte über Baler nach Zambales zurück, liess meinen Fuss operieren, und konnte wieder laufen. Auf grössere Exkursionen musste ich noch einige Zeit verzichten und konzentrierte mich auf den weiteren Aufbau der Farm in Itang Lew.
Weitere Familienmitglieder der Pamiliangs waren hinzugezogen, um sich an der Arbeit zu beteiligen, oder auch nur, um am momentanen Wohlstand teilzuhaben. Mit Hilfe von 200 m Wasserleitungen konnte ich zum bis Ende der Trockenzeit die letzten Tropfen Wasser aus dem nahen Bach auf Hügelbeete leiten, wo Gemüse schnell wuchs. Wir pflanzten alle uns bekannten Nutzpflanzen wie z.B. Bananen, Bohnen, Ampalaya, Gabi, Obi, Ingwer, Chilly, Mais, einige Sorten Maniok, Cashew- und Epilepilbäume. Da mein Geld bald ausgegeben war, konnte ich mich nicht nur ganz der Landwirtschaft widmen, sondern auch die Ökonomie der Aitas beobachten:
Wenn alle Konsumgüter erschöpft sind, machen sie sich auf zum nächsten Händler. Dieser gewährt einen Kredit für die bei ihm erworbenen Waren, der jedoch innerhalb eines Monates durch Lieferung von Gütern beglichen werden muss für diese wird etwa 70% des Marktpreises berechnet. Dies fördert stark die Produktion „schnell“ zu beschaffender Güter wie Holzkohle, und verhindert, dass die Aitas je Gewinne erwirtschaften.
Die für nächste Saison investierte Arbeit, wie das Anlegen von Pflanzungen, hilft nicht für die momentanen Versorgung, da es z.B. 9 Monate dauert, bis die Bananen reif sind. Joseph Pamiliang, auf dessen Grund ich meist arbeitete, war von den Erfolgen der Landwirtschaft angetan, und plante, nicht wieder auf die ferne Missionsstation zurückzukehren, sondern die nahe Grundschule zu besuchen und seine Pflanzungen zu bewachen. In den Bergen seine eigene Nahrung anzubauen, gilt unter den Philippinos als die am niedrigsten angesehene Arbeit, noch nach der Tagelöhnerei nur gelegentlich arbeitenden Slumbewohner. Die Aitas sind nur schwer davon abzuhalten, in die trostlosen, elenden Vorstadtvirtel zu ziehen. Nach meiner Wahrnehmung empfand ich die Aitas um so glücklicher, je weiter sie von den Hochburgen der sie diskriminierenden Zivilisation entfernt lebten.

1.5. Rückreise nach Manila, Flug über Doha nach München.

 

 

AGTA NEGRITOS AUF DEN PHILIPPINEN

von Martin Pachner, 20. März 2006

Ein ausführlicher Situationsbericht über die letzten Agta Negritos auf der Insel Luzon in den Gebieten: Dipuntian, San Ildefonso Peninsula, Palanan, Northern Sierra Madre Natural Park (NSMNP), Ebuked, Dinipan, Bisag, Kanaipang und Didadungan, bereit gestellt von unserem Freund Martin Pachner. Zur Zeit ist ein anderes Vereinsmitglied, Hannes Rücker, vor Ort. (english)

In this report i use for the various groups of non-Agta population apart from foreigners the word Filipino. For convenience only…
Situation of the Agta community in Dipuntian, San Ildefonso Peninsula, Aurora Province:
This is partly the community among the SIL missionary and anthropologist Thomas Headland lived.
There are some organisations now, who work with the Agtas on the land:

Pastora Toning. She is an Agta and a member of the Salazar band, a daughter of Mr. Salazar from Kanaipang, Palanan, see further down. The SIL missionaries in Palanan respectively the sub group CMU (christian mission for the unreached) educated her to be a protestant born again priest. She receives a small monthly allowance for that task. A small church was also built in Dipuntian.
The organisation of the catholic priest father Piet from Infanta, Quezon province TCD „Tribal Center for Development“, recently extended ist operating area up to Aurora province. I had a brief meeting with father Piet back in 2000 in Infanta but he didnt give an interview. In Aurora province TCD employs one college graduated agriculturist to help to develop the farming skills of the Agta. Casually i met this person, Jimmy Camiguing his name, in Dipuntian. He was preparing for giving seeds to the Agta. Under his guidance they started building a fish pond on the west bank of the Pasaroboi river near the mouth and opened a huge kaingin (slash and burn farming field) near the settlement but already off their 10 ha land, which was bought by the german organisation FPCN in 2000. The kaingin was opened for growing dry rice there. Before the two things were started, Jimmy claimed, he had asked the Agta what they wanted to grow and elaborated a plan with them. In the recent decades, after the traditional food sources depleted, farming played for the San Ildefonso Agta a subordinate role, because of the density of Filipinos living there, lack of farm land, outsiders, who grabbed their farm land. They mainly used to make a living as cheap labourers for the Filipinos.
The biggest family living in Dipuntian is that of Renato Prado (Natong). Natongs wife Marina is very sick, maybe a Tumor in the head. They had a hard time to explain the sickness, but she had already a surgery some years ago and needs constant medication, which is a big monetary problem for them. In Dipuntian elections are held now in some years intervall for the tribal chieftain. At the time of the visit Natong’s son i believe Luigi is his name was in position as tribal chieftain. I couldn’t sense any „corruption“ as stated by Peter or Steffen from FPCN. The tribal chieftain receives a monthly allowance from TCD.

 

 

NEUES AGTA PROJEKT AUF DEN PHILIPPINEN

von Peter Holzer, 17. März 2006

Engagierte Naturschützer im Northern Sierra Madre National Park (NSMNP) gesucht! Reisetipp in den größten noch existierenden Primärwald der Philippinen und den Ureinwohnern.

Projekt:
Die Regierung der Provinz Isabella hat einen Nationalpark gegründet, um eines der wertvollsten Biotope des Landes zu bewahren. 360.000 ha Küste und Bergland stehen unter Schutz. Viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben hier ihre letzte Heimat. Besonderheit des Parks ist, dass die in ihm lebenden ca. 1500 Agtas ihre Sammler- und Jägerkultur weiter ausüben dürfen. Daher unterstützt der FPCN die Bemühungen, den Parks zu erhalten. Im weiteren finden Sie mögliche Aktivitäten für den Schutz der Natur und den Besuch der Agta Negritos sowie Anreiseinformationen.

Man findet reichlich Informationen über den Park im Netz.
Bedrohungen:
Mienenbetreiber bewerben sich um 90% der Parkfläche, um Kupfer, Gold, Chrom, Nickel und Uran abzubauen. Sie üben starken Druck auf die Regierung aus, die natürlich Geld braucht, um sich die Wählergunst zu erhalten. Legale und illegale Holzfäller lichten die Wälder. Der Fischreichtum lockt illegale Fischer, auch Dynamit- und Giftfischer. Die Zuwanderung von brandrodenden Farmern, Fischern und Jägern scheint nicht kontrollierbar. Korruption bei den mit dem Schutz beauftragten Behörden hat in anderen Parks bereits zum Verlust der Wälder geführt.

Aktivitäten:
Engagierte Besucher können nicht nur eines der schönsten und best erhaltenen Biotope des Landes genießen, sondern auch zu dessen Schutz beitragen. Es fehlt an unabhängigen Beobachtern, die Informationen über Verstöße an Behörden weiterleiten. Internationale Präsenz und Interesse steigert die Motivation der zum Schutz beauftragten Beamten. Korrupte Außenstellen können an höhere Stelle weitergemeldet werden, bis hin zur Gouverneurin der Provinz Isabella, die ihre Kooperation mit FPCN Germany angeboten hat.
Die an der Küste lebenden Agtas setzen sich für den Erhalt ihres Lebensraumes ein. Sie leiden aber unter den unangenehmen Nebenwirkungen, die es mit sich bringt, seine Nachbarn anzuzeigen. Unabhängige, internationale Beobachter verunsichern stark illegale Strukturen, die sich durch ihr lokales Beziehungsnetzwerk in Sicherheit wiegen. Interesse an ihrer Kultur kann das angeschlagene Selbstbewußtsein der Agtas stärken. Motivation des Besuches sollte sein, die Agtas in ihrem Überlebenskampf zu unterstützen.

Anreise:
Cyclone Airways fliegt nur bei (selten) geeigneten Wetterverhältnissen und nach Bedarf von Canayan nach Palanan, dem größten Ort innerhalb des Parks. Etwas zuverlässiger und weit günstiger sind die 2 Linienboote (Melody + Lovely Grace), Wöchentlich von Dilasag zu Palanans Hafen Culasi. Man kann auch das lokalpolitisch engagierte australisch / philippinische Paar besuchen, das ein Beach Resort in Dinapigi aufbaut. Ca. 1 km weiter nördlich liegen kleine, private Boote am Strand neben der Rollbahn, die von kleinen Siedlungen an der Küste des Parks zum Einkaufen kommen, und dort hin wieder zurückkehren.

Besuch der Agtas
In Palanan befindet sich das Agtaviertel Dibunco und gelegentlich auch eine kleine Siedlung am Strand von Culasi. Für Ausflüge von Palanan an die Südliche Küste des Parks empfiehlt es sich, zum Fischerdorf Didadungan zu laufen ( 2-3 h). Ca. 2 km südlich, noch am selben Strand befindet sich das solide Agtadorf White Beach. Dessen Capitan (Chef) Melecio Salazar organisierte schon ausgedehnte Exkursionen zu Wasser und zu Land. Er stellte seinen Sohn Moleng als Führer zur Verfügung ( 150 P/ Tag). Das Dorf besaß 2005 noch ein eigenes, motorisiertes Boot. Englisch sprechende Agtas sind kaum zu finden, mit einem kleinem Wortschatz an Tagalog kommt man aber gut voran. Es ist dringend davon abzuraten, mit lokalen Philippinischen Führern die von ihnen wenig respektierten Agtas aufzusuchen. Es ist z.B. zu befürchten, das diese später, trotz gegenteiliger Versprechen, bei den Agtas Kommissionen eintreiben. In den von uns beobachteten Kontakten zu Philippinos verlaufen diese meist zu Ungunsten der Agtas.

Adressen:
Palanan:
Alma Gonzales (Conservation International) betreibt einen kleinen Laden und hat zu Hause viel Informationsmaterial über den Park: IPAS Compound, Centro East, Palanan

Pastor Arnold Alvarez (Christian Mission for the Unreach) (!) hält Kontakt zu den Agtas. Er ist freundlich, erwies sich aber nicht als Vertrauenswürdig.

Isabella:

DENR (Department foe Environment and Natural Resources)  Cenro William Sawella; Assistant Fochslee Mansibang  cell: 0917 820 15 13

DENR Palanan verkauft Genehmigungen zum Besuch des Parks. Günstigste: Tourist, 560 P.

Rathaus Palanan: Im 1. OG hängt eine der brauchbarsten Karten der Region. Bürgermeisterin von Palanan : Natividad Bernardo

Gouverneurin von Isabella:
Governor Mrs Grace M. Padaca, Illagan
Fax 078-622 0955,  cell 0917-6291025
mail: gracempadaca(at)yahoo.com

 

 

UREINWOHNER DER ANDAMANEN GEFÄHRDET

von Ulrich Delius, GfbV, 25. Oktober 2005

Zehn Monate nach der Tsunami-Katastrophe Verfehlte Hilfe gefährdet Ureinwohner der Andamanen-Inseln
Die Ureinwohner der indischen Andamanen- und Nikobaren-Inseln haben zwar die Tsunami-Katastrophe überlebt, doch nun droht ihnen durch verfehlte humanitäre Hilfe die Zerstörung ihrer Kultur. Diesen schweren Vorwurf gegen die indischen Behörden hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zehn Monate nach der Flutkatastrophe am Dienstag erhoben.

„Aus ehemals selbstbewussten Ureinwohner werden Almosenempfänger und Slumbewohner gemacht“, kritisierte der GfbV- Asienreferent Ulrich Delius. „Die Ignoranz der indischen Behörden grenzt an Rassismus.“ Denn vergeblich würden die indigenen Völker seit Monaten um Werkzeuge bitten, um ihre bei der Flut zerstörten traditionell mit Palmwedeln und Bambus bedeckten Holzhäuser wiederaufzubauen. Stattdessen seien sie in Wellblechhütten gepfercht worden, die sich für das Klima nicht eigneten, schlecht gebaut seien und von den Ureinwohnern abgelehnt würden.

Medien in aller Welt hatten nach der Tsunami-Katastrophe über die spektakuläre Rettung der meisten der mehr als 30.000 Ureinwohner der Andamanen und Nikobaren berichtet. Der größte Teil der Urbevölkerung hatte aufgrund seiner Jahrhunderte alten Kenntnis der Natur die drohende Flutwelle vorhergesagt und rechtzeitig im Landesinnern Zuflucht gesucht. Die 572 von Indien verwalteten Inseln waren zum Teil nur 150 Kilometer vom Epizentrum des Seebebens am 26. Dezember 2004 entfernt. Rund 7.500 der 350.000 Bewohner der Inselgruppe starben bei der Naturkatastrophe. Aufgrund der massiven Einwanderung vom indischen Festland stellen die Ureinwohner heute nur noch ein Zehntel der Gesamtbevölkerung des Archipels.

„Himmel und Erde“ werde er in Bewegung setzen, um den Andamanen beim Wiederaufbau zu helfen, hatte Indiens Premierminister Manmohan Singh am 8. Januar 2005 beteuert. Doch die humanitäre Hilfe hat mehr Schaden angerichtet als geholfen. „Es ist ein Skandal“, erklärten
Vertreter des indischen Menschenrechts-Netzwerkes gegenüber der GfbV. Die behelfsmäßigen Wellblechhütten bestünden aus unzureichenden Materialien, hätten gravierende Konstruktionsmängel und seien an der falschen Stelle errichtet worden. In den Hütten sei es glühend heiß, wenn die Sonne scheine. Während des nun andauernden Monsuns dringe der Regen in die Räume und die Menschen müssten im Schlamm leben. Viele der 10.100 neuen Hütten hätten schon jetzt Rost angesetzt.

„Statt den Ureinwohnern die wenigen erbetenen Hilfsgüter zur Verfügung zu stellen und sie ansonsten über ihre Zukunft selbst entscheiden zu lassen, betreiben die indischen Behörden rücksichtslos ihre Assimilierung“, kritisierte Delius. Viele Ureinwohner seien willkürlich umgesiedelt worden. Auf Strukturen ihrer traditionellen Gesellschaft, auf Sitten und Gebräuche würden die Behörden kaum Rücksicht nehmen. Was der Tsunami nicht geschafft hat, besiegeln nun die indischen Behörden: Eine Jahrhunderte alte Kultur droht unterzugehen.“

 

 

AKHA AKTIVISTEN IN NOT

von Steffen Keulig, 14. August 2005

Gerade erreicht uns diese Nachricht von unserer Schwesterorganisation in Thailand „The Akha Heritage Foundation“:http://www.indymedia.org

„We hope to survive in Laos till we get the new visa done; Matthew McDaniel.“ Wir bitten alle Unterstützer unseres FPCN Netzwerkes direkt zu spenden unter:http://www.akha.org

 

 

PROJEKTBERICHT AETA UND AGTA NEGRITOS

von Peter Holzer, 1. Juli 2005

Bericht von Peter Holzer/ Philippinenreise 2005

FdN hat auf Initiative von Peter Holzer jetzt eine offizielle Kooperation mit Edgar Guevarra (GEO Farm) abgeschlossen, die sich insbesondere auf die Aeta vom Pinatubo erstreckt. Ziel ist die Förderung der Ernährungsautarkie sowie die Stärkung des Stammesbewusstseins. Weiterhin unterstützten wir mit 1000 Pesos die „Aeta Development Assosiation“, vertreten durch Mamalyari Soria, damit diese die Konsensverhandlungen zwischen zerstrittenen Aeta Familien weiter voran treibt.

Der Kontakt zur Total Rural Development Kooperative( Gründer Sona Roy), einer nichtchristlichen Organisation, die überwiegend aus Japan unterstützt wird, wurde aufgebaut. TRD versucht, Kleinbauern vor dem „Freien Markt“ zu schützen und das Gebiet um Loob Bunga wieder aufzuforsten. Auf „Gabis Farm“ im Resettlement Center arbeiten zu Hälfte Aeta. Im Aufbau befindet sich eine Landwirtschaftsschule für Aeta, die wieder in die Stammesgebiete am Pinatubo Vulkan zurückkehren wollen. Dieses Projekt unterstützten wir mit 5,500 Pesos, da wir dies als eine Möglichkeit ansehen, die Aeta von der Köhlerei abzuhalten, die ihr Stammesland weiter degradiert. Im Siedlungsgebiet nordwestlich des Pinatubo, in die die Aeta von Loob Bunga zurückkehren wollen, leben Romulo Atanacio und sein Bruder Ben, die um die Anerkennung des Stammeslandes als Ancenstral Domain Claim kämpfen, dass den Aeta laut dem „Endigenous Philippines Right Act“ zusteht. Wir unterstützten die Brüder für ihre Bemühungen mit 1000 Pesos. Die Überlebensbedingungen am Land sind derzeit gut, das letzte Massaker durch das philippinische Militär (in Belbel) liegt Jahre zurück.

In Palanan, an der Ostküste Luzons, nahmen wir Kontakt mit der Gouverneurin von Isabella, Grace M. Padaca auf. Sie gilt als wenig korrupt und ist an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert, um den letzten großen Primärwald des Landes hier zu verteidigen und die Kultur der Agta zu schützen. Auch südlich davon, in White Beach, versuchen der Agta Chef Melecio Salazar u.a. den Ancestral Domain Claim durchzusetzen. Ihr tägliches Einkommen erzielen sie durch Fischfang, Rattan, Kokos und Schwalbennestersuche. Die gesamte Küste in dieser Region ist noch außerordentlich fischreich und der Primärwald reicht bis zum Strand. Werden die Agta nicht vertrieben, haben sie hier ihr Paradies. Eine Verdrängungstendenz ist jedoch leider schon zu bemerken. Selbst an den entlegenen Küstenabschnitten stellen die philippinischen Siedler schon gut die Hälfte der Bevölkerung – Tendenz weiter steigend. Agta, die diese Siedler, die vielmals mit Dynamit oder Gift fischen, anzeigen, werden bedroht. Ein Engagement für den Erhalt dieses Regenwaldes scheint aussichtsreicher als sonst irgendwo im Land!

In Dipuntian, das wir als Lebensraum für einige Agta erworben haben, hatte der seit langem schwerste Taifun gewütet. Doch alle Agta, die auf dem Land wohnen, überlebten, wir unterstützten sie kurzfristig mit Lebensmitteln.
In San Marcellino, nahe dem Pinatubo, vereinbarten wir auch eine Kooperation mit dem National Comitee for Indigenous People (NCIP), vertreten durch Chito B. Balintay.
In Kakilingan halfen wir der Familie Pamiliang beim Felder bestellen und zahlten 5000 Peso für die Reparatur und Entschuldung des 2003 von uns erworbenen Ochsenkarrens. Die Familie hütet seit Jahren ein von uns gekauftes Büffelpaar, das schon ein Jungbüffel zur Welt brachte. Aber leider glauben noch viele Aeta auf ein Einkommen durch Köhlerei angewiesen zu sein. Es gibt also noch viel zu tun!
Wir bitten weiter um finanzielle Unterstützung für unsere Projekte für die Aeta und Agta Negritos.

 

 

JARAWA NEGRITOS/ ANDAMANEN

von Steffen Keulig, 8. Juni 2005

Indiens angestrebte Politik zu den isoliert lebenden und den Kontakt zur Außenwelt ablehnenden Jarawa Negritos auf den Andamanen Inseln im indischen Ozean PDF(englisch)

 

 

AETAS IN DER PROVINZ ZAMBALES

von Martin Pachner, 8. Juni 2005

Besuch der Aetas in der Provinz Zambales, West-Luzon 23-30. Jan. 2005:

Dies ist ein allgemeiner Bericht zur Situation dort. Auf den Philippinen befindet sich ohne Zweifel die größte Gruppe von Negritos rund um den Pinatubo. Deshalb unter anderem sind die Aetas hier auch weniger mit anderen Volksgruppen vermischt. Es gibt noch Ansiedlungen, die nur von Aetas bewohnt werden und auch in größerem Abstand zu anderen Bevölkerungsgruppen liegen.

Auf den Philippinen befindet sich ohne Zweifel die größte Gruppe von Negritos rund um den Pinatubo. Deshalb unter anderem sind die Aetas hier auch weniger mit anderen Volksgruppen vermischt. Es gibt noch Ansiedlungen, die nur von Aetas bewohnt werden und auch in größerem Abstand zu anderen Bevölkerungsgruppen liegen. Die anderen sie umgebenden zivilisierten Volksgruppen, ich nenne sie „Filipinos“, sind nicht nur Tagalogs (Sprecher der Nationalsprache), sondern: Es gibt viele Ilokanos aus dem Norden, die ihre eigene Sprache haben. Dies trägt zur Verwirrung mit den Begriffen für Pflanzen, etc. bei, da sich gleich drei Sprachen Tagalog (Tag.), Ilokano und Aeta treffen. Manche Aetas vor allem die Alten sprechen besser Ilokano als Tagalog, da die Nachbarn Ilokanos sind. Netterweise hat mir meine Freundin eine Tagalog-Sprecherin mit der Übersetzung ausgeholfen. Ich möchte mich an dieser Stelle gleich für ihre präzise Übersetzung bedanken.
Die Aetas gehören zum gewohnten Bild in den Kleinstädten rund um den Pinatubo. Seit dem Pinatubo-Ausbruch gibt es dort faktisch keinen Wald mehr. Die ganze Region ist mit einer dicken Schicht Vulkanasche überzogen. Ein Großteil der Aetas ist wieder in das Gebiet ihrer ursprünglichen nunmehr verwüsteten Heimat zurückgekehrt. In ihrer Heimat rund um den Pinatubo zu leben ist den Aetas anscheinend sehr wichtig. So war auch das Projekt von Hartmut Heller (FPCN, gestorben 2003) nach dem Ausbruch ca. 600 Aetas zurück in die Wildnis in Palawan zu führen leider zum Scheitern verurteilt.
Es gibt jetzt weniger Land-Auseinandersetzungen, da die meisten Filipinos nach der Katastrophe in andere Provinzen abgewandert sind. Nichtsdestotrotz gibt es aber wieder neue Siedler, die von deren Dörfern (Barangays) her nachrücken und auf „interessantes“ Land Druck machen.
Es sind dort verschiedene Entwicklungs-NGOs aktiv, wie z. B. ADA (Aeta Development Association). Dominierend sind aber dort protestantische Missionare der PRESBYTERIAN CHURCH, die sich auch BORN AGAIN nennen und seit ca. 1992 am Pinatubo aktiv sind. Diese Glaubensgemeinschaft hat zwar auch eine philippinische (phil.) Gemeinde, die meisten Missionare kommen aber aus Korea, wo sich auch die größte Gemeinschaft befindet. Innerhalb dieser Organisation gibt es aber auch wieder verschiedene Gruppen, die unabhängig voneinander in dem Gebiet operieren. Die Missionare bilden im
Schnellkurs Aetas als Pastoren aus und bauen in fast jede Aeta-Ansiedlung einfache Kirchen aus Beton. Zur biblischen Ausbildung werden die Aetas dazu in eigene Schulen in den Kleinstädten von Zambales gebracht. Die Aktivität scheint ihren Schwerpunkt im Religiösen zu haben.
Leider versuchen manche Aetas falsche Goldbarren zu verkaufen. Bei diesem national verbreiteten Trick werden dem Opfer zusammen mit einer phantastischen Geschichte („wir sind von Gott gesendet“) Imitationen von Goldbarren angeboten. Sicherlich wurden schon Aetas von geprellten Käufern ermordet. Sogar mir selbst wurde in Itanglew ein Goldbarren angeboten.
Die Aetas sind von sich aus schon sehr auf den Mainstream eingestellt, was man z. B. an ihrer Vorliebe für Reis, anstatt von Rootcrops, erkennen kann. Auf der anderen Seite haben sogar die indoktrinierten Aeta-Pastoren noch ein ungeheueres Wissen über wilde Pflanzen in der Umgebung und können z. B. Pfeil und Bogen bauen. Das Wissen übersteigt immer noch das der ländlichen Filipinos bei weitem. Das sonst nirgends verwendete Brautpreis-System Bandi (Aeta) ist nach wie vor sehr wichtig. Dabei müssen
die Eltern des Bräutigams abgaben an die Eltern der Braut entrichten. Was früher 20 Paare Pfeil und Bogen waren, sind heute Wasserbüffel, Geld, etc..

 

 

MAMANWA – NEGRITOS VON MINDANAO

von Hartmut Heller, vor 2003

Die Ureinwohner von Austral-Asien werden den früheren spanischen Besatzern entsprechend Negritos genannt. Sie sind traditionell nicht-seßhafte Waldbewohner und damit Sammler und Jäger. Drei äußerere Merkmale charakterisiert die Negritos, krause Haare, kleine Körperstatur, dunkle Hautfarbe. Jedes dieser Merkmale für sich gab und gibt unter anderen menschlichen Rassen Anlaß zur Diskriminierung und zur Rechtfertigung, sie zu versklaven, zu verdrängen oder zu ermorden.

Das für alle Negritovölker wichtigste Identitätsmerkmal ist die Kraushaarigkeit. Negritos sind in ihrem gesamten, riesigen Verbreitungsbereich, der vom indischen Subkontinent bis östlich von Australien reicht, durch Sklavenjagden oder einfach durch massenhafte Ermordungen derart dezimiert und in den meisten Fällen vernichtet worden, so daß die heute noch lebenden Negritos marginalisiert und der Weltöffentlichkeit, da es nichts mehr an ihnen zu vermarkten gibt, nahezu unbekannt sind.

Mamanwa sind die letzten der einst überall auf Mindanao verbreiteten Ureinwohnerstämme. Die Mamanwa sind vor wenigen Generationen großenteils von Malayo-Filipinos aus ihrem Stammesgebiet am Mainit-See im nordöstlichen Zipfel von Mindanao in die Berge im Grenzgebiet der heutigen Provinzen Surigao del Norte, Surigao del Sur und Agusan del Norte verdrängt worden. Dort ebenso, wie in ihrem angestammten Gebiet am Mainit-See, war ihre einzige Überlebenschance nur diejenige als Quasi-Sklaven der malayo-philippinischen Manobo. Jede Mamanwafamilie wird als einer Manobofamilie zugeordnet betrachtet. Zwangsvermischungen von Manobomännern und Mamanwamädchen sind an der Tagesordnung. Infolgedessen gibt es heute weit weniger reinrassige Mamanwa als Mischlinge, und dieser Trend zur Vermischung ist derart groß, daß nach hunderttausenden von Jahren Existenz der Mamanwa in wenigen Jahren ein Fortbestand der Mamanua nicht mehr möglich sein wird, es sei denn, die reinrassigen Mamanwa erhalten unter internationalem Druck ein Schutzgebiet um ihrer Forderung entsprechend und, anders als in einem Zoo, wie bösartige Menschen dies zu bezeichnen pflegen, unter Identitätsbewußtsein als Mamanwa weiterleben zu können.

Niemand außer FdN (Freunde der Naturvölker) scheint diese Forderung der Mamanwa ernst zu nehmen. Wie alle etablierten Organisationen weltweit, die sich als Hilfsorganisationen, so hat auch die Gesellschaft für bedrohte Völker, größte und von Kirche und Regierung geförderte sogenannte Menschenrechtsorganisation im deutschsprachigen Bereich, sich niemals um die äußerst bedrohten Mamanwa gekümmert, sondern lediglich um die nicht unmittelbar bedrohten Unterdrücker der Mamanwa, die Lumad, zu denen die Manobo zählen. Für das Philippinenbüro ist es nur ein Ärgernis, sich mit Negritos befassen zu müssen. In der Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde trotz mehrfacher Schutzbestimmungen und damit gesetzwidrig, aber auch menschenrechtswidrig, der noch weitgehend intakte Bergwald, dem letzten Rückzugsgebiet der wenigen hundert existierenden reinrassigen Mamanwa, zur Rodung durch mächtige Holzkonzerne freigegeben.

 

 

DIPUNTIAN-ZUFLUCHT FÜR AGTA

von Hartmut Heller, April 2001

Dipuntian wird von der Organisation Freunde der Naturvölker e.V. (FdN) als Zentrum für die Agta und gegen die Waldvernichtung aufgebaut.

Dipuntian ist
– Zufluchtsort für vertriebene Agta, die Ureinwohner,
– Zentrum für die Agta zur Pflege ihrer Kultur,
-striktes Naturreservat auf 80% des Geländes,
– Zentrum für den Widerstand gegen kommerzielles (legales und illegales) Holzfällen in der Region,
– Begegnungsstätte für engagierte und interessierte Europäer, die die
Jäger-und-Sammler-Kultur der Agta kennenlernen und sich am Schutz
ihres Regenwaldes beteiligen wollen. Willkommen in Dipuntian

Wir Freunde der Naturvölker haben mit Spendengeldern in Dipuntian nahe
Casiguran an der Nordostküste der philippinischen Hauptinsel Luzon ein
wunderschönes Grundstück erworben.

Das Gelände dient folgenden Zwecken:

1. Zufluchtsort für vertriebene Agta, die Ureinwohner,

2. Zentrum für die Agta zur Pflege ihrer Kultur,

3. striktes Naturreservat auf 80% des Geländes,

4. Zentrum für den Widerstand gegen kommerzielles (legales und
illegales) Holzfällen in der Region,

5. Begegnungsstätte für engagierte und interessierte Europäer, die die
Jäger-und-Sammler-Kultur der Agta kennenlernen und sich am Schutz
ihres Regenwaldes beteiligen wollen.

Das Land ist 10 Hektar groß, ist zu über 80% bewaldet, hat einen 90 m
hohen Hügel, einen 300 m langen Strand zur Casiguranbucht hin, einen
ausgedehnten Mangrovenwald und ein schönes Flußufer, das zum Baden,
auch nackend, einlädt.
Auf dem Gelände sind Affen zu sehen und Wildhühner zu hören.
Auffallend sind die Reiher und die türkisgrünen Eisvögel. Warane und
Schildkröten leben im Sumpfwald Es gibt noch vieles zu entdecken.
Das Gelände bietet vielerlei zum Essen. Es gibt viele Kokospalmen,
Fische und Tintenfische in Strandnähe, Krabben im Fluß, eßbare
Farnspitzen und anderes leckeres Gemüse. Die bereits bestehende kleine
Baumschule wird täglich größer.
Wir haben ein kleines motorgetriebens Auslegerboot zur Versorgung.
Casiguran liegt eine halbe Stunde Bootsfahrt entfernt, der Weg führt
teilweise durch schöne Mangrovenwälder.
Bisher sind sieben Agtafamilien auf das Gelände gezogen. Damit leben
bereits über 30 Agta dort. Sie leben in sieben Hütten, die sie auf
dem Gelände errichtet haben. Weitere Hütten sind im entstehen, denn es
wollen noch viele Agta kommen. Alle Hütten werden in Strandnähe
errichtet, wo es auch eine sehr schöne und klare Wasserquelle gibt.
Auch ein großes Gemeinschaftshaus ist bereits vollendet. Zum Bau
verwenden wir lokales Material, wie Bambus, Kokospalmholz, kleine
Rundhölzer und Nippapalmwedel zur Dachbedeckung. Größere
Tropenwaldbäume werden nicht verwendet. Sie bauen dort z.Zt. ebenfalls
ihre Hütten. Agta sind die negritoiden Ureinwohner. Weiteres über Agta
u.a. in den entsprechenden Mitteilungen dieses Forums oder unter:
Wir sind gegenwärtig auch dabei, Aeta, ebenfalls negritoide
Ureinwohner, vom Pinatubobergland auf das Land zu holen. Einer der
beiden Aeta, die wir vor 2 Wochen dorthin gebracht hatten, ist dort
geblieben, der andere holt gegenwärtig „Verstärkung“.
Erhebliche Arbeit setzen wir daran, zusammen mit unseren Agtafreunden
das legale und auch das illegale Holzfällen für kommerzielle Zwecke in
der näheren und ferneren Umgebung des Geländes zu stoppen. Wir haben
schon erhebliche Erfolge zu verzeichnen, über die wir berichtet haben.
Jeder, der mithelfen will, ist herzlich willkommen.