Informationen über Naturvölker in Afrika

 

TANSANIA: HADZABE – MINISTER BEKRÄFTIGT LANDRECHTE!

von FdN, 31.12.2016

am 22. Dezember fand ein überaus bemerkenswertes Meeting in Sachen Landrechte für die Hadzabe statt, wie uns Daudi informierte. Nachstehend Auszüge des Berichts von Chris Schmeling:

„Ich bin gerade von einem ganz besonderen Erlebnis mit dem ehrenhaften Minister William Lukuvi zurückgekehrt, der zuständig für die Übergabe der Titel und CCROs an die Dörfer der Hadza und Datoga ist. Hier ist ein sehr kurze Re-Cap von dem, was er sagte:

  • Normalerweise kommt er nicht für die Übergabe von Landtiteln und CCROs für die Dörfer her, aber er beschloss, aus zwei Gründen heute anwesend zu sein: seinen Respekt und seine Dankbarkeit für die erstaunliche Arbeit von UCRT zu zeigen. Und anwesend zu sein, wenn spezielle Leute wie der Hadza ihre Landrechte erhielten.
  • Er betonte, dass seine größte Sorge momentan die Hadza sind, denn es geht um ihr Überleben und die Feststellung, dass ihr Land (die Voraussetzung hat), wo sich die Wildnis-Situation erholen könnte, so dass sie ihre geliebten Paviane etc. wieder jagen könnten. Damit haben die Wildlife (Tierwelt) Korridore eine besondere Bedeutung.
  • Wenn er in ein paar Jahren zurückkommt, wolle er nicht hören, dass gar ein Hektar Land der Hadzas gestört worden sei. Er stellte die Barabaig heraus und nannte sie kluge Leute, die gern in das Land der Anderen eindringen und warnte sie davor, da sie ihr eigenes Gebiet hätten und daran festhalten sollten.
  • Er verwarnte die Bezirksbeamten, um die Einhaltung aller Landrechte sicherzustellen. Bei der Übergabe der Dokumente an den Q’angdend Hadza beklagten diese sich öffentlich, daß schon einige Leute eingedrungen seien. Er bestellte die DED, um sofort und öffentlich zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Eindringlinge vertrieben wurden.
  • Am Ende der Rede lobte er nochmals UCRT für ihre hervorragende Arbeit und Unterstützung und ermutigte UCRT, ihre wichtige Arbeit fortzusetzen, damit die Hadza in anderen Gebieten / Distrikten Landtitel erhalten.“

 Q`angdend Hadza erhalten ihre Dokumente

Bernd Wegener

 

TANSANIA: HADZABE – FORTSCHRITTE IN DER LANDSICHERUNG

von  FdN, 01.08.2016

Arbeitskarte 2016 Wie Sie auf der Karte zu sehen, gibt es 12 CCROS (die gelben und Grünflächen ) in 5 Dörfern, die innerhalb der nächsten zwei Monate abgeschlossen sein sollten.

Zusätzlich für 2016 geht die Arbeit für die Dorf Land-Zertifikate weiter: Grenzerhebungen und Landnutzungsplanung in den Bereichen, rot markiert. Es ist eine Menge Arbeit, so dass es unwahrscheinlich ist, dass die CCROS für diese Bereiche im Jahr 2016 erreicht werden. Das wird die Arbeit für 2017 sein. best wishes, DAUDI

 

 

UGANDA: DIE BATWA – ZUM BETTELN VERURTEILT!

von  FdN, 19.01.2015

Sendezeit: 19. Januar 2015, 09:52 Uhr / Autor: Boueke, Andreas

Programm: Deutschlandfunk, Sendung: Tag für Tag, Länge: 06:05 Minuten

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2015/01/19/dlf_20150119_0952_907d20e9.mp3

 

 

TANSANIA: ILLEGALE HAZABE-LANDBESETZUNG BEENDET

Von FdN, 05. April 2014

Endlich eine gute Nachricht, die wir am 27.03.2014 vom Dorobe Fonds erhielten. Die 312 illegalen Migrantenfamilien und ihre Tiere sind aus dem Yaeda Tal, in dem sie sich niedergelassen hatten, ausgewiesen.

Bernd Wegener

 

 

SÜDAFRIKA: 312 JAHRE VÖLKERMORD AM VOLK DER SAN   

Montag, 03.03.2014

Von ECOTERRA Intl., deutsche Übersetzung: FdN

Einladung:
Genozid Gedenken 1702-1869-2014
am 20. März 2014 im ARTC Genocide Memorial Center in Nieu Bethesda, Südafrika

xam Association of South Africa

Der Große KAROO Völkermord 1702-2014 gegen die San
Tötung SanWir werden die 312 Jahre des Völkermordes gegen die San Menschen, der seit 1702 bis 1869 tobte und bis heute 2014 andauert, gedenken und anprangern. Jeder ehrliche Historiker und Beobachter weiß, wer die San waren und sie ermordete im südlichen Afrika, vor allem im heutigen Südafrika, Botswana und Namibia – alle ursprünglich Land der Buschmänner, vom Volk der San, Ureinwohner First Nation von Afrika …
Während dieses kontinuierlichen Völkermord gegen die San war am schlimmsten das Massaker von 1774, das bis heute anhält und immer noch im Verborgenen geschieht.

Diese Massaker und Amokläufe gegen das San Volk sollen nicht länger im Verborgenen bleiben am Kap, denn dort begann es und wir müssen alles tun, damit es nie wieder passiert.

Lesen Sie den vollständigen Artikel (PDF 0,315 MB): 312 Jahre Völkermord an den San

BILD: Der unerklärte Krieg der Buren gegen die San und Khoi-Khoin an der „Brennenden Grenze“ (Dieter Neffe: Kämpfe im Süden Afrikas 1652 bis 1980, Militärverlag der DDR)

Bernd Wegener

 

 

TANSANIA: ILLEGALE BESETZUNG VON HADZABE-LAND

Dienstag, 14.01.2014

Von FdN / ECOTERRA Intl.

Ende 2011 konnte stolz verkündet werden, dass die tansanische Regierung zum ersten Mal in der Geschichte des Landes einer ethnischen Minderheit Landrechte für einen Teil ihres Stammeslandes übereignet hatte. An der Weiterführung der Landrechte – die von FdN unterstützt werden – wird gearbeitet. Doch es gibt keinen Frieden, wie FdN durch unsere Partnerorganisation ECOTERRA Intl. am 25.012.2013 erfuhr!

Bäuerliche Invasoren – vermutlich WaSukuma, WaIraq ( WaMbulu ) und andere ethnische Gruppen – haben einen natürlichen Wald, der seit Jahrtausenden die Heimat der indigenen Ureinwohner vom Volk der Hadzabe ist besetzt. Konkret handelt es sich um das Gebiet Kipamba–Munguli (Singida Region). Die Besatzer sammeln gar Geld ein, um Behördenvertreter  zu bestechen. Korruption ist weit verbreitet in Tansania laut Transparency International.

Für den Mkalama District Commissioner (DC) Edward ole Lenga ist es eine illegale Migration. Die Eindringlinge, sagte er, besetzen einen geschützten Wald, von dem ein Teil offiziell zurückgegeben wurde an die ursprünglichen Besitzer – die WaTindiga Menschen (die Hadzabe). Er  informierte, dass sein Büro Informationen hat, dass die illegalen Eindringlinge 50.000 TSh sammeln von jedem einzelnen, um gegen den Räumungsbefehl zu kämpfen. Der DC beriet die Eindringlinge, freiwillig den geschützten Wald zu räumen. Er sagte, dass ihre Bemühungen um Hilfe bei höheren Behörden ohne Erfolg bleibt. Die Regierung werde nicht dulden, und zusehen wie die Eindringlinge Bäume fällen und den Wald abbrennen, um Flächen für Landwirtschaft und Viehzucht zu schaffen. Er fügte hinzu, dass Eindringlinge, die sich weigern, den Wald zu verlassen, festgenommen und ausgewiesen werden.

Der Kipamba-Munguli Wald, der sich 120 Kilometer nordöstlich von der Gemeinde Singida befindet, ist wichtiger Lebensraum der Hadzabe. Die Hadzabe leben von Sammel- und Jagdwirtschaft (wilde Früchte, Knollen, Blätter, Honig und Fleisch). Die Hadzabe mussten zunehmend Nahrungsmittelknappheit aufgrund illegaler Waldzerstörungen und vor allem der Abholzung der Baobab-Bäume durch illegale Eindringlinge erleben. Diese haben bereits große Flächen des Waldes illegal mit der Absicht, Farmen, incl. Weideland zu schaffen und Häuser zu bauen vernichtet. Die Hadzabe, die auch abwertend im Sprachgebrauch von Historikern als Buschmänner bekannt sind, sind von Natur aus friedlich und können feindlichen Invasoren nichts entgegensetzen. Die Bevölkerung der gefährdeten Hadzabe liegt bei weniger als 5.000 Personen. Neben Kipamba-Munguli leben die Hadazabe im Remote-Yaeda Tal seit fast 100.000 Jahren und verlassen sich auf die Affenbrotbäume, sowohl als Nahrung, als auch Schutz. Einige Historiker betrachten sie als eine der letzten Jäger und Sammler-Gesellschaften in Afrika, die ihre Lebensweise unverändert seit Jahrtausenden beibehielt. Die Hadzabe, die auch als Tindiga bekannt sind, besitzen eine spannende “ Klicklaut“-Sprache sowie faszinierende Jagdfähigkeiten mit Pfeil und Bogen.

Zur Situation informierte uns Daudi / Dorobo Fonds (07.01.2014): Die Bezirks Regierung mit Unterstützung der Hadzabe begann die Räumung der illegalen Einwanderer. Dies wird fortgesetzt, denn es gab mehr als 70 Großfamilien, die illegal auf den Kipamba Hadza Land eingedrungen waren. Sobald die Räumung abgeschlossen ist (was wir innerhalb des Monats erwarten) wird über UCRT die Landvermessung vorgenommen, um der Gemeinschaft zu einem Gewohnheitsrecht der Belegung ( Landtitel ) zu verhelfen.

FdN unterstützt das Landprojekt zu Gunsten der Hadzabe. Helfen auch Sie bitte (nähere Infos: s. Projekte Afrika)!

Bernd Wegener

 

 

TANSANIA: WEITERFÜHRUNG LANDRECHTE FÜR HADZABE

Dienstag, 31. Dezember 2013
von FdN / Dorobo Fonds

WellblechFoto FdN

2011 übergab Tansanias Regierung Landrechte an die Hadzabe. Es war das erste Mal, dass überhaupt einer ethnischen Minderheit, und im konkreten Fall, einem Wildbeutervolk (= Jäger und Sammler) überreicht wurde. Dieses fußt mit auf dem Wirken vom Dorobo Fonds, umgesetzt wird es über UCRT (The Ujamaa Community Resource Trust).

Stand 11/2013 – Prioritäten, die vor Ablauf des Jahres durchgeführt werden:

1) Vervollständigen der Landnutzungspläne (LUP) für vier Dörfer im Yaeda Valley – Domanga, Mongo wa Mono, Eskesh und Yaeda Chini . Diese LUP sind eine neue Anforderung auf nationaler Ebene, die eine Voraussetzung für die Gemeinden sind, die gesetzliche Landrechte erhalten. Diese vier neuen und überarbeiteten LUP sind in der Endphase der Zulassung – Dorf, Bezirk und schließlich National.

2) Kontinuierlich ist mit den Gemeinden im Mangola Gebiet weiter zu arbeiten, um den Erwerb von Land für den Hadza in diesem Bereich abzuschließen. Die Kommunalpolitik ist sehr schwierig gewesen in diesem Jahr, so dass wir nicht so viel, wie wir gehofft hatten, erreichen konnten. Wir sind jedoch weiterhin engagiert und mobilisiert, und ich denke, es gibt eine realistische Chance, dass wir Flächen im nächsten Jahr hinzugewinnen.

3) Die Kipamba Hadza sind bei der Abgrenzung ihres Landes zu unterstützen. Dies kann zum Tragen kommen, in diesem Jahr, wenn wir genug Budget für die Umsetzung haben.

Daudi

FdN unterstützt das Landrechte-Projekt, denn ohne Landrechte kann die Wildbeuterkultur der Hadzabe nicht überleben!Helfen Sie Bitte! Siehe auf dieser Webseite unter: Projekte / Afrika

 

 

MALI: FDN AKTIVIST IN GEFAHR WÄHREND SOLDATEN PUTSCHEN

Donnerstag, 22. März 2012
von fPcN/FdN

Meuternde Soldaten haben nach eigenen Angaben die Regierung im westafrikanischen Mali gestürzt. Zuvor hatten die putschenden Soldaten den Präsidentenpalast sowie die Radio- und Fernsehgebäude in Bamako attackiert und unter ihre Kontrolle gebracht. Günter Hermeyer, Uranexperte von FdN/fPcN, ist als Teilnehmer an der Konferenz (16. – 18. März 2012) der internationalen Ärztevereinigung IPPNW gegen den Abbau von Uran in Bamako vor Ort.

Günter via SMS: „In der Stadt gibt es Schüsse, die Armee will mehr Waffen für den Kampf im Norden. Ab 18 Uhr ist Ausgangssperre..“

Konferenz-Inhalt: In den vergangenen Jahren haben sich Uranfirmen verstärkt Afrika zugewendet, um Uran zu finden und abzubauen. Auch Mali ist davon betroffen. Die Menschen vor Ort, NGOs und Regierungen sind über Methoden und Folgen des Uranbergbaus nicht umfassend informiert.

Uran dient als Brennstoff für Atomkraftwerke – beunruhigend angesichts der Katastrophe von Fukushima; und es dient als Rohstoff für Atomwaffen, deren Begrenzung bzw. Abschaffung weltweit gefordert wird. Uranbergbau hat massive Auswirkungen auf viele Lebensbereiche – auf Gesundheit, auf die natürliche Umwelt und die traditionelle Lebensweise, auf das Land als Existenzgrundlage.

FdN/fPcN: Günters ursprünglicher Plan war es wiederholt in die Falea Region zu reisen, um die dort noch traditionell lebenden Völker zu besuchen und über die verheerenden Auswirkungen des Uranabbaus aufzuklären.

 

TANSANIA: HADZABE BEKOMMEN ENDLICH LANDTITEL

11. November 2011, von FdN/fPcN
Frau+2KinderFoto: FdN

Den Hadzabe wurden in einem historischen Ereignis offizielle Landrechte verliehen. Dies ist das erste Mal in der Geschichte des Landes, dass die Regierung ein Zertifikat des Landrechts an einen Minderheitenvolk ausgestellt hat. Unter anderem gewährt die traditionelle Rechtsurkunde des Landbesitzes ihrem Besitzer Sicherheit. Viele Hadzabe leben noch als Jäger und Sammler, graben nach Pfeilwurz und Wurzelknollen. Und sie sind stolz auf ihre Traditionen, trotz des Druckes der sie umgebenden, „zivilisierten“ Gemeinden. Nach Angaben von Mahia Matulu Makala aus Domanga, starteten die Bemühungen, sie zu „zivilisieren“, bereits im Jahr 1964, als die Regierung versuchte, sie aus dem Gebiet zu vertreiben, in dem sie lebten. Er sagt: „Die Hadzabe haben Ihre Art zu leben beibehalten, weil es das ist was wir kennen und gewohnt sind. Wenn Ihr uns einen anderen Lebensstil aufzwingt, werden wir nicht überleben.“

FdN unterstützt den Prozess der Landrechte und bittet um Spenden: Näheres dazu unter Projekte.

 

 

DR KONGO: BETA VERSION FÜR PYGMÄEN-WEBSEITE ONLINE

Donnerstag, 18.02.2010
von FdN

Seit 2007 arbeitet FdN auch mit den Pygmäen in der DR Kongo zusammen. Dort ist die Heimat der BaTwa und Bambuti Pygmäen, die durch Diskrimminierung und Stammeslandverlust kurz vor ihrer kulturellen Auslöschung stehen. OSAPY, eine der wichtigsten Pygmäenorganisationen in der DR Kongo, ist unserem fPcN Netzwerk für die Bewahrung der kulturellen Vielfalt beigetreten. Als eine erste von uns finanzierten Maßnahmen ist nun eine Beta Version ihrer Internetpräsenz online gegangen. Diese soll den Pygmäen erstmals ermöglichen ihre Themen selbst im Internet zu publizieren.

www.batwa.org

Langfristig sind weitere Maßnahmen für den Erhalt der Pygmäen Kultur geplant. So war ein FdN Team im Dezember 2009 bis Januar 2010 bei den BaTwa in der Nähe des Kahuzi Biéga NP unterwegs. Der Situationsbericht wird in Kürze veröffentlicht.

 

 

KENIA: OGIEK MACHEN GEGEN IHRE MÖGLICHE VERTREIBUNG MOBIL

von FdN, 4. Februar 2010

Mitglieder von FdN haben im Dezember 2009 und Januar 2010 die Ogiek im Mau Wald besucht und wiederholt Hilfestellung gegeben. Bei den Ogiek geht es in diesen Tagen um Alles oder Nichts und sie brauchen dringend Unterstützung um ihren Lebensraum aber auch um sich selbst und ihre Kultur erhalten zu können. Hintergrund der besorgten Mienen auf den Gesichtern der Ogiek ist eine groß angelegte Offensive der kenianischen Regierung den Mau Wald in seinem letzten Bestand zu retten. Eigentlich alles im Sinne der Ogiek, denn ihnen geht es schon seit vielen Jahrzehnten darum den Wald, der ja ihr Lebensraum und ihre Heimat ist, vor illegalem Holzeinschlag, Verwüstung der Bergtäler und vor ungenehmigten Siedlungen eindringender Gruppen anderer Völker Kenias zu schützen. Nun aber ist zu befürchten, dass mit der neuen Naturschutz-Initiative die Ogiek gleich mit entsorgt werden und der bewaldete Höhenzug des Mau Gebietes mit seinen wichtigen Wasserquellen in ein Gebiet einer Totalschutzzone ohne Menschen umgewandelt wird.

ImageDas Jäger- und Sammlervolk der Ogiek lebt seit undenklichen Zeiten im Mau Wald, der sich 150 bis 250 km nordwestlich der Hauptstadt Nairobi erstreckt. Das Waldgebiet zählt zu Kenias bedeutendsten Wasserreservoir, aus ihm speisen sich u.a. die Flüsse Sondu, Njoro und Mara. Letzterer ist die Lebensader für die Massai Mara, berühmt durch ihren sagenhaften Tierreichtum. Aufgrund der legalen und illegalen Besiedlung des Mau Waldes durch zig Tausende Bantus in den letzten Jahrzehnten, der Umwandlung riesiger Waldgebiete in Weide- und Ackerland trocknen nun immer mehr Flüsse aus, wird das Wasser knapp in Kenia. Diese Bedrohung führte im November 2009 dazu, dass Kenias Regierung begann, die Menschen zwangsweise umzusiedeln. Das ist bei der Bevölkerung äußerst umstritten und schürt Konflikte. Umstritten ist bislang auch, wie mit den Ogiek zu verfahren ist. Noch dürfen sie bleiben. Als Indigenes Volk besitzen sie Rechte auf ihr Land, die durch internationale UN Abkommen eigentlich gesichert sind.

Das makabere an der Situation ist, dass im Mau Wald zeitgleich mit offiziellen Holzkonzessionen durch die Firma Timsales Kahlschlag betrieben wird. Timsales gehört zu Teilen der in Kenia hoch angesehenen Familie Kenyatta. Jomo Kenyatta war Kenias erster Präsident nach der Unabhängigkeit. Seitdem verbindet sich mit dem Namen auch Macht und Einfluss. Wie mächtig die Familie ist, wurde am 15. Januar 2010 klar. An diesem Tag pflanzte der Ministerpräsident Raila Odinga im Kiptunga Gebiet unter dem Motto „Save the Mau“ Bäume. Keine zehn Kilometer davon befinden sich die Kahlschlaggebiete von Timsales. Wie sonst üblich, waren an diesem Tag keine Baumstämme an den Pisten zu sehen. Die hatte man für das Medienereignis vorsorglich abtransportiert. Timesales warb während dieser Pflanzaktion mit einem Informationsstand für seine Holzprodukte. Hinzu kommen die Interessen der kenianischen Wasserkartelle und die mit ihnen einher gehende Politik der Wasserprivatisierung. Mit der Vertreibung der heimischen Bevölkerung aus dem Mau Wald wäre der Weg frei für diesbezügliche Verhandlungen mit dem einzig verbliebenen Partner, nämlich mit der staatlichen Forstbehörde. Und, staatliche Institutionen in Kenia sind bekannt für ihre Korruption.

Premierminister Raila Odinga scheint bislang als Einziger die Rechte der Ogiek anzuerkennen und hebt sich damit positiv von vielen seiner Kabinetts-Kollegen ab, die oft selbst in das weit verbreitete „land-grabbing“ also die illegale Inbesitznahme von Land vergangener Regierungsperioden persönlich involviert sind. Eine Sonderkommission der Regierung hat dies bereits detailliert festgehalten, aber die rechtliche Säuberung konnte aufgrund der politischen Komplikationen gerade in der letzten, politisch turbulenten Zeit noch nicht umgesetzt werden. Dies sollte mit der Einsetzung einer speziellen „task-force“, die den gesamten Komplex behandelte und zukunftsweisende Empfehlungen erarbeitete, anders werden. Aber kaum hatte diese Gruppe von Fachleuten aus Ministerien, der Privatwirtschaft und von Nichtregierungsorganisationen ihre Arbeit aufgenommen, machte sich die starke Hand mancher Politiker wieder bemerkbar, die schon in der Vergangenheit zu oft und zu tief in die Taschen der anderen gegriffen hat.

ImageSo sind auch die Ogiek selbst noch untereinander zerstritten, weil Teile ihrer Volksgemeinschaft eben mit den Mächtigen des Landes paktiert hatten und wie so oft für die Zwecke der Land-Barone missbraucht wurden. Daher wurde jetzt eine neue Initiative vorangetrieben, die darauf abzielt, den Ogiek zu helfen sich untereinander zu einigen und gemeinsam als starker Partner in der Erhaltungspolitik um den Mau Forest mitzuhelfen ohne dabei ihre Landrechte aufzugeben. Die Ogiek sind derzeit dabei sich zu konsolidieren und aus ausgewählten Ältesten einen Ogiek Supreme Council zu bilden. Dieser hat das Ziel, die Interessen der Ogiek zu wahren.

Die Freunde der Naturvölker e.V. (FdN) stehen den Ogiek zusammen mit Ecoterra Itl. in dieser Phase der Konsolidierung und der Verteidigung ihrer Rechte bei. Leider kostet das auch Geld, denn es müssen Ältesten-Beratungen stattfinden, die Teilnahme an den Regierungskommissionen gesichert und eigene Workshops organisiert werden. Es müssen Wald-Experten, Ökologen und Juristen eingesetzt und Vorlagen erarbeitet werden, die das langfristige Ziel einer vollständigen Erhaltung und Wiederaufforstung des Mau Waldes unter gleichzeitiger Erhaltung des Lebensraumes für die Ogiek nachhaltig umsetzen lassen.

 

 

UGANDA: FILM LAND OF THORNS JETZT IM MEDIENBEREICH VERÖFFENTLICHT

von FdN, 6. Dezember 2009

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass der unter Federführung von FdN und der französischen NGO ACTED entstandene Dokumentarfilm „Land of Thorns – Überlebenskampf in Karamoja“ nun in unserem Medienbereich unter Filme für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Der Film wurde bereits bei der Biennale de l’Environnement in Paris 2008 und 2009 beim NAIFF Filmfestival nominiert. Der Film „Land of Thorns“ begibt sich auf die Spuren einer bisher in der Weltöffentlichkeit kaum beachteten Krisenregion in Uganda. Karamoja ist die Heimat verschiedener, halbnomadisch lebender Karamojong Stämme, die nur selten mit der Außenwelt in Berührung kommen und vom Rest des Landes als äußerst rückständig gebrandmarkt werden. Viehraub, Hunger und Militäroperationen prägen den Alltag der Karamojong; viele verloren ihr Leben, unzählige flüchteten. Waffenhandel, Umweltzerstörung und Klimawandel verschärfen die Situation.

Militär: „Dann lauern wir ihnen auf und erledigen sie. Wenn wir sie kriegen, verschonen wir niemanden.“
Augenzeuge: „Das Militär hat begonnen jeden zu töten. Sie machen keinen Unterschied.“

ImageO-Töne, die nur annähernd die Situation in dieser von der Welt vergessenen Erdregion wider zu spiegeln vermögen. „Die Zeit“ titelte 1980: „In Karamoja gibt es keine Babys mehr. Auch keine Kleinkinder, keine Grossmütter, keine Großväter. Wer schwach war, ist tot in Karamoja: die Jungen, die Alten, viele Frauen. Elend verreckt sind sie. Ihre ausgemergelten Körper verwesen am Straßenrand. Geier haben sich über sie hergemacht, hocken sogar neben Sterbenden und warten auf den Fraß.“

“UN” berichtete 2007: „Ein Mitarbeiter des UN World Food Programme (WFP) ist in Uganda durch einen Angriff auf einen WFP-Transport zu Tode gekommen, wie die UN-Organisation heute mitteilte. Die größte humanitäre Organisation der Welt musste daraufhin ihre Operation in der Region aussetzen, wo WFP eine halbe Million Menschen mit Nahrungsmittelhilfe versorgt, die von der Dürre betroffen sind.“

 

 

TANSANIA: VERTRIEBENE MASSAI BRAUCHEN UNTERSTÜTZUNG (PROTEST)

von FdN, 12. Oktober 2009

Der 04.07.2009 war ein harter Schlag für die einheimische Massaibevölkerung Loliondos im nördlichen Tansania. Acht Dörfer wurden unter Einsatz lokaler Bereitschaftspolizei niedergebrannt und die dort lebenden Menschen gewaltsam und ohne jegliche Vorwarnung vertrieben. “Wir hatten keine Zeit Kleidung oder Geld aus unseren Hütten zu holen und einige unserer Kinder sind in den Busch gerannt und verschwunden”, lautet der verzweifelte  Bericht eines Opfers. Andere erzählen von mehrfacher Vergewaltigung und Folter. Insgesamt verloren etwa 3000 Menschen ihre Existenz und jeglichen Zugang zu Wasser und anderen Versorgungsmöglichkeiten.

Einen Protestbrief finden Sie am Ende des Berichts!

Grund dieser Massenvertreibungen ist die Erschließung eines Luxusjagdgebiets des privaten Investors OBC (Ortello Business Corporation) mit Firmensitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Gebiet (Loliondo Game Controlled Area) umfasst ein 4000 km² großes Areal, welches im Westen an den Serengeti-Nationalpark und im Norden an die  Massai Mara Game Reserve grenzt. Versorgt durch Wild aus dem anliegenden Nationalpark, erweist sich dieses Gebiet als besonders anziehend für reiche Trophäenjäger aus der ganzen Welt. Gleichzeitig benutzen traditionell lebende Massaivölker das Land als Weidegebiet für Ziegen und Rinder. Laut Mr Wawa Lali (District Commissioner) entstünden dadurch schwerwiegende Probleme für die hiesige Flora und Fauna, da die Massai Holz roden würden, um das Land für ihr Vieh zugänglich zu machen. Das umstrittene Gebiet stelle schließlich ein vitales Waldgebiet dar, welches nachhaltig vor den Eingriffen der immer wachsenden Anzahl von Massai geschützt werden müsse. Dabei betont Mr Lali die Friedfertigkeit der Eingriffe. Das Niederbrennen der Hütten (Bomas) werde ebenfalls einzig als Präventivmassnahme gegen wiederholte Siedlungsversuche seitens unwilliger Massai vollzogen.

Fakt ist, dass die Loliondo Game Controlled Area ein von ausschließlich Steppe und Savanne geprägtes Land ist und dadurch keine Rodungen erfolgen können. Anschuldigungen auf umweltzerstörerische Praktiken seitens der Massai sind daher völlig unbegründet. Das Gegenteil ist sogar der Fall. OBC ist verantwortlich für den Bau eines Flughafens inmitten eines Gebiets, dass bekannt ist für seine zahlreichen Brutstätten und Migrationsrouten wildlebender Tiere. Der dadurch entstehende Lärm, die Umweltverschmutzung, die illegal errichteten Gebäude und die Nutzung der Wasserressourcen des Nationalparks stellen weitaus größere Umweltrisiken dar. Gleichzeitig zeugen die in Schutt und Asche liegenden Dörfer und die prekäre Situation der vertriebenen Massai von Brutalität und Menschenrechtsverletzungen. Organisationen wie Feminist Activicm Coalition (FemAct) und Indigenous Rights for Survival International (IRSI) haben daher eingehend die rechtliche Situation der Ortello Business Corporation in Tansania untersucht.

Der Konflikt begann 1992 als OBC die Erlaubnis bekam die Loliondo Game Controlled Area als offizielles Jagdgebiet zu nutzen jedoch ohne jegliche Rechtsansprüche auf Landbesitz. Doch wider rechtlicher Bestimmungen des Village Land Acts von 1999 wurden die legal ansässigen Dorfbewohner zu illegalen Einwanderern reduziert, gedemütigt und aus ihrem Heimatland brutal vertrieben. Der ausgehandelte Vertrag wurde ursprünglich zwischen dem District Commissioner (Regierung) und den acht Dörfern unterzeichnet. OBC unterschrieb einzig als Zeuge! Ein Teil des Vertrages beinhaltet zudem die Bezahlung einer jährlichen Pacht an die acht Massaidörfer, die aber laut FemAct schon seit geraumer Zeit nicht mehr bezahlt wurde.

Gleichzeitig wird das OBC Camp seit 1992 durch staatliche Institutionen wie der Polizei und der Field Force Unit (FFU) bewacht und gesichert. Jegliche Annäherungsversuche seitens der Massai werden somit blockiert. „Die Regierung sieht in Arabern die besseren Menschen, denn sie geben der Regierung Geld, um uns aus unserer Heimat zu vertreiben“, ist die Aussage eines jungen Einheimischen. So ist es OBC möglich, mit Hilfe staatlicher Unterstützung, die Loliondo Game Controlled Area ohne jegliches Recht auf Landanspruch und mit Verletzung fundamentaler Menschenrechte zu kontrollieren.

Erst kürzlich versammelten sich etwa 100 der zwangsvertriebenen Massai vor dem Parlamentsgebäude in Dar es Salaam und baten um eine Audienz bei Jakaya Kikwete, Präsident der Vereinigten Republik Tansania. Leider blieb ihre Bitte unbeachtet und ein Zusammenkommen kam nicht zustande. Im Anschluss jedoch erklärte Shamsa Mwangunga, Minister für natürliche Ressourcen und Tourismus, Untersuchungen in Bezug auf die Massenvertreibungen in Loliondo einzuleiten. Bedenken werden aber weiterhin geäußert ob der Glaubwürdigkeit solcher Äußerungen, sowie  Forderungen zu staatsunabhängig geführten Untersuchungen.

Wie lange die Massai ohne ihr rechtmäßiges Land noch auskommen werden, ist fragwürdig, denn es herrscht akuter Wasser- und Nahrungsmangel, sowie ein Defizit in der medizinischen Versorgung. Aber eines ist sicher, es muss gehandelt werden! Bitte unterstützen Sie die vertriebenen Massai mit Ihrer Stimme:

Protestbrief Vorlage: 

Subject: Massai eviction in Loliondo

I am writing to you to urge you to immediately:
The Minister responsible for Natural Resources should resign on account of her deception of Parliament and the People about the events that occurred in Loliondo;
The practice of burning peoples houses should not occur again in Tanzania unless as a result of legal court order
An independent inquiry, whether Parliamentary or Presidential, be created so as to investigate the violation of human rights and candidly describe and recommend the necessary steps to be taken so as to finally resolve the problems of the last 17 years.
Assessments be carried out of the destruction and loss of property so that corresponding compensation can be paid by the government and OBC;
The process of degazetting Game Controlled Areas on village land be accelerated so the people of Loliondo can use their land without obstruction;
All the leaders that were involved in this injustice and brutality be pursued and administrative and legal steps taken of prosecuting them in court;
OBC’s hunting license be withdrawn and the company ordered to leave Loliondo Game Controlled Area.

Senden Sie bitte die E-Mail an:
President Jakaya Mrisho Kikwete, United Republic of Tanzania – State House Luthuli Road, Box 9120, Dar es Salaam, Tanzania 00 255 22 2 116 898 / 22 2 116 899 00 255 22 2 113 425 info@ikulu.go.tz

Private Secretary to Mizengo Pinda, Prime Minister of Tanzania, Email: pm@pmo.go.tz privatesec@pmo.go.tz

Mr. Yacoub El Hillo, UNHCR Representative to Tanzania, elhillo@unhcr.org

Tanzanian Embassy in your country: http://www.embassiesabroad.com/embassies-of/Tanzania

 

 

TANSANIA: MAASAI FÜR JAGDKONZESSIONEN VERTRIEBEN

von FdN, 1. August 2009

Acht Maasai Dörfer sind in der Loliondo Region in Tansania von der Polizei im Zuge der “Operation Save Loliondo” niedergebrannt worden. Tausende Maasai sind nun ohne Nahrung und Unterkunft und sind mit ihren Viehherden in extrem dürres Land vertrieben worden, ohne Gras und Wasser. Bereits Anfang Juli haben schwer bewaffnete Polizeieinheiten Hütten und Nahrungsspeicher der Maasai niedergebrannt, auch wird in mehreren Fällen von exzessiver Gewalt und Vergewaltigungen berichtet. Inzwischen sind auch mehrere Maasai verhaftet worden.

Die Vertreibung der Maasai von ihrem Stammesland durch die tansanische Staatsgewalt dient der Durchsetzung von ausländischen Jagdkonzessionen der Otterlo Business Corporation (OBC), die wie auch die Tanzania UAE Safaris Ltd. der arabischen Königsfamilie (UAE) gehört. Seit 1992 ist die OBC in Tansania im Jagdgeschäft aktiv und erhielt u.a. die Jagdkonzession über die „Loliondo Game Controlled Area“.

„When the guys from the Otterlo Business Corporation first came of Loliondo in 1992, they started from the State House in Dar es Salaam Dar es Salaam. (…) They got State House clearance to come to Loliondo. And it is no secret that ministers, principal secretaries, and army generals have often met coincidentally at the OBC camp in Loliondo, each coming at his own convenience not knowing the other was coming, and they meet there.“

Die Jagdkonzession an die OBC wurde damals ohne Zustimmung mit den örtlichen Maasai Autoritäten erteilt.

 

 

TANSANIA: HADZABE LAND DURCH WILDERER UND „INVESTOREN“ BEDROHT

von FdN, 21. April 2009

„After our victory over UAE Safaris Ltd, we are now very concerned that Tanzanian investors are moving into the Hadzabe lands and suspect that the Arab safari company might be trying to come in again through the back door. We urgently need help to publicise the plight of the Hadzabe people and our fight to gain legal title to our lands, so that in the future they are respected as traditional Hadza hunting reserves.“ (Naftali Kitandu, April 2009)

Da die anhaltende Dürre sich nachteilig auf viele Teile der Manyara  und Arusha Regionen auswirkt, beklagen sich Gemeinschaften, die nahe am Puls der Natur leben, dass Wilderer ihre Lage verschärfen durch die Dezimierung von Tieren, die ihre Hauptnahrungsquelle sind. Die Hadzabe Gemeinschaft des Yaeda China Tales, haben die Regierung aufgerufen, sich stärker um die Kontrolle von Wilderei in ihren traditionellen Jagdgebieten zu bemühen. Ihre Sprecher Mahiya Makala, Reuben Matayo und Sati Salibogo, sagten in einer öffentlichen Versammlung in Domanga und Ashkesh in der Mongo wa Mono Siedlung, die Wilderer seien mit modernen Feuerwaffen in ihr Tal eingefallen, besonders bei Nacht.

Sie sagten, ihre einzige Hoffnung sei, dass das Militär Wilderer bekämpfe, da ihre Aktivitäten das Ökosystem gefährden, welches jene Gemeinschaften trägt, die zum Überleben auf die Wildnis angewiesen sind. Allan Shani, der Direktor für natürliche Ressourcen des Mbulu Distrikts (Mbulu District Natural Resources Officer), teilte den Jägern und Sammlern mit, dass die Regierung allein die Wilderei nicht stoppen kann. Er fügte hinzu, es brauche die Unterstützung und Kooperation der Menschen vor Ort, um diese eingeschliffene Praktik zu stoppen.

Er sagte, die Regierung habe auch entschieden Investoren den Zugang zum Gebiet zu gestatten, um die Bemühungen der Regierung und der Menschen, um nachhaltige Entwicklung, zu subventionieren. Der Beamte kam nach Mongo wa Mono um die Dörfler mit dem Repräsentanten der FAMS Investoren bekannt zu machen, deren Aktivitäten auch Jagdtourismus beinhalten würden. Der Generaldirektor der FAMS Investment Ltd. aus Dar es Salaam, Ally Seif, bat die Dörfler seine Gesellschaft in ihrem Ort zum Nutzen beider Seiten willkommen zu heißen. FAMS Investoren kommen nach Yaeda Chini kaum zwei Jahre nachdem einer von Afrikas letzten Jäger- und Sammlerstämmen den Sieg über eine auswärtige Jagdtourismusgesellschaft erzielt hat. Nach einer FdN/fPcN Kampagne im Jahre 2007 ließ eine Arabische Fürstenfamilie ihre Pläne, das Stammesland der Menschen für die kommerzielle Jagd zu benutzen, fallen.

Im Jahr 2007 zog sich ein arabisches Unternehmen von einem Geschäft mit der Regierung Tansanias zurück, in dem es um die Wildjagd in einem entlegenen Urwaldgebiet von 2267 Quadratkilometern in der Yaeda Chini Region ging. Aktivisten weltweit befürchteten, dass, wenn einer Jagdkonzession für das Unternehmen stattgegeben würde, die Hadzabe Jäger und Sammler von Yaeda Chini als Wilderer kriminalisiert, und von  dem Land vertrieben würden, auf welchem ihre Ahnen seit 10 000 Jahren gelebt haben (FdN/fPcN berichtete).

ImageDie Hadzabe, welche in kleinen Gruppen leben und deren Bevölkerung in Tansania auf weniger als 2000 geschätzt wird, sind kulturell am nächsten verwandt mit den San Buschleuten der Kalahari in Botswana. Die Jagdgesellschaft beschwerte sich, sie sei von nicht näher spezifizierten Hadzabe Interessengruppen „falsch dargestellt“ worden, schreibt der Journalist Adam James. Sozialwissenschaftler haben in letzter Zeit Befürchtungen Ausdruck gegeben, die ethische Gruppe der Hadzabe könne in wenigen Jahren aussterben, weil Druck auf ihren natürlichen Lebensraum ausgeübt wird. Die Hadzabe bewohnen seit über 10 000 Jahren Akazienwälder und Buschland um den Eyasi See in Arusha und Meatu in Shinyanga.

 

 

KENIA: BRUTALES VORGEHEN GEGEN INDIGENE SAMBURU

von FdN, 18. April 2009

Seit mehr als drei Wochen führt die Regierung Kenias eine brutale Kampagne gegen traditionelle Samburu Viehnomaden durch. Deren Lebensgrundlage ist die Viehhaltung, ähnlich den Massai. Laut Cultural Survival hat die Regierung, die offiziell nach Viehdieben sucht, ein unbewaffnetes Samburu Dorf aus Helikoptern heraus mit Maschinengewehren beschossen. Danach haben Polizisten die Dorfbewohner mit Stöcken zu Boden geknüppelt. Andere Berichte sagen, dass die kenianische Polizei mindestens neun Bomben auf andere Samburu Dörfer abgeworfen hat. Auch wurde berichtet, dass aus der Luft unbekannte Chemikalien auf eine Gruppe von geflüchteten Kindern versprüht worden sind.
Bewohner aus Archer’s Post mussten hilflos mit ansehen, wie Polizisten ihr Vieh konfiszierten und sie ohne Lebensmittel zurückließen. All das geschah trotz eines Gerichtsbeschlusses vom letzten Monat, der die Operation untersagt hatte. Bislang ist unklar, wie viele Samburu während der anhaltenden Operation bereits getötet wurden, da das Operationsgebiet für Fremde abgeriegelt wurde. Bekannt ist jedoch, dass die Polizei sämtliches Kommunikationsequipment beschlagnahmt hat und etwa 2000 Samburu auf der Flucht sind bzw. vertrieben wurden.

Es wird befürchtet, dass die Operation noch ausgeweitet wird. Raphael Letimelo, Parlamentsmitglied für den Samburu Distrikt, sagt: „Es gibt Berichte und Drohungen von Massenexekutionen sowie Androhungen, dass die Indigenen von ihrem traditionellem Land und über die Grenzen des Samburu Distrikts hinaus in den nächsten Wochen vertrieben werden sollen.

Image„Erst dachten wir, dass die Polizisten uns helfen wollten. Wir liefen ihnen entgegen und grüßten sie“, sagt Sammy Lepurdati, der während eines Überfalls vor Ort war. „Als aber die Polizisten begannen auf uns zu schießen, haben wir alle versucht sie zu überzeugen, dass dies ein Fehler bzw. Missverständnis ist. Die Polizisten aber schossen weiter absichtlich auf unschuldige Menschen. Es war ein Albtraum. Die Menschen schrieen und rannten in alle Richtungen davon. Wer überlebte floh in den Busch oder in die umliegenden Berge.“

Die Regierung sagt, dass die Operation dazu dient, Banditen zu jagen und illegale Waffen zu konfiszieren, die für die Viehdiebstähle in der Region verantwortlich sind. Diese von Zeit zu Zeit stattfindenden Viehraubzüge sind jedoch nur ein Teil der Geschichte. Ein kenianischer Offizier hat nach Angaben von Cultural Survival Dokumente veröffentlicht, die besagen, dass die Operation bereits seit Monaten geplant gewesen ist und dass das Ziel dieser Operation klar formuliert worden sei: „Diese Menschen sollen damit in die moderne Zeit gebrachte werden!“

ImageHintergrundmotiv ist, dass chinesische Investoren eine wichtige Straße durch das Samburu Gebiet finanzieren. Sie soll die chinesischen Ölfelder in Äthiopien mit den kenianischen Häfen verbinden. Ebenso hat die Handelsbilanz zwischen Kenia und China stark zugenommen und erreicht mittlerweile ein Volumen von einer Milliarde US-Dollar im Jahr. Hinzu kommen die Interessen von Wilderern in der Region. In den drei Wochen der Operation wurden 57 Elefanten getötet, mehr als im gesamten Jahr 2007 in Kenia. China ist der Hauptabnehmer von illegalem Elfenbein und könnte zusätzlich das Verhalten von kenianischen Beamten beeinflusst haben, die Operation auch als eine Verdrängung von lokalen (community based) Umweltschutzaktivitäten zu missbrauchen. Die Samburu achten traditionell auf die Wildbestände in ihrer Region. Einige Polizeiaktivitäten gehen in diese Richtung, wie bspw. durch die Beschlagnahmung von Anti-Wilderer Equipment.

ImageDie Samburu verlieren durch die Polizeioperation ihren gesamten Viehbestand, von dem sie kulturell und ökonomisch abhängig sind. „Ohne Milch von den Kühen werden die Samburu sterben“, sagt Dan Letoiya, Director of West Gate Wildlife Conservancy. „Die Milch der Kühe ist deren einzige Möglichkeit Protein und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sie ist zu 90 Prozent Teil ihrer Ernährungsgrundlage.“

Viele von uns”, sagt Letimelo,“ empfinden die Polizeioperation in unserer Region als wären wir Samburu Ausländer und nicht Bürger Kenias.“

 

 

 

TANSANIA: UNTERSTÜTZUNG FÜR HADZABE FÜHRER NAFTALI KITANDU

von FdN, 27. Februar 2009

FdN arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten mit den Hadzabe, einem der letzten Jäger- und Sammlervölker Ostafrikas, zusammen. 1996 gelang es mit Unterstützung unserer Organisation erstmals, dass ein Vertreter der Hadzabe in Genf bei der UN Menschenrechtskommission die traditionelle Existenz seines Volkes verteidigte. Jetzt ist Naftali Kitandu, Sprecher und Menschenrechtler von den Hadzabe, mit der Bitte an FdN herangetreten, seinen Einsatz für sein Volk auch finanziell zu unterstützen. Naftali benötigt Geld vor allem für Busfahrten, Telefongebühren, Internetkommunikation sowie Essen. Wir haben uns deshalb entschlossen, dass wir Naftali monatlich mit 90,00 € finanziell unterstützen werden, damit er weiterhin politisch unabhängig für die Hadzabe tätig bleiben kann. Das ist die gleiche Summe, die ein anderer Hadzabe Sprecher, Richard Baalow, als „community officer“ vom Staat bekommt. Hier schaffen wir einen Ausgleich der verschiedenen Interessen. Für die Unterstützung von Naftali kann auch eine persönliche Patenschaft übernommen werden.

Hintergrundinformationen:
 Das Volk der Hadzabe (übersetzt heißt das „wir Menschen“) ist eines der letzten Jäger- und Sammlervölker Ostafrikas und besteht aus cirka 1,200 Mitgliedern. Sie gliedern sich in mehrere Familienverbände auf, die seit alters her in der Region um den tansanischen Eyasi-See siedeln. Sie leben in kleinen Clan-Verbänden mit 20 bis 50 Mitglieder und lassen sich an fruchtbaren Stellen ihres Stammeslandes nieder. Wenn die Ressourcen weniger werden, wandern sie weiter und bauen an anderer Stelle in ihrem Gebiet die bienenstockförmigen Grashäuser auf. Für die Beschaffung von Bau- und Jagdmaterialien sind die Frauen des Stammes zuständig. Sie sorgen auch für die nicht- tierischen Nahrungsmittel wie beispielsweise Beeren, Knollen oder Wurzeln. Die Männer gehen mit Giftpfeilen und Bogen auf die Jagd, um den tierischen Anteil der Nahrung zu decken. Frauen, Männer und Kinder arbeiten beim Sammeln von Honig zusammen.

Die Ergiebigkeit des Jagdgebietes hat sich in den letzten Jahren jedoch zunehmend verringert, denn nun siedeln Farmer anderer Volksgruppen in ihrem Stammesland, welches auch von Vieh-Nomaden durchzogen wird, so dass die Wasser- und Wildtiervorräte sowie die Siedlungsplätze stark geschrumpft sind.

Die Hadzabe wurden von der tansanischen Regierung nie als schützenswerte und nachhaltig lebende Kultur angesehen, wie es z.B. auch immer wieder von der UNESCO zum Schutz der kulturellen Vielfalt gefordert wird. Das aktuelle Statement: „(They are) backwards“ von Philip Marmo, dem tansanischem Regierungsabgeordneten, zeigt die Ignoranz aufs deutlichste. Des Weiteren spricht er davon, dass eine Trophäenjagdfirma, die Tanzania UAE Safari Ltd., Schulen, Häuser und Straßen als „Entschädigung“ bauen würden! Die beabsichtigte Vertreibung der Hadzabe von ihrem Stammesland symbolisiert auf sehr offensichtliche Art und Weise, dass die Hadzabe seit Jahrzehnten ihrer Rechte beraubt worden sind und erneut wieder beraubt werden sollten und nicht als vollwertige Mitglieder der tansanischen Gesellschaft respektiert werden. Wirtschaftliche Interessen stehen wieder einmal im Vordergrund.

Ein aktueller Konflikt bestand im Jahr 2007 darin, dass sich die Tanzania UAE Safari Ltd. für ein sehr großes Areal in Tansania interessierte, um ein privates Jagdrevier zu etablieren. Sie agierte im Namen der Königsfamilie Abu Dhabis (Prinz Hamdan bin Zayed). Ein Teil des ursprünglich 3,975 km² großen Areals war schon an die Tanzania UAE Safari Ltd. verpachtet worden. Der zweite und größere Teil sollte nun ebenso in die Hände der Tanzania UAE Safari Ltd. übergehen. Um das zu verwirklichen, sind Verträge an ein Ratsmitglied gesandt worden. Offiziell verwalten die Hadzabe und die indigenen Barabaig Hirten dieses Gebiet und dementsprechend haben sie die Entscheidungsgewalt. In den Ratssitzungen, die zu diesem Sachverhalt abgehalten worden sind, waren sich die Ratsmitglieder einig, dass die Tanzania UAE Safari Ltd. mit ihnen in Verhandlung treten soll. Das ist jedoch bis zum heutigen Tage nicht geschehen. Die tansanische Regierung wiederum sah dieses Angebot als Einwilligung in den Pachtvertrag („The deal was approved.“ IPACC) und sicherte der Tanzania UAE Safari Ltd. das Land zu!
Das hätte für die Hadzabe eine erhebliche Bedrohung ihrer bisherigen Lebensweise bedeutet, da die Anzahl der Wildtiere zusätzlich erheblich schrumpfen würde. Zudem wären sie in ihrer Wanderschaft eingeschränkt und würden den Gefahren der Zivilisation aufs Neue ausgesetzt werden.

Die jüngste Missachtung der Menschenrechte ereignete sich, als Richard Baalow und Naftali Kitandu, Sprecher der Hadzabe, am 20. Mai 2007 von der tansanischen Polizei verhaftet worden waren. Das zeigte deutlich, dass die tansanische Regierung die Hadzabe einschüchtern und mundtot machen wollte!
FdN und ECOTERRA Intl. initiierten daraufhin eine internationale Protestkampagne, die im November 2007 zum Erfolg geführt hatte. Die UAE Safaris Ltd. hat sich offiziell aus dem geplanten Projekt im Yaeda Tal zurückgezogen! Bei einer erneuten Reise zu den Hadzabe im Januar 2008 bedankten sich die Ältesten für diese Hilfe bei den Freunden der Naturvölker und ECOTERRA Intl.

 

 

BURUNDI: DAS STREBEN DER BATWA NACH GLEICHBERECHTIGUNG

von Administrator, 23. Januar 2009

In Burundi ist das Land eine Machtquelle. Viele Batwa Pygmäen sehen in ihrem untergeordneten Status ein Ergebnis der Landlosigkeit. „Frustration über unseren Status der Landlosigkeit wächst, besonders, wenn wir uns erinnern, dass wir in der Schule abasangwa genannt wurden, was heißt: die Menschen, die sich zuerst in Burundi ansiedelten“ sagte Liberate Nicayenzi, ein Parlamentsmitglied und Präsident der Gesellschaft „Unissons-nous por la promotion des Batwa“ (UNIPROBA, Vereinigt zur Förderung der Batwa). Einst in Symbiose mit dem Regenwald lebend, sind die meisten heute, statt Jäger und Sammler, Gelegenheitsarbeiter auf dem Land anderer. Manche verrichten niedere Hausarbeiten, für welche sie nur essen erhalten. Sie sind machtlos, arm und werden diskriminiert, weil sie einer ethnischen Minderheit angehören.

Die Batwa leiden auch unter kulturellem Identitätsverlust. Ihr einstmals so respektierter Jäger und Sammler Lebenswandel ist nun verboten, weil die Regierung sich Sorgen um die Zerstörung des Regenwaldes macht. Das Töpferhandwerk, welches manchen Batwa ein kleines Einkommen brachte kann nicht mehr ausgeführt werden, da das Rohmaterial zur Ziegelsteinproduktion verwendet wird. Die Menschen, welche früher die Töpferarbeiten kauften, benutzen nun Plastikcontainer. Sogar des Batwa Monopols der traditionellen Heilkunst hat sich die ethnische Mehrheit bemächtigt. „Die Bahutu und die Batutsi haben unser Handwerk gestohlen”, sagte Nicayenzi bedauernd seufzend.

Daniel Budidiri, ein gewähltes Kommunaloberhaupt und Batwa aus der Mwaro Provinz, sagte obwohl eine Wasserleitung nahe gelegen sei würde seine Region dennoch nicht mit sauberem Wasser versorgt. Infolgedessen seien die Menschen vielen Krankheiten durch offene Wasserlöcher ausgesetzt. Budidiri sagte „Wir haben oft Bauchschmerzen und die Kinder leiden unter Wurmbefall und aufgeblähten Bäuchen“

Die Batwa haben nur rudimentäre Behausungen. Charles Kaburambonetse, 51, lebt seit 44 Jahren in Kiyange. Sein Haus ist dunkel und schäbig, 2 mal 3 Meter große, und besteht aus rostigen Eisenplatten. „Wenn es regnet müssen meine Frau, die Kinder und ich den durchs Dach dringenden dreckigen grauen Tropfen von einer Ecke in die andere ausweichen. Es ist unglaublich, dass Städtisches Leben so aussieht.“ sagte er. Regenstürme zerstören oft die Behausungen und die Batwa müssen unter Bäumen schlafen, wo sie Blitzen und Krankheiten ausgesetzt sind.

Die Batwa haben sich in ihrer Not an die Regierung gewand. In Buterere, einem nördlichen Vorort von Bujumbura, hat die Regierung jedem Batwa ein Stück Land von 5 mal 10 Metern als Darlehen gewährt, das nur knapp ihre Familien beherbergt. Ihren Beschwerden bei den Behörden wurde laut einiger Gemeinschaftsmitglieder durch die Regierungsbeamten kein Gehör geschenkt und es folgten keinerlei Untersuchungen ihrer Anliegen. „Die Menschen an der Spitze sprechen nicht über unsere Probleme, obwohl wir sie gewählt haben. Nur UNIPROBA Leiter kommen und bringen uns etwas Hilfe”, sagte Kaburambonetse.

Es gibt aber Anzeichen der Besserung. Die neue Konstitution von Burundi hat drei Sitze im Senat und drei Sitze in der Nationalversammlung – den zwei Kammern des Parlamentes – für Mitglieder der Batwa Gemeinschaft reserviert. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, obwohl die Posten nicht auf Basis von Quoten vergeben wurden, wie bei den anderen ethnischen Gruppen“, sage Nicayenzi.

 

 

KENIA: LETZTE JÄGER UND SAMMLER DER OGIEK VOR DER AUSLÖSCHUNG

von Administrator, 7. August 2008

Die endgültige Auslöschung eines der letzten Jäger- und Sammlervölker in Kenia steht kurz bevor. Samstag, den 9.8.08, ist der internationale Tag der indigenen Völker, ausgerufen durch die Vereinten Nationen. Ein eher symbolischer Tag, der mancherorts mit Freuden und traditionellen Tänzen gefeiert wird. Nicht aber bei den Ogiek in Kenia. Bei ihnen geht es in diesen Tagen um Alles oder Nichts und sie brauchen dringend Unterstützung um ihren Lebensraum aber auch um sich selbst und ihre Kultur erhalten zu können.
Hintergrund der besorgten Mienen auf den Gesichtern der Ogiek ist eine groß angelegte Offensive den Mau-Wald in seinem letzten Bestand zu retten. Eigentlich alles im Sinne der Ogiek, denn ihnen geht es schon seit vielen Jahrzehnten darum den Wald, der ja ihr Lebensraum und ihre Heimat ist, vor illegalem Holzeinschlag, Verwüstung der Bergtäler und vor ungenehmigten Siedlungen eindringender Gruppen anderer Völker Kenias zu schützen.

Ein Video unserer letzten dramatischen Hilfsaktion während der Unruhen in Kenia finden Sie hier: Angriff auf die Ogiek 

Nun aber sollen mit der neuen Naturschutz-Initiative die Ogiek gleich mitentsorgt werden und der bewaldete Höhenzug des Mau Gebietes, das sich 150 bis 250 km nordwestlich der Hauptstadt Nairobi erstreckt, mit seinen wichtigen Wasserquellen in ein Gebiet einer Totalschutzzone ohne Menschen umgewandelt werden.

Kritiker sprechen von Umwelt-Kolonialismus und vermuten ein Ränkespiel starker Umweltorganisationen in Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, die sich als Vorkämpfer westlicher, industrieller Wasser-Konglomerate benutzen lassen und das Ziel haben die Wasserquellen des Mau wirtschaftlich ausbeuten zu können – ohne dann auf die Rechtsansprüche der indigenen Ogiek Rücksicht nehmen zu müssen, wenn es sie nicht mehr als Bewohner des Mau Waldes gibt.
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Sicherlich haben die bewaldeten Höhen des Mau Waldes einen extrem wichtigen Stellenwert auch für die weit verzweigten und weit reichenden Fluss-Systeme, die im Mau ihren Ursprung haben und wichtige Gewässer wie den Viktoria-See und damit den Nil speisen oder weltberühmte Ökosysteme wie die das Mara-Wildschutzgebietes im Süd-Westen Kenias oder die Serengeti im benachbarten Tansania mit Wasser versorgen.

Premierminister Raila Odinga hat die Rechte der Ogiek anerkannt und hebt sich damit positiv von vielen seiner Kabinetts-Kollegen ab, die oft selbst in das weit verbreitete „land-grabbing“ also die illegale Inbesitznahme von Land vergangener Regierungsperioden persönlich involviert sind. Eine Sonderkommission der Regierung hat dies bereits detailliert festgehalten, aber die rechtliche Säuberung konnte aufgrund der politischen Komplikationen gerade in der letzten, politisch turbulenten Zeit noch nicht umgesetzt werden. Dies soll nun mit der Einsetzung einer speziellen „task-force“, die den gesamten  Komplex behandelt und zukunftsweisende Empfehlungen erarbeiten soll, anders werden. Aber kaum hat diese Gruppe von Fachleuten aus Ministerien, der Privatwirtschaft und von Nichtregierungsorganisationen ihre Arbeit aufgenommen, schon macht sich die starke Hand mancher Politiker wieder bemerkbar, die schon in der Vergangenheit zu oft und zu tief in die Taschen der anderen gegriffen hat.

So sind auch die Ogiek selbst noch untereinander zerstritten, weil Teile ihrer Volksgemeinschaft eben mit den Mächtigen des Landes paktiert hatten und so oft für die Zwecke der Land-Barone missbraucht wurden, obwohl sie selbst dabei oft landlos wurden.

Eine neue Initiative wird daher jetzt angegangen, die darauf abzielt den Ogiek zu helfen sich untereinander zu einigen und gemeinsam als starker Partner in der Erhaltungspolitik um den Mau Forest mitzuhelfen ohne dabei auf ihre Rechte, die ja seit letztem Jahr auch von der Deklaration zum Schutz indigener Minoritäten geschützt sind und damit international und auch vom Staat Kenia beachtet werden müssen, aufzugeben.

Die Freunde der Naturvölker e.V. (FdN) stehen den Ogiek zusammen mit kenianischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen in dieser Phase der Konsolidierung, der gemeinsamen Planung zum Waldschutz und der Verteidigung ihrer Rechte bei. Leider kostet das auch Geld, denn es müssen Ältestenberatungen und Friedensgespräche stattfinden, die Teilnahme an den Regierungskommissionen gesichert und eigene Workshops organisiert werden. Es müssen Wald-Experten, Ökologen und Juristen eingesetzt und Vorlagen erarbeitet werden, die das langfristige Ziel einer vollständigen Erhaltung und Wiederaufforstung des Mau Waldes unter gleichzeitiger Erhaltung des Lebensraumes für die Ogiek nachhaltig umsetzen lassen.

Spenden daher auch Sie für das erreichen der gemeinsamen Ziele:

Friedensgespräche, Regierungsinitiativen und Verhandlungen: 50.000,- €
Ressourcen- und Rechts-Sicherungen (incl. Anwaltskosten): 100.000,- €
Waldschutz – Personelle Verstärkung und Ausrüstung der Ogiek Forest-Guards: 150.000,- €
Erstellung und Ausarbeitung von Waldbewirtschaftungsplänen: 500.000,- €

Ihre Spende von 50,- € hilft die Transportkosten mit Allradfahrzeugen aus den entlegenen Gebieten des Mau Waldes zu finanzieren und dafür zu sorgen, dass Ogiek Älteste selbst an den Verhandlungen zur Waldsicherung teilnehmen können.

Ihre Spende von 150,- € bezahlt einen dann kaum noch zu bestechenden Ogiek Forest Guard pro Monat und hilft seiner Familie.

Ihre Spende von 500,- € gewährleistet dass auch die Ogiek Delegationen ihre Rechte bei einer Kommissions-Verhandlung vor Ort wahren können.

Ihre Spende von 1000,- € hilft z.B. drei Funkgeräte für die Waldhüter zu beschaffen, mit denen Forstfrevler und Wilderer besser gestellt und damit der illegale Holzeinschlag und die Wilderei wirksamer unterbunden können.

Ihre Spende von 5000,- € ist ein wirksamer Beitrag zur Erstellung von Plänen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung zum Wohle der Ogiek und für die Erhaltung der überlebensnotwendigen Wasserquellen für Kenia und die Region.

Weitere Informationen finden Sie auf der Ogiek Webseite.

 

 

KAMERUN: GRENZEN DES TOURISMUS BEI DEN BAGYELI-PYGMÄEN

von Administrator, 6. August 2008

Wie man indigenen Bevölkerungsgruppen begegnet, ohne sie zu zerstören

Von den rund 7000 Kulturen der Welt sind laut Worldwatch Institute etwa 2000 akut bedroht. Sie sind bedroht unter anderem durch Touristenströme, die in Afrika oder Südamerika Elemente ihrer Kulturen wie Zigaretten, Alkohol oder für den Lebensraum unangemessene Kleidung einschleppen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das oft binnen Kurzem zur Verwandlung vormals intakter Dörfer zu Slums führt, die dann wiederum für Touristen uninteressant sind. Ihre ursprüngliche Kultur finden die Menschen aber nicht wieder. Die TU-Arbeitsstelle „Structural Analysis of Cultural Systems“ unter Leitung von Dr. Arnold Groh, der unter anderem an der Entstehung einer Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Gruppen (United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples) beteiligt war, hat deshalb im Frühjahr in Kamerun am Lobé-Fluss bei den Bagyeli-Pygmäen ein „Tour-Info-Projekt“ gestartet.

„Die Begegnungen müssen minimal-invasiv stattfinden“, sagt Psychologe Dr. Arnold Groh. „Man hat sich beim Besuch weitgehend zu integrieren, Selbstdarstellung zu vermeiden. Ansonsten passen sich die Indigenen wegen eines vorhandenen Dominanz-Gefälles an, werten ihre eigene Kultur ab, streben nach der Globalkultur als der vermeintlich höheren und übernehmen Elemente der Besucherkultur.“
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Am Lobé-Fluss gibt es mehrere Camps der Bagyeli-Pygmäen, von denen das nächsterreichbare häufig von Touristen frequentiert wird. Das hat bereits zu den bekannten Folgen geführt. Die Einwohner rauchen, trinken, tragen schmutzige, kaputte Kleidung, vernachlässigen ihre eigene Kultur. Das Tour-Info-Projekt setzt bei den Führern an, die die Touristen aufklären und dann einteilen in Gruppen, die sich am traditionellen Erscheinungsbild der Indigenen orientieren beziehungsweise sich minimalinvasiv verhalten wollen – und dann auch zu weiter entfernten Dörfern geführt werden -, und solchen, die dazu nicht bereit sind. Diese kommen nur bis ins erste Camp. Eine solche Grenzziehung verspreche, so Groh, zumindest die destabilisierenden Faktoren, die aus den Begegnungen resultieren, zu reduzieren.

Download des Verhaltencodex in mehreren Sprachen

 

 

TANSANIA: GOLDRAUSCH IM HADZABE STAMMESLAND

von Arusha Times, 14. Juli 2008

Tansania/Yaeda Tal: Nur wenige Monate nach dem sich die arabische UAE Safari Ltd. aus ihrem Projekt, im Hadzabe Stammesland ein Safari Jagdrevier zu errichten, auf Grund internationalem Druck zurückgezogen hat, droht nun neues Unheil für das Yaeda Tal und die darin lebenden Hadzabe. Jetzt soll Gold im Yaeda Tal gefunden worden sein und ganze Horden von Menschen strömen in das Gebiet um Minen Aktivitäten zu beginnen. Ohne sofortiges Einschreiten würde das die Auslöschung für die Hadzabe bedeuten!

Einen Protestbrief finden Sie am Ende des Berichts!

Der Leiter der Lutheranischen Diözese von Mbulu, Lazaro Rohho, bestätigte, dass viele Fahrzeuge ohne ersichtliche Mission in das Gebiet fahren. Auch Hadzabe berichten, dass das Gebiet voll mit Fahrzeugen ist, die ungewöhnliches Equipment mit sich führen wie z.B. große Bohrmaschinen. Sie bohren und graben und fahren dann mit Säcken voller Erde und Steine weg. Wenige Tage später seien sie wieder da. Die Teams würden sich als Geologen ausgeben. Im Besucherbuch des Mbulu Distriktes hat sich eines von diesen Teams eingetragen: Famida Rajab, ein Geologe, Zelothe Lazarus Ayoub, der Fahrer, und Graham Kazimoto, ein Assistent.

Eine Frau, die Botengänge für eines der Geologen Teams gemacht hatte, erzählt, dass die zwei Männer und zwei Frauen für die Green Hills Mining Limited gearbeitet haben. In einem Telefonat mit der Arusha Times beantwortete Philip Marmo, Mitglied des Parlaments in Tansania, die Frage des Journalisten mit einer Gegenfrage: „Was genau ist es, dass Sie denken, dass es Mineralien im Yaeda Tal geben soll?“ Der gleiche Abgeordnete war bereits bei dem geplanten Deal mit der UAE Safari Ltd. aufgefallen. Sein Statement damals: „Die Hadzabe seien rückständig“. Des Weiteren hatte er damals davon gesprochen, dass die Tanzania UAE Safari Ltd. Schulen, Häuser und Straßen als „Entschädigung“ für die Hadzabe bauen würde!
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Ein alter Hadzabe, Magandula Kizali, ist besorgt über diese neue Entwicklung und sagte: „Wenn die Minenarbeiten beginnen, dann werden sie uns von hier vertreiben.“

Das Volk der Hadzabe (Bedeutung: wir Menschen) ist eines der letzten Jäger- und Sammlervölker Ostafrikas. Es besteht aus 800 bis 1200 Mitgliedern und gliedert sich in mehrere Familienverbände auf, die in der Region um den tansanischen Eyasi-See siedeln. Sie leben in kleinen Verwandtschaftsverbänden von 20 bis 50 Mitgliedern und lassen sich an fruchtbaren Stellen ihres Stammeslandes nieder. Wenn die Ressourcen weniger ergiebig sind, wandern sie weiter und bauen an anderer Stelle in ihrem Gebiet die igluförmigen Grashäuser auf. Für die Beschaffung von Bau- und Jagdmaterialien sind die Frauen des Stammes zuständig. Sie sorgen auch für die nicht tierischen Nahrungsmittel wie beispielsweise Beeren, Knollen, Wurzeln und Honig. Die Männer gehen mit Giftpfeilen und Bogen auf die Jagd, um den tierischen Anteil der Nahrung zu decken. Die Ergiebigkeit des Jagdgebietes hat sich in den letzten Jahren jedoch zunehmend verringert, denn nun siedeln auch Farmer in ihrem Stammesland, so dass die Wasser- und Wildtiervorräte sowie die Siedlungsplätze stark geschrumpft sind.

Diese neue Entwicklung bedeutet für die Hadzabe ohne sofortige Intervention die Vertreibung von ihrem Stammesland, die Verseuchung der Natur mit Quecksilber und das kulturelle Aus für eines der letzten Jäger- und Sammlervölker in Ostafrika.

Wir bitten Sie daher dringend sich an unserer Protestbriefaktion zu beteiligen!

Bitte senden Sie den folgenden Protestbrief an:

Tanzania Embassy in Germany:
Botschaft der Vereinigten Republik Tansania
Eschenallee 11
14050 Berlin (Charlottenburg, Westend)
Deutschland
E-Mail: info@tanzania-gov.de
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Tanzania Government:
E-Mail: tnwinfo@plancom.go.tz
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können.

Subject: Save the Hadza

Dear President Jakaya M. Kikwete,
Dear Embassador Mr. Ahmada R. Ngemera,

Concerns: Mining activities in the Yaeda valley
Source: fPcN Germany news 13.07.2008/Arusha Times 12.07.2008 Hadza-Gold rush

I would like to raise serious concerns about the safety of the Hadza people after gold has been discovered in the Yaeda valley. Please follow universally recognised Human Rights and protect the Fundamental Freedoms of the Hadza as indigenous people. Mining activities can only be allowed with a concession: I sincerely call on you to stop this development. Please in the name of Human Rights and cultural heritage protection do not allow any mining activities in this area since such activities are a recognized source of cultural extinction around the globe.

I await your response

Yours sincerely,

Date:
Your NAME
Your ADDRESS

 

 

NEUES, DRAMATISCHES VIDEO: OGIEK IN KENIA GEJAGT WIE TIERE

von FdN, 29. Juni 2008

Nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Dezember 2007 versinkt Kenia im Chaos, Ausländer flüchten panisch aus dem Land. In dem einstigen Ferienparadies für Europäer kommt es in kürzester Zeit zu Unruhen zwischen den Anhängern des Präsidenten, meist Kikuyus und den anderen Stämmen, welche die Opposition unterstützen. Über Tausend Menschen sterben eines gewaltsamen Todes. Das dramatische Video zeigt Angriffe auf die Ogiek, einem letzten Jäger- und Sammlervolk in Kenia, während der Unruhen im Januar 2008. FdN und ECOTERRA Intl. starteten daraufhin eine Hilfsaktion für die hinterbliebenen Frauen und Kinder getöteter Ogiek.

In Nairobi gelingt es ECOTERRA Intl. gemeinsam mit Freunde der Naturvölker e.V. auch das Child Rights Network zu gewinnen und gemeinsam eine größere Hilfsaktion für die Ogiek zu organisieren. Unsere Berichte und Videoaufnahmen hatten alle von der Dringlichkeit einer Hilfsaktion überzeugt. Sogar der kenianische Sender KTN hatte unsere Filmaufnahmen in ihren Hauptnachrichten verwendet.
Wir begleiten den 7 Tonnen LKW, gefüllt mit Hilfsgütern für die Ogiek, über den Highway 104 durch das besonders heftig umkämpfte Gebiet um Nakuru, 250 km nordöstlich von Nairobi gelegen, ins Ogiekland. Keine andere nationale oder Internationale Hilfsorganisation traute sich in diesen Tagen in diese Region.
Immer wieder kommen uns Flüchtlinge entgegengefahren, die auf Traktoren und LKWs ihr ganzes Hab und Gut vor den Unruhen in Sicherheit zu bringen suchen. Andere begeben sich zu Fuß auf die Flucht aus der Krisenregion.

Zum Video! (Auch im Bereich Filme zu finden)

 

 

SOFORTHILFE FÜR DIE HADZABE

von FdN, 7. Mai 2008

FdN hat 1.300,00 € Soforthilfe für die Hadzabe bereitgestellt. Zurzeit müssen die Kinder der Hadzabe weit entfernt von ihren Familien in Mangola in die Schule, wo sie von den Kindern anderer Volksgruppen oft wegen ihrer, in deren Augen rückständigen Kultur diskriminiert werden. Das Geld dient den Hadzabe Kindern zur Finanzierung ihrer Unterkunft, Verpflegung und Unterrichtsmaterialien. Langfristig geplant ist jedoch eine „total immersion school“.

Bei unserem letzten Besuch im Januar 2008 traten die Hadzabe mit der Bitte an die Freunde der Naturvölker e.V. heran, drei Hadzabe Mädchen finanziell für ihre Ausbildung als Lehrer im Arusha Teachers College zu unterstützen. Es wäre das erste Mal, dass die Hadzabe nach einer dreijährigen Ausbildung eigene Lehrer hätten, welche die Hadzabe Kinder in angemessener Weise und in ihrer eigenen Sprache unterrichten könnten.

 

Ziel der Förderung ist es, die Hadzabe selbst zu befähigen ihre Kinder einer angemessenen schulischen Ausbildung zu zuführen, die in einer vertrauten Umgebung stattfindet und die Familien nicht zwingt getrennt voneinander zu leben. Darüber hinaus müssen Hadza als Lehrer ausgebildet und qualifiziert sein, damit sie den Anforderungen der Tanzanischen Behörden an eine eigenständige Schule der Hadzabe genügen. Vier junge Hadza-Frauen, welche die erforderlichen guten Abschlüsse der Sekundar-Schule besitzen, konnten jetzt in Arusha im Teachers Training College ihre Ausbildung als Lehrerinnen beginnen. Ein konkreter Spendenaufruf sowie eine detaillierte Projektbeschreibung folgen demnächst.

Grundgedanke der „total immersion school“ ist, dass der Anteil der westlichen Schulbildung wie Schreiben und Rechnen, nicht höher ist als derjenige der tradierten Bildung wie Kultur, Sprache und Religion. Aus westlicher Sicht wird aber häufig Nichtschulbildung mit Nichtbildung gleichgesetzt. Doch gerade indigene Völker besitzen eine Bildung, die über viele Generationen weitergegeben wird, ihr kollektives Bewusstsein bestimmt, Naturreligion und –philosophie vereint und Identität stiftet. Es ist ihre tradierte Bildung. Gemeint sind die Fähigkeiten, mit der Umwelt zu kommunizieren und in ihr nachhaltig zu existieren, ohne sie schädigend auszubeuten.

Schulbildung für Indigene sollte so ausgerichtet werden, dass sie Autonomie und Identität der jeweiligen Ethnien erhält, statt diese über das Oktroyieren fremder Werte, Normen und Bildungsinhalte ihren eigenen kulturellen Grundlagen zu entfremden. Grundvoraussetzung dafür ist ein gleichberechtigtes Nebeneinander traditioneller Formen der Sozialisation und Kompetenzaneignung sowie sorgfältig ausgewählter Elemente moderner Schulbildung.
Die Symbiose zwischen Formen der westlichen Schulbildung und einer tradierten eigenen Bildung kann Indigene befähigen, sowohl in der sie assimilierenden Mehrheitsgesellschaft zu bestehen als auch ihre Identität als kulturelles Volk zu bewahren. Nicht zuletzt ist damit ein Weiterbestehen der eigenen Sprache als auch des tradierten Wissens verbunden und leistet einen wesentlich Beitrag zur Bewahrung der kulturellen Vielfalt in unserer Welt.

Das Projekt trägt damit auch den von der UNESCO formulierten Zielen Rechnung. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Erhaltung der Identität als ein wesentliches Merkmal kultureller Eigenständigkeit. Ein weiteres Ziel dieses Konzeptes ist es, der nachrückenden Generation beide Formen der Bildung zusammen zu ermöglichen, damit diese später selbständig entscheiden können, welche Wege der Entwicklung sie einschlagen möchten. Damit lässt sich das Projekt der „total immersion school“  als einen Beitrag zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung einstufen.

Die Namen der unterstützten Hadzabe Schüler in der Mangola Secondary School sind:

1. Dayness Naftal
2. General Mathias
3. Sara Onesmo
4. Happyness Lameki
5. Musa Samson
6. Abdulah Willium
7. Shadrack Mtua
8. Sambeg Aissa
9. Anglina Mohe
10. Magreth Marko
11. Martha Samwel
12. Jeska Zengu

Der Leiter der Schule Mr. M. Christian hat den Eingang der Finanzmittel bestätigt.
KARAMOJA KAMPAGNE

von Steffen Keulig, 30. April 2008

„Die Zeit“ titelte 1980: „In Karamoja gibt es keine Babys mehr. Auch keine Kleinkinder, keine Grossmütter, keine Großväter. Wer schwach war, ist tot in Karamoja: die Jungen, die Alten, viele Frauen. Elend verreckt sind sie. Ihre ausgemergelten Körper verwesen am Straßenrand. Geier haben sich über sie hergemacht, hocken sogar neben Sterbenden und warten auf den Fraß.“

“UN” berichtete 2007: „Ein Mitarbeiter des UN World Food Programme (WFP) ist in Uganda durch einen Angriff auf einen WFP-Transport zu Tode gekommen, wie die UN-Organisation heute mitteilte. Die größte humanitäre Organisation der Welt musste daraufhin ihre Operation in der Region aussetzen, wo WFP eine halbe Million Menschen mit Nahrungsmittelhilfe versorgt, die von der Dürre betroffen sind.“

Inhalt der europaweiten Kampagne unter Beteiligung von FdN ist warum das mysteriöse Karamoja in Uganda seit über 30 Jahren eine kaum beachtete Krisenregion ist. Karamoja ist die Heimat verschiedener, halbnomadisch lebender Karamojong Stämme, die nur selten mit der Außenwelt in Berührung kommen und vom Rest des Landes als äußerst rückständig gebrandmarkt werden. Viehraub, Hunger und Militäroperationen prägen den Alltag der Karamojong; viele verloren ihr Leben, unzählige flüchteten. Waffenhandel, Umweltzerstörung und Klimawandel verschärfen die Situation. Der in diese Thematik einführende Dokumentarfilm „Land of Thorns“ (49 Min.) entstand unter der Federführung von Freunde der Naturvölker e.V.

Hierbei handelt es sich um ein Projekt, in dem sich europäische Studierende, unterstützt durch die EU und in Zusammenarbeit mit der französischen NGO ACTED, der komplexen Problematik von Entwicklung und Nachhaltigkeit in der Krisenregion Karamoja interdisziplinär annähern. Ziel der Kampagne ist ein besseres Verständnis für die halbnomadische Lebensweise der Viehhalter zu wecken und diese Art der Ökonomie sowie deren Kultur als schützenswert anzuerkennen. Mehr Informationen sowie einen Filmtrailer finden Sie unter:http://www.karamoja.eu

 

 

HADZABE VIDEO NACHRICHT JETZT ONLINE

von Steffen Keulig, 18. März 2008

Ein Team von FdN hat im Januar die Hadzabe in Tansania besucht. Das daraus entstandene Video ist jetzt in unserem Filmbereich online zu sehen. Sie benötigen dafür den QuickTime oder Real Player.

Naftali, ein Repräsentant der Hadzabe, hat FdN/fPcN für die Unterstützung gegen den geplanten Landraub im Jahr 2007 gedankt und erbittet weitere Hilfe.

 

 

OGIEK UND HADZABE VIDEO NACHRICHTEN

von Steffen Keulig, 26. Februar 2008

Wie wir bereits berichteten, sind die Ogiek von Paramilitärischen Einheiten im Januar angegriffen worden. Mehrere Ogiek fanden den Tod, viele Häuser wurden nieder gebrannt. Die Soforthilfe von FdN vor Ort betrug 1000,00 €. Eine weitere Hilfsaktion Anfang Februar von ECOTERRA Intl., Child Rights Network und FdN erbrachte einen Lkw mit 7 Tonnen an Lebensmitteln, Medikamenten und Decken für die Ogiek.

Ein Team von FdN besuchte erneut auch die Hadzabe in Tansania. Ihnen drohte die Vertreibung von ihrem Stammesland im tansanischen Yaeda-Tal, weil die Tanzania UAE Safari Ltd. das Gebiet in ein Jagdrevier für reiche Saudis verwandeln wollte. Die Pläne waren bei den dort lebenden Hadzabe, einem letzten Jäger- und Sammlervolk in Tansania, auf heftigen Widerstand gestoßen. Die Freunde der Naturvölker e.V. hatten daraufhin eine erfolgreiche Protestkampagne in Koordination mit den Hadzabe gestartet. Aufgrund dessen zog sich die UAE Safari Ltd. aus diesem Projekt zurück.

Über die Situation der Ogiek und Hadzabe werden wir in den kommenden Tagen Videos zur Verfügung stellen.

 

 

1000 € FDN SOFORTHILFE FÜR BETROFFENE OGIEK FAMILIEN

von Steffen Keulig, 29. Januar 2008

Paramilitärische Einheiten jagen Ogiek, während Kikuyu Brandstifter Häuser der fliehenden Ogiek niederbrennen

Die Ogiek sind eines der letzten Jäger- und Sammlervölker in Kenia. Schreckliche Berichte aus Elburgon sprechen davon, wie Polizei und Paramilitärische Einheiten Mitglieder der Ogiek Gemeinschaft jagen, welche sie angeblich für den Tod eines Polizeibeamten verantwortlich machen. Sicherheitskräfte konnten jedoch keinerlei Beweise erbringen, die besagen dass die Ogiek überhaupt in diesen Fall verwickelt sind. Dem Polizist wurde ein Pfeil in den Kopf geschossen.

Julian Bauer von ECOTERRA Intl. und Steffen Keulig von FdN haben die Menschenrechtslage bei den Ogiek dokumentiert. Der kenianische Sender KTN brachte am 23.1.2008 in den 19 und 21 Uhr Nachrichten einen Beitrag der beiden. FdN stellte für die betroffenen Familien eine Soforthilfe von 1000 Euro zur Verfügung.

Bericht vom 19. Jan 2008 – Elburgon / Kenya – WTN

Obwohl die Ogiek, einer der Jäger- und Sammler-Stämme Kenias regelmäßig Pfeil und Bogen mit sich führen um ihr marginalisiertes Leben zu erhalten, während sie meist Honig und Wildfrüchte aus dem Wald sammeln, haben sich andere in der Gegend lebende Stämme, wie die Kikuyu, Maasai und Kalenjin auch mit solchen traditionellen Waffen gerüstet, seit nach den Wahlen in Kenia vor drei Wochen Gefechte ausbrachen. Nachdem der Polizist im Krankenhaus starb, wurde nun eine Fahndung eingeleitet um den Schuldigen zu finden. Während der chaotischen Suche in den ausgedehnten Wäldern um Mariashoni leiden hauptsächlich die Ogiek unter polizeilicher Brutalität.

Letzte Nacht wurden mehr als 20 Häuser ansässiger Ogiek in Mariashoni / Mau Forest durch Kikuyu Jugendliche angezündet und brannten nieder. Diese Tat begingen sie anscheinend nachdem die Ogiek aus ihren Häusern geflohen waren um nicht in die Polizeioperation verwickelt zu werden. Die Kikuyu Jugendlichen erhalten angeblich Schutz von den Sicherheitskräften und konnten den Brandanschlag gegen die Ogiek ausführen während die Sicherheitskräfte zusahen.

Durch die Kikuyu Jugendlichen errichtete Straßenblockaden entlang der Straße nach Elburgon haben es den Menschenrechtsanwälten bis jetzt unmöglich gemacht in die Zone vorzudringen.

Weiteren Information unter www.ogiek.org wir bitten um Ihren Beitrag zu der Entlastungshilfe für die Ogiek.

 

 

FDN STARTET ZUSAMMENARBEIT MIT PYGMÄEN IM KONGO

von FdN, 28. Dezember 2007

Kongo: das heißt Bürgerkrieg, Holzeinschlag und korruptes Militär. Eines der letzten grossen Urwaldgebiete in Afrika wird dem Erdboden gleich gemacht.Dort ist auch die Heimat der Batwa und Bambuti Pygmäen, die durch Diskriminierung und Stammeslandverlust kurz vor der kulturellen Auslöschung stehen. OSAPY, eine der wichtigsten Pygmäenorganisationen in der DR Kongo, ist unserem fPcN Netzwerk für die Bewahrung der kulturellen Vielfalt beigetreten. Nach Gesprächen mit dessen Vorsitzenden Willy Loyombo Esimola im Dezember 2007 haben die Freunde der Naturvölker beschlossen die Pygmäen zu unterstützen. Als eine der ersten Massnahmen finanzieren und helfen wir OSAPY beim Aufbau einer umfangreichen Internetpräsenz. Diese soll den Pygmäen erstmals ermöglichen ihre Themen selbst im Internet zu publizieren.
Organisation für den Prozess der Ansiedlung, den Alphabetismus und die Förderung der Pygmäen (OSAPY)
(Der Begriff der Ansiedlung bezieht sich primär auf die territoriale Integrität des Stammeslandes als anerkannter Rechtsraum der Batwa Pygmäen)

11 Boulevard Mobutu
Commune de la Makiso
Kisangani, RDC

I.    GESCHICHTE

OSAPY ist eine Organisation, die 1998 in Opala (Province Orientale), in der Demokratischen Republik Kongo, gegründet wurde. Sie arbeitet vornehmlich darauf hin die Rechte der Pygmäen zu fördern. In Folge einer Entscheidung der Generalversammlung, wurde der Hauptsitz 2002 nach Kisangani verlegt.

II.    MOTIVATIONSANTRIEB VON OSAPY

•    Die Pygmäen sind die Ureinwohner der DRK, leben aber als heimatlose Flüchtlinge in ihrem eigenen Land.
•    Die Pygmäen leiden unter schweren und sich täglich wiederholenden Menschenrechtsverletzungen.
•    Die Pygmäen werden bei den kongolesischen, legislativen Reformen überhaupt nicht berücksichtigt.
•    Das kulturelle Erbe der Pygmäen wird durch die dominanten Kulturen bedroht.
•    Die Pygmäen haben keinen Zugang zu Gesundheitsfürsorge oder Bildung.
•    Sie haben keinen Einfluss zu Entscheidungen auf politischer Ebene.

III.     HANDLUNGSRAUM

Territorien in der Province Orientale:
Opala, Banalia, Bafwasende, Yahuma und Mambasa

Territorien in der Provinz L’Équateur:
Ikela

Territorien in der Provinz Kasaï Oriental:
Lomela (Stammesfürstentum der Djonga)

IV.      VISION ODER VERFAHRENSWEISE

Obwohl Nothilfe wichtig ist (Verteilung von Lebensmittel usw. an die Pygmäen) wird dadurch jedoch der Flüchtlingsstatus der Pygmäen erhalten. OSAPY befürwortet hauptsächlich eine fördernde und teilnehmende Verfahrensweise, wobei die Pygmäen selbst an der Ausführung der Projekte und an der Lobby-Arbeit beteiligt sind, um die Anerkennung ihrer Rechte als Ureinwohner zu bekommen. Sie sollten selbst in der Befürwortung und Lobby-Arbeit involviert sein, um die Anerkennung ihrer Traditions- und Gewohnheitsrechte und Stammterritorien zu gewinnen.

V. BEREICHE DES WIRKENS

1. Befürwortung/Appell

OSAPY untersucht jede Verletzung der Reche der Pygmäen und zeigt die Täter an. Sie führt informelle Anfragen durch und veröffentlicht regelmäßig Berichte über Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Pygmäen in der DRK. In Zusammenarbeit mit anderen ansässigen Organisationen, macht OSAPY eine Lobby-Arbeit auf der Ebene nationaler- und internationaler Institutionen um Anerkennung der traditionellen Gewohnheitsrechte der uransässigen Pygmäenbevölkerung in dem Prozess der Forstreformen in der DRK zu gewinnen.

OSAPY kämpft für das Recht der Pygmäen an den politischen Prozessen teilnehmen zu können, für die Anerkennung ihrer Stammterritorien und den Appell für ein spezifisches Gesetz, das explizit die Rechte der uransässigen Pygmäenbevölkerung anerkennt.

2. Outreach-Programm für die Rechte der Ureinwohner

OSAPY arbeitet darauf hin, die Pygmäen für ein fortwirkendes Bewusstsein ihrer Menschenrechte, insbesondere ihrer Rechte als Ureinwohner zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck, werden internationale Schutzinstrumente und –mechanismen herangezogen.

3. Beteiligung an der Implementierung der Waldgesetzgebung

Zusammen mit OCEAN (Organisation Concertée des Ecologistes et Amis de la Nature) und dem RESEAU RESSOURCES NATURELLES (von CENADEP koordiniert), arbeitet OSAPY darauf hin die Pygmäengemeinschaften über die Forstordnung in der DRK aufzuklären. Zu diesem Zweck verwendet sie »Participative Mapping«: Die lokalen Gemeinschaften und die uransässigen Pygmäenbevölkerung wird dabei unterstützt präzise, geo-referenzierte Karten von ihren eigenen Nutzungsgebieten und Ressourcen herzustellen. Dadurch wird auch der Gebrauch dieser Ressourcen von den Gemeinschaften dargestellt. Die von den Gemeinschaften angefertigten Karten dienen auch als Mittel im Appell und in der Lobby-Arbeit. Die Regierung und andere Entscheidungsträger werden aufgefordert die traditionelle Gewohnheitsrechte und die Stammterritorien anzuerkennen, die durch den industriellen Abbau von Holz und durch neue Landschaftsschutzgebiete (Nationalparks) bedroht werden.

4. Alternative Mikro Entwicklungsprojekte

Um die Lebensverhältnisse der Pygmäen zu verbessern (wenn auch nur minimal) und gegen den Analphabetismus zu kämpfen, arbeiten wir mit den Pygmäen zusammen um Mikroprojekte in den Bereichen Lebensraum, Gesundheit, Beseitigung des Analphabetismus und Schulung der Kinder, Landwirtschaft, Notfälle und Förderung der Frauen durchzuführen.

Im Bereich Gesundheit handelt es sich um die Einführung eines transportablen Gesundheitsdienstes, der einen medizinischen Dialog zwischen der traditionellen Pharmakopöe der Pygmäen und der modernen Medizin fördern soll. Um dieses zu ermöglichen, werden Teams zusammengestellt die mit den Pygmäen in Verbindung stehen und welche die komplizierten medizinischen Fälle zur nächsten Klinik bringen.

Im Bereich Schulung arbeitet OSAPY zunächst darauf hin den Sprachen der Pygmäen eine schriftliche Form zu geben. Es wird auch ein Unterrichtsprogramm entwickelt werden, das der Anthropologie und der Kultur der Pygmäen entspricht.

5. Anthropologische und juristische Studien
OSAPY erarbeitet eine kritische Betrachtung der Darstellung der Pygmäen in der kongolesischen Literatur und versucht unter Hinzuziehung der Pygmäen die Ursprünge deren Kultur zu finden und ein Rechtsarsenal der traditionellen Gewohnheitsrechte herzustellen. Diese dient als Basis der Arbeit der »Dynamique des Groupes Autochtones de la RDC« die für die Entwicklung eines normativen Rahmens oder eines spezifischen Gesetzes zu Gunsten der Pygmäen kämpft.

 

 

HADZABE SIEG ÜBER GEPLANTEN LANDRAUB

von Steffen Keulig, 7. November 2007

Liebe Freunde, Mitglieder und UnterstützerInnen,
wie wir gerade erfahren haben, hat sich die UAE Safaris Ltd. aus ihrem Projekt im Yaeda Tal zurückgezogen (das Original Statement der UAE Safaris Ltd. folgt weiter unten). Die Pläne waren bei den dort lebenden Hadzabe, einem letzten Jäger- und Sammlervolk in Tansania, auf heftigen Widerstand gestoßen. Ihnen drohte die Vertreibung von ihrem Stammesland im tansanischen Yaeda-Tal, weil die Tanzania UAE Safari Ltd. das Gebiet in ein Jagdrevier für reiche Saudis verwandeln wollte. Wir berichteten ausführlich.
Auch die Freunde der Naturvölker e.V. hatten Protestbriefe an die zuständigen Stellen in Tansania und das deutsche Außenministerium geschrieben. Allen, die unsere Protestbrief-Aktion unterstützt haben, gilt unser Dank!

Rückblick Mai/Juli 2007:
Der aktuelle Konflikt besteht darin, dass sich die Tanzania UAE Safari Ltd. für ein sehr großes Areal in Tansania interessiert, auf deren Grund ein privates Jagdrevier etabliert werden soll. Die Tanzania UAE Safari Ltd. agiert im Namen der  Königsfamilie Abu Dhabis (Prinz Hamdan bin Zayed). Ein Teil des ursprünglich 3 975 km² großen Areals wurde schon an die Tanzania UAE Safari Ltd. verpachtet. Der zweite und größere Teil soll nun ebenso in die Hände der Tanzania UAE Safari Ltd. übergehen. Um das zu verwirklichen sind bereits Verträge an ein Ratsmitglied gesandt worden. Offiziell verwalten die Hadzabe und die indigenen Barabaig Hirten dieses Gebiet und dementsprechend haben sie die Entscheidungsgewalt. In den Ratssitzungen, die zu diesem Sachverhalt abgehalten worden sind, waren sich die Ratsmitglieder einig, dass die Tanzania UAE Safari Ltd. mit ihnen in Verhandlung treten soll. Das ist jedoch bis zum heutigen Tage nicht geschehen. Die tansanische Regierung wiederum sah dieses Angebot als Einwilligung in den Pachtvertrag („The deal was approved.“ IPACC) und sicherte der Tanzania UAE Safari Ltd. das Land zu!
Das würde für die Hadzabe eine erhebliche Bedrohung ihrer bisherigen Lebensweise bedeuten, da die Anzahl der Wildtiere zusätzlich erheblich schrumpfen würde. Zudem wären sie in ihrer Wanderschaft eingeschränkt und würden den Gefahren der Zivilisation aufs Neue ausgesetzt werden.
Die jüngste Missachtung der Menschenrechte ereignete sich, als Richard Baalow, ein Sprecher der Hadzabe, der eng mit dem Hunter-Gatherer Forum of East Africa (www.hugafo.org) und dem IPACC zusammenarbeitet, am 20. Mai 2007 von der tansanischen Polizei verhaftet worden ist. Das zeigt deutlich, dass die tansanische Regierung die Hadzabe einschüchtern und mundtot machen will!

Aus diesem Grund müssen ausländische NGOs und Regierungen Druck auf die tansanische Regierung und auf die Tanzania UAE Safari Ltd. ausüben um Sorge zu tragen, dass eines der letzten nachhaltig und subsistent lebenden Jäger- und Sammler-Völker Afrikas ihr Leben selbst bestimmt führen dürfen!

Most important part of the statement by the UAE Safaris Ltd.:
„The Eshkesh Safari Company has surrendered the rights it had  secured in 2006 to manage and sustainably utilise the Yaeda Chini/ Lake Eyasha region for hunting. This decision was taken with  great reluctance as the withdrawal meant ending numerous human welfare, and wildlife sustainability programs that had been created and initiated following extensive and ongoing  consultation with all villages – including Hadzabe  representatives – in the region. The Eshkesh Safari Company had commenced extensive regeneration and wildlife protection programs in order to revive the areas wildlife that has been heavily depleted by poachers. The intention was not to initiate hunting trips in the region for several years in order to return animal stocks to sustainable levels.

To suggest or imply that the company operations included  restricting or preventing Hadzabe tribesmen from continuing their traditional hunting practices is incorrect – traditional hunting  practices are subject only to Tanzanian law. However, a commercially motivated misrepresentation of the company’s intentions and activities has been continuously perpetuated by certain interest groups. This has regretfully caused us to review the long term sutsainability of our planned program in the entire region resulting in our reluctant withdrawal.“

 

 

CHRONOLOGIE DES HADZABE LANDRAUBES

von Steffen Keulig, 31. August 2007

Die Aktivitäten der Tanzania UAE Safaris Ltd., um das Hadzabe Land im Lower Yeada Valley unter ihre Kontrolle für touristische Safaris zu bringen, begannen bereits im Jahre 2005 unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Auch im Jahre 2006 wurden geheime Übereinkommen mit Regierungsvertretern Tansanias abgeschlossen. Im selben Jahr begann sich der Widerstand der Hadzabe zu formieren. Angefügt ist die Bewerbung der UAE Safaris Ltd. für das Gebiet.

Dies sind Auszüge aus einem achtseitigen Text, der nun in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst worden ist. Es könnten Fehler aufgetreten sein, da nicht alle Daten im Original aufgeführt waren.
1.    Das Dorf Mongo wa Mono besitzt einen legalen Landtitel ausgestellt vom Land Registry Office in Moshi, Nr. 11045, AR/R/1591 für einen Zeitraum von 99 Jahren. Das bezieht sich auf eine Fläche von 47 070 Hektar, registriert unter der Nummer 25017 und aufbewahrt im Büro des Director of Land Registration in Dar es Salaam.

2.    Pläne zur erstmaligen Besichtigung des Lower Yaeda Tal wurden zwischen Vertretern des UAE und dem District Wildlife Officer von Mbulu und Führern auf Bezirksebene im Geheimen beschlossen ohne die Gemeinschaft in Kenntnis zu setzen.

3.    Ein von TUSL am 7. April 2005 verfasster und an den Director of Wildlife in Dar es Salaam adressierter Brief trug den Titel „BEWERBUNG UM DEN JAGDBLOCK YAEDA CHINI VON TANZANIA UAE SAFARI LTD“. Es gibt keine Akte über eine Antwort vom Director of Wildlife.

4.    Ein am 23. April 2005 von Bader Marei Nahdi, Koordinator/Direktor von TUSL verfasster Brief an den District Executive Director von Mbulu trug die Bitte das Lower Yaeda Tal und Lake Eyasi für touristische Jagden nutzen zu dürfen.

5.    Der District Wildlife Officer hat sich im Namen der Tanzania UAE Safari Ltd (TUSL) im District Council dafür ausgesprochen und wurde in einem Brief vom 25. Juni 2006 von Bader Marei Nahdi namentlich erwähnt das Lower Yaeda Tal für touristische Jagden zu nutzen.

6.    Nachforschungen haben ergeben, dass der ausländische Investor nicht den angemessenen legalen Weg verfolgt hat sondern lediglich den Landtitel über eine Person, den District Wildlife Officer erhalten hat. Dieser hat andere Menschen überredet einzustimmen.

7.    Versammlungsprotokolle sind gefälscht worden und Namen von Menschen wurden ohne deren Einwilligung notiert um den Anschein zu erwecken, dass sie dem Landverkauf zugestimmt hätten.

8.    Mitglieder der Dorfräte wurden nicht öffentlich über den Landverkauf informiert und ihnen wurde die Wahrheit verschwiegen.

9.    Der District Commissioner und der Wildlife Officer besuchten die Dörfer häufig und ermutigten die Offiziellen der Dörfer den Plänen zuzustimmen. Sie machten Versprechungen, dass Secondary Schools, Brunnen, Bewässerungsanlagen und Straßen gebaut werden.

10.    In einer Versammlung mit den Bewohnern des Lower Yaeda Tal fragte Naftali Kitandu, ob der District Commissioner nicht andere Investoren suchen könne. Der District Commissioner und der Wildlife Officer beleidigten Herr Kitandu öffentlich, der im Umkehrschluss sagte, dass er für die Verteidigung der Landrechte der Hadzabe im Lower Yaeda Tal sogar sterben würde.

11.    Den Hadzabe wurde eröffnet, dass sie für eine gewisse Zeit noch die Erlaubnis hätten zu jagen, doch dass ihnen das Jagen in dieser Region auch verboten werden könne. Daraufhin begannen Proteste und sie drohten Journalisten aufmerksam zu machen.

12.    Seit September 2006 halten die stammesältesten Hadzabe regelmäßig Versammlungen ab um über den Verkauf des Landes ohne deren Einwilligung zu diskutieren.

13.    Am 3. November 2006 wurden „ein paar geldliebende Menschen“ [vier Hadzabe und der Vorsitzende des Dorfes Mongo wa Mono] vom District Commissioner „gefangen“, was darauf hindeutet, dass sie bestochen worden sind.

14.    Herr Kitandu versuchte seine Beschwerde beim CCM der Region vorzutragen, doch ihm wurde gesagt, dass es sich um eine Regierungsangelegenheit handele, die der District Council bereits genehmigt hatte.

15.    Bewohner der Dörfer wollten sich mit dem ausländischen Investor treffen, um ihm zu verdeutlichen wo Hilfe benötigt werde, doch ihnen wurde gesagt, dass dies unmöglich sei.

16.    Ein Komitee von fünf Hadzabe wurde gewählt, die die Landrechte verteidigen und das Problem in den Zeitungen und anderen Medien publik machen sollten.

17.    Die Mitglieder des Komitees wurden bedroht und andere, die den Verkauf offiziell verurteilten, wurden in Arrest genommen oder ins Gefängnis gebracht.

18.    Naftali Kitandu wurde am 19. November 2006 verhaftet und nach Rumande [nicht sicher ob es eine Polizeistation ist] gebracht, obwohl er sich nichts hat zuschulden kommen lassen, sondern nur den Landverkauf an die Araber verurteilt hat.

19.    Der Grund für Herr Kitandus Festnahme war ihn von den Verhandlungen fernzuhalten, denn er wird als das größte Hindernis betrachtet; außerdem sollen andere davon abgebracht werden sich für die Belange der Hadzabe einzusetzen.

20.    Die Gemeinschaft der Hadzabe wäre sehr glücklich, wenn die Regierung die Umweltbedingungen verbessern würde um das Lower Yaeda Tal und die Lake Eyasi Region attraktiver für Touristen zu machen beispielsweise durch Migrationswege für Wildtiere wie von der African Wildlife Foundation. Doch sie sind strikt dagegen, das Land in die Hände ausländischer Investoren zu geben.

Tanzania UAE Safari Ltd
PO Box 10305
Arusha
Tansania

23. April 2005

Executive Director (District)
District Council
PO Box 74
Mbulu

BEWERBUNG, DIE YAEDA/LAKE EYASI REGION ZWECKEN DER TOURISTISCHEN JAGD ZUZUFÜHREN

Betreff: Gespräch mit dem Deputy Executive Director am 19. April 2005 in ihrem Büro bezüglich der Bewerbung um die Yaeda/Lake Eyasi Region

Nach dem dreimaligen Besuch zusammen mit unseren Klienten sind wir sehr von dem Gebiet begeistert, so dass wir eine formale Bewerbung auf das Gebiet aussprechen. Unsere Gäste, die in das Gebiet reisen werden, sind VIPs und verfügen über große Kapazitäten [oder auch Einfluss] in verschiedenen Bereichen. Dazu werde ich später näher eingehen.

Außerdem möchte ich anmerken, dass wir bereits die einleitenden Prozeduren durchgeführt haben. Dazu gehörte der Besuch der Bevölkerung, der uns durch die Zusammenarbeit mit ihrem Büro ermöglicht wurde und wir sind glücklich, dass die Bevölkerung positiv auf unsere Bewerbung reagiert hat.

Auf den Wunsch der lokalen Bevölkerung und ihrer Behörde hin, sie mit Ausrüstung für den Kampf gegen Wilderer auszustatten, welches seit langer Zeit ein großes Problem in dieser Region ist, hat unsere Firma bereits ein Auto (Landrover Defender 100 Tdi Pickup Nr. DO 4592) und fünfzig Uniformen gespendet. Diese Spende wird es dem Wildlife Office ermöglichen gegen Wilderei zu kämpfen und andere Aktivitäten für den Schutz von Wildtieren und der Umwelt einzuleiten. Das ist nur der erste Schritt im Versprechen, dass unsere Firma weiterhin gegen Wilderei kämpfen wird um die Wilderei zu beenden und Wildtiere in diese Region zurückkehren zu lassen.

Um die Bildung des Collaborative Wildlife Management zu stärken hat unsere Firma in Partnerschaft mit ihrem Wildlife Office Projekte für zwei Jahre (2005 bis 2007)  geplant, die von uns voll unterstützt werden, falls wir die gewünschte Region erhalten. Die Projekte zielen darauf ab, die lokale Bevölkerung miteinzubeziehen und sie zu entlohnen um sie vor der Armut zu schützen.

Wie ich bereits erwähnte, sind unsere Gäste berühmt und sie haben großes Potenzial Hilfe und Entwicklungen zu bringen. Im Vergleich zu anderen Touristen, die an das Jagen in diesem Land gewöhnt sind, jagen diese Menschen nicht für den Profit sondern deren Hauptaugenmerk liegt auf einem Urlaub mit ihren Familien und Freunden, weil es in der Jagdsaison in deren Ländern heiß aber hier angenehm ist. Die Natur ist in diesem Teil Tansanias ruhig und zieht Besucher an. Sie jagen hauptsächlich kleine Tiere oder Vögel.

Während ihres Aufenthaltes in diesem Land wollen die Gäste mit den Menschen vor Ort arbeiten und bei Entwicklungsplänen durch finanzielle Unterstützung und Spenden helfen, so dass Projekte beendet werden können. Außerdem erhalten die Menschen, die in der Region leben, die Möglichkeit zu arbeiten. Die von ihnen gefertigten Produkte wie Nahrungsmittel oder Dekorationen werden entweder zur Benutzung in den Camps oder von den Touristen gekauft.

Die Firma möchte betonen, dass sie auf jegliche Anfrage für Hilfe für Projekte reagieren werde, egal ob von den Dorfbewohnern oder vom District Council, falls von beiden Seiten der Vertrag unterzeichnet wird.

Als Anhang füge ich das Zertifikat der Registrierung unserer Firma TANZANIA UAE SAFARI LTD für ihre Akten hinzu.

Wir hoffen, dass unsere Bewerbung sorgfältig geprüft wird und dass wir die Region bekommen, um die wir gebeten haben.

Vielen Dank im Voraus,

Bader Marei Nahdi
Coordinator/Direktor
Tanzania UAE Safari Ltd.

 

 

TREFFEN DER HADZABE ÄLTESTEN BESCHLIESST WIDERSTAND

von Steffen Keulig, 29. August 2007

Bei einem Treffen von Hadzabe Ältesten wird einstimmig der Widerstand gegen die geplante Verpachtung ihres Stammeslandes an eine arabische Königsfamilie für Safaris beschlossen. Am Ende des Berichts veröffentlichen wir erstmals die Details der arabischen Königsfamilie.

„Das Land ist die Mutter aller weltweiten Lebewesen und wir sollten uns daran erinnern, dass wir keine Nutzungsfreiheiten mehr haben werden, falls wir unser Land aufgeben und es in die Hände des Investors geben.
Lasst uns auch Meatu betrachten. Die Hadzabe wurden verhaftet, ins Gefängnis gebracht und starben dort; das Problem begann ähnlich wie in unserem Dorf. Wir können erkennen, dass dies ein schwerwiegendes Problem ist; wo werden unsere zukünftigen Generationen hingehen und was werden sie erben?“

Bitte beteiligen Sie sich an unserer Protestbrief-Aktion am Ende des Berichts!

Notizen einer Versammlung der Stammesältesten im Yaeda Chini Tal am 27. und 28. Juli 2007

Der Sprecher der Mbulu gab einige Beispiele zur Beeinflussung der Hadzabe-Gemeinschaft und des Hadzabe-Landes, da ein Streit über Landrechte geführt wird.

„Das Land ist die Mutter aller weltweiten Lebewesen und wir sollten uns daran erinnern, dass wir keine Nutzungsfreiheiten mehr haben werden, falls wir unser Land aufgeben und es in die Hände des Investors geben.“

Die Stammesältesten dankten dem Sprecher und begannen ihre Gedanken über die Probleme von touristischen Jagden im Yaeda Tal zu sammeln. Danach fragten sie: „Haben wir genug Land für uns und wenn ja, können wir das überschüssige Land an sie abgeben?“ Die Stammesältesten waren einstimmig einig darüber, dass nicht genügend Land zur Verfügung stehe und dass nicht genug Tiere zur eigenen Versorgung vorhanden seien. Die Anzahl der Tiere war bereits wegen Waffengebrauchs dezimiert und weil der Gemu [Game Officer?] des Bezirks, Allan Shanny, Tiere zusammen mit Wilderern aus Singida jagt.

Wir sollten das Beispiel aus Loliondo betrachten [sagten die Stammesältesten]; was haben die Einheimischen bekommen oder welchen Gewinn haben sie erzielt? In Loliondo mussten die ausländischen Investoren kurz Aufsehen erregen und nun gehört das Land ihnen. Wir wissen, dass die Führer unseres Landes gierig und der Grund für viele Konflikte in Tansania sind. Lasst uns auch Meatu betrachten. Die Hadzabe wurden verhaftet, ins Gefängnis gebracht und starben dort; das Problem begann ähnlich wie in unserem Dorf. Wir können erkennen, dass dies ein schwerwiegendes Problem ist; wo werden unsere zukünftigen Generationen hingehen und was werden sie erben? Es gibt viele Beispiele zu den Taten der Araber und dort wo sie leben, entwickelt sich nichts mehr stattdessen weinen die Menschen. Bei der Betrachtung der Führer zeigt sich, dass sie viel Land unter dem Vorwand der Investition verkaufen, doch eigentlich kommt es ihnen und ihrem familiären Gewinn zugute, so dass sie die Gesetze des Volkes brechen und ihre Position zum Landverkauf ausnutzen ohne die Gemeinschaft befragt zu haben.

Die Rechte der indigenen, historisch und kulturell wichtigen Menschen werden verletzt; besonders wichtig sind die Hadzabe, weil wir jagen und sammeln und unsere traditionelle Nahrung zubereiten.

Am Anfang waren die Umstände noch unbekannt, dass Menschen Versprechungen gemacht worden sind und dass die Führer auf Bezirksebene Autos und finanzielle Unterstützung erhalten haben um sich persönlich zu bereichern und die Gewinne nicht der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt haben. Deshalb sind die im Yaeda Tal stattfindenden Prozesse eine Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung auf ihrem eigenen Land und primär ein krimineller nationaler Angriff auf die Hadzabe.

Die Stammesältesten werden diese Taten weiterhin verfluchen. Wir werden diejenigen, die in den Diebstahl unseres Landes involviert sind, immer und immer wieder verfluchen.
Die Mitglieder des 1999 stattgefundenen Seminars „Good Governance and Village Land“ erklärten den anderen Hadzabe, dass das Land nicht den Ministern oder den Mitgliedern des Parlament gehöre sondern dass es das Eigentum der Bürger sei. Aus diesem Grund ist der Kampf fair: unser Land soll uns nicht von gierigen Führern genommen werden, die kurzzeitig ihre Gewinne steigern wollen.

Nach vielen Erklärungen und guten Beiträgen reichten sich die Stammesältesten die Hände [besiegelten die Zusammenarbeit] und ermahnten sich zur nächsten Versammlung die Beschwerden der anderen Dorfbewohner zu sammeln.
Die nächste Versammlung soll eine Entscheidung bringen und das Problem im Bezirk, in der Region, im Parlament von Tansania und bei jedem Minister bekanntmachen, der die Hadzabe repräsentiert, so dass das Parlament auf die Probleme der Jäger und Sammler aufmerksam gemacht wird.

DIE FÜHRER UNSERES LANDES HABEN VERGESSEN WOHER WIR KOMMEN UND HABEN DEN WUNSCH DES GRÜNDUNGSVATERS DER NATION, JULIUS KAMBARAGE NYERERE, VERGESSEN, DIE TANGANYIKANS AUS DEN FÄNGEN DER KOLONISTEN ZU BEFREIEN UND UNS FRIEDE, RUHE UND FREIHEIT ZU BRINGEN.

WIE BEACHTEN DIE FÜHRER DER VIERTEN REGIERUNG DIE PROBLEME UND DIE BITTEN DER BÜRGER?

WIR LIEBEN DEN FRIEDEN UND DIE FREIHEIT ALS TANSANIER UND WIR WOLLEN KEINEN KRIEG MIT DER REGIERENDEN PARTEI, DOCH STATTDESSEN SIND DIE FÜHRER BEREIT, DIE HADZABE, DIE DIE WAHRHEIT SAGEN, ZU ZERSTÖREN. DIES IST EINE WARNUNG AN UNSEREN STAAT TANSANIA.

Details der aus Saudi Arabien stammenden Familie:

General Sheikh Mohammed bin Zayed Al Nahyan,
Crown Prince of Abu Dhabi
Deputy Supreme Commander of UAE Armed Air Forces,
c/o Ministry of Foreign Affairs
PO Box 1
Abu Dhabi
mofa@uae.gov.ae

HRH Prince Hamdan bin Zayed Al Nahyan
Deputy Prime minister of UAE
c/o Ministry of Foreign Affairs
PO Box 1
Abu Dhabi
mofa@uae.gov.ae

Bitte senden Sie einen Protestbrief (Download) in Deutsch an:

Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland
Außenminister Frank-Walter Steinmeier
Auswärtiges Amt
11013 Berlin
Tel: 030-5000-0
E-Mail: Internetpost@bundesregierung.de

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Tanzania Embassy in Germany:
Botschaft der Vereinigten Republik Tansania
Eschenallee 11
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sowie an die oben angegebenen E-Mail Adressen der arabischen Familie.

Bitte beteiligen Sie sich an der Protestbriefaktion!

 

 

INTERVIEW MIT HADZABE ÜBER DEN LANDRAUB

von Naftali Z. Kitandu, 26. August 2007

Der Hadzabe Naftali Z. Kitandu war zusammen mit Richard Baalow wegen ihrer Weigerung das Hadzabe Land an eine arabische Königsfamilie für private Safaris zu verpachten, zeitweilig inhaftiert worden.

Die Verhandlung über Naftali Z. Kitandu und Richard Baalow vor Gericht wegen ihrer angeblichen „Ruhestörung“ wurde auf Ende September verschoben! Zur Bezahlung ihrer Anwälte werden dringend Spenden benötigt!

„Die Menschen wurden sehr laut. Sie schrien: „Warum werden diese Araber in unser Hadzabe-Land gebracht?“ Manche Leute stiegen auf die Autos….
Nein, Shanny [der District Wildlife Officer] hat mich verhaftet und ins Gefängnis gebracht, weil ich mich dem Landverkauf widersetzte….
Die Probleme werden sehr groß. Hörten Sie von den Schwierigkeiten in Loliondo? Es gibt große Probleme. Ein Kämpfer wurde von einem Auto angefahren, welches den Arabern gehört. Ja, er starb auf der Stelle. Es wird Krieg geben. Haben Sie nicht davon gehört?“

 Interview mit Naftali Z. Kitandu vom 22. August 2007:

Können Sie mir sagen, wann ihr Fall angehört werden wird?
Am 27.

Den 27. September?
Nein, am 27. August, kommenden Montag.

Wie viele von Ihnen werden beschuldigt?
Zwei von uns. Richard Baalow und ich.

Was wird Ihnen zur Last gelegt?
Das Treffen der Comission on Human Rights and Good Governance gestört zu haben.

Wann fand dieses Treffen statt?
Am 25. April diesen Jahres.

Können Sie erklären, wie Sie das Treffen gestört haben?
Wir haben nichts getan. Überhaupt nichts. Rein gar nichts. Wir haben lediglich abgelehnt.

Weil Sie den Verkauf von Hadzabe-Land an die Araber abgelehnt haben?
Ja.

Waren bei dem Treffen andere Hadzabe anwesend?
Ja, dort waren viele Leute.

Haben alle abgelehnt?
Einige von ihnen haben [dem Verkauf] zugestimmt; beispielsweise Athumani, Herr Mahiya, Ruben Mathayo…

Ruben Mathayo ist der Vorsitzende des Dorfes, stimmt das?
Ja. Außerdem haben zwei weitere, Magandula Kizali und Mama Pendo, zugestimmt. Sie wurden alle gekauft.

Wissen Sie, wie viel Geld sie bekommen haben?
Drei Millionen Schilling [umgerechnet 2 400 US$, gleichbedeutend mit einem Jahresgehalt von beispielsweise einem Lehrer].

Drei Millionen Schilling für jeden?
Richtig. Doch wir haben abgelehnt und werden es ablehnen bis wir sterben.

Gab es noch andere Leute, die das Geld abgelehnt haben oder waren es nur Sie beide?
Es gab viele Leute, die das Geld abgelehnt haben. Doch sieben von uns waren die Anführer. Die anderen waren Edith Yesiya, Zephania Mriga, William Filipo, Amina Zengu und Gonga Petro.

Warum sind die anderen nicht verhaftet worden?
Sie haben nur uns beide verhaftet; die beiden Gebildeten.
Sind Sie im Gefängnis gewesen?
Wir waren am 19. April 2007 im Gefängnis.

Wie lange hat Ihr Aufenthalt im Gefängnis gedauert?
Achtzehn Stunden. Am 7. Juni habe ich mich selber der Polizei ausgeliefert.

Sie haben sich selber ausgeliefert? Können Sie das erläutern?
Ich bin zur Polizeistation gegangen. Die Polizei suchte mich, deshalb dachte ich, dass es besser sei, mich selber auszuliefern statt sie mich suchen zu lassen.

Wie lange war dann Ihr Aufenthalt im Gefängnis?
Erneut achtzehn Stunden. Danach wurde der Fall auf Juli vertagt. Er wurde fünfmal vertagt, doch in ein paar Tagen wird er endgültig entschieden. Sie sagten immer wieder, dass sie mehr Zeit für die Untersuchung benötigten.

Befindet sich Richard noch im Gefängnis?
Nein, er ist wieder zuhause. Wir wurden beide gegen Kaution freigelassen.

Wer zahlte die Kaution? War es ein Freund aus diesem oder einem anderen Land?
Aus diesem Land.

Wer ist Ihr Anwalt?
Sein Name ist Francis Stola.

Wo kommt er her?
Er kommt aus Dar es Salaam. Wir haben auch noch einen anderen namens Kiwanga aus Arusha.

Wie haben Sie diese Anwälte gefunden? Haben Sie sie selber angeworben?
Das Legal and Human Rights Centre (LHRC) in Dar es Salaam hat die Anwälte angeworben. Wir hätten nicht die Fachkenntnisse die Anwälte zu finden.

Wer übernimmt die Kosten?
Die Anwälte werden jeder vier Millionen Schilling [rund 3 200 US$] bekommen. Das LHRC wird die Hälfte zahlen und wir werden die andere Hälfte aufbringen müssen. Sie sagten uns, dass wir uns nicht zurücklehnen und leise sein sollen, sondern uns nach Spendern umsehen sollen. Ich habe die Vereinbarung bereits mit dem LHRC unterschrieben.

Haben Sie bisher Geld aufbringen können?
Noch nicht. Aber ich glaube daran, dass wir es schaffen werden.

Erzählen Sie mehr über das Treffen, wobei Ihnen unterstellt wird es gestört zu haben. Was genau ist passiert?
Wir baten darum für die Mehrheit gegen den Verkauf des Landes sprechen zu dürfen, doch die Comission on Human Rights lehnte die Bitte ab.

Was taten Sie nachdem die Bitte abgelehnt worden war?
Wir verhielten uns ruhig.

Sie verhielten sich ruhig? Aber warum wird ihnen dann zur Last gelegt, das Treffen gestört zu haben?
[Er lacht]. Weil wir nicht sagen wollten, was die Anführer hören wollten. Ich werde den Richter suchen, ich glaube sein Name ist Richter Nyarani. Ich werde in sein Büro in Dar es Salaam gehen, so dass er Ihnen die ganze Geschichte erzählen kann. Er sagt offen, dass die Commission nicht involviert war und dass an diesem Tag keine Störung in seiner Commission stattfand. Er hat im Radio angemerkt, dass es keine Störung gab. Doch Leute haben bereits Geld und Autos bekommen; einigen wurden Autos gekauft.

Erzählen Sie mehr über die Commission. Ist es eine Regierungsstelle?
Ja, es ist eine Regierungsstelle. Doch die Anführer würden uns nicht sprechen lassen.

Die Bezirksanführer?
Nein, die Anführer des Dorfes Mongo wa Mono. Ruben, Athumani und…Wie lautet sein Name? Der Sekretär des Dorfrates. Sie sagten, dass wir keine Mitglieder des Dorfes [Mongo wa Mono] seien, so dass wir kein Mitspracherecht hätten.

Wer rief die Commission?
Sie kamen nicht wegen den Streitigkeiten um das Land. Sie kamen um ihrer regulären Arbeit nachzugehen. Während des Treffens fragten die Mitglieder des Dorfes, warum ein ausländischer Investor, ein Araber mit einer touristischen Jagdfirma, ihr Land wegnimmt. Die Hadzabe begannen sich zu beschweren. Zefania begann mit der Beschwerde, und dann Amina Zengu.

Wie war die Reaktion?
Ihnen wurde gesagt, dass sie einwilligen müssten, weil die Regierung bereits eingewilligt hatte.

Wer sagte ihnen das?
Der District Wildlife Officer und der [District Executive] Director.

Wurde schon ein Vertrag für die Nutzung des Landes unterzeichnet?
Es gibt noch keinen Vertrag, doch sie haben ihm [dem Investor] in einem Brief geschrieben, dass sie seine Bitte genehmigen werden.

Ich hörte, dass auf dem Land schon gebaut wird. Stimmt das?
Ja, sie haben bereits ihre Camps errichtet… Vielleicht haben sie auch schon einen Vertrag unterschrieben. Alles ist sehr geheim, alles wird im Verborgenen gemacht.

Um zum Treffen zurückzukommen: Was passierte danach?
Die Menschen wurden sehr laut. Sie schrien: „Warum werden diese Araber in unser Hadzabe-Land gebracht?“ Manche Leute stiegen auf die Autos.

Sagten Sie etwas?
Ich sprach unter vier Augen mit dem Commissioner. Er stimmte der Wahrheit zu, doch er sagte, dass er nichts tun könne, weil unsere Anführer uns nicht mehr zuhören wollen.

Wann baten Sie darum, für die Mehrheit das Wort ergreifen zu dürfen? War es vor der Störung?
Ja, wir baten vor der Störung um Redeerlaubnis, doch die Anführer des Dorfes lehnten es ab, weil wir keine Mitglieder des Dorfes seien.

Wie reagierten die anderen Leute darauf?
Sie sagten, dass wir Dorfmitglieder seien und dass Naftali Gründer des Dorfes war. Wie kann also der Gründer des Dorfes nicht Mitglied des Dorfes sein?

Was geschah danach?
Das Treffen wurde abgebrochen und die Commission verließ [das Dorf].

Sie sagten, dass Sie am 19. April verhaftet worden sind und dass das Treffen am 25. stattfand. Ist das richtig?
Ja, das stimmt.

Also sind Sie vor dem Treffen der Commission on Human Rights verhaftet worden?
Ja.

Warum sind Sie zum ersten Mal verhaftet worden?
Herr Mahiya, Ruben und Magandula wurden vom District Commissioner zum Premierminister gebracht um zu sagen, dass die Hadzabe dem Investor zustimmen. An diesem Tag war ich mit dem lokalen Ratsmitglied von Yaeda Chini zusammen. Ich fragte ihn: „Warum unterstützt ihr den Investor?“ Er erklärte mir, dass er neu gewählt ist und dass er das Problem von jemand anderem übernommen hat. Daraufhin fragte ich ihn: „Ist es gut?“ Er antwortete, dass keine der NGOs den Hadzabe jemals geholfen haben und der Investor es vielleicht tun könnte.

Ist das Ratsmitglied ebenfalls ein Hadzabe?
Nein, er ist Mnyiramba. Er erhielt ebenfalls Geld. Was werden sie schon anderes sagen, wenn sie gekauft worden sind?

Hat er auch ein Auto erhalten?
Nein, die beiden einzigen die Autos erhalten haben, sind der District Wildlife Officer und der Direktor.

Was geschah danach?
Herr Mahiya wand sich während des Gespräches ab und fragte mich: „Wer bist du, dass du dich gegen die Araber widersetzt? Du bist lediglich ein kleines Kind.“

Ist Herr Mahiya sehr alt?
Ja, er ist ein alter Mann. Er sah, wie ich mich mit dem Ratsmitglied unterhalten habe und ich sagte ihm: „Fünf Leute sind bereits gekauft worden; falls du auch gekauft bist, was kannst du noch sagen?“ Dann begann er mich zu beleidigen. [`kutukana` kann auch mit fluchen, beschimpfen oder schwören übersetzt werden]. Nachdem er mich drei Mal beleidigt hatte, schlug ich ihn. Ich will es nicht verleugnen. Aber ich habe ihn nicht geschlagen, weil er mich beleidigt sondern weil er gelogen hat. Er erzählte dem Premierminister, dass alle Hadzabe den Landverkauf unterstützen, doch das ist nicht die Wahrheit.

Sind Sie verhaftet worden, weil Sie Herr Mahiya geschlagen haben?
Nein, Shanny [der District Wildlife Officer] hat mich verhaftet und ins Gefängnis gebracht, weil ich mich dem Landverkauf widersetzte.

Erzählen Sie mehr über Ihre Fahrt nach Dodoma. Wen trafen Sie?
Ich traf alle MPs. Herr Wilbrod Srllaa, den MP von Karatu, Mugana Msindai von Iramba East, Shibuda von Shinyanga und Lele von Ngorongoro.

Was sagten Sie zu ihnen?
Ich übergab ihnen die Dokumente. Sie sagten, dass sie sie lesen und uns offiziell im Parlament vertreten werden, wenn es öffnet.

Wann öffnet es?
Ich bin mir nicht sicher. Sie werden es mich wissen lassen.

Denken Sie, dass sie Sie wirklich vertreten werden?
Vielleicht können sie es, wir werden sehen. Die Probleme werden sehr groß. Hörten Sie von den Schwierigkeiten in Loliondo? Es gibt große Probleme. Ein Kämpfer wurde von einem Auto angefahren, welches den Arabern gehört.

Starb er?
Ja, er starb auf der Stelle. Es wird Krieg geben. Haben Sie nicht davon gehört? Wir müssen die Nachrichten verfolgen; wir müssen immer wissen was passiert. An dem Eröffnungstag des Parlaments werde ich dort hingehen und sehen und hören, was die MPs zu sagen haben.

Wie reagieren höhere Regierungsstellen auf diese Probleme?
[Lacht]. Die Probleme sind dort, die Probleme befinden sich in den höchsten Regierungsstellen. Während der Wahlen im Jahre 2005 kam Geld von den Arabern. Das ist der Grund, warum die Großen uns nicht zuhören wollen.

Hat der Premierminister Herr Athumani geglaubt als er sagte, dass alle Hadzabe den Landverkauf unterstützen?
Der Premierminister ist wahrheitsliebend. Ich sprach mit ihm und er sagte mir, dass ich nicht zum Parlament kommen solle. Er sagte, dass ich den Regional Commissioner und den District Commissioner aufsuchen solle. Doch der Präsident weiß über alles Bescheid. Er weiß alles. Wir schrieben ihm, doch er antwortete lediglich in politischen Klauseln. Haben Sie die Briefe nicht? Ich werde sie vorbeibringen.

 

 

HADZABE – MEIN HERZ BLUTET!

von Sanjo Bakari, 23. Juli 2007

Sanjo Bakari: „Wie kann es heutzutage und in dieser Welt noch dazu kommen, dass die unschuldigen Hadzabe aus Tansania von ihrem Land vertrieben werden, um es an eine reiche Königsfamilie aus Abu Dhabi zu verpachten, die für sich und ihre skrupellosen Freunde einen privaten Safari-Spielplatz suchen.
Zunächst wurden sie immer als „backwards“ angesehen- und nun verpachtet man ihr zuhause? Das ist eine zutiefst unfaire Verletzung der Menschenrechte!“

Beteiligen Sie sich noch heute an unserer Protestbrief-Aktion!

Protestbrief-Aktion am Ende!

„Wo bleibt die Demokratie? Bezeichnet sich die tansanische Regierung nicht als demokratisch? Wenn wir diese Frage bejahen können, müsste die Regierung der von Abraham Lincoln postulierten Definition folgen und gehorchen: Demokratie ist die Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk!
Wenn das der Fall ist, wem dient die Verpachtung des Landes? Warum zieht die Regierung den Zorn des tansanischen Volkes auf sich indem sie unvernünftige Entscheidungen trifft, die dazu führen werden, dass das Leben der unschuldigen Hadzabe gefährdet wird? Nur um den Wünschen einer reichen Königsfamilie zu entsprechen?! Das ist eine sehr unmenschliche und rücksichtslose Vorgehensweise und sollte von allen Menschen verurteilt werden!
Wenn die Menschen schon immer auf diese unfaire Art und Weise gehandelt hätten wie die tansanische Regierung es nun mit dem 2 500 m² großen Areal plant und jede Ausbeutung unter dem Denkmantel der für jedes Individuum nützlichen Modernisierung ausgeführt worden wäre, gäbe es in weiten Teilen der Welt keine indigenen Volksstämme mehr! Die tansanische Bevölkerung ist sich darüber im Klaren, dass weite Teile ihres Landes und ihrer indigenen Volksstämme nicht als modern gelten und nach der Logik der tansanischen Regierung modernisiert werden müssten. Doch der Modernisierungsprozess verläuft subjektiv und zur Bereicherung der Regierung und somit ist es nicht verständlich, dass die Hadzabe modernisiert werden sollen aber anderen Volksgruppen wie z.B. den Chaggas in Kilimandscharo oder den Meru in Arusha keine Hilfe, wie die tansanische Regierung es nennt, in Form von Schulen, Straßen und Krankenhäusern zur Verfügung steht. Durch diese milden Gaben würde das Land und das Volk der Hadzabe zerstört werden! Die tansanischen Regierungsabgeordneten sollen sich vorstellen, dass das Land ihrer Väter an eine arabische Königsfamilie verpachtet werden würde, die daraus einen überflüssigen Spielplatz für Erwachsene machen will! Wären sie mit dieser Abfindungsmaßnahme zufrieden, die nun den Hadzabe droht?

Ich möchte sie aufs Inständigste bitten, die Hadzabe in Frieden auf ihrem Land leben zu lassen! Für ein Leben in Frieden benötigen die Hadzabe weder die Abfindungsmaßnahmen noch die milden Gaben der tansanischen Regierung. Das einzig zum Leben notwendige soll ihnen weggenommen werden: ihr Land, auf dem sie jagen und sammeln und sich damit unabhängig ernähren. Wo sollen sie denn leben, wenn ihr Stammesland an eine arabische Familie verpachtet ist?
Meine Forderung und Besorgnis an die tansanische Regierung lassen sich klar und einfach formulieren: Um Himmelswillen fällen sie keine unvernünftige Entscheidung und verpachten sie nicht das Land der Hadzabe an eine reiche Königsfamilie! Eine Verpachtung würde die Liebe und den Frieden unter den Hadzabe für immer zerstören! Es wäre besser sie alleine zu lassen, weil sie nichts von unserer Welt brauchen!“

Sanjo Bakari
P.o.box 42, Mugumu
Mara-Tanzania.

Bitte senden Sie einen Protestbrief (Download) in Deutsch an:

Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland

Außenminister Frank-Walter Steinmeier
Auswärtiges Amt
11013 Berlin
Tel: 030-5000-0
E-Mail: Internetpost@bundesregierung.de

Tanzania Embassy in Germany:
Botschaft der Vereinigten Republik Tansania
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HADZABE – WILDBEUTER AN DIE WAND GEDRÜCKT

von Barbara Hinrichs/Steffen Keulig, 14. Juli 2007

Protestbrief-Aktion!
Die Hadzabe sind eines der letzten Jäger- und Sammler-Völker Ostafrikas, eng verwandt mit den als Buschleute bezeichneten Ureinwohner des südlichen Afrikas, die wie die Hadzabe Klicklautsprachen sprechen. Ihnen droht die Vertreibung von ihrem Stammesland im tansanischen Yaida-Tal, weil die Tanzania UAE Safari Ltd. das Gebiet in ein Jagdrevier für reiche Saudis verwandeln will.
Die Protestbrief-Aktion finden Sie am Ende des Berichts!

Hadzabe Bericht:
Freunde der Naturvölker e.V.
13.07.2007

Die tansanische Regierung hat bereits einen Teil der ursprünglich vorgesehenen
3 975 km² in der Unteren Yaida Region im Mbulu Bezirk an die Tanzania UAE Safari Ltd. verpachtet. Das berichtete bereits im Juli 2006 die britische Tageszeitung The Guardian. Vorher hatte sich die Situation bereits merklich zugespitzt, denn zum einen wurde der Vertreter des Mbulu Regierungsrates durch die Zusendung eines Vertrages über das noch zu verpachtende Gebiet, also das Stammesland der Hadzabe, unter Druck gesetzt und zum anderen wurde Richard Baalow, ein Sprecher der Hadzabe am 20. Mai 2007 von der tansanischen Polizei verhaftet.

Das Volk der Hadzabe (Bedeutung: wir Menschen) besteht aus 800 bis 1 200 Mitgliedern und gliedert sich in mehrere Familienverbände auf, die in der Region um den tansanischen Eyasi-See siedeln. Sie leben in kleinen Verwandtschaftsverbänden von 20 bis 50 Mitgliedern und lassen sich an fruchtbaren Stellen ihres Stammeslandes nieder. Wenn die Ressourcen weniger ergiebig sind, wandern sie weiter und bauen an anderer Stelle in ihrem Gebiet die igluförmigen Grashäuser auf. Für die Beschaffung von Bau- und Jagdmaterialien sind die Frauen des Stammes zuständig. Sie sorgen auch für die nicht tierischen Nahrungsmittel wie beispielsweise Beeren, Knollen, Wurzeln und Honig. Die Männer gehen mit Giftpfeilen und Bogen auf die Jagd, um den tierischen Anteil der Nahrung zu decken. Die Ergiebigkeit des Jagdgebietes hat sich in den letzten Jahren jedoch zunehmend verringert, denn nun siedeln auch Farmer in ihrem Stammesland, so dass die Wasser- und Wildtiervorräte sowie die Siedlungsplätze stark geschrumpft sind. Gonga Petro charakterisiert die Situation wie folgt: „Wir jagen den ganzen Tag und wenn wir Glück haben, fangen wir ein dik-dik.“ Er macht eine verschwindend kleine Handbewegung und wenn er erzählt, dass sie früher zwei Zebras, eine Antilope und einen Büffel innerhalb eines Tages erlegt haben, erkennt man, dass die Nahrungssituation bereits jetzt sehr angespannt ist (www.guardian.co.uk).

Diese und weitere Schikanen wie die drohende Verpachtung des Stammeslandes bilden jedoch nur die jüngste Spitze des Eisberges der versuchten Zivilisierung. Denn schon in den 60er Jahren sollten die Hadzabe zu Ackerbauern umerzogen werden und die tansanische Regierung baute Dörfer, in denen die Stammesmitglieder leben sollten. Nach einigen Wochen verließen sie die Wellblechhäuser um ihren gewohnten Lebensstil fortzuführen. „Die Häuser machen bei Regen laute Geräusche“, sagte Sarah Makungu, ein Stammesmitglied der Hadzabe, die sie für einige Tage testete.

 

 

OGIEK RUFEN UM HILFE

von Yator Kiptum, 1. April 2007

Die letzten Jäger und Sammler in Kenia, die Ogiek, rufen die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Nach Vertreibung und Landkonflikten im Chepkitale und Mau Wald wurden mehrere Dörfer niedergebrannt und die Zahl der Toten erhöhte sich auf 20. Bitte protestieren Sie.(englisch)

Zum Protestbrief unter „Take action“!

*Ogiek Indigenous Peoples of Chepkitale Forest in Mount Elgon Cry for Your Help! *
Date: Fri, 23 Mar 2007 09:12:11 +0000 (GMT)

Dear All, Greetings. The situation of Ogiek Indigenous Peoples who are the current victims of land clashes is getting worse. The death toll is increasing. The number of the dead has risen to over 20 after a pregnant woman died yesterday after failing to get medical attention. The body of the deceased has been taken to Kitale mortury. The Sabaot Land Defence Force have continued to burnt houses and property of the Ogiek Indigenous Peoples. The Ogiek houses in Tingwalia, Cheptoror, Kopukwo, Kewapkoi, Kebe, Kapsongom and Simotwet villages have been burnt. The Ogiek Indigenous Peoples of Mount Elgon now hiding/living in Chepkitale forest are requesting the international community to pressurise Kenya government to:

a – arrest those behind the Sabaot Land Defence Force and restore peace in Mount Elgon

b – recognise the right of Ogiek Indigenous Peoples to settle in Chepkitale forest for this is part of their ancestral lands

c – nullify allocation and settlement of the whole of Chepyuk settlement scheme until when peace has been restored and the rights of Ogiek recognised as the ancestral owner of Chepyuk and not Pok nor Kony nor Sebei nor Sabaot in that matter.

d – Re-open Lapot primary school and deploy teachers to help school going children continue their education in the forest.

e – Re-open and Equip Lapot dispensary to help the sick access medical attentionf –  Re-open Lapot police post and increase the number of police officers

g – Recruit and arm members of Ogiek Indigenous Peoples as Kenya Police Reservist to work hand in hand with the police to restore security in the area Besides, the Ogiek Indigenous Peoples of Mount Elgon are requesting for well wishers to help to publize the situation to have pressure mounted on Kenya government and financial support to help purchase clothing, medicine, food, etc for the displaced community members hiding in Chepkitale forests.

Ogiek Peoples Development Programme, Chepkitale Indigenous Development Programme, Hunter-Gatherers Forum and Sengwer Indigenous Development Project are working closely together to find possible ways of helping the displaced families – children, women and the elderly are the most affected. Besides, they are exploiting opportunities to reconcile the communities. We request for your humane support!

Good wishes
Regards
Yator Kiptum
Sengwer Indigenous Development Project/Chairman – Hunter-Gatherers Forum

 

 

BUSCHMÄNNER IN BOTSWANA ZURÜCK IM STAMMESLAND

von Mail&Guardian Online, 16. Januar 2007

Nachdem die Buschmänner in Botswana Ende letzten Jahres Erfolg mit ihrer Klage vor dem Obersten Gericht gegen die Regierung hatten, die sie widerrechtlich aus ihrem Stammesland der Zentral Kalahari vertrieben und in New Xade zwangsangesiedelt hatte, sind am Wochenende die ersten 40 Buschmänner in ihre Stammesland zurückgekehrt.

 

 

BOTSWANA: NGO’S APPELLIEREN AN KÖHLER

von Steffen Keulig, 12. April 2006

Mehrere deutsche NGOs haben an Bundespräsident Dr. Horst Köhler appelliert, bei seinem Botswana-Besuch den Umgang der dortigen Regierung mit den Gana und Gwi „Buschmännern“ nicht unerwähnt zu lassen. In einem gemeinsam mit Survival Deutschland verfassten Brief an den Bundespräsidenten baten Rüdiger Nehberg, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und Vorstand der Menschenrechtsorganisation TARGET e.V., die Organisationen Freunde der Naturvölker e.V. und Rettet den Regenwald e.V. sowie Dr. Arnold Groh vom S.A.C.S.-Institut (Structural Analysis of Cultural Systems) der Technischen Universität Berlin:

„Bitte sprechen Sie Herrn Mogae auch auf die Folterungen und gewalttätigen Übergriffe auf Buschmänner innerhalb und außerhalb des Reservates an und bitten Sie ihn, die Grundprinzipien der Rechtsstaatlichkeit zu achten.

Kraft Ihrer Persönlichkeit und Ihres international hohen Ansehens versprechen wir uns von Ihren Worten bei Herrn Präsident Mogae eine große Hilfe für die Buschmänner und hoffen, dass Sie dazu beitragen können, den botswanischen Präsidenten davon zu überzeugen, dass es langfristig auch nicht in seinem Interesse sein kann, die Buschmänner und den Ruf seines Landes gleichermaßen zu zerstören.“

Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. schrieb einen Brief an Bundespräsident Köhler, in welchem sie ihn auf die Verletzung der Land- und Menschenrechte der Ureinwohner des Zentral Kalahari Wildreservates aufmerksam machte.

Ein gestern ausgestrahlter ARD-Bericht zitiert Bundespräsident Köhler: er wolle „auch genau beobachten wie sie [die Regierungen der besuchten Staaten], mit den Menschenrechten und der Demokratie umgehen.“ Es bleibt zu hoffen, dass dies auch die Menschenrechte der Ureinwohner Botswanas einschließt.

 

 

ARD IGNORIERT DEN VÖLKERMORD AN DEN BUSCHMÄNNERN

von Steffen Keulig, 23. Dezember 2005

In der Sendung der ARD Tagesthemen am 22.12.2005 um 22.43 Uhr gab Tilman Zülch von der „Gesellschaft für bedrohte Völker“ ein Interview. Das Thema waren die Kindersoldaten in Uganda und die internationale Ignoranz bezüglich dieses Konfliktes/ Völkermordes. Im anschließenden Kommentar der ARD wurde behauptet, dass die Situation der Staaten in Afrika jedoch nicht ausschließlich negativ gesehen werden sollte. Als Positivbeispiel wurde u.a. die wirtschaftliche Entwicklung in Botswana hervorgehoben. Hinsichtlich des journalistischen Auftrages der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, allen voran die ARD, müssen wir hier deutlich auf eine unentschuldbare Desinformation bzw. auf eine Unterschlagung eines Völkermordes hinweisen. Die in der Sendung als positiv dargestellte wirtschaftliche Entwicklung Botswanas beruht u.a. auf der Vertreibung der Gana und Gwi Buschmänner aus ihrem Stammesland, der Central Kalahari Game Reserve, um u.a. die dort entdeckten Diamantenvorkommen ausbeuten zu können. Einer der Internationalen Konzerne in diesem Geschäft ist De Beers. Ohne die Diamanten gäbe es auch keine wirtschaftliche Entwicklung in Botswana.
Roy Sesana, Buschmann aus Botswana von der Organisation „First People of the Kalahari“, wurde bez. seines Engagements für sein vertriebenes Volk der Alternative Nobelpreis am 09. 12.2005 in Stockholm verliehen (die ARD berichtete). Denn, wie er selber betont, kommt die Vertreibung der Buschmänner einem Völkermord gleich. Die Quadratur des Kreises ist der ARD hiermit gelungen: In einem Atemzug den Völkermord in Uganda zu thematisieren und einen zweiten zu unterschlagen.
Dieser Kommentar zu der benannten ARD Sendung ging ebenso an die Verantwortlichen der Redaktion. Ihre Antwort auf unsere Vorwürfe werden wir veröffentlichen.

Im Zeitalter eines globalen Nachrichtendorfes scheint nur noch das wirklich und existent zu sein, was Kameras aufnehmen oder Printmedien drucken. So könnte ein fairerer Informationsdialog durchaus dazu beitragen, die Skrupellosigkeit der Entwicklungsmaschinerie zu entlarven und diesem Völkermord an den Buschmännern und auch anderen Indigenen Völker Einhalt gebieten. Doch in einer Epoche ständig perfekter werdender Kommunikationstechnologien wird der Grundgedanke eines wechselseitigen Informationsaustausches immer abstrakter. Es ist offensichtlich, dass eine von einer Handvoll Medienkonzernen (Bertelsmann, Springer) monopolisierte Berichterstattung genauso totalitär sein kann, wie die von Diktaturen kontrollierte Informationspolitik. Während die Vertreter von Naturvölkern häufig vom Dialog abgeschnitten sind, werden weiter fleißig Meinungen von Nachrichtenfabriken zementiert, wird Information zur Deformation, die quasi oftmals nur das wiedergibt, was ohnehin schon als allgemein gültiges Vorurteil bei den Medienkonsumenten existiert. Darüber hinaus wirkt heute eine viel subtilere Art von Zensur, die die Information in den Medien zur Deformation gerinnen lässt: die Selbstzensur. Kritische Informationen unterdrücken die Redakteure selbst, damit ihre Beiträge den Weg durch die Instanzen der Medienfabrik zum Konsumenten finden. Denn, wie sonst ließe es sich erklären, dass alle Nachrichtenagenturen Deutschlands den Friedensprozess in Aceh ein Jahr nach dem Tsunami gelobt haben, aber keine auf den anhaltenden Völkermord in West Papua und den Molukken hinwiesen, gehören doch alle drei Regionen zum Vielvölkerstaat Indonesien. Das wirft die Frage auf: Gibt es überhaupt eine objektive Berichterstattung? Nein, denn die kann es technisch gar nicht geben, da die Informationsaufnahme, -auswahl, -verarbeitung und –weitergabe durch Menschen (Subjekte) geschieht und diese zusätzlich meist in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis (Fremd- und Selbstzensur) stehen.

 

 

INTERVIEW MIT ROY SESANA

von Administrator , 21. Dezember 2005

„Freunde der Naturvölker e.V.“, deutsche Sektion von „Friends of Peoples close to Nature“, hat ein Interview mit Roy Sesana geführt.

Interview mit Roy Sesana am 12.12.05 um 10:00 Uhr im Eastside Hotel, Berlin

F: Haben die Bushmen eine Vertretung in der botswanischen Regierung?
A: Die Bushmen haben keinen Vertreter in der botswanischen Regierung.

F: Die botswanische Regierung sagt, dass die Umsiedelung der Gana und Gwi Bushmen von der Kalahari nach New Xade notwendig sei um den Bushmen die Möglichkeit zur Entwicklung und Bildung zu geben. Würdest du sagen, dass diese Art von Entwicklungshilfe eine gute Alternative zu eurem vorigen Leben ist, um in Würde und Selbstachtung zu leben?
A: Diese Entwicklungshilfe, welche die Botswanische Regierung meint, entspricht nicht der Wahrheit, da die Bushmen diese “Hilfe” nicht sehen können.
Vielmehr gibt es, seit wir hier in New Xade zwangsumgesiedelt wurden eine hohe HIV-Aids Rate bei unseren Leuten. Jetzt ist der Friedhof voll von unseren Leuten. Ist das Entwicklung? Jetzt sprechen wir von Menschen deren Kultur verändert wurde. Viele der Bushmen in New Xade bekommen Aids, werden Alkohol abhängig. Es kommt zu Gewaltausbrüchen durch Alkohol und viele von uns begehen Selbstmord. Alles Dinge, die bei uns nicht vorkamen. Das nennen wir nicht Entwicklung, das ist nur um den Bushman zu töten; das Leben und die Lebensweise der Bushmen zu vernichten. Die Schulen, von denen die Regierung spricht, hat keine guten Resultate gebracht. Du fragtest mich ob wir in der botswanischen Regierung vertreten sind und die Antwort war nein. Viele Kinder von uns wurden in die Schule gebracht aber dadurch sind auch keine Bushmen in der Regierung vertreten. Das zeigt, dass uns die Schule nichts gebracht hat, so dass man es nicht Entwicklungshilfe nennen kann.

F: Würdest du sagen, dass diese Vertreibung angelegt ist um eure traditionelle Lebensweise auszulöschen?
A: Aus meiner Sicht der Dinge ist das Ziel, den Namen Bushman auszulöschen, den ganzen Bushman, bis nichts mehr übrig bleibt. Es ist das Gleiche, ein Grab zu schaufeln, die Menschen hinein zu werfen und es mit Sand zu überdecken. So sehe ich das.

F: Gibt es Bestrebungen junger Buschleute, den Weg ihrer Vorfahren zu gehen oder wollen sie lieber wie die westliche Zivilisation leben?
A: Wir befürchten, dass unsere jungen Leute nicht mehr den Weg unserer Vorfahren gehen wollen. Sie sind nicht an ein Leben in der sogenannten modernen Welt interessiert aber das Problem ist, dass die Regierung sie in verschiedene Kulturen drängt. In der Schule lernen die jungen Bushmen nur Dinge über andere Kulturen wie die westliche Kultur. Sie werden gezwungen in einer fremden Sprache zu sprechen. Dadurch verlieren sie ihre Sprache. Da die jungen Bushmen so aufwachsen, haben sie keine Möglichkeit die Lebensweisen unserer Vorfahren, mit der sie aufwuchsen, zu erlernen. Also würde ich nicht sagen, dass unsere Kinder das bestreben haben, wie unsere Vorfahren zu leben. Weil dieses Leben, welches wir vor der Vertreibung lebten, für sie unsichtbar geworden ist.
Es ist ihnen verboten zu jagen. Dort wo sie sind, können sie nicht sammeln gehen, wo sie sind kann ein Medizinmann nicht wirken. So… alle Dinge die unsere Kultur ausmachen sind nicht an diesem Platz.
Wir wurden an diesen Platz getrieben und uns wird die moderne Kultur aufgezwungen. Uns ist nicht erlaubt, unseren Kindern das Jagen und sammeln beizubringen obwohl sie es brauchen.

F: Habt ihr Unterstützung oder Geld von Unternehmen oder Organisationen bekommen, welche euer traditionelles Wissen für sich nutzen?
A: Alle Organisationen oder Unternehmen, die das Wissen der Bushmen nutzen, die den Bushman ausfragen geben uns weder Unterstützung noch Geld. Die Weißen und auch andere kamen zu uns, baten im Namen der Bushmen um Geld und schrieben Finanzierungsanträge. Der Bushman bekam nichts von alle dem. Sie nutzen das Geld für ihre Aktivitäten, die den Buschleuten nichts brachten. Es wird Zeit, dass wir uns wehren gegen Menschen, die in unserem Namen Geld akquirieren. Wenn du dir die Organisationen anschaust wirst du keinen einzigen Bushman  unter ihnen finden. Es sind nur Fremde oder Schwarze, die kommen und Geld machen. Die Frage ist, wie können diese Organisationen die Probleme der Bushmen kennen. Sie wissen nicht wie wir leben, sie kennen unsere Kultur nicht und sie wissen nicht was wir wollen oder brauchen. Wie können diese Organisationen unsere Interessen vertreten. Ich habe Angst vor diesen Menschen, die im Namen der Buschleute für ihre eigenen Interessen agieren.

F: Würdest du sagen, dass das Leben wie es eure Vorfahren taten, ökonomischen Interessen im Wege steht?
A: Wir sind nicht wirtschaftlich in eurem Sinne. Wir müssen nichts kaufen. Wir brauchen nicht in den Supermarkt zu gehen. Wir müssen nicht arbeiten wie ihr. Unsere Arbeit bedeutet, dass jeder von uns am frühen Morgen aufsteht und in den “Bush” geht um etwas zu essen zu sammeln. Zu essen und zu jagen, das ist unsere Arbeit. Am Ende des Tages bringst du was zu essen nach Hause, damit deine Familie überleben kann. Wenn etwas daran geändert werden soll, so liegt es an uns es, gemäß unserer Kultur, von Generation zu Generation, zu Generation, zu ändern.
Da wir Jäger sind, sollen die Kinder aus der Schule genommen werden damit sie jagen können. Sie sollen lernen mit Pfeil und Bogen umzugehen. Sie müssen all die vielen Spuren und Fährten lesen lernen. Sie brauchen dieses Wissen um es unseren Urenkeln weitergeben zu können. Das ist die “Bildung”, die wir unseren Kindern weiter geben wollen. Wir können es an alle weitergeben, an die ganze Welt. Die Menschen können zu uns kommen und es von uns lernen. Das ist die Art wie wir leben.
Sagt nicht, dass ihr uns entwickeln müsst. Laßt mich euch zu unserer Kultur entwickeln. Wir haben genug was wir für uns selber lernen müssen. Seit der Zwangsansiedlung kämpfen wir mit vielen Problemen. Unsere Kinder, die wir in die Schule brachten, kommen mit schlechten Ergebnissen nach Hause. Sie arbeiten viel für die Schule aber das Bildungsniveau an den Schulen ist zu schlecht. Es reicht nicht um an die Universität zu gehen. Vor allem haben die Kinder Probleme mit der Sprache. Das ist ein großes Problem für sie. Nachdem sie in der Schule versagt haben, kommen sie nach Hause. Sie haben viele Jahre ihres Lebens für die Schule verschwendet und ihr Leben ist schwerer als vorher. Jetzt hängen sie überall herum. Du kannst sie am Alkohol-Shop finden und du siehst sie an vielen schlimmen Plätzen. Viele von ihnen kommen ins Gefängnis weil sie irgendwem eine Kuh oder Ziege gestohlen haben. All diese Dinge sind nicht gut für sie.

F: Glaubst du eine höhere Presseresonanz würde deinen Leuten helfen?
A: Ich denke eine höhere Presseresonanz könnte uns helfen. Vorausgesetzt, die Journalisten kommen zu uns und schreiben was der Bushman ihm erzählt. Nicht so wie ein Journalist aus Europa, der behauptet ich bin nicht traditionell genug, weil ich eine Brille und ein Handy besitze. Das ist aber nicht die Art wie ich leben will. Deswegen bin ich immer am erzählen, erklären und reden. Wenn also Menschen zu uns kommen und aufschreiben was wir erzählen, könnte uns das helfen.

F: Roy, was für Wünsche und Träume hast du für dich und deine Kinder und Enkelkinder?
A: Hauptsächlich wünsche ich mir, dass meine Kinder und Enkelkinder zurück zu ihrem Land können, die Kultur leben, die Dinge lernen die ihre Ur-Ur-Urväter, Ur-Urväter, Urväter, Väter, ich und meine Brüder gelernt haben bevor sie uns aus unserem Lande vertrieben. Und, dass sie unter den gleichen Voraussetzungen wie wir vorher leben können.

F: Hast du noch einige Fragen an die Menschen in Europa?
A: Ich möchte die Europäer fragen… es gibt viele Staaten in Europa. Es gibt Schweden, es gibt Deutschland, Groß Britannien, Frankreich, Italien, Holland, was auch immer. Meine Frage ist, haben die eine Religion oder sind die unterschiedlich? Oder sprechen die nur eine Sprache weil sie alle weiß sind und gleich aussehen? Ich bin herum gereist und habe gesehen und gehört, dass sie alle unterschiedliche Sprachen sprechen und sie keiner zwingt nur eine Sprache zu sprechen oder nur eine Religion zu haben. Darum wollen wir auch nicht gezwungen werden eine uns fremde Sprache zu sprechen und eine uns fremde Religion zu haben.

 

 

NATURVÖLKER ALS WIRTSCHAFTSHINDERNIS mit dem Beispiel der HADZABE

von Administrator, 6. Dezember 2005

Ein Problem der traditionell lebenden Naturvölker ist, dass sie in nichtmonetären Lebenszusammenhängen leben. Das heißt, dass sie keine für uns meßbaren Wirtschaftsweisen pflegen.

Als Jäger und Sammler beispielsweise können sie unabhängig von der jeweiligen Wirtschafts- und Staatsform existieren.
Da die meisten Nationen dieser Erde sich auf Staatsformen einigten, die für die jeweiligen, wirtschaftlichen Interessen agieren, ist es nicht möglich andere Lebensformen zu tragen oder besser zu ertragen. Jegliche Form der Autonomie und der Subsistenz führt zu einer gewissen Rechts- und Lebensfreiheit. Der Autonome Teil eines Landes wird zu einem Vakuum, einem leeren Fleck auf der Landkarte, ohne jeglichen „Nutzen“ der restlichen Bevölkerung oder des Staates. Der Wirtschaftsfluss ist unterbrochen, das Wachstum stagniert. Da ein Staat auf Einnahmen durch die Wirtschaft angewiesen ist, fehlen diese bei einem Autonomen Landstrich. Es fließt kein Geld hinein und keines hinaus. Außerdem könnten andere Mitglieder des Staates ähnliche Lebensweisen präferieren und auf ähnliche Weise leben wollen. Wenn sich solch autonome Gebiete etablieren sollten, hätte der Staat bald ein Problem, weil ihm auf lange Sicht immer mehr Geld und dadurch Einfluß abhanden kommen würde.

Am Beispiel der Hadzabe sei das folgendermaßen belegt: Die Kindiga, wie die Hadzabe in Tansania genannt werden, sind eine der letzten Ureinwohnervölker in Ostafrika, eng verwandt mit den als „Buschleute“ bezeichneten Ureinwohnern des südlichen Afrika. Bei den Hadzabe hat sich ein Leben in Stammesverbänden ohne den Zwang einer anonymen Hierarchiegesellschaft mit Vorschriften, Geboten und Verboten, wie in vielen Regionen der Erde bei Sammel- bzw. Jagdwirtschaften und in den hunderttausenden Jahren Menschheitsgeschichte, als die zweckmäßigste und ökologisch sinnvollste Lebensform erwiesen. Ihre Anschauungen und Lebensweisen, Werte und Normen werden an die nachfolgenden Generationen weitergegeben und diese nach Möglichkeit nicht verändert, denn sie sind über viele Generationen erprobt. Eine Veränderung ihrer Organisationsweise würde für sie ein unnötiges Risiko darstellen und wird darum nach Möglichkeit vermieden.

Die Hadzabe-Gesellschaft wurde an das Leben optimal angepasst, wurde aus ihm geboren, wie auch unsere Gesellschaft aus unseren Lebensumständen entstanden ist. Jäger und Sammler brauchen freies Leben auf freiem Land. In der von ihnen empfundenen Unfreiheit einer hierarchischen Zivilisationsgesellschaft wäre ihre traditionelle Existenz zum Untergang verurteilt. Die Hadzabe kennen weder Häuptlinge noch Schamanen, weder Priester noch Medizinmänner in unserem Sinne. Jeder ist gleichberechtigt und das Leben ist von der Würde der Eigenverantwortung getragen.

Es wird auf die Ratschläge der Alten gehört ohne, dass von ihnen unbedingte Gefolgschaft gefordert wird. Die gegenseitige Achtung der Hadzabe ist der Quell ihrer Zugehörigkeit, die jedes Mitglied in die Gemeinschaft einschließt. Nicht als einzelnes Individuum, sondern als Teil ihrer Gruppe genießen sie den Schutz und die Geborgenheit dieser Ordnung. Jeder sorgt für die anderen Mitglieder der Gemeinschaft zu gleichen Teilen, ohne selbst einen Vorteil daraus zu ziehen. Alles wird geteilt und keiner würde hungern in ihrer Gruppe, es sei denn, alle müßten hungern. Dadurch ist auch die Altersversorgung gesichert. Viele von den Hadzabe erreichen ein hohes Alter, was für jene unfassbar ist, die gelehrt bekommen, dass nur die moderne Gesellschaft ein langes Leben und Gesundheit garantiert.

Da stellt sich die Frage, was sollen die Hadzabe mit dem Nationalstaat Tansania? Wozu Weltmarkt, Steuern, Kriege, Regierungen, Städte oder ähnliches? Leider werden die Hadzabe nicht gefragt, sondern Tansania fragt sich wohl: „Was sollen wir mit den Hadzabe? Keine Steuern, Versicherungen, Arbeitskräfte und das Land besetzen sie, ohne es wirklich zu nutzen, oder besser ohne, dass es uns nutzt. Die laufen einfach den ganzen Tag durch die Gegend, ohne zu arbeiten und bringen dem Land nichts ein“.
Das Stammesland der Hadzabe bringt Tansania da schon mehr ein. Es stehen reichlich Recourssen zum Abbau bereit und das restliche Land kann an Viehnomaden verpachtet werden. Das bringt dem Staat wieder Einnahmen, Devisen und vor allem Kontrolle. Dieser Mechanismus ist den meisten Staatsformen zu eigen.

Der Staatspräsident von Botswana vertreibt die „First People of Kalahari“ aus ihrem Stammesland mit der Begründung, sie sollen in Regionen leben, wo sie an der allgemeinen Bildung teilhaben können. Viele Stammesvertreter kennen diese „Bildung“ und „Entwicklung“ aber sie wollen nicht an ihr teilhaben. Auf ihrem Land durften die „Buschleute“ in Botswana nicht mehr jagen. Staatspräsident Mogae meint dazu: „Die sollen nicht jagen, denn wenn sie jagen, gehen sie nicht arbeiten. Wenn jeder hier im Lande so leben würde, könnten wir unseren wirtschaftlichen Aufschwung nicht halten“ (Newsnight/BBC 2005). Selbst in Deutschland kann Mensch in der Geschichte kramen und etliche Beispiele von zerschlagenen Autonomie/Autarkie Bemühungen finden. Alternative Nischen lassen sich hier und da noch ausmachen, über Einzelphänomene geht es jedoch selten hinaus. An den Naturvölkern dieser Erde können wir nicht nur sehen wie wir vor Tausenden von Jahren lebten. Sondern auch unseren sozialen Verfall, den Verlust der eigenen Wurzeln. Die verschiedenen Lebensläufe von Stammeszugehörigen der letzten 150 Jahre zeigen uns jedes Stadium unserer Entwicklung. Vom Jäger und Sammler hin zum degenerierten Industriemenschen. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, was uns unsere „Wirtschaftsform“ eigentlich kostet; was wir für sie Aufgeben.

 

 

PYGMÄEN IN ZENTRALAFRIKA

von CAMV, 8. September 2005

Ein umfangreiches Update unserer Schwesterorganisation CAMV über die aktuelle Situation der Pygmäen im Kongo, Ruanda und Burundi als PDF. (englisch)

 

 

VÖLKERMORD AN DEN !KUNG IN BOTSWANA

von Klaus Schramm, 8. Juni 2005

Badische Zeitung schaut weg bei Völkermord

Botswana wird als „Musterländle“ dargestellt – kein Wort über den schleichenden Genozid an den !Kung.
Am 2. Juni erschien in der ‚Badischen Zeitung‘ ein Artikel von Johannes Dieterich unter der Überschrift „Aids ist ein Problem, aber sonst ist Botswana ein Musterland“. Von „üppigen Diamantenvorkommen“ ist darin zu lesen und von einer „sauberen Regierung“. Kein Wort hingegen von den !Kung. Im Falle des Kosovo oder – wie noch vor einem Jahr – im Falle des Sudan war die ‚Badische Zeitung‘ schnell bei der Hand, PolitikerInnen oder die „humanitäre“ Gattin eines Ex-Ministers mit der Vokabel „Völkermord“ zu zitieren, auch wenn dies nicht den Fakten entsprach. In Botswana ist die Vernichtung der !Kung bereits im Endstadium, die Diamantenvorkommen liegen in ihren traditionellen Gebieten, auch heute werden sie immer wieder unter grotesken Vorwänden vertrieben, ihrer Kultur beraubt und dem Alkohol überantwortet.

Im einen Fall werden „humanitäre Katastrophen“ herbei geredet, um einen Vorwand für „robuste Interventionen“ zu schaffen. Doch das Interesse gilt nicht den Menschen, sondern den Bodenschätzen. Das Regime des Sudan ist nicht bereit, die reichen Erdölvorkommen den westlichen Mineralöl-Konzernen zu überlassen und zieht es vor, die Schätze des Landes gewinnbringend überwiegend an China zu verkaufen. Deshalb werden Rebellentruppen finanziert und „ethnische Konflikte“ geschürt. Und wenn das inopportune Regime nicht hinweg geputscht werden kann, muß es als „ultima ration“ mit Hilfe der heute viel gepriesenen „friedensstiftenden Mission“ – also militärisch – durch ein genehmes Regime ersetzt werden.

Im Falle von Ländern wie Botswana hingegen, wo das herrschende Regime mit auswärtigen Konzernen kooperiert, könnte es sich geschäftsschädigend auswirken, wenn allzu viel über dessen Greueltaten bekannt würde.

Johannes Dieterich schreibt in der ‚Badischen Zeitung‘ über Botswana: „Das ethnisch homogene Land wird praktisch nur von einem Volksstamm bewohnt und hat hauptsächlich deshalb eine friedliche Vergangenheit.“ Dabei weiß Johannes Dieterich von den !Kung. Er selbst hat am 5.04.03 als Afrika-Korrespondent der ‚Frankfurter Rundschau‘ unter dem Titel „Ein Kaktus aus Südafrika soll übermäßigen Hunger stillen“ über die !Kung – anderer Name: „San“ – berichtet.
Dabei ging es um die damals von der Weltöffentlichkeit wahrgenommene Ausbeutung des pharmakologischen Erfahrungsschatzes dieser Ethnie. Der Multi Pfizer (bekannt durch ‚Viagra‘) hatte sich des Patents auf den Wirkstoff einer Pflanze bemächtigt. Dieterich stellt die im Nachhinein mit den !Kung eingegangene Vereinbarung recht schmeichelhaft für den Konzern dar.